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Das journalistische Berufsbild in Deutschland und Japan: Ein Vergleich der Einflussgrößen

Title: Das journalistische Berufsbild in Deutschland und Japan: Ein Vergleich der Einflussgrößen

Term Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katharina Bader (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Das Thema meiner Arbeit ist der Vergleich von Journalisten in Deutschland und Japan. Eine solche Aufgabenstellung übersteigt den Rahmen einer durchschnittlichen Hausarbeit. Ich möchte mich deshalb auf das journalistische Berufsbild in beiden Ländern und dessen bedeutendste Einflussgrößen konzentrieren. Die Fragestellung ist hier: Wer oder was bestimmt das Berufsbild in Deutschland und Japan? Welche Gegebenheiten wirken im Hintergrund? Welche Institutionen haben Einfluss? Also: Was lässt den deutschen, was den japanischen Journalisten zu dem werden was er ist? Diese Arbeit konzentriert sich auf den Print-Bereich im journalistischen Tätigkeitsfeld. Das hat folgenden Grund: Eine seriöse Bearbeitung mehrerer, geschweige denn aller Tätigkeitsbereiche unter der oben genannten Aufgabenstellung ist im Umfang einer normalen Hausarbeit nicht zufrieden stellend möglich. Zu unterschiedlich sind die verschiedenen Bereiche, als dass man sie hier in einer Abhandlung zusammenfassen könnte. Des Weiteren muss eine klare zeitliche Eingrenzung erfolgen. Erst nach 1945 erfolgt in beiden Ländern die Einrichtung der gesetzlichen Pressefreiheit, wie sie bis heute besteht. Demnach ist eine Betrachtung ab diesem Zeitraum als zeitlichen Fokus für meine Arbeit am sinnvollsten. Allein in der Bearbeitung des sozial- geschichtlichen Hintergrundes wird auf Ereignisse und Entwicklungen vor 1945 zurückgegriffen. Die Reihenfolge der verschiedenen Einflussgrößen basiert auf einem logischen Zusammenhang. Zuerst muss der historische Hintergrund in beiden Ländern mit seinen Auswirkungen dargestellt werden. Die politischen Entwicklungen und Konsequenzen nach Beendigung des zweiten Weltkriegs haben entscheidenden Einfluss auf die Charakteristika des jeweiligen Berufsbildes. Der Krieg verändert auch die gesetzliche Lage in beiden Ländern. Neue Verfassungen und die Freiheit von Presse und Meinungsäußerung modifizieren die Rolle des Journalisten. Hier findet nun ein kleiner Exkurs in das Ausbildungssystem des japanischen Journalistennachwuchses statt. Erst im Berufsleben integriert, sind Jour nalisten dem direkten Einfluss von Institutionen und Organisationen ihres Metiers ausgesetzt. Organisationen wie der Zeitungsverlegerverband sowie die Presseclubs in Japan werden dem deutschen Presserat und den Gewerkschaften gegenüber gestellt. In der Schlussbetrachtung werden die Ergebnisse der Bearbeitung zusammenfassend dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der sozial-geschichtliche Hintergrund

2.1. Konformität in Japan

2.2. Unabhängigkeit in Deutschland

3. Die Gesetzesgrundlage

3.1. Die japanische Verfassung

3.2. Das deutsche Grundgesetz

4. Exkurs: Eliten und Prestige – journalistische Ausbildung in Japan

5. Organisation der Journalisten

5.1. Der Verleger- und Redakteursverband und die gewerkschaftliche Situation in Japan

5.2. Die japanischen Presseclubs

5.3. Der deutsche Presserat und die Gewerkschaften

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht das journalistische Berufsbild in Deutschland und Japan, um die prägenden Einflussgrößen, historischen Rahmenbedingungen und institutionellen Strukturen zu identifizieren, die Journalisten in den jeweiligen Ländern formen.

  • Historisch-kulturelle Prägung des Journalismus
  • Einfluss der Gesetzgebung auf die Pressefreiheit
  • Rekrutierungsmuster und journalistische Ausbildung
  • Strukturen journalistischer Organisationen und Presseclubs

Auszug aus dem Buch

Exkurs: Eliten und Prestige – journalistische Ausbildung in Japan

Japanische Journalisten genießen in ihrer Gesellschaft ein sehr hohes Ansehen. Diese Tatsache begründet sich aus verschiedenen sozio-kulturellen Gegebenheiten. Wie schon beschrieben, gehörten die ersten Journalisten der hochgebildeten Kaste der Samurai an. Journalisten waren somit von Anfang an Mitglieder einer gesellschaftlichen Elite. Sie gründeten die heutigen großen, angesehenen Zeitungen Japans. Diese elitäre Hierarchie gehört infolgedessen noch heute zur kulturellen Identität Japans und der japanischen Journalisten.

„Der Hinweis auf das Prestige ist insofern nicht nur nebensächlich, da sich die überwiegende Anzahl der Absolventen der Eliteuniversitäten des Landes, Tokyo, Waseda, Keio, Kyoto, gerade in den Spitzen Institutionen von Presse und Rundfunk wiederfinden. Das elitäre Gruppendenken, von dem die gesamte Ausbildungsphase der Jugendlichen in Japan geprägt ist – mit rigorosen Ausleseprüfungen und Eintrittsexamina – setzt sich in der beruflichen Sozialisation des Journalisten fort.“(Kopper (1977), S.187)

Nur Absolventen der großen japanischen Universitäten haben die Chance auf eine Anstellung bei einer der führenden Zeitungen. Allerdings muss hier gesagt werden, dass es faktisch egal ist, welche Fachrichtung studiert wurde. Es geht ausschließlich darum, dass die Bewerber dem Ansehen der Zeitung entsprechen. Nur Absolventen der besten Universitäten Japans haben mit ihrem Abschluss gezeigt, dass sie es würdig sind, das „Erbe“ ihrer journalistischen Vorgänger anzutreten. Nur sie sind es überhaupt wert, in Erwägung für eine Neubesetzung gezogen zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung des Vergleichs zwischen dem journalistischen Berufsbild in Deutschland und Japan ein und grenzt die Untersuchung auf den Print-Bereich sowie die Zeit ab 1945 ein.

2. Der sozial-geschichtliche Hintergrund: Dieses Kapitel analysiert, wie historische Entwicklungen wie Konformitätsstreben in Japan und das Streben nach Unabhängigkeit in Deutschland die Berufsbilder nachhaltig geprägt haben.

3. Die Gesetzesgrundlage: Hier werden die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Pressefreiheit in beiden Ländern gegenübergestellt und deren Einfluss auf die journalistische Rolle bewertet.

4. Exkurs: Eliten und Prestige – journalistische Ausbildung in Japan: Dieses Kapitel beleuchtet das Auswahlverfahren der japanischen Zeitungen, das stark auf elitäre Universitätsabschlüsse und interne Sozialisation ausgerichtet ist.

5. Organisation der Journalisten: Diese Sektion vergleicht die exklusiven japanischen Presseclubs mit der gewerkschaftlich geprägten Organisationsstruktur und dem Presserat in Deutschland.

6. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und hebt die historisch-kulturelle Entwicklung als Haupteinflussgröße für die Unterschiede hervor.

Schlüsselwörter

Journalismus, Deutschland, Japan, Berufsbild, Pressefreiheit, Presseclub, Sozio-kulturelle Hintergründe, Historische Entwicklung, Eliten, Journalistenorganisationen, Vergleich, Medienwissenschaften, Berufsethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich des journalistischen Berufsbildes in Deutschland und Japan unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Einflussgrößen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die gesetzlichen Grundlagen, das Ausbildungssystem für Journalisten sowie die jeweiligen Organisationsstrukturen der Medienbranche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welche Gegebenheiten und Institutionen das jeweilige Berufsbild bestimmen und wie sich dies auf die journalistische Selbstwahrnehmung auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird für diesen Vergleich verwendet?

Es handelt sich um einen strukturvergleichenden Ansatz, der historisch-soziologische Analysen und den Vergleich institutioneller Rahmenbedingungen kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse sozial-geschichtlicher Hintergründe, die Gegenüberstellung von Verfassungsartikeln, einen Exkurs zur Elitenrekrutierung in Japan sowie den Vergleich von Presseorganisationen und Presseclubs.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Berufsbild, Pressefreiheit, Presseclub, historisches Erbe, kulturelle Identität und Journalistenorganisationen charakterisiert.

Welche Rolle spielen die japanischen Presseclubs für den Journalisten?

Sie fungieren als zunftähnliche Informationsbörsen, die den Austausch zwischen Machthabern und der Öffentlichkeit exklusiv kontrollieren und filtern.

Wie unterscheidet sich das deutsche Journalistenverständnis vom japanischen?

Während deutsche Journalisten sich eher als kritische Wächter und vierte Macht im Staat verstehen, definieren sich japanische Journalisten stärker über Harmoniebedürfnis, Loyalität und eine Partnerrolle gegenüber dem System.

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Details

Title
Das journalistische Berufsbild in Deutschland und Japan: Ein Vergleich der Einflussgrößen
College
University of Applied Sciences Bremen  (Journalistik)
Course
Medientheorie II
Grade
1,0
Author
Katharina Bader (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V22291
ISBN (eBook)
9783638256766
Language
German
Tags
Berufsbild Deutschland Japan Vergleich Einflussgrößen Medientheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Bader (Author), 2003, Das journalistische Berufsbild in Deutschland und Japan: Ein Vergleich der Einflussgrößen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22291
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