Für die Unternehmen Siemens bzw. BASF AG sollte jeweils eine allgemeingültige Unternehmensstrategie entworfen werden. Hierfür wurden die Seminarteilnehmer in zwei Gruppen á 10 Mitglieder eingeteilt. Jede Projektgruppe sollte nun innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens eine möglichst realistische Strategie mit Hilfe der Szenariotechnik 1 für eines der U nternehmen entwickeln, welche bis ins Jahr 2020 ihre Gültigkeit besitzt. Aufgabe einer Strategie ist es, langfristig und unter vielen verschiedenen Umweltzuständen umsetzbar zu sein und zu bleiben. Es ist folglich wichtig, ein entsprechendes Wissen über die zukünftige Entwicklung der Umwelt - wie zum Beispiel im Bereich Bildung, Bevölkerung oder Verkehr - zu erlangen. Um diese bedeutenden Hintergrunddaten zu ermitteln, wurde jede Gruppe nochmals in fünf Arbeitsgruppen untergliedert.
Inhaltsverzeichnis
1.) Ziel des Seminars
1.1) Aufgabenstellung
1.2) Szenariotechnik
1.2.1) Aufbau der Szenariotechnik
1.2.2) Ablauf der Szenariotechnik
1.2.3) Kritik
2.) Ziel der Arbeitsgruppe
2.1) Projektorganisation
2.2) Erarbeitung der Szenarien
3.) Kritische Reflexion
4.) Anhang
5.) Literaturverzeichnis
5.1) Monographien
5.2) Aufsätze in Zeitschriften und Zeitungen
5.3) Sonstige Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, durch die Anwendung der Szenariotechnik realistische Unternehmensstrategien für Siemens und die BASF AG bis zum Jahr 2020 zu entwickeln und den methodischen Prozess kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen und Aufbau der Szenariotechnik als Prognosemethode.
- Strukturierter Ablauf der Szenarioerstellung (Phasen I bis VIII).
- Praktische Umsetzung der Szenarioentwicklung in studentischen Projektgruppen.
- Kritische Analyse der Gruppendynamik und methodischer Limitationen.
Auszug aus dem Buch
1.2.1) Aufbau der Szenariotechnik
Mit Hilfe eines so genannten „Szenario-Trichters“ lässt sich der Aufbau der Szenariotechnik am Besten veranschaulichen. Anhand der Graphik des „Szenario-Trichters“ wird deutlich, dass vom Ausgangspunkt in der Gegenwart aufgrund der zunehmenden Komplexität und Unsicherheit, die verschiedensten Szenarien entstehen können, je weiter man sich von der heutigen Situation entfernt. Die Schnittfläche des Trichters symbolisiert somit alle theoretisch vorstellbaren Szenarien für den festgelegten Zeithorizont. Die Verbindung der Gegenwart mit den Extrempunkten der Schnittfläche unterstellt eine evolutionäre Entwicklung und schließt revolutionäre Entwicklungen innerhalb des zu betrachtenden Zeitraums aus. Durch diese Trichterform soll aufgezeigt werden, dass langfristig extremere Situationen auftreten können als kurzfristig.
Um diese Vielfalt an Szenarien zu vereinfachen, werden in der Szenariotechnik nur drei Grundtypen von Szenarien entwickelt:
Trendszenario: Es entspricht einer Fortschreibung von Vergangenheit und Gegenwart auf einer Trendlinie. In diesem Szenario sind keine wesentlichen Änderungen zu erwarten.
Optimistisches Szenario: Hierin wird die bestmögliche zukünftige Entwicklung modelliert. Dieses Szenario darf in seinem Eintreten unwahrscheinlich, aber nie utopisch sein. Dieses Szenario wird auch „best-case-scenario“ genannt.
Pessimistisches Szenario: In diesem Szenario handelt es sich um den denkbar schlimmst möglichen Fall. Dieses „worst-case-scenario“ darf ebenfalls zwar unwahrscheinlich, aber nicht unrealistisch sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Ziel des Seminars: Einführung in die Aufgabenstellung der Seminararbeit, welche die Entwicklung einer Unternehmensstrategie für Siemens oder BASF bis 2020 mittels Szenariotechnik vorsieht.
1.1) Aufgabenstellung: Beschreibung der Rahmenbedingungen des Seminars, bei dem die Teilnehmer in Projektgruppen unterteilt wurden, um unter Berücksichtigung von Umweltfaktoren wie Bevölkerung oder Verkehr Strategien zu entwerfen.
1.2) Szenariotechnik: Erläuterung der Methode als Instrument für lange Zeitspannen, das Unsicherheiten und Diskontinuitäten systematisch analysiert und über die rein quantitative Prognose hinausgeht.
1.2.1) Aufbau der Szenariotechnik: Vorstellung des „Szenario-Trichters“ zur Veranschaulichung zunehmender Komplexität und Definition der drei Grundtypen (Trend-, optimistische und pessimistische Szenarien).
1.2.2) Ablauf der Szenariotechnik: Detaillierte Darstellung der acht Arbeitsschritte nach Ute von Reibnitz, von der Aufgabenanalyse bis zum Szenario-Transfer.
1.2.3) Kritik: Diskussion der Grenzen der Szenariotechnik, insbesondere hinsichtlich der Quantifizierung von Deskriptoren und der Notwendigkeit einer interdisziplinären Teambesetzung.
2.) Ziel der Arbeitsgruppe: Überblick über die organisatorische Struktur der Projektarbeit, bei der die Seminarteilnehmer in Kleingruppen Teilbereiche analysierten.
2.1) Projektorganisation: Beschreibung der Unterteilung in fünf spezifische Arbeitsgruppen zur Bearbeitung verschiedener Umwelt- und Unternehmensbereiche.
2.2) Erarbeitung der Szenarien: Schilderung des praktischen Vorgehens bei der Recherche, der Präsentationsentwicklung und der Überarbeitung der Strategien unter Verwendung von Kennzahlen.
3.) Kritische Reflexion: Kritische Würdigung des Projekts, wobei Erfolgsfaktoren der Zusammenarbeit, methodische Schwächen der Zeitplanung und Vorschläge für eine objektivere Bewertung diskutiert werden.
4.) Anhang: Visuelle Unterstützung der Ausführungen durch Abbildungen zum Szenario-Trichter, zum Ablauf der Szenariotechnik und zur Konsequenzanalyse.
5.) Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Monographien, Zeitschriftenbeiträge und Internetquellen zur methodischen Absicherung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Szenariotechnik, Unternehmensstrategie, Szenario-Trichter, Prognosemethode, Umweltanalyse, Siemens, BASF, Trendanalyse, Deskriptoren, Störfallanalyse, Konsequenzanalyse, Projektmanagement, Unternehmensentwicklung, Zukunftsszenario, Strategieplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung der Szenariotechnik zur strategischen Unternehmensentwicklung, konkret angewandt auf die Unternehmen Siemens und BASF im Hinblick auf das Jahr 2020.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die theoretischen Grundlagen der Szenariotechnik sowie die praktische Durchführung eines studentischen Projekts, inklusive der Gruppenorganisation, Datenrecherche und Strategieformulierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Entwicklung belastbarer Strategien für die untersuchten Unternehmen, die auch unter Berücksichtigung unsicherer Umweltfaktoren und möglicher Trendbrüche Bestand haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Szenariotechnik nach dem Ansatz von Ute von Reibnitz, ergänzt durch unterstützende Instrumente wie die SWOT-Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Methode, eine detaillierte Beschreibung der praktischen Projektorganisation und der Durchführung der Szenario-Analyse für die BASF AG.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der Szenario-Trichter, Störfallanalyse, Konsequenzanalyse, Deskriptoren und der iterative Charakter des Szenario-Prozesses.
Welche Rolle spielt die Gruppenorganisation für den Erfolg der Szenarioanalyse?
Die Projektleitung und eine interdisziplinäre Zusammensetzung der Kleingruppen sind laut Autorin entscheidend, um die Komplexität der Aufgabe zu bewältigen und die Gefahr von „Groupthink“ zu minimieren.
Welche Kritik übt die Autorin am gewählten zeitlichen Rahmen?
Die Autorin bemängelt, dass ein Semester für eine fundierte Analyse sämtlicher Umweltfaktoren zu kurz war, was die Gruppe teils zu unrealistischen Annahmen zwang, die später revidiert werden mussten.
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- Christina Müller (Author), 2004, Szenarien zur Unternehmensentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22397