Diese Hausarbeit befasst sich mit der Frage „Warum ist das LEAN MANAGEMENT in seiner reinen Form nicht ohne weiteres auf den Westen (USA und Westeuropa) übertragbar?“ Beginnen möchte ich mit den Produktionskonzepten vor dem LEAN MANAGEMENT, hierbei widme ich mich kurz dem System von TAYLOR, beginnend mit der Entstehung, den vorherrschenden Problemen bis hin zur Lösung dieser durch ein neues Arbeitskonzept - den TAYLORISMUS. Darauf folgend werde ich die Weiterentwicklung dieses Systems, den FORDISMUS ebenfalls nur kurz "unter die Lupe nehmen". Anschließend werde ich das LEAN MANAGEMENT (LM) anhand der Organisation und der Grundstrategien ausführlich erläutern. Anfang der 90er Jahre schwappte die LM-WELLE aus Südost-Asien herüber und löste geradezu eine Euphorie in westlichen Unternehmen aus. Viele Unternehmen, die auch heute noch nach den traditionellen Management-Methoden arbeiten, haben versucht Teile des LM in ihre Unternehmen aufzunehmen. Im nächsten Abschnitt dieser Hausarbeit werde ich das traditionelle FORD-SYSTEM dem LM gegenüberstellen. Zum Schluss folgt ein Fazit und die Kritik am LEAN-MANAGEMENT-KONZEPT. Ich gehe der Frage der Übertragbarkeit des Systems auf den „Westen“ nach.
Inhaltsverzeichnis
1. Ziel der Hausarbeit
2. Produktionskonzepte vor dem Lean Management
2.1.1 Taylorismus
2.1.2 Gilbreth-Zeitstudien
2.2 Ford-System
3. Lean Management
3.1 Definitionen
3.2 Einführung in das Lean Management
3.3 Organisation und Mitarbeiter im Lean Management
3.4 Die sechs Grundstrategien des Lean Management
3.4.1 Grundstrategie 1: Kontinuierlicher Materialfluss
3.4.2 Grundstrategie 2: Umfassendes Qualitätsmanagement (TQM)
3.4.3 Grundstrategie 3: Integrierte Produktentwicklung - Simultaneous Engineering
3.4.4 Grundstrategie 4: Proaktives Marketing
3.4.5 Grundstrategie 5: Strategischer Kapitaleinsatz
3.4.6 Grundstrategie 6: Unternehmen als Familie
4. Fordismus und Lean-Management
4.1 Unterschiede
4.2 Übereinstimmungen
5. Fazit und Kritik am Lean Management
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Übertragbarkeit des Lean-Management-Konzepts aus dem asiatischen Raum auf Unternehmen in den USA und Westeuropa. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, warum die reine Form dieses Modells aufgrund kultureller und politischer Unterschiede nicht ohne gezielte Anpassungen erfolgreich implementiert werden kann.
- Historische Entwicklung von Produktionskonzepten (Taylorismus, Fordismus)
- Erläuterung des Lean-Management-Systems, seiner Organisation und sechs Grundstrategien
- Gegenüberstellung von traditionellen Systemen und Lean-Ansätzen
- Kritische Analyse der kulturellen Voraussetzungen und politischen Rahmenbedingungen
- Diskussion über ein angepasstes "West-Lean"-Konzept
Auszug aus dem Buch
3.4.3 Grundstrategie 3: Integrierte Produktentwicklung - Simultaneous Engineering (SE)
Das höchst attraktive Leistungsversprechen des Simultaneous Engineering wird von allen Unternehmen dieser Welt gewünscht. Für LM ist sie seit langem Realität, denn schlanke Unternehmen entwickeln ihre neuen Produkte so, wie sie auch produzieren, nach dem Muster des schlanken „Kontinuierlichen Materialflusses“ und entsprechend den Arbeits- und Organisationsprinzipien des LEAN MANAGEMENT. Das heisst, Komponenten, Gruppen und Verfahren werden nicht nacheinander, sondern gleichzeitig entwickelt. Die Arbeitsabläufe sind parallel statt sequentiell.
Das Aufeinanderzugehen von Produktion und Entwicklung ist für die Produktivität eines Unternehmens sehr wichtig. Japanische Automobilhersteller bringen ihre Produkte sehr viel schneller zur Serienreife als ihre europäischen und amerikanischen Kollegen. Produktentwicklung ist ein Teil der Produktion, die ständige Verbesserung der Produktion ein Teil der Produktentwicklung.
Die Entwicklungsarbeit im LEAN MANAGEMENT wird durch die Arbeit in kleinen Teams, an kleinen Aufgaben mit sehr starker Projektleitung erreicht. Entwicklungsprojekte haben im Unternehmen erste Priorität. Jedes Gruppenmitglied hat eine ausgeprägte persönliche Bindung an die Aufgabe und erfährt höchste Wertschätzung von den Kollegen. Simultaneous Engineering setzt die entsprechende Qualifizierung der Wissenschaftler und Ingenieure, der Manager und Mitarbeiter für das Miteinander und für die sinnvolle Nutzung der Instrumente und Techniken voraus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziel der Hausarbeit: Einleitung in die Thematik der Übertragbarkeit von Lean-Management-Konzepten auf westliche Industrien.
2. Produktionskonzepte vor dem Lean Management: Analyse der Ursprünge industrieller Produktion durch den Taylorismus und das Ford-System.
3. Lean Management: Detaillierte Darstellung der Philosophie, der organisatorischen Anforderungen und der sechs zentralen Grundstrategien.
4. Fordismus und Lean-Management: Direkter Vergleich der Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Managementansätze.
5. Fazit und Kritik am Lean Management: Kritische Würdigung der kulturellen und politischen Grenzen sowie Ausblick auf die Möglichkeit eines angepassten Konzepts.
Schlüsselwörter
Lean Management, Taylorismus, Fordismus, Schlanke Produktion, Kaizen, Simultaneous Engineering, Just-in-Time, Kanban, Total Quality Management, Prozessmanagement, Mitarbeiterorganisation, Unternehmenskultur, Effizienzsteigerung, Produktivität, West-Lean.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Anwendbarkeit japanischer Lean-Management-Konzepte auf westliche Unternehmen unter Berücksichtigung kultureller und politischer Unterschiede.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Produktionsorganisation, die Arbeitssysteme von Taylor und Ford, die Prinzipien des Lean Management sowie die kritische Reflexion ihrer Übertragbarkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Frage zu klären, warum das Lean-Management-Konzept nicht ohne tiefgreifende Modifikationen auf den Westen übertragbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie den Vergleich bestehender Managementkonzepte, um die Diskrepanzen in der Anwendbarkeit aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben einer historischen Einordnung verschiedener Produktionskonzepte erläutert der Hauptteil detailliert die sechs Grundstrategien des Lean Management und deren Auswirkungen auf Organisation und Personal.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen unter anderem Lean Management, Schlanke Produktion, Kaizen, Just-in-Time und Unternehmenskultur.
Was versteht der Autor unter dem Konzept "Unternehmen als Familie"?
Es handelt sich um einen sozialen Gestaltungsansatz im Lean Management, der darauf abzielt, durch langfristige Bindung und kooperative Maßnahmen Konflikte zwischen Mitarbeitern und Management präventiv zu lösen.
Warum hält der Autor eine Umsetzung ohne Änderungen für unmöglich?
Der Autor argumentiert, dass westliche Strukturen, wie der ausgeprägte Individualismus und abweichende politische Rahmenbedingungen, einen direkten Konsens-Ansatz nach japanischem Vorbild ohne Anpassungen verhindern.
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- Hendrik Wilhelm (Author), 2003, Lean Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22490