In dieser Hausarbeit wird die Verstaatlichung des Schulsystems in Preußen behandelt. Dabei soll der wichtige Faktor „Aufklärung“ besonders berücksichtigt werden, ohne den es eine solche Verstaatlichung nicht gegeben hätte. Deswegen befassen sich die ersten Abschnitte mit dem Verhältnis der Aufklärer zur Erziehung.
Zur Veranschaulichung der Missstände in den Schulen soll ein Blick in die Schulen vor der Reform durch Friedrich II. geworfen werden. Dabei sollen auch die Lehrer beachtet werden. Der größere Teil der Hausarbeit dreht sich um Friedrich II., sein Verhältnis zur Bildung und seine Reformen des Schulwesens. Dabei soll besonders auf das „Königlich Preußische Generallandschulreglement“ eingegangen werden, da dieses die größten Veränderungen in den Schulen einleitete.
Zum Schluss soll noch kurz angemerkt werden, was sich unmittelbar nach Friedrichs Tod im preußischen Schulwesen noch tat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Aufklärer und die Pädagogik
2.1. Grundlagen der vernünftigen Erziehung
2.2. Beispiele für Erziehungskonzepte
2.2.1 Jean Jaques Rousseau: „Emile“
2.2.2. Johann Bernhard Basedow und das Dessauer Philantropinum
2.3 Die Forderungen der Aufklärer an den Staat
3. Die Situation in den Schulen vor der Reform
3.1. Die Stadtschulen
3.2. Die Landschulen
3.3. Der Lehrer vor der Reform
4. Die Veränderungen im Schulwesen unter Friedrich II.
4.1. Friedrich der Grosse
4.2. Friedrichs Verhältnis zur Volksbildung
4.3. Das Generallandschulreglement vom 12. August 1763
4.4. Der Lehrer nach der Reform
4.5. Nach Friedrichs Tod
5. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert den Prozess der Verstaatlichung des preußischen Schulsystems im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der aufklärerischen Pädagogik und der schulpolitischen Maßnahmen Friedrichs II. Im Zentrum steht die Untersuchung, wie staatliche Reformen die Bildungssituation, das Lehrpersonal und die Organisation des Unterrichts transformierten.
- Die pädagogischen Forderungen der Aufklärung und ihre Umsetzung in Erziehungsmodellen.
- Die desolaten Zustände im preußischen Schulwesen vor den Reformen.
- Die Bedeutung und Auswirkungen des Generallandschulreglements von 1763.
- Die Entwicklung des Lehrerberufs im Kontext der staatlichen Professionalisierung.
- Die Rolle Friedrichs II. und die Grenzen staatlicher Bildungspolitik.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Jean Jaques Rousseau: „Emile“
Jean Jaques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 in Genf geboren und starb am zweiten Juli 1778 in Ermenonville bei Paris.
Rousseaus Emile soll besonders vorgestellt werden, da es sich um den bekanntesten und wichtigsten Erziehungsroman des 18. Jahrhunderts handelt. Im 1762 erschienenen Emile bietet Rousseau die Anleitung zur seiner Meinung nach idealen Erziehung an. Der Junge Emile stellt den „Prototyp“ eines im Sinne der Aufklärung erzogenen Kindes dar. Er soll auf dem Lande aufwachsen, fern von den Schädlichen Einflüssen der Stadt, denn Rousseau ist der Ansicht, dass ein Kind, welches in der Stadt aufwächst, in seiner Freiheit dermaßen eingeschränkt ist, dass sich in ihm Lebendigkeit und Aggression derart aufstauen, dass es diesen freien Lauf lässt, sobald es kann und dass sich dieses dann in maßloser Zerstörungswut äußert „ Der ewige Zwang, in dem ihr eure Zöglinge gefangen haltet, stachelt ihre Lebendigkeit an. Je mehr Zwang sie sich unter euren Augen antun, um so ungehemmter sind sie, wenn sie euch entwischen.“2 . Viel eher solle ein Kind fernab von jeglichen Zwängen Aufwachsen und nicht unter drängenden Einflüssen stehen „ Bis zu dem Augenblick, da die Vernunft, die Führerin der Eigenliebe erwacht, ist es daher von höchster Wichtigkeit, daß das Kind nichts tut, weil es gesehen oder gehört wird, nichts, mit einem Wort, in Bezug auf andere, sondern nur das, was die Natur von ihm fordert; dann wird es nur recht tun.“3 .
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung der Verstaatlichung des preußischen Schulsystems und den Einfluss der Aufklärung.
2. Die Aufklärer und die Pädagogik: Darstellung aufklärerischer Erziehungsideale am Beispiel von Rousseau und Basedow sowie die Forderung nach staatlichem Eingreifen.
3. Die Situation in den Schulen vor der Reform: Analyse der Missstände in Stadt- und Landschulen sowie der prekären Lage und mangelhaften Ausbildung der Lehrer.
4. Die Veränderungen im Schulwesen unter Friedrich II.: Untersuchung der politischen Bildungsvorstellungen Friedrichs II. und der zentralen Rolle des Generallandschulreglements.
5. Schluss: Kritische Würdigung der Reformerfolge unter Friedrich II. und des erreichten Fundaments für das spätere Schulwesen.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Pädagogik, Preußen, Schulwesen, Verstaatlichung, Friedrich II., Generallandschulreglement, Jean Jaques Rousseau, Johann Bernhard Basedow, Volksbildung, Schulpflicht, Lehrerbildung, Didaktik, Erziehung, Reformgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Verstaatlichung des preußischen Schulwesens im 18. Jahrhundert, geprägt durch die Ideen der Aufklärung und die Regierungspolitik Friedrichs II.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den pädagogischen Theorien der Zeit, den katastrophalen Bedingungen in den Schulen vor den Reformen und der Umsetzung des Generallandschulreglements.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die aufklärerische Forderung nach "Mündigkeit" durch staatliche Reformen in ein verbindliches, wenn auch begrenztes, Schulsystem überführt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, Gesetzestexte (wie das Generallandschulreglement) und relevanter Fachliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung pädagogischer Konzepte, die Zustandsbeschreibung der Schulen vor 1763 und die Analyse der Reformmaßnahmen Friedrichs II. einschließlich der Professionalisierung des Lehrerberufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Aufklärung, Preußen, Schulreform, Generallandschulreglement, Pädagogik und Schulpflicht sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Welche Rolle spielte Jean Jaques Rousseau für die pädagogischen Ansätze der Arbeit?
Rousseau dient als Referenzpunkt für eine antiautoritäre Erziehung, die das Kind in den Mittelpunkt stellt und die Abkehr vom reinen Auswendiglernen propagierte.
Warum war das Generallandschulreglement von 1763 von solch großer Bedeutung?
Es stellte das erste für den gesamten preußischen Staat gültige Schulgesetz dar, das erstmals verbindliche Standards für die Schulpflicht, den Stundenplan und die Lehrerausbildung setzte.
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- Jenny-Maria Braun (Author), 2003, Die Verstaatlichung des Schulsystems in Preussen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22488