Modelle sind in einer zunehmend komplexer werdenden Welt zu unabdingbaren Kommunikationsmitteln geworden, die aufgrund der immanenten Abstraktionskraft Systemzusammenhänge leichter erschließbar machen. Sie sind Abbildungen eines Realitätsausschnittes, die durch Abstraktion von Eigenschaften eines realen Objektes bzw. eines Systems entstehen, wobei die wesentlichen Strukturen und Verhaltensweisen bei der Beschreibung erhalten bleiben.
Weshalb sollte man aber GP-Modelle in objektorientierte Modelle überführen wollen?
Eine Antwort auf die Frage, ist die Benutzung und konsistente Weiterverwendung von unternehmensspezifischem Fachwissen, um den Erfolg und die Effizienz von Softwareentwicklungsprojekten zu erhöhen. Weiterhin ermöglicht die bedeutende Entwicklung auf dem Gebiet der Softwaregeneratoren dem versierten Nutzer, nunmehr aus Modellen ein Codegerüst und unter bestimmten Bedingungen, sogar ganze Anwendungen zu erzeugen, die besonders bei komplexen Projekten erheblich Aufwand reduzieren. Die Analyse der Arbeit wird sich auf die Beschreibungsansätze ARIS und UML beschränken und untersucht dabei Konvergenzvoraussetzungen. Nach einer kurzen Einführung zur Modellierung mit ARIS und UML wird die "Methodenintegration" der UML in ARIS anhand eines Beispiels vorgeführt werden, das zeigen soll, dass auch im ARIS-Konzept an einer Überführung gearbeitet wurde. Alternative Versuche einer Integration der Objektorientierung in die Prozessorientierung werden anschließend kurz erläutert und bewertet werden.
In einem weiteren Schritt sollen visionäre Möglichkeiten der Weiterverwendung von überführten GP-Modellen in der Softwareentwicklung sowie Probleme bei einer Überführung der GP-Modelle aufgezeigt werden.
Nachdem die Vorraussetzungen für eine Überführung veranschaulicht wurden, wird sich dem eigentlichen Schwerpunkt der Arbeit gewidmet, der Analyse und Bewertung von Software. Dazu wurden Kandidaten einer Überführung von ARIS nach UML bezüglich ihrer technischen Umsetzung und generellen Funktionsweise sowie anhand von Beispielen untersucht. Der Schluss dieser Arbeit fasst wichtige Ergebnisse zusammen und stellt mögliche Szenarios in Aussicht.
Doch nun werden ausgewählte Probleme und auftretende Entscheidungen exemplarisch erörtert, die im Zusammenhang mit Softwareentwicklungsprojekten entstehen können, bevor der GP dargestellt und in den Entwicklungsprozess eingeordnet wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Stakeholder und Probleme im Gesamtprozess
1.2 Geschäftsprozessmodellierung
1.3 Der Softwareentwicklungsprozess
1.4 Model Driven Architecture
2 Modellierung mit ARIS und UML
2.1 Schaffung von Konvergenz in der GPM
2.2 Geschäftsprozessmodellierung mit ARIS
2.2.1 Einsatzgebiete von ARIS
2.2.2 Sichten und Beschreibungselemente der GPM mit ARIS
2.2.3 Verbindung von Prozess- und Datensicht
2.2.4 Statik und Dynamik der ARIS Modellierung
2.3 Modellierung mit UML
2.3.1 Einsatzgebiete der UML
2.3.2 Systembeschreibung mit UML
2.3.3 GPM unter Verwendung der UML
2.4 ARIS-Integration der UML
2.5 Integration durch objektorientierte Erweiterung der EPK
3 Übertragung der Geschäftsprozessmodelle
3.1 Transformationen gemäss MDA
3.2 Mapping
3.3 Refinement und Konsistenzgestaltung
4 Softwareumsetzung und Bewertung
4.1 Reischmann Toolbus
4.2 Phaidros eaSE
4.2.1 Einsatzfelder
4.2.2 Anwendungsentwicklung
4.2.2.1 Systemvoraussetzungen
4.2.2.2 Benutzeroberflächen
4.2.2.3 Datenorganisation und Datenablage
4.2.2.4 Modellierung
4.2.3 Beurteilung und Fazit
4.3 ARIS-ROSE-Bridge
4.3.1 Vorgehens- und Modellierungskonzept
4.3.2 Modellierungskonzepte und Konventionen
4.3.2.1 Modellierung mit Filter
4.3.2.2 Modellierung der Sichten
4.3.3 Überführung und Technik
4.3.4 Beurteilung und Fazit
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten, eine konvergente Verbindung zwischen der geschäftsprozessorientierten Modellierung (GPM) mittels ARIS und der objektorientierten Softwareentwicklung mit der Unified Modeling Language (UML) herzustellen. Ziel ist es, Methoden und Werkzeuge zu bewerten, die eine automatisierte Überführung von Geschäftsprozessmodellen in UML-Anforderungsmodelle ermöglichen, um so die Effizienz und Konsistenz bei der Softwareentwicklung zu steigern.
- Analyse der methodischen Voraussetzungen für die Modell-Überführung.
- Untersuchung der Konvergenzmöglichkeiten zwischen ARIS und UML.
- Bewertung verschiedener Software-Ansätze zur Übertragung von Modellen.
- Erarbeitung von Mapping-Konzepten für den Übergang von GPM-Elementen zu UML-Diagrammen.
- Identifikation von Herausforderungen bei der Konsistenzwahrung zwischen den Modellen.
Auszug aus dem Buch
Mapping
Mapping : “Set of rules and techniques used to modify one model in order to get another Model.”[AB01,S.30]
Um Modelle überführen zu können, muss wie schon erwähnt, ein methodisches Konzept existieren, dass die Probleme die im Zusammenhang mit der GPM stehen, löst. Ein zentraler Bestandteil dieses Konzeptes war die Methodenwahl, die wesentlich die Modellierung und somit aussagekräftige Überführung nach UML bestimmt. Die Methodenwahl hängt von Organisationsvoraussetzungen und dem Wissensstand der Entwickler über die Unternehmensprozesse ab. Beides bestimmt, wieviel und welche Elemente übertragen werden. In welche Form die Elemte überführt werden, wird hingegen durch die Mappingregeln bestimmt. Die Auswahl der Methode hängt aber auch wesentlich von den Regeln ab, wie einzelne Prozessbeschreibungselemente in UML Beschreibungselemente überführt werden können. In der nachfolgenden Tabelle habe ich beispielhaft mögliche Entsprechungen zwischen beiden Beschreibungswelten ausgehend von der eEPK (unvollständig) verdeutlicht. Es soll gezeigt werden, dass grundsätzlich eine Mapping-Möglichkeit zwischen Prozess- und UML-Modellen existiert, die aus dem Vergleich von Elementen und ihren Eigenschaften hervorgeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Bedeutung von Modellen in komplexen Systemen und stellt die Herausforderungen bei der Überführung von Geschäftsprozessmodellen in objektorientierte Anforderungsmodelle vor.
2 Modellierung mit ARIS und UML: Analysiert die methodischen Grundlagen von ARIS und UML sowie deren Eignung für eine integrierte Systemmodellierung und beleuchtet verschiedene Ansätze zur Methodenintegration.
3 Übertragung der Geschäftsprozessmodelle: Untersucht die technischen Aspekte der Transformation, insbesondere das Mapping von Modellen gemäß MDA-Prinzipien und die Notwendigkeit von Refinement und Konsistenzsicherung.
4 Softwareumsetzung und Bewertung: Evaluiert drei verschiedene Softwarelösungen hinsichtlich ihrer Fähigkeit, eine konvergente Modellübertragung zwischen ARIS und UML praktisch umzusetzen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Führt die Ergebnisse der Analyse zusammen, identifiziert den bestehenden Lösungsbedarf und diskutiert zukünftige Entwicklungspotenziale.
Schlüsselwörter
Geschäftsprozessmodellierung, ARIS, UML, Softwareentwicklung, Konvergenz, Modelltransformation, Mapping, MDA, eEPK, Anwendungsentwicklung, Systembeschreibung, Objektorientierung, Modell-Überführung, Anforderungsanalyse, Workflow.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Geschäftsprozessmodelle aus der ARIS-Welt in objektorientierte UML-Modelle überführt werden können, um eine effizientere und konsistentere Softwareentwicklung zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Geschäftsprozessmodellierung (GPM), Modelltransformation, die methodischen Ansätze von ARIS und UML sowie deren praktische Integration in den Softwareentwicklungsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Bewertung von Verfahren und Softwarewerkzeugen, die eine automatisierte Überführung von fachlichen Prozessmodellen in technische Anforderungsmodelle erlauben, um Informationsverluste zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Analyse der Modellierungskonzepte sowie eine empirische Untersuchung und Bewertung ausgewählter Software-Tools hinsichtlich ihrer Integrations- und Mapping-Fähigkeiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Gegenüberstellung von ARIS und UML, der theoretischen Herleitung von Mapping-Regeln sowie der detaillierten praktischen Evaluierung von Tools wie dem Reischmann Toolbus, Phaidros eaSE und der ARIS-ROSE-Bridge.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Modellkonvergenz, Mapping-Regeln, Modelltransformation, eEPK, Anforderungsanalyse und objektorientierte Systementwicklung geprägt.
Wie bewertet der Autor den Einsatz der ARIS-ROSE-Bridge?
Der Autor stuft den Ansatz als gut durchdacht ein, stellt jedoch fest, dass die automatische Überführung noch signifikante Mängel aufweist, weshalb die ARIS-Modelle als Dokumentation weiterhin unersetzlich bleiben.
Warum ist die Modell-Validierung in der aktuellen Praxis schwierig?
Die Validierung ist schwierig, da viele der untersuchten Werkzeuge keine für den Nutzer verständliche Modell-Validierungsfunktion besitzen und Korrekturen meist manuell in den Quellmodellen vorgenommen werden müssen.
- Quote paper
- Dipl. Kfm. Jörg Krause (Author), 2003, Konvergente Geschäftsprozessmodellierung für die Softwareentwicklung mit ARIS und UML, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22532