[...] Zweck der vorliegenden Seminararbeit ist es, anhand ausgewählter Fachliteratur das Hinzukommen
der Grünen-Partei in das politische System Deutschlands genauer zu untersuchen.
Der erste Teil dieser Arbeit widmet sich der Skizzierung der sozio-politischen Rahmenbedingungen,
die den Auftritt der Grünen auf die politische Bühne überhaupt erst möglich machten. Im Zentrum
steht die Frage: wie war die gesellschaftliche Situation beschaffen, welches sind die politischen
Grundvorrausetzungen, die den Aufstieg einer solch „revolutionären“ Partei begünstigten?
Im zweiten Teil steht die Entstehungsgeschichte der Grünen-Partei im Mittelpunkt. Um das
Hinzukommen einer neuen Partei zu begreifen, muss zunächst geklärt werden, woher ihre Wurzeln stammen. Dabei werden die einzelnen Strömungen der GRÜNEN bis hin zum Gründungsakt der
Partei rekonstruiert. Es soll gezeigt werden, auf welcher Art und in welcher Verfassung die
GRÜNEN das Parlamentsparkett betraten.
Der dritte Teil beschäftigt sich mit dem Selbstverständnis der neuen Partei. Dieses gibt Aufschluss
auf die Identität der GRÜNEN. Anhand der Programmatik werden die alternativen und
reformerischen Denkansätze deutlich, die ein Novum im Gegensatz zum alltäglichen
Programmalltag der etablierten Parteien darstellen. Wie jede neue Partei, bringen auch die GRÜNEN
ein enormes Reformpotential mit sich. Die Darstellung dient der Illustration der Struktur und
Denkweise einer neuen Partei.
Im letzten Teil werden lediglich die ersten politischen „Gehversuche“ der GRÜNEN im
parlamentarischen System dokumentiert. Es soll gezeigt werden, wie sich die GRÜNEN als neue
Partei „profilieren“. Dabei wird auf die ersten Erfolge der Partei aufmerksam gemacht – der Weg in
die Institutionen – aber auch auf Schwierigkeiten und Defizite der GRÜNEN. Bei der Analyse der
Probleme der Grünen kann nur ein oberflächlicher Eindruck vermittelt werden, da diese den Rahmen
dieser Seminararbeit sprengen würde. Ziel ist es, den natürlichen Werdegang einer jungen Partei mit
anfänglichen Schwierigkeiten und darauf folgendem Reifeprozess zu präsentieren.
Im Fazit werden die Untersuchungsergebnisse resümiert und schließlich ein kurzer Ausblick über die
mögliche Zukunft der GRÜNEN im politischen System gegeben.
Gliederung
A. Einleitung
B. Die sozio-politischen Rahmenbedingungen
I. Struktur und Funktionsschwächen des politischen Systems
II. Das Versagen der beiden Volksparteien
III. Gesellschaftlicher Wertewandel
C. Entstehungsgeschichte der GRÜNEN – Die sozialen und politischen Gruppierungen in den siebziger Jahren
I. Bürgerinitiativen
II. Friedensbewegung
III. Bunte Listen
IV. Die radikale Linke
V. Die Gründung
D. Selbstverständnis der GRÜNEN
I. Selbstdefinition
II. Programmatik
a) ökologisch
b) sozial
c) basisdemokratisch
d) gewaltfrei
E. Die GRÜNEN im parlamentarischen Prozess der BRD
I. Der Weg in die Institutionen
II. Problem der Grünen im parlamentarischen Prozess
a) Identitätskrise
b) Strukturprobleme der Partei
F. Fazit
G. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Hinzukommen der Partei "DIE GRÜNEN" in das politische System Deutschlands, analysiert die sozio-politischen Rahmenbedingungen ihrer Entstehung und beleuchtet ihr Selbstverständnis sowie ihre Entwicklung im parlamentarischen Prozess.
- Analyse sozio-politischer Rahmenbedingungen und gesellschaftlicher Wertewandel
- Entstehungsgeschichte der GRÜNEN aus sozialen Protestbewegungen
- Untersuchung des Selbstverständnisses und der zentralen Programmatik
- Dokumentation des Einzugs in die parlamentarischen Institutionen
- Bewertung von parteiinternen Schwierigkeiten und Professionalisierungsprozessen
Auszug aus dem Buch
I. Bürgerinitiativen
Die Entstehungsgeschichte der GRÜNEN geht auf die Bürgerinitiativbewegung der 70er Jahre zurück. Damals entstanden in der BRD überall Aktionsgruppen, die sich zunächst mit kommunaler Politik beschäftigten. Rasch weitete sich jedoch ihr Engagement auf Interessen ökonomischer, ökologischer und verteidigungspolitischer Art aus. Ihr Protest richtete sich vor allem gegen technische Großprojekte aller Art; sei es aufgrund einer vermuteten Bedrohung durch Kernkraftwerke bzw. industrielle Großanlagen, sei es durch die Zerstörung der Natur.
Die Entwicklung der Bürgerinitiativbewegung kann man in drei Phasen einteilen: Die erste Phase wird datiert auf die zeit bis 1973. „Die Bürgerinitiativen agierten weitgehend unabhängig von einander. Sie begreifen ihre Ausgangsprobleme als vereinzelten Missstand, den es durch ein gezieltes Engagement zu beheben gilt“.
In der zweiten Phase (1973-1976) kommt es zu einer thematischen Erweiterung. Die organisatorische Konsolidierung und Verflechtung wird intensiviert. Es wächst die Erkenntnis über die strukturellen Ursachen und den inneren Zusammenhang der Probleme Energie, Technik und Verkehr. Die dritte Phase ab 1977 führt zur „Ausbildung eines anti- bzw. außerparlamentarischen Zweiges einerseits und eines `grün-bunten` Zweiges andererseits“.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Entwicklung des Parteiensystems der BRD dar und definiert das Ziel der Arbeit, das Entstehen der GRÜNEN wissenschaftlich zu untersuchen.
B. Die sozio-politischen Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel erörtert die Funktionsschwächen des politischen Systems und den gesellschaftlichen Wertewandel, die den Nährboden für eine neue politische Kraft bildeten.
C. Entstehungsgeschichte der GRÜNEN – Die sozialen und politischen Gruppierungen in den siebziger Jahren: Hier werden die Wurzeln der Partei in der Bürgerinitiativbewegung, der Friedensbewegung, den bunten Listen und der radikalen Linken rekonstruiert.
D. Selbstverständnis der GRÜNEN: Dieses Kapitel analysiert die Identität der Partei anhand ihrer vier Säulen: ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei.
E. Die GRÜNEN im parlamentarischen Prozess der BRD: Die Darstellung dokumentiert den Einzug der Partei in die Institutionen sowie die internen Strukturprobleme und Identitätskrisen.
F. Fazit: Das Fazit resümiert die Untersuchungsergebnisse und reflektiert den Wandlungsprozess von der Fundamental-Opposition zur Regierungspartei.
G. Ausblick: Der Ausblick erörtert die zukünftige Rolle der GRÜNEN als etablierte vierte politische Kraft in Deutschland.
Schlüsselwörter
DIE GRÜNEN, Parteiensystem, BRD, Bürgerinitiativen, Postmaterialismus, Wertewandel, Fundamental-Opposition, Basisdemokratie, Parlamentarismus, Realos, Fundis, Ökologie, Protestbewegung, Reformpartei, Politische Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der Partei "DIE GRÜNEN" als vierte politische Kraft im deutschen Parteiensystem seit den späten 1970er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die sozio-politischen Rahmenbedingungen, die Wurzeln in sozialen Bewegungen, die Parteiprogrammatik sowie die Herausforderungen im parlamentarischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, das Hinzukommen der GRÜNEN in das politische System Deutschlands anhand von Fachliteratur systematisch zu dokumentieren und den Prozess der Professionalisierung nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sozialwissenschaftlicher Quellen zur Geschichte und zum politischen System der Bundesrepublik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die sozio-politischen Ursachen, die historische Genese der Parteiströmungen, das programmatische Selbstverständnis sowie den Reifeprozess innerhalb des parlamentarischen Systems.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Parteiensystem, Postmaterialismus, Basisdemokratie, soziale Protestbewegungen, Fundamental-Opposition und die programmatischen Säulen der GRÜNEN.
Warum wurde die Basisdemokratie in der Anfangsphase so stark betont?
Sie diente als identitätsstiftendes Merkmal und als bewusste Abgrenzung zu den als "basisfern" wahrgenommenen etablierten Parteien, um Machtstrukturen innerhalb der neuen Partei zu verhindern.
Welche Rolle spielten die "bunten Listen" für die Entstehung der Partei?
Sie fungierten als großstädtische Wahlbündnisse, die durch ihr Wirken auf lokaler Ebene den Weg für eine überregionale Bundespartei ebneten und deren Mitglieder maßgeblich in die neue Partei übergingen.
- Quote paper
- Julian Molina Romero (Author), 2004, Das Hinzukommen neuer Parteien: Die Grünen als Beispiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22610