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Die Theorie der Psychologischen Reaktanz

Title: Die Theorie der Psychologischen Reaktanz

Term Paper , 2003 , 26 Pages , Grade: 2

Autor:in: Lenka Eiermann (Author)

Psychology - Social Psychology
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Summary Excerpt Details

Reaktanz ist der innere Widerstand gegen Einschränkungen der individuellen Handlungs- oder
Entscheidungsfreiheit.
Wird eine freie Verhaltensweise bedroht oder durch Verbote sowie äußeren Druck unmöglich
gemacht, entsteht ein motivationaler Spannungszustand, der darauf gerichtet ist die verlorene
oder bedrohte Freiheit wiederzugewinnen. Dieser motivationale Spannungszustand ist
psychologische Reaktanz.
Die Reaktanzstärke hängt von vier Bedingungen ab:
· der Wichtigkeit der Freiheit für die beengte Person
· dem Umfang der bedrohten oder eliminierten Freiheit
· der Stärke der Freiheitseinengung
· der Erwartungen der eingeengten Person eine bestimmte Freiheit zu haben.
Die Neigung, die unerwünschte oder verbotene Handlung auszuführen wird gefördert. Einige Autoren erwähnen des öfteren die Unterdrückung von Reaktanz. Diese kommt zustande,
wenn, durch zu starke Kontrolle der beengenden Instanz, eine Manifestation von Reaktanz
gehemmt wird. Auch bei Gefahr von unerwünschten Konsequenzen im sozialen Bereich wird
Reaktanz unterdrückt.
Wird die Verhaltungsweise durch sozialen Einfluss eingeengt, kann es gegebenenfalls zur
Unterdrückung von psychologischer Reaktanz kommen.
DICKENBERGER und GNIECH (1982) fertitgen ein Modell an, welches erklärt, wie sich die beiden
gegensätzlichen Kräfte, Konformität und Manifestation, miteinander fügen. Anhaltspunkt dieses
Modells ist das lerntheoretische Konfliktmodell für Annäherungs- und Vermeidungstendenzen
von MILLER (1944). Die beiden Achsen in Millers Koordinatensystem werden von ihm als
„Aktionspotenzial“ und als „Nähe zum Ziel“ bezeichnet. Durch Verstärkung entstehen Kräfte, die
mit ansteigender Nähe zum Ziel zunehmen. Das Aktionspotential der beiden Kräfte wächst
bedingungslos vom anderen mit dem Näherkommen an das Ziel. Das negative Gradient, die
Vermeidung, ist allerdings steiler. Der Konflikt ist hier vielmehr zwischen den
Verhaltenstendenzen als zwischen den Kräften zu sehen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Definition des Reaktanzbegriffes

2. Manifestation von Reaktanz

2.1. Direkte Wiederherstellung der Freiheit

2.2. Indirekte Wiederherstellung von Freiheit

2.3. Aggressionen

2.4. Attraktivitätsveränderungen

2.5. Reaktanz und Persönlichkeit

3. Die Reaktanztheorie

3.1. Reaktanzeffekte

4. Verbindungen zu anderen Theorien

4.1. Altruismus, Hilfesuchverhalten und Reaktionen auf Hilfe

4.2. Kontrolltheorie

4.3. Die Theorie der kognitiven Dissonanz

4.4. Die Güter-Theorie nach Brock

4.5. Frustration

4.6. Die Theorie der gelernte Hilflosigkeit

5. Anwendung der Reaktanztheorie auf einzelne Verhaltensbereiche

5.1. Negative Attitüdenänderung

5.2. Negativistisches Verhalten in psychologischen Experimenten

5.3. Territorialverhalten

5.4. Kaufverhalten

5.5. Konsumentenreaktionen und politisches Verhalten

5.6. Interpersonale Attraktivität und romantische Liebe

5.7. Gesundheitspsychologische Bereiche

5.8. Widerstand bei der Kindererziehung

5.9. Reaktanz bei Tieren

5.10. Kriminologie und Forensische Psychologie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das sozialpsychologische Konstrukt der psychologischen Reaktanz umfassend zu beleuchten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, unter welchen Bedingungen der innere Widerstand gegen Freiheitseinschränkungen entsteht, wie er sich manifestiert und inwieweit er durch die Integration mit anderen psychologischen Theorien erklärt werden kann.

  • Grundlagen und Definition des Reaktanzbegriffs
  • Manifestationsformen von Reaktanz, wie Aggression und Attraktivitätsveränderung
  • Vergleich und Verknüpfung mit Theorien wie kognitiver Dissonanz und gelernter Hilflosigkeit
  • Analyse von Reaktanzeffekten in vielfältigen Anwendungsfeldern wie Kaufverhalten, Erziehung und Kriminologie

Auszug aus dem Buch

2.4. Attraktivitätsveränderungen

In manchen Situationen ist es dem Individuum nicht möglich seine Freiheit durch Handlungen wiederherzustellen. BREHM schrieb 1976, dass der Beengte hier „auf seiner Reaktanz sitzen bleibt“. Der eingeengten Person bleibt in diesem Fall nur die Hoffnung, dass sich die Reaktanz mit der Zeit von selbst abbaut. Obwohl sich die Reaktanz nicht offen ausdrückt, bleibt sie nicht unentdeckt, da sie sich in Attraktivitätsveränderungen ausdrückt.

Bei der kognitiven Umstrukturierung, die eintritt, wenn es der beengten Person nicht möglich ist seine Freiheit wiederherzustellen, kann es zum sogenannten Regret-Effekt kommen. Die Anziehungskraft verändert sich im Hinblick auf die eingeengten Verhaltensweise, bei eingeschränkter Wahl ebenfalls gegenüber der Alternativen. Attraktivitätsveränderungen sind besonders bei totalem Freiheitsentzug zu erwarten, nicht so stark bei Freiheitsbedrohungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Definition des Reaktanzbegriffes: Dieses Kapitel definiert psychologische Reaktanz als einen motivationalen Spannungszustand, der als Reaktion auf die Bedrohung oder den Entzug individueller Handlungs- oder Entscheidungsfreiheit entsteht.

2. Manifestation von Reaktanz: Hier werden die verschiedenen Wege aufgezeigt, auf denen sich Reaktanz äußert, darunter direkte oder indirekte Freiheitswiederherstellung, aggressive Reaktionen und kognitive Anpassungen wie Attraktivitätsveränderungen.

3. Die Reaktanztheorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Reaktanz nach Brehm und Wicklund, insbesondere die vier Bedingungen, von denen die Reaktanzstärke abhängig ist.

4. Verbindungen zu anderen Theorien: Es wird die Integration der Reaktanztheorie mit angrenzenden Konzepten wie Altruismus, Kontrolltheorie, kognitiver Dissonanz, Frustration und gelernter Hilflosigkeit diskutiert.

5. Anwendung der Reaktanztheorie auf einzelne Verhaltensbereiche: Das Kapitel veranschaulicht die praktische Relevanz der Theorie durch Analysen in verschiedenen Lebensbereichen, von der Werbepsychologie und Erziehung bis hin zur klinischen und forensischen Psychologie.

Schlüsselwörter

Psychologische Reaktanz, Freiheitseinengung, Handlungsfreiheit, Motivationspsychologie, Aggression, Bumerang-Effekt, Gelernte Hilflosigkeit, Kontrollverlust, Attraktivitätsveränderung, Kognitive Dissonanz, Soziale Einflussnahme, Sozialpsychologie, Persönlichkeitsvariablen, Territorialverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Theorie der psychologischen Reaktanz, einem sozialpsychologischen Konstrukt, das den inneren Widerstand eines Individuums gegen Einschränkungen seiner Handlungs- oder Entscheidungsfreiheit beschreibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entstehung von Reaktanz, ihre Manifestationsformen (z.B. Aggression, veränderte Produktbewertungen) sowie die Abgrenzung und Integration zu anderen Theorien wie der gelernten Hilflosigkeit oder der kognitiven Dissonanz.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Reaktanz bei Freiheitseinengungen zu durchdringen und zu zeigen, unter welchen Umständen Menschen mit Trotz oder Widerstand reagieren, anstatt sich den äußeren Gegebenheiten anzupassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sozialpsychologischer Literatur und der Auswertung zahlreicher experimenteller Befunde, die den Einfluss von Freiheitseinschränkungen auf menschliches Verhalten belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Anwendungsbereiche wie das Kaufverhalten, die Kindererziehung, interpersonale Beziehungen und die Forensik untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reaktanz, Freiheitseinengung, Kontrollverlust, kognitive Umstrukturierung, Aggression und der Bumerang-Effekt.

Was ist unter dem "Bumerang-Effekt" in dieser Arbeit zu verstehen?

Der Bumerang-Effekt beschreibt eine negative Attitüdenänderung, bei der Individuen ein ursprünglich favorisiertes Ziel ablehnen, sobald sie sich durch soziale Einflussnahme in ihrer Wahlfreiheit bedroht fühlen.

Wie unterscheiden sich "funktionale Aggression" und "reflexive fighting"?

Funktionale Aggression zielt darauf ab, die einengende Person zu beeinflussen, um die Freiheit wiederzuerlangen. "Reflexive fighting" hingegen dient bei unbelebten Hindernissen lediglich der emotionalen Erregungsabfuhr ohne Aussicht auf eine tatsächliche Aufhebung der Einschränkung.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Die Theorie der Psychologischen Reaktanz
College
University of Frankfurt (Main)  (Psychologie)
Grade
2
Author
Lenka Eiermann (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V22419
ISBN (eBook)
9783638257596
Language
German
Tags
Theorie Psychologischen Reaktanz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lenka Eiermann (Author), 2003, Die Theorie der Psychologischen Reaktanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22419
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