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Münster als "Neues Jerusalem" - Gelang die Restitiution der Urgemeinde?

Título: Münster als "Neues Jerusalem" - Gelang die Restitiution der Urgemeinde?

Trabajo de Seminario , 2003 , 16 Páginas , Calificación: 2,1

Autor:in: Ronald Zietz (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Die Täuferbewegung war sicher eine der radikalsten aber auch faszinierendsten „Splittergruppen“ der Reformation. Sie hatte Hochs und Tiefs wie kaum eine andere „Neue Kirche“, als Beispiel hierfür die Entstehung des Täuferreiches zu Münster und sein tragischer Untergangs. Das Täufertum verbreitete sich sprunghaft, wurde ebenso energisch verfolgt, missachtet und vielmals auch missverstanden. Wie in vielen „neuen Kirchen“ jener Zeit gab es auch innerhalb der Taufgesinnten große Unterschiede. So gab es neben den, als „radikale Sekte“ eingestuften Vertretern, auch solche die auch das Münsteraner Reich errichteten, noch einen pazifistischen Teil welcher das Neue Jerusalem in Münster überlebte. Während es vor allem in den Niederlanden und Mähren, weitere als radikal einzustufende Taufgesinnte gab, konnten Ihre Forderungen wenn überhaupt nur in Münster umgesetzt werden, wo die Täufer durch geschickte eigene Politik und den politischen Machtkämpfen zwischen Bischof, Rat und Gilde innerhalb der Stadt letztlich immensen Einfluss gewannen und spätestens seit Februar 1534 praktisch freie Hand bei all ihren Schritten hatten. Auf eine detaillierte Darstellung wie es zur Täuferherrschaft kam muss an dieser Stelle jedoch verzichtet werden. In meiner Hausarbeit möchte ich mich mit den Lehren des Täufertums, speziell mit denen der Münsteraner Täufer um Rothmann, Mathys und Jan van Leiden beschäftigen und die Umsetzung ihrer Lehren am Täuferreich zu Münster 1534/35 aufzeigen. Welche Forderungen zur Wiederherstellung einer christlichen Ur- und Endzeitgemeinde wurden in Münster umgesetzt, und aus welcher Motivation heraus ist dies Geschehen und wie wurden z.B. auch strittige Reformen wie die Polygenie gerechtfertigt?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1.Die Welt in den Augen der Täufer – warum eine Erneuerung nötig war

2.2. Wie eine gottgerechte Welt entstehen sollte

3.1. Münster als Neues Jerusalem – die Umsetzung der Forderungen

3.2. Antiklerikalismus

3.3. Gottesdienst/Messe

3.4. Abendmahl

3.5. Taufe

3.6. Ehe und Polygamie

3.7. Gütergemeinschaft

4. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Umsetzung der radikal-reformatorischen Lehren der Münsteraner Täufer um 1534/35. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die Forderungen zur Etablierung einer christlichen Ur- und Endzeitgemeinde im „Täuferreich von Münster“ realisiert wurden und welche Motivationen oder Rechtfertigungen hinter strittigen Reformen wie der Polygamie standen.

  • Analyse der täuferischen Endzeiterwartung und Apokalyptik
  • Untersuchung der Entstehung des theokratischen „Gottesstaates“
  • Darstellung der praktischen Ausgestaltung religiöser Riten wie Taufe und Abendmahl
  • Kritische Beleuchtung von Eheverständnis und Gütergemeinschaft unter Jan van Leiden

Auszug aus dem Buch

3.1.Münster als Neues Jerusalem – die Umsetzung der Forderungen

Am 28. Februar 1532 erfolgte der erste Schritt in die reformatorische Neuordnung der Stadtgesellschaft von Münster. Rothmann wurde durch die Gemeinde in das Pfarramt an Lamberti gewählt. Dabei war grade Bernhard Rothmanns Weg vom Antiklerikalismus über Luthertum und Zwinglianismus bis zum Täufertum exemplarisch für die Zunehmende Radikalisierung der Reformation in Münster. Mit Rothmann wurden alle Vorraussetzungen zur Übernahme der Macht durch die Täufer erst geschaffen. Die „Propheten“ Jan Mathys und Johan van Leiden mussten den Prozess der Umgestaltung Münsters lediglich im Gange halten. So wurde der Begriff der Gemeinde Gottes bereits am 6. November 1532 in einer Schwurleistung aller wehrwilligen Bürger Münsters erwähnt.

Doch nachdem im Februar 1534 die radikalen Kräfte die politische Macht an sich nahmen, sahen sie sich in eine Lage versetzt, ein Gemeinwesen verwirklichen zu können, das die Gesamtordnung der Gesellschaft aus der Religion entwarf, und sie ergriffen diese Möglichkeit mit Konsequenz. Als eine Folge der Taufentscheidung Münsters wurde der Wille Gottes jetzt als Verpflichtung verstanden, eine Gesellschaftsordnung zu schaffen, die christliche Vollkommenheit dauerhaft als Norm setzt. Die Reformen der Täuferführer, Mathys und van Leiden wurden mit dem Ziel das das Leben, „in Münster … Glaube und Leben, Erkennen und Tun, die Antwort des Menschen auf das Wort Gottes ...“ werden soll. Anfänglich wurde dann auch jedes Tun in Münster tatsächlich immer wieder mit dem Gesetz Gottes, der Bibel, legitimiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die radikale Täuferbewegung und die Fragestellung zur Umsetzung ihrer Lehren im Münsteraner Reich.

2.1.Die Welt in den Augen der Täufer – warum eine Erneuerung nötig war: Erläuterung der täuferischen Ablehnung der bestehenden Kirche als "abgefallen" und der daraus resultierenden apokalyptischen Endzeiterwartung.

2.2. Wie eine gottgerechte Welt entstehen sollte: Untersuchung der Vision einer heiligen Elitegemeinde, die sich konsequent von der "gottlosen" Welt abgrenzt.

3.1. Münster als Neues Jerusalem – die Umsetzung der Forderungen: Analyse des Machtwechsels in Münster und der Etablierung des theokratischen Gottesstaates unter biblischer Legitimation.

3.2. Antiklerikalismus: Erörterung der Auflösung traditioneller Herrschaftsstrukturen und der Einführung eines funktionalen Amtes statt weltlicher Hierarchien.

3.3. Gottesdienst/Messe: Dokumentation der Abkehr von offiziellen Kirchengebäuden hin zum Gottesdienst in Privathäusern sowie der Abschaffung der Messe.

3.4. Abendmahl: Beschreibung des Abendmahls als identitätsstiftendes Gedächtnismahl der Glaubensgemeinschaft.

3.5. Taufe: Erläuterung der Ablehnung der Kindertaufe zugunsten der bewussten Erwachsenentaufe als notwendiges Bekenntnis zur reinen Christenheit.

3.6. Ehe und Polygamie: Untersuchung der Rechtfertigung der Vielehe unter biblischen Vorzeichen und der sozialen Rolle der Frau.

3.7. Gütergemeinschaft: Analyse der Einführung sozialökonomischer Gleichheit und der späteren Abweichungen durch die Führungsschicht.

4. Schluss: Resümee über das Scheitern der konsequenten Umsetzung der Utopie und die Rolle der biblischen Auslegung als Machtinstrument.

Schlüsselwörter

Täufer, Münster, Reformation, Neues Jerusalem, Theokratie, Endzeit, Jan van Leiden, Bernhard Rothmann, Wiedertaufe, Polygamie, Gütergemeinschaft, Apokalyptik, Gottesstaat, Radikale Reformation, Glaubensgemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das historische Phänomen des Münsteraner Täuferreichs (1534/35) und die Frage, wie die radikalen religiösen Vorstellungen der Täufer in die gesellschaftliche und politische Realität der Stadt umgesetzt wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören das täuferische Verständnis der Endzeit, der Aufbau eines theokratischen „Gottesstaates“, die radikale Umgestaltung von Ehe und Eigentumsverhältnissen sowie die religiöse Praxis (Taufe, Abendmahl).

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, welche konkreten Forderungen zur Wiederherstellung der urchristlichen Gemeinde nach dem Vorbild der Bibel in Münster umgesetzt wurden und wie die Akteure diese Reformen legitimierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine historische Analyse, die verschiedene Quellen zur Täuferherrschaft auswertet, um den Prozess der Radikalisierung und die Umsetzung der täuferischen Lehren kritisch nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise die verschiedenen Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens unter der Täuferherrschaft, angefangen beim Antiklerikalismus über die liturgischen Änderungen bis hin zur umstrittenen Einführung der Polygamie und Gütergemeinschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Täufer, Münster, Theokratie, Endzeiterwartung, Biblizismus, Jan van Leiden, Gütergemeinschaft und die Restitution der Urgemeinde.

Wie rechtfertigten die Täufer die Einführung der Polygamie?

Die Polygamie wurde unter anderem mit biblischen Geboten zur Fruchtbarkeit sowie der Notwendigkeit legitimiert, Frauen in das soziale Gefüge der Gemeinde einzubinden, wobei der Frauenüberschuss ein praktischer Faktor war.

War die Gütergemeinschaft in Münster erfolgreich?

Obwohl die Gütergemeinschaft anfänglich ideologisch konsequent umgesetzt wurde, scheiterte sie laut Autor letztlich daran, dass die Führungsschicht um Jan van Leiden durch einen luxuriösen Lebensstil Privilegien beanspruchte, die dem Gleichheitsprinzip widersprachen.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Münster als "Neues Jerusalem" - Gelang die Restitiution der Urgemeinde?
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Curso
PS Das Täuferreich zu Münster
Calificación
2,1
Autor
Ronald Zietz (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
16
No. de catálogo
V22492
ISBN (Ebook)
9783638258012
Idioma
Alemán
Etiqueta
Münster Neues Jerusalem Gelang Restitiution Urgemeinde Täuferreich Münster
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ronald Zietz (Autor), 2003, Münster als "Neues Jerusalem" - Gelang die Restitiution der Urgemeinde?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22492
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