Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Die Soziallehre Dantes

Title: Die Soziallehre Dantes

Term Paper (Advanced seminar) , 1996 , 14 Pages , Grade: zwei (gut)

Autor:in: Stefanie Metzger (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der vorliegende Traktat über die Soziallehre Dante Alighieris (1265-1321); des Dichters der weltberühmten "Göttlichen Komödie" umfasst seine frühen Abhandlungen "Vita Nuova" und "Convivio" sowie sein philosophisch-politisches Spätwerk "De Monarchia". In seinem poetisch-autobiographischen Jugendwerk "Vita Nuova" verarbeitet Dante den frühen Tod seiner geliebten Beatrice dei Bardi. Diese um 1293 entstandene Gedichtsammlung stellt den ersten literarischen Versuch des Dichters nach einer leidvollen Erfahrung dar; sie ist eine mystische Liebesvision, die einen psychologischen Erkenntnisprozess sowie die Darstellung einer inneren Entwicklung umfasst, die es seit der Zeit des heiligen Augustinus nicht mehr gegeben hatte. Um die tote Geliebte später noch besser preisen zu können, beschäftigt Dante sich danach verstärkt mit dem Studium der Philosophie. Dies führt ihn um 1306 dazu, sein erstes universal gültiges sozialphilosophisches Werk; "Il Convivio"; das "Gastmahl"; zu verfassen.
Der Autor verherrlicht darin den Trost der Philosophie für den Menschen; er kommentiert Aristoteles und untersucht die Hauptteile der Philosophie; er schildert die Wirkung der Weisheit auf die Seele des Philosophen und definiert die Beziehungen zwischen der Philosophie und den beiden anderen damals determinierenden Mächten des menschlichen Lebens: der Theologie und dem Reich. Indem er dabei die wichtige These aufstellt, dass die Philosophie keine "Hilfswissenschaft" der Theologie ist, widerlegt er den großen Scholastiker Thomas v. Aquin.
In der in seinen letzten Lebensjahren verfassten Schrift "De Monarchia" stellt Dante die grundlegenden Theorien seiner Staatsphilosophie dar. In diesem voll ausgereiften "politischen Testament" greift er in den damals aktuellen staatstheoretischen und kirchenpolitischen Streit ein. Er behandelt darin die Frage nach der Notwendigkeit einer Monarchie zum Heil der Welt sowie die daraus resultierende Herrschaftslegitimation des römischen Volkes. Weiterhin befasst er sich mit dem Problem der Autorität der Monarchie, das heisst mit dem Zusammenhang zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt; also zwischen Papst und Kaiser. In diesem Idealbild einer utopischen Gesellschaft benötigen demzufolge die Menschen beide von Gott legitimierten Autoritäten. Dante Alighieri versuchte mit diesem Werk zum ersten Mal, "Sacerdotium" und "Imperium" zu einer Übereinstimmung zu bringen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Die „Vita Nuova“ - das „Neue Leben“

1. Die äußere Form

2. Zum Inhalt der „Vita nuova“

3. Die geistigen Väter des Werks und seine Entstehungszeit

4. Über die Bedeutung der „Vita nuova“

II. Il Convivio - das „Gastmahl“

1. Zur Entstehungsgeschichte

1.1 Die politischen Verhältnisse in Florenz

1.2 Mögliche Vorbilder und literarische Quellen

2. Die äußere Form und die Struktur des „Convivio“

3. Der vierte Traktat

4. Sinn und Zweck des „Gastmahls“

5. Behandelte Themen

6. Die Intention des Autors

III. Die politische Schrift „De Monarchia“

1. Zur Entstehung der „Monarchia“

1.1 Die Intention des Autors

1.2 Sinn und Zweck der Abhandlung

1.3 Zur Datierung der „Monarchia“

2. Die äußere Form

3. Zum Inhalt der „Monarchia“

3.1 Grundlegende Fragestellungen der „Monarchia“

3.2 Vergleich zum „Gastmahl“

3.3 Das dritte Buch der „Monarchia“

3.4 Dantes „Averroismus“

3.5 Zur Rezeption der „Monarchia“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der politischen und sozialen Ideen Dante Alighieris anhand seiner drei zentralen Werke „Vita Nuova“, „Il Convivio“ und „De Monarchia“. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Dante die Rollen von weltlicher Herrschaft (Kaisertum) und geistlicher Autorität (Kirche) definierte und welche Bedeutung er der Philosophie als Weg zur menschlichen Glückseligkeit beimaß.

  • Die literarische Entwicklung und Selbstfindung Dantes in der „Vita Nuova“.
  • Die sozialphilosophische Begründung der Philosophie als eigenständige Wissenschaft im „Convivio“.
  • Das Konzept der doppelten Sinnbestimmung des Menschen (irdisches Glück durch den Kaiser, ewiges Glück durch Gott).
  • Die theoretische Rechtfertigung einer universellen politischen Ordnung im Werk „De Monarchia“.

Auszug aus dem Buch

3. Der vierte Traktat

Dieser vierte Traktat ist der bedeutendste dieser unvollendet gebliebenen Abhandlung; denn er gibt einen ersten wichtigen Einblick in Dantes fundamentales sozialphilosophisches Denken. Hierbei konstatiert er zunächst, daß in der Hierarchie der Wissenschaften die Philosophie keinen untergeordneten Platz gegenüber der Theologie einnimmt wie in der Lehre des großen Scholastikers Thomas v. Aquino. Für Dante ist die Philosophie nicht die „Magd der Theologie“, sondern eine eigenständige, übernatürliche Wissenschaft und als solche dem übernatürlichen Himmel des Empyreums, der außerhalb der natürlichen Ordnung der Himmel der steht, zugeordnet. Die Philosophie wird dadurch zu einer Wissenschaft „eigenen Rechts“ und ist damit nicht mehr auf die Funktion einer „Hilfswissenschaft“ der Theologie reduziert. Die Ethik steht in ihr über der Physik sowie über der Metaphysik. Dante unterscheidet zwischen der höchsten Glückseligkeit der „visio beatifica“, zu der die Theologie hinführt sowie der unvollkommenen Glückseligkeit der „vita activa“ und der fast vollkommenen Glückseligkeit der „vita contemplativa“ im irdischen Leben, zu der die Philosophie hinleitet. Wie Aristoteles in seinem Werk der Nikomachischen Ethik sieht auch Dante die Sicherung des menschlichen Glücks als Ziel jeder politischen Ordnung an. Wegen der Haltlosigkeit der Menschen, aus der mannigfaltige Konflikte entstehen, braucht die menschliche Gesellschaft einen Einherrscher; d.h.einen Mann, der selbst alle irdischen Güter besitzt u. daher das Konfliktpotential unter den Menschen regulieren kann, da er selbst kein Verlangen nach Erwerben von Besitz mehr hat u. somit die notwendigen Voraussetzungen für ein glückliches Leben erschaffen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die „Vita Nuova“ - das „Neue Leben“: Diese Gedichtsammlung dokumentiert Dantes erste literarische Versuche und seine tiefgreifende persönliche Auseinandersetzung mit dem Verlust Beatrices.

II. Il Convivio - das „Gastmahl“: Dante positioniert Philosophie als eigenständiges Erkenntnismittel und entwirft ein erstes Konzept zur notwendigen Ordnung der menschlichen Gesellschaft.

III. Die politische Schrift „De Monarchia“: In diesem ausgereiften Werk begründet Dante die Notwendigkeit eines universellen Kaisertums, das neben der geistlichen Gewalt gleichberechtigt existiert, um das irdische Glück der Menschheit zu garantieren.

Schlüsselwörter

Dante Alighieri, Vita Nuova, Il Convivio, De Monarchia, Sozialphilosophie, politisches Denken, Kaisertum, Philosophie, Theologie, Glückseligkeit, Mittelalter, Florentiner Geschichte, Aristoteles, menschliche Gesellschaft, Averroismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt die Entwicklung der sozialphilosophischen und politischen Vorstellungen Dante Alighieris unter Berücksichtigung des historischen Kontextes des späten 13. und 14. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der weltlichen und geistlichen Autorität, das Verhältnis von Philosophie zu Theologie sowie die Suche des Menschen nach dem irdischen und ewigen Glück.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Dantes Wandlung vom jungen Dichter der „Vita Nuova“ zum gereiften politischen Denker in „De Monarchia“ nachzuzeichnen und seine Theorie eines universellen Reiches zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textnahen literatur- und ideengeschichtlichen Analyse der drei Primärwerke unter Einbeziehung zeitgenössischer historischer und philosophischer Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Besprechung der drei Werke, ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer Struktur sowie der von Dante entwickelten Argumente zur gesellschaftlichen Ordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem das Verhältnis von „Sacerdotium“ und „Imperium“, der „intellectus possibilis“ sowie der „gelasianische Dualismus“.

Warum spielt der „vierte Traktat“ des „Convivio“ eine so wichtige Rolle?

Er gilt als zentraler Einblick in Dantes Staatsphilosophie, da er hier die Philosophie von ihrer Unterordnung unter die Theologie befreit und als eigenständige Wissenschaft für das irdische Leben definiert.

Wie bewertet Dante die Rolle des Kaisers im Verhältnis zur Kirche?

Dante vertritt die Auffassung, dass Kaiser und Papst zwei eigenständige, von Gott legitimierte Autoritäten sind, die einander nicht untergeordnet, aber für das Glück des Menschen beide unverzichtbar sind.

Excerpt out of 14 pages  - scroll top

Details

Title
Die Soziallehre Dantes
College
University of Würzburg  (Institut für mittelalterliche Geschichte)
Course
HS Politische und soziale Ideen des späten dreizehnten und des vierzehnten Jahrhunderts
Grade
zwei (gut)
Author
Stefanie Metzger (Author)
Publication Year
1996
Pages
14
Catalog Number
V22714
ISBN (eBook)
9783638259873
ISBN (Book)
9783638781756
Language
German
Tags
Soziallehre Dantes Politische Ideen Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Metzger (Author), 1996, Die Soziallehre Dantes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22714
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  14  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint