Integrierte Kommunikation in der Unternehmenspraxis


Hausarbeit, 2004

35 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Integrierte Kommunikation – Begriff, Aufgaben und Ziele
2.1 Allgemeine Grundlagen der Kommunikation
2.3 Kommunikationsformen, -instrumente und -träger als Ausgangspunkte
2.3.1 Die Externe Kommunikation
2.3.2 Was steht hinter einem Werbemittel?
2.3.3 Die Interne Kommunikation
2.4 Der Begriff und die Ziele der Integrierten Kommunikation

3. „Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile“ / Die Vernetzung unterschiedlicher Dimensionen
3.1 Die drei Dimensionen
3.2 Merkmale und Motive Integrierter Kommunikation
3.3 Die Kernelemente einer Strategie der Integrierten Kommunika- tion (Konzeptpapier) nach Manfred Bruhn
3.3.1 Die Bausteine des Konzeptpapiers
3.3.2 Die Integration der Kommunikationsinstrumente
3.4 Die Wechselwirkungen unter Berücksichtigung der Eignung der jeweiligen Kommunikationsinstrumente

4. Integrierte Kommunikation in der Praxis
4.1 Die Integrierte Kommunikation: Damals und Heute
4.2 Die Schwierigkeiten der Durchführung
4.3 Untersuchungsergebnisse zur Integrierten Kommunikation
4.4 Zukunftsperspektiven

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abb.1: Was steht hinter einem Werbemittel?

Abb.2: Mögliche Betrachtungspunkte integrierter Kommunikation

Abb.3: Klassisches Kommunikationsmodell

Abb.4: Wie verteilten sich 1997 die Sponsorausgaben?

Abb.5: Mögliche Betrachtungspunkte integrierter Kommunikation

Abb.6: Hierarchie für den Einsatz von Kommunikationsinstrumenten innerhalb der Re- geln zum Instrumenteneinsatz

Abb.7: Wahrgenommene formale Integration der Kommunikation

Abb.8: Wahrgenommene inhaltliche Integration der Kommunikation

Abb.9: Gestaltungsfreiräume integrierter Kommunikation in Abhängigkeit vom Involvement der Konsumenten

1. Einleitung

Im Laufe der Jahre hat die Integrierte Kommunikation immer stärker an Bedeutung gewonnen. Durch die Informationsüberflutung von Rezipienten sowie durch die stetig steigende Medienvielfalt ist es heute wichtiger denn je, die unterschiedlichen Kommunikationsebenen nicht nur formal, sondern auch inhaltlich auf einen Nenner zu bringen. Die Anforderungen an eine Integrierte Kommunikation in der Unternehmenspraxis sind daher deutlich gestiegen. Ihre Notwendigkeit ist in der Literatur unbestritten.[1]

In dieser Arbeit werden die Anforderungen und diesbezügliche Probleme erläutert.

Ziel ist es, zu zeigen, welche Maßnahmen der Integrierten Kommunikation im Fokus liegen und worauf man sich in Zukunft stärker spezialisieren sollte, um eine inhaltliche und formale Abstimmung erreichen zu können.

Die Methodik der Autorin geht in der folgenden Arbeit vom Allgemeinen aus, um Unklarheiten zu vermeiden und sich erst im Verlauf dem Besonderen zu nähern.

Im ersten Teil wird zum besseren Verständnis die Bedeutung der Integrierten Kommunikation erläutert. Beginnend bei der Begriffsklärung über die einzelnen Formen und Instrumente bis zu den Zielen, wird die Vernetzung der unterschiedlichen Dimensionen deutlich werden.

Hier beginnt der zweite Teil der Arbeit: Bei einer Vernetzung mehrerer Komponenten können Wechselwirkungen auftreten, die unbedingt berücksichtigt werden sollten. Außerdem ist es notwendig, eine Strategie zu entwickeln, die der Integrierten Kommunikation als Leitfaden hilfreich sein kann.[2]

Im Punkt 4 wird klar, wie die bis hierhin erklärten Zusammenhänge der Integrierten Kommunikation in der Praxis angewendet werden. Dazu dient ein Vergleich zwischen der damaligen Vorgehensweise und dem heutigen Geschehen. Zur besseren Transparenz werden Schwierigkeiten der Durchführung, sowie Untersuchungsergebnisse angeführt, denn in der Unternehmenspraxis gibt es viele Problembereiche, die auf der Konzeption und der Durchführung einer Integrierten Kommunikation beruhen.

2. Integrierte Kommunikation – Begriff, Aufgaben und Ziele

2.1 Allgemeine Grundlagen der Kommunikation

Auf Grund des hohen Anstiegs der Wettbewerbsdichte in den letzten Jahren, ist der Unternehmensbereich Kommunikation immer wichtiger geworden. Neben absatzpolitischen Prozessen, der Entwicklung marktfähiger Produkte und der Festlegung der Preise, ist es ebenfalls von hoher Bedeutung, sich gezielt der Kommunikationspolitik zu widmen, um Wettbewerbsvorteile am Markt auszuschöpfen und bessere Erfolge erzielen zu können.[3]

Aber was genau ist Kommunikation? – „Unter Kommunikation wird die Übermittlung von Informationen und Bedeutungsinhalten zum Zweck der Steuerung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen bestimmter Adressaten gemäß spezifischer Zielsetzungen verstanden.“[4] Anders ausgedrückt möchte man mit Hilfe von Kommunikation einen Zustand, bzw. ein Verhalten herbeiführen. Dies ist der eigentliche Zweck von Kommunikation und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um werbliche, berufliche oder private Kommunikation handelt.[5]

„In und durch Kommunikation…

- wird gesellschaftlich und wirtschaftlich gehandelt.
- werden Anschauungen, Wertvorstellungen, Haltungen und Verhaltensweisen dargestellt und vermittelt.
- werden persönliche, soziale und betriebliche Identitäten, Selbst-Verständnisse und Fremdbilder geprägt und gesteuert.
- werden Aufgaben erledigt und Probleme gelöst.
- werden Beziehungen gestaltet.
- werden Geschäfte gemacht.“[6]

Im nächsten Punkt werden nun die einzelnen Kommunikationsformen und ihre Instrumente und Träger genannt, um einen Überblick über die Anwendung von Kommunikation in Unternehmen zu ermöglichen.

2.3 Kommunikationsformen, -instrumente und -träger als Ausgangspunkte

2.3.1 Die Externe Kommunikation

Sie setzt sich aus mehreren Formen zusammen: Das Verkaufsmarketing, welches sich eher an den Endverbraucher richtet, bildet mit seinen drei Komponenten Klassische Werbung, Direktmarketing und Verkaufsförderung den einen Teil. Dieser wird zusammenfassend als Absatzwerbung oder Marketingkommunikation bezeichnet. Der andere Teil befasst sich mit der Öffentlichkeitsarbeit, so genannte Public Relations, die sich eher an die Kunden, Lieferanten und Aktionäre des Unternehmens sowie an Medien, Politik und die Verwaltung richtet.[7]

Absatzwerbung/Marketingkommunikation

Von allen Formen der Unternehmenskommunikation ist die Werbung nach literarischer Meinung[8] wohl die Auffälligste. Gleichzeitig hat sie auch am stärksten mit dem Problem des mangelnden Interesses der Zielgruppen zu kämpfen. Aufgabe der Werbung ist es, ein bestimmtes Angebot des Unternehmens bekannt und begehrenswert zu machen.[9] Zur Gestaltung eines Werbemittels werden zum Beispiel Instrumente wie das Product Design (Formgebung, Farbe und Konsistenz), das Branding (Markennamensgebung) und das Packaging (die Packungsgestaltung) verwendet. Die Klassische Werbung (Mass Media Advertising) richtet sich an eine breite Zielgruppe und bedient sich der klassischen Massenmedien. Dies sind zum einen die elektronischen Medien wie Fernsehen, Hörfunk und Kino und zum anderen die Insertionsmedien wie Periodika und Außenwerbung als Werbeträger.[10]

Direktmarketing (Direct Marketing) ist der Gegensatz zur klassischen Werbung. Dieses Kommunikationsinstrument richtet sich direkt an eine konkrete, durch Namen und Adresse identifizierte Person. Während bei der Klassischen Werbung der Kommunikationsfluss einseitig ist, hat der Adressat beim Direktmarketing die Möglichkeit umgehend zu reagieren. Es tritt also eine Interaktion, eine wechselseitige Kommunikation auf. Die gängigste Form ist in der heutigen Zeit neben dem Telefon-Marketing das Direct Mailing. Aber auch Mischformen mit Massenmedien sind beliebt, in denen beispielsweise eine Telefonnummer eingeblendet wird oder bei Periodika, in welchen eine Anzeige mit Rückantwort-Kupon beigefügt ist.[11]

Den dritten Teil der Absatzwerbung bildet die Verkaufsförderung (Sales Promotion). Durch Maßnahmen der Verkaufsförderung wird dem Kunden für einen befristeten Zeitraum ein zusätzlicher Nutzen angeboten. Hierbei gibt es Unterschiede zwischen der Verbraucherpromotion, die an den Endabnehmer gerichtet ist und der Handelspromotion, die sich auf den Zwischenhandel bezieht. Im ersten Fall wird die Nachfrage nach dem Produkt gesteigert (Pull-Strategie), während im zweiten Fall eine Push-Strategie angewendet wird. Das bedeutet, dass durch gesteigerte Bestellungen des Handels das Produkt auf den Markt „gedrückt“ wird. Es gibt viele Arten der Verkaufsförderung. Daher werden an dieser Stelle nur einige Beispiele genannt, da eine ausführliche Erklärung von dem Pfad dieser Arbeit ablenken würde. Die Maßnahmen sind unter anderem die Bemusterung, bei der kleine Probeeinheiten gratis verteilt werden, die Drauf-, Bei- oder Zugabe zum Hauptprodukt (z.B. gibt es zum Shampoo eine passende Probespülung gratis dazu) oder Preis-Promotion, also Angebote wie zum Beispiel „Jetzt 50 Cent billiger“, „3 zum Preis von 2“ oder „10% mehr Inhalt“.[12]

Public Relations (PR)

Dieses Instrument hat den Zweck, das Corporate Image eines Unternehmens „auf indirektem Wege zu fördern und seine Produkte im Bewusstsein der Öffentlichkeit positiv zu platzieren“[13]. Als Kommunikationsinstrumente werden hier Pressemappen, PR-Anzeigen, Newsletter, Produkt- oder Imagebroschüren verwendet, um nur einige zu nennen. Eine gute PR-Arbeit heißt, dem Unternehmen in den Medien Präsenz zu verschaffen, so dass die eigenen Produkte mit dem „guten Namen“ in Verbindung gebracht und somit häufiger verkauft werden.[14]

Der ständige Wettbewerb zwischen den Unternehmen, der die oben genannten Instrumente erst nötig macht, beschränkt sich jedoch heute nicht mehr nur auf den Absatzmarkt. Auch auf den internationalen Aktienmärkten herrscht inzwischen ein ständiger Konkurrenzkampf. Hier ist Öffentlichkeitsarbeit wichtig, um die Beziehungen zwischen Unternehmen und den Kapitalmarktteilnehmern zu gestalten und zu festigen. Man spricht von Investor-Relations.[15]

Außerdem gibt es Formen wie das Online Advertising, das Sponsoring und das Event-Marketing, die sich keinem der eben genannten Teile zuordnen lassen.

Online Advertising

Bei der Internet-Nutzung als Kommunikationsinstrument werden die Begriffe „Pull“ und „Push“ verwendet. Bei der Pull-Kommunikation stellen die Unternehmen lediglich ihre Werbeinformationen den Internetusern zur Verfügung. Die bekannteste Werbeform ist der Auftritt der Unternehmen im World Wide Web mit eigenen Internetseiten. Aber wie bringt man einen Konsumenten dazu, die Unternehmens-Website auch zu nutzen?

Sobald beim Konsumenten Bedürfnisse nach Informationen oder nach Entertainment geweckt werden, wird sich derjenige die Internetseiten heranziehen, bei denen er sich die meiste Bedarfsdeckung erhofft. Durch geschickte Verknüpfung der Internetadresse in der klassischen Werbung erhält der Konsument die Möglichkeit, diese Seite gezielt aufzurufen. Hierbei werden meist Anreize mit dem Hinweis auf Gewinnspiele oder besonders interessante Inhalte geschaffen.[16]

Aber auch die direkte Ansprache der Konsumenten via Email kann auf die Unternehmensseite hinweisen. Sollten dadurch immer noch nicht genügend Konsumenten erreicht werden, verhelfen auffällige Verweise auf anderen Websites, die so genannten „Banner Ads“, den Internetusern während ihrer quasi ziellosen Informationssuche auf die Unternehmens-Website. Diese Formen zählen zu der Push-Kommunikation.[17]

Sponsoring

Das Sponsoring kennzeichnet sich durch das Merkmal von Leistung (des Sponsors) und von Gegenleistung (des Gesponserten).[18] Hierbei liegen die Leistungen des Sponsors in der Bereitstellung von finanziellen Mitteln, Know-how und Unternehmensleistungen. Der Gesponserte bietet dafür zum Beispiel Imagetransfer, eine Verbesserung des Bekanntheitsgrades des Sponsors oder/und eine wirtschaftliche Nutzung des Sponsoring-Umfeldes. Dieses Kommunikationsinstrument kann in unterschiedlichen Aktionsfeldern genutzt werden. Am Häufigsten tritt das Sport-Sponsoring (z.B. Telekom à Radsport) auf. Nach einer Trendstudie von 1998, bei der insgesamt 580 Sponsoren bezüglich des Sponsoringbudgets auf die von ihnen eingesetzten Sponsoringarten im Jahr 1997 betrachtet wurden, trug das Sport–Sponsoring 45,5%. Aber auch Maßnahmen wie Kultur-, Öko- oder Sozio – Sponsoring sind berücksichtigt worden (siehe Anhang: Abb.4).[19]

Event-Marketing

Ein Event ist eine besondere Veranstaltung oder ein inszeniertes Ereignis, das vor Ort von ausgewählten Rezipienten (Kunden, Händler, Meinungsführer oder auch Mitarbeiter) erlebt und als Plattform zur Kommunikation genutzt wird.[20] Hierbei vermittelt man den Rezipienten firmen- oder produktbezogene Kommunikationsinhalte, um Emotionen zu wecken, die zu einem Aktivierungsprozess führen[21]. Marketing-Events sind durch folgende Merkmale gekennzeichnet:[22]

- „Events sind vom Unternehmen initiierte Veranstaltungen ohne Verkaufscharakter
- Events unterscheiden sich bewusst von der Alltagswirklichkeit der Zielgruppe
- Events setzen Werbebotschaften in tatsächlich erlebbare Ereignisse um, d.h. inszenierte Markenwelten werden erlebbar
- Events werden zielgruppenfokussiert ausgerichtet und stehen für eine hohe Kontaktintensität
- Events sind interaktionsorientiert. Kunden werden aktiv über die Verhaltensebene in die Kommunikationsstrategie des Unternehmens einbezogen
- Events sind Bestandteil des Konzepts integrierter Unternehmenskommunikation. Sie sind organisatorisch selbständig, jedoch inhaltlich gebunden.“

Einige der beschriebenen Formen gewinnen auch in Zukunft immer mehr an Bedeutung und spielen daher bei der integrierten Kommunikation eine größere Rolle als andere. Das Event-Marketing dient in Punkt 4.2 als Beispiel für die Schwierigkeiten der Durchführung einer Integrierten Kommunikation. Dieses und andere bereits genannte Instrumente sind die Perspektiven der Zukunft, die in Punkt 4.4 noch erwähnt werden.

2.3.2 Was steht hinter einem Werbemittel?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Was steht hinter einem Werbemittel?

Quelle: Vgl. Schlögl, G. (2003), S.14f.

Die Frage, warum ein Werbemittel, also zum Beispiel ein TV-Spot im Fernsehen, so aussieht und so gestaltet ist, wie der Rezipient es wahrnimmt, bleibt für den Laien in der Regel schleierhaft. Man benötigt eine Vielzahl von vorgelagerten Schichten, um überhaupt ein geeignetes Werbemittel erstellen zu können. In der oberen Abbildung sind diese Schichten, die sich hinter einem Werbemittel verbergen, dargestellt.

Bei dem Beispiel des TV-Spots verbleibend, ist davon auszugehen, dass vor der Ausstrahlung des Spots zuerst entschieden wurde, welcher Werbeträger besonders geeignet ist. In diesem Fall ist das Massenmedium Fernsehen gewählt worden. Dem ist wiederum die Entscheidung voraus gegangen, dass für die Werbekampagne die Klassische Werbung (ggf. neben anderen) angewendet werden soll. Allerdings wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit davor von dem zuständigen Manager beschlossen, dass eine ganz bestimmte Form, nämlich die Absatzwerbung, benötigt wird. Ferner wurde sicher vor diesem Schritt die grundsätzliche Kommunikationsstrategie für das Unternehmen entwickelt. Eine Strategie, die auf einem zu Beginn entwickelten Unternehmensleitbild basiert. Streng genommen muss dieses Leitbild im Werbemittel spürbar werden.[23]

2.3.3 Die Interne Kommunikation

Diese Form der Kommunikation richtet sich auf die Human Relations, die innere Öffentlichkeitsarbeit. Die Zielgruppe bilden hierbei die eigenen Mitarbeiter. Sie hat die Aufgabe, ein positives Betriebsklima zu schaffen, Engagement zu fördern, sowie auch das Vertrauen der Mitarbeiter an das Unternehmen zu festigen. Es ist stets von hoher Wichtigkeit, die Mitarbeiter ausreichend zu informieren, damit diese das Unternehmen kompetent nach außen vertreten können.[24] Allerdings ist die interne Kommunikation meist einseitig ausgelegt. Die Mitarbeiter erhalten zwar nötige Informationen über das Intranet, Firmenbroschüren, -zeitungen oder -videos, bekommen aber nur selten die Möglichkeit zum Kommunikationsaustausch. Um diesen handelt es sich zum Beispiel bei zweiseitigen Kommunikationsformen wie Mitarbeitergesprächen und Arbeitssitzungen innerhalb von Abteilungen, oder abteilungsübergreifende Konferenzen und Tagungen. Auch Betriebsversammlungen zählen zu den zweiseitigen Formen der Kommunikation.

Die interne Kommunikationsform ist daher eine unverzichtbare Ergänzung zur externen Kommunikation. „Denn nur ein gemeinsames Firmenverständnis beziehungsweise die Erkenntnis, dass nur gemeinsames Handeln die Firma und damit den Einzelnen erfolgreicher macht, bewirkt hierarchieübergreifende Unterstützung.“[25]

2.4 Der Begriff und die Ziele der Integrierten Kommunikation

Für die Integrierte Kommunikation gibt es in der Literatur viele unterschiedliche, leicht voneinander abweichende Definitionen. An dieser Stelle sollen die Definitionen von Bruhn und Esch genannt werden: „ Integrierte Kommunikation ist ein Prozess der Analyse, Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle, der darauf ausgerichtet ist, aus den differenzierten Quellen der internen und externen Kommunikation von Unternehmen eine Einheit herzustellen, um ein für die Zielgruppen der Kommunikation konsistentes Erscheinungsbild über das Unternehmen, bzw. die Marke zu vermitteln.“[26] Außerdem wird unter Integrierter Kommunikation die inhaltliche und formale Abstimmung aller Maßnahmen der Marktkommunikation verstanden, um die erzeugten Eindrücke zu vereinheitlichen und zu verstärken.[27]

Integrierte Kommunikation kann sehr unterschiedlich betrachtet werden. In der Abbildung 2 auf der folgenden Seite sind die möglichen Betrachtungen nach Esch aufgeführt:

Der Kommunikationsfokus findet sich in dieser Arbeit in Punkt 2.3 wieder. Auch die Kommunikationsgestaltung, wird nicht außer Acht gelassen: In Punkt 3.1 werden die drei diesbezüglichen Dimensionen erläutert. Ferner wird in Punkt 4.3 anhand einer Studie gezeigt, inwiefern die inhaltliche und die formale Integration der Kommunikationsmaßnahmen in der Praxis durchgeführt werden. In Punkt 3.4 wird eine Kommunikationsstrategie von Bruhn dargestellt, um auch diesen Aspekt der Integrierten Kommunikation aufzugreifen. Die Betrachtung der Kommunikationswirkung bezieht sich auf die Erfassung der Wirkung unterschiedlich integrierter Kommunikation auf die Konsumenten. Die Wirkungen der Instrumente werden in der Arbeit häufiger erwähnt. In Punkt 3.4 handelt es sich um die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Instrumenten und in den Punkten 4.2 und 4.4 wird die Kommunikationswirkung zusammenfassend dargestellt.

Letzte Betrachtungsmöglichkeit ist die Kommunikationsplattform. Hier stehen organisationale und personelle Grundlagen zur Integrierten Kommunikation im Vordergrund, die auf einer Kommunikativen Leitidee aufbauen. Dieser Betrachtungspunkt wird in 3.3.1 genannt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Mögliche Betrachtungspunkte integrierter Kommunikation

Quelle: Esch, F. (1998), S.20.

Ziel der Integrierten Kommunikation ist es, Synergien zu schaffen und ein einheitliches Erscheinungsbild des Unternehmens, beziehungsweise der angebotenen Produkte oder Dienstleistungen zu bewirken. Aber auch eine kommunikative Differenzierung im Wettbewerb und verbesserte Lerneffekte bei den Zielgruppen sind bei der derzeitigen Reizüberflutung sehr erstrebenswert,[28] da die Vielzahl der Produkte in den meisten Fällen miteinander austauschbar sind. Es gibt heute kaum noch Qualitätsunterschiede (zum Beispiel die Masse an verschiedenen Zahnbürsten in den Drogerien, die sich hauptsächlich durch Form, Farbe und Name differenzieren).

Die Integrierte Kommunikation richtet sich an drei Bezugsgruppen. Zum einen spricht man von mitarbeitergerichteten Zielen. Hierbei gilt es, die Motivation der Mitarbeiter zu steigern. Außerdem wird angestrebt, die Mitarbeiter mehr in kommunikationspolitische Entscheidungen einzubeziehen, um ihre Arbeitszufriedenheit sowie die Identifikation mit dem Unternehmen zu fördern.[29] Verbleiben noch die Kunden- und die Unternehmensgerichteten Ziele. Erstere basieren auf der Grundlage, dem Kunden ein einheitliches Erscheinungsbild zu vermitteln. Zu diesen Zielen zählen die oben bereits genannte Differenzierung im Wettbewerb und die Erreichung einer erhöhten Wahrnehmung der zu vermittelnden Botschaften. Nur durch die genannten Punkte gelingt es, Präferenzen in den Köpfen der Kunden aufzubauen.

Unternehmensgerichtete Ziele basieren auf der Realisierung von Synergieeffekten. Hier wird zwischen den nutzen- und den kostenorientierten Zielen unterschieden. Der Nutzen besteht darin, die Kontakte mit den Kunden bei gleich bleibenden Kosten zu optimieren. Die Kostenorientierung richtet sich auf die Ausschöpfung von Kostensenkungspotentialen. Das heißt, es wird sich auf eine Abstimmung der Mitarbeiter bei der Budgetverteilung konzentriert und eine abteilungsübergreifende und eventuell internationale Zusammenarbeit bei der Erstellung von Kommunikationsmitteln angestrebt.[30]

[...]


[1] Vgl. Bruhn, M./Schmidt, S./Tropp, J. (2000), S.80 und Kirchner, K. (2001), S.33f.

[2] Vgl. Kirchner, K. (2001), S. 123f.

[3] Vgl. Bruhn, M. (2003), S. 1.

[4] Ebenda.

[5] Vgl. Schlögl, G. (2003), S. 20.

[6] Ebenda, S.17.

[7] Vgl. Trautwein, R. (1999), S.36.

[8] Vgl. Schlögl, G. (2003), S.21, Busch, R./Dögl, R./Unger, F. (1995), S. 271, Meffert, H. (2000), S.712.

[9] Vgl. Busch, R./Dögl, R./Unger, F. (1995), S. 271.

[10] Vgl. Meffert, H. (2000), S.715ff.

[11] Vgl. Schlögl, G. (2003), 22ff.

[12] Vgl. Schlögl, G. (2003), 22ff.

[13] Schwab, H./Zowislo, N. (2002), S.114.

[14] Vgl. Ebenda.

[15] Vgl. Janik, A. (2002), S.13.

[16] Meffert, H. (2000), S.762f.

[17] Vgl. Ebenda.

[18] Vgl. Bruhn, M. (2003), S.274.

[19] Vgl. Hartwig, H.A. in Merten, K./Zimmermann, R. (1998), S.36f.

[20] Vgl. Bruhn, M. (2003), S.328.

[21] Vgl. Sistenich (1999), S. 61.

[22] Ebenda, S.62ff.

[23] Vgl. Schlögl, G. (2003), S.14f.

[24] Vgl. Busch, R./Dögl, R./Unger, F. (1995), S. 271.

[25] Schwab,H./Zowislo, N. (2002), S.21f.

[26] Bruhn, M. (2003), S.75.

[27] Vgl. Esch, F. (1998), S.27.

[28] Vgl. Boenigk, M./Bruhn, M. (2001), S. 12f.

[29] Vgl. Ebenda, S.14.

[30] Vgl. Boenigk, M./Bruhn, M. (2001), S.15ff.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Integrierte Kommunikation in der Unternehmenspraxis
Hochschule
Berufsakademie Berlin  (Betreuendes Unternehmen: Universal Entertainment GmbH)
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
35
Katalognummer
V22364
ISBN (eBook)
9783638257275
ISBN (Buch)
9783638647465
Dateigröße
1011 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Integrierte, Kommunikation, Unternehmenspraxis
Arbeit zitieren
Andrea Mielke (Autor), 2004, Integrierte Kommunikation in der Unternehmenspraxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22364

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