[...] Diese Seminararbeit soll einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten der Kursprognose und der Kurssicherungsgeschäfte geben. Hierzu werden in Kapitel 2 die Theorien des Wechselkurses beschrieben, Kapitel 3 erläutert die verschiedenen Methoden der Kursprognose, Kapitel 4 nennt wichtige Kurssicherungsinstrumente. Kapitel 5 faßt die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wechselkurs
2.1 Grundlagen
2.2 Theorien des Wechselkurses
2.2.1 Kaufkraftparitäten
2.2.2 Gedeckte versus ungedeckte Zinsparität
2.2.3 Monetäre Wechselkurstheorie
2.2.4 Portfoliotheorie
2.2.5 Neuere Ansätze
3. Kursprognosen
3.1 Technische Analyse versus Fundamentalanalyse
3.2 Quantitative Analyse
4. Kurssicherungsinstrumente
4.1 Interne Kurssicherungsinstrumente
4.1.1 Fakturierung in Inlandswährung
4.1.2 Sonstige interne Kurssicherungsinstrumente
4.2 Externe Kurssicherungsinstrumente
4.2.1 Devisenmärkte
4.2.2 Finanzmärkte
4.2.3 Terminbörsen
5. Zusammenfassung und Konklusion
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Mechanismen der Wechselkursbildung sowie die Möglichkeiten und Grenzen von Kursprognosemethoden. Zudem werden verschiedene interne und externe Instrumente zur Absicherung gegen Wechselkursrisiken für international tätige Unternehmen untersucht, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für deren Einsatz zu bieten.
- Theoretische Grundlagen und Modelle der Wechselkursbestimmung
- Methoden der Kursprognose (technisch, fundamental, quantitativ)
- Interne Kurssicherungsinstrumente wie Fakturierung und Währungsklauseln
- Externe Kurssicherung über Devisen- und Finanzmärkte
- Risikoanalyse und ökonomische Bewertung von Sicherungsgeschäften
Auszug aus dem Buch
3.1 Technische Analyse versus Fundamentalanalyse
Grundlage der technischen Analyse ist die Annahme, daß sich alle bewertungsrelevanten Informationen langfristig im Wechselkurs widerspiegeln, kurzfristig ist der Devisenmarkt jedoch informationsineffizient. Wechselkurse reagieren nicht sofort auf neue Informationen, sondern verzögert oder mit einer anfänglichen Überreaktion. Hierdurch entstehen im Wechselkursverlauf typische, sich im Zeitablauf wiederholende Muster, anhand derer sich dann mittels der Instrumente der technischen Analyse zukünftige Veränderungen des Wechselkurses prognostizieren lassen. Zu den Instrumenten der technischen Analyse zählt man die Chartanalyse, mechanische Anlagestrategien und die univariate Zeitreihenanalyse.
Bei der Chartanalyse betrachtet man graphisch den Verlauf des Wechselkurses in einem Wechselkurs-Zeit Diagramm und versucht, bestehende Trends zu bestimmen sowie Änderungen des Trends frühzeitig zu erkennen. Die Fundamentalanalyse hingegen bestimmt über bekannte ökonomische Fundamentalfaktoren den inneren Wert einer Währung, der sich wiederum im Wechselkurs niederschlägt. Bei der Fundamentalanalyse wird angenommen, daß sich der Wechselkurs bei der Änderung der vorliegenden Fundamentaldaten nur langsam an sein neues Gleichgewicht anpaßt. Dies hängt unter anderem mit dem nun beginnenden Informationsverarbeitungsprozeß zusammen. Informationen stehen nicht allen Marktteilnehmern gleichzeitig zur Verfügung, sondern verteilen sich erst im Markt.
Verschiedene Annahmen der Marktteilnehmer über die Auswirkungen der Änderung der Fundamentalfaktoren führen zu Diskussionen und einer langfristigen Anpassung des Wechselkurses an sein von den Fundamentalfaktoren bestimmtes Niveau. Kurzfristig können also der tatsächliche Wechselkurs und der durch Fundamentalfaktoren bestimmte Wechselkurs voneinander abweichen, langfristig tendiert der Wechselkurs zu seinem fundamentalen Wert. Liegt der Wechselkurs unter (über) dem fundamentalen Wert, so ist mit einer Abwertung (Aufwertung) der heimischen Währung zu rechnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den historischen Kontext des Übergangs von festen zu flexiblen Wechselkursen nach dem Zusammenbruch von Bretton Woods und die daraus resultierende Notwendigkeit der Kurssicherung.
2. Wechselkurs: Erläutert die grundlegenden Mechanismen der Devisenmarktentstehung sowie verschiedene ökonomische Theorien zur Bestimmung von Wechselkursen.
3. Kursprognosen: Untersucht verschiedene Ansätze zur Vorhersage von Währungskursen, unterteilt in technische, fundamentale und quantitative Analysetechniken.
4. Kurssicherungsinstrumente: Analysiert operative Möglichkeiten für Unternehmen, um sich durch interne Maßnahmen oder externe Finanzmarktprodukte gegen Wechselkursrisiken abzusichern.
5. Zusammenfassung und Konklusion: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer sorgfältigen Kosten-Nutzen-Abwägung bei der Wahl von Sicherungsinstrumenten.
Schlüsselwörter
Wechselkurs, Kursprognose, Kurssicherung, Devisenmarkt, Technische Analyse, Fundamentalanalyse, Quantitative Analyse, Zinsparität, Kaufkraftparität, Währungsrisiko, Forfaitierung, Export-Factoring, Währungs-Swap, Termingeschäft, Finanzmärkte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, dass international tätige Unternehmen in Systemen mit flexiblen Wechselkursen Kursrisiken ausgesetzt sind, und untersucht Wege, diese Risiken durch Prognosen und Sicherungsgeschäfte zu minimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die ökonomische Theorie der Wechselkursbildung, die Prognose zukünftiger Kurse sowie die praktische Anwendung interner und externer Instrumente zur Kurssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über verschiedene Prognosemethoden und Sicherungsinstrumente zu geben, um deren Eignung für die Unternehmenspraxis zu bewerten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu ökonomischen Theorien sowie die systematische Gegenüberstellung und Bewertung von quantitativen und qualitativen Prognose- und Sicherungsverfahren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle (z. B. Portfoliotheorie), die Abgrenzung von Analysetechniken wie der Chartanalyse und fundiert die praktischen Instrumente von der internen Fakturierung bis hin zu externen Finanzmarktprodukten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Wechselkursrisiko, Kurssicherung, Devisentermingeschäfte, Fundamentalanalyse und Finanzmarktinstrumente.
Warum ist die Wahl des Prognoseverfahrens für Unternehmen riskant?
Wie die Arbeit zeigt, sind komplexe Verfahren wie künstliche neuronale Netze (KNN) bei falscher Anwendung oder schlechter Datenbasis weniger effektiv als einfachere Methoden; der Erfolg hängt stark von der gewissenhaften Auswahl der Inputparameter ab.
Eignet sich Export-Factoring generell zur Kurssicherung?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass Export-Factoring als Mittel zur Kurssicherung nicht geeignet ist, da der Exporteur an den langfristigen Vertrag gebunden ist und oft hohe Kosten für nicht benötigte Dienstleistungen tragen muss.
- Citar trabajo
- Frank Göttlicher (Autor), 2004, Wechselkursprognosen und Kurssicherungsmöglichkeiten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22236