Auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Position und Situation vieler
Destinationen, wird in letzter Zeit verstärkt nach Mitteln und Instrumenten zur
Messung des Erfolges eines Zielgebietes gesucht, um die Konkurrenzfähigkeit zu
sichern bzw. auszubauen. Die Schwierigkeit besteht vor allem darin, alle touristisch
relevanten Zahlen zu erfassen und sie durch ein einheitliches Kennzahlensystem zur
Interpretation des Erfolges einer Destination heranzuziehen.
Neben den quantitativen Aspekten, die den Erfolg bestimmen, sind natürlich auch
noch die qualitativen Faktoren zu berücksichtigen, wobei deren Mess –und
Vergleichbarkeit sich als noch wesentlich schwieriger darstellt.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über vorhandene bzw. geplante Ansätze
einer Erfolgskontrolle im deutschsprachigen Raum zu geben und sich mit diesen
kritisch auseinander zu setzen. Im folgenden möchten wir die uns am wichtigsten erscheinenden Begriffe näher
erläutern. Erfolgskontrolle ist ein in der Literatur nicht exakt definierter Begriff. Viele setzen ihn
gleich mit Evaluierung im Sinne einer systematischen, kritischen Selbst- oder
Drittkontrolle nach fachlichen und entwicklungspolitischen Gesichtspunkten; andere
benutzen ihn für alles, was sich mit Fortschritten und Erfolgen in
Entwicklungsvorhaben (bzw. einem Mangel daran) beschäftigt. Bei unseren
Recherchen im Rahmen dieser Arbeit, fiel uns auf, dass Erfolgskontrolle oftmals im
Zusammenhang mit ökologischen und infrastrukturellen Projekten erwähnt wurde.
Hierbei handelte es sich aber meist nur um reine Soll-Ist-Vergleiche von Planung und
Realisation jedoch nicht Erfolgskontrolle im rein wirtschaftlichen Sinn, d.h. keine Untersuchungen auf Kostenabweichungen oder ähnliches. In dieser Arbeit
betrachten wir die Erfolgskontrolle als innovatives Instrument zur Bewertung des
Erfolges einer Destination. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Erfolgskontrolle
2.2 Destination
2.3 Tourismusbarometer
2.4 Monitoring
2.5 Satellitenkonto – Tourismus
3 Befragung von Consultingunternehmen im Tourismus
3.1 Auswertung der Befragung
3.2 Fazit der Befragung
4 Kennzahlen zur Beurteilung von touristischen Betrieben
4.1 Hotellerie
4.2 Reisebüros
4.3 Kurortunternehmen / Tourismusorganisationen
4.4 Destinationen
4.5 Exkurs: Wertschöpfung als globaler Indikator
5 Amtliche Statistik im Tourismus – Inhalte und Kritikpunkte
6 Tourismusbarometer als ein Beispiel für Erfolgskontrolle
6.1 Möglicher Aufbau und Inhalt eines Tourismusbarometers - Pilotprojekt Graubünden und Berner Oberland
6.2 Weitere praktische Beispiele
6.2.1 S-TourismusBarometer
6.2.2 Freizeitbarometer Baden-Württemberg
6.2.3 SÖM - Watt – Sozio – ökonomisches Monitoring in der Nationalparkregion
6.3 Regionalindizes
6.3.1 Touristischer Regionalentwicklungsindex (TRIX)
6.3.2 Tourismus Performance Index (TPI)
7 Persönliche Wertung und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit befasst sich mit der methodischen Herausforderung der Erfolgskontrolle in touristischen Destinationen. Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über existierende Instrumente wie das Tourismusbarometer zu geben, ihre Anwendung in der Praxis zu untersuchen und die Problematik einer fehlenden einheitlichen Datenbasis kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen der Erfolgskontrolle und Begriffsdefinitionen im Tourismus
- Empirische Auswertung einer Befragung unter Consultingunternehmen
- Analyse von Kennzahlensystemen für verschiedene touristische Branchen
- Kritische Würdigung der amtlichen Tourismusstatistik
- Darstellung innovativer Monitoring-Instrumente und Regionalindizes
Auszug aus dem Buch
6.2.1 S-TourismusBarometer
Der ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein neues Marktforschungsinstrument für den Tourismus zu finanzieren. Seit 1998 wird das sogenannte S-TourismusBarometer vom dwif in den neuen Bundesländern und seit 2002 auch in Schleswig-Holstein durchgeführt. Die Gründe für die Finanzierung dieses Projektes der Sparkasse sind auf der einen Seite, dass so das Kreditmanagement der Sparkasse immer aktuelle Daten zur Verfügung hat und der Markt besser eingeschätzt werden kann und auf der anderen Seite, dass dadurch das Image der gesamten Sparkassen sowohl seitens der Bevölkerung als auch seitens der Politik aufgewertet wird.
Inhaltlich besteht das S-Tourismusbarometer aus drei verschiedenen Modulen:
Das Basismodul, welches Einschätzungen zur Angebots- und Nachfrageentwicklung (des gewerblichen Beherbergungssektors) liefert, sowie Informationslücken der amtlichen Tourismusstatistik („grauer Beherbergungsmarkt“) schließt und über den Markterfolg touristischer Einrichtungen informiert. Zusätzlich werden die Fremdabhebungen an den Geldautomaten der Sparkasse analysiert, um so die Herkunftsstruktur der Inlandsgäste nach Bundesländern zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der Erfolgsmessung von Destinationen und Definition der Zielsetzung der Arbeit.
2 Begriffsdefinitionen: Erläuterung zentraler Fachbegriffe wie Erfolgskontrolle, Destination, Tourismusbarometer, Monitoring und Satellitenkonto.
3 Befragung von Consultingunternehmen im Tourismus: Detaillierte Auswertung einer Umfrage unter Experten zur Praxisrelevanz von Erfolgskontrollen.
4 Kennzahlen zur Beurteilung von touristischen Betrieben: Überblick über existierende Kennzahlensysteme in Hotellerie, Reisebüros und Tourismusorganisationen.
5 Amtliche Statistik im Tourismus – Inhalte und Kritikpunkte: Kritische Analyse der amtlichen Datenlage und der Problematik des „grauen Beherbergungsmarktes“.
6 Tourismusbarometer als ein Beispiel für Erfolgskontrolle: Umfassende Vorstellung innovativer Monitoring-Ansätze, Pilotprojekte und Regionalindizes wie TRIX und TPI.
7 Persönliche Wertung und Schlussfolgerung: Kritische Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung eines einheitlichen Kennzahlensystems.
Schlüsselwörter
Erfolgskontrolle, Destinationsmanagement, Tourismusbarometer, Kennzahlen, Benchmarking, Monitoring, Beherbergungsstatistik, Wertschöpfung, Tourismus, Consulting, Marktsegmente, Regionalindizes, TRIX, TPI, Destinationsmarketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Notwendigkeit und den Möglichkeiten einer systematischen Erfolgskontrolle für touristische Destinationen, um deren Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend komplexen Marktumfeld zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition touristischer Erfolgskontrolle, die Analyse aktueller Kennzahlensysteme, die Kritik an der amtlichen Statistik sowie die Vorstellung moderner Monitoring-Instrumente wie Tourismusbarometer.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Status quo der Erfolgskontrolle im deutschsprachigen Raum zu erfassen und zu bewerten, wie Instrumente wie Tourismusbarometer als Steuerungshilfe eingesetzt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche sowie einer empirischen Befragung von 21 touristischen Beratungsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme von Kennzahlen in touristischen Teilbranchen, eine Analyse der Unzulänglichkeiten amtlicher Statistiken sowie eine detaillierte Fallstudien-Betrachtung von Tourismusbarometern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Erfolgskontrolle, Destination, Tourismusbarometer, Kennzahlen, Benchmarking und Wertschöpfung geprägt.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der Sparkassen bei den Tourismusbarometern?
Die Autoren sehen in der Finanzierung durch Sparkassen einen wichtigen Impulsgeber, bemängeln jedoch die daraus resultierende Heterogenität der Systeme, die einen bundesweiten Vergleich erschwert.
Warum ist laut der Arbeit die amtliche Statistik für Destinationen oft unzureichend?
Aufgrund der Nichterfassung von Übernachtungen in Betrieben unter 9 Betten, Tagestouristen und Sofatourismus liefert die amtliche Statistik ein unvollständiges Bild der tatsächlichen touristischen Wertschöpfung.
- Arbeit zitieren
- Diplom-Betriebswirt (FH) Timo Zebisch (Autor:in), Ellen Csizmadia (Autor:in), 2003, Erfolgskontrolle in Destinationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22735