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Controlling aus strukturationstheoretischer Sicht - Ein Vorschlag Albrecht Beckers zum Perspektivenwechsel in der Controllingforschung

Title: Controlling aus strukturationstheoretischer Sicht - Ein Vorschlag Albrecht Beckers zum Perspektivenwechsel in der Controllingforschung

Diploma Thesis , 2003 , 71 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jens Huke (Author)

Business economics - Controlling
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Eine anfängliche Modeerscheinung hat sich etabliert: Controlling ist heute ein fester Bestandteil der Unternehmensführung. Dies ist das Ergebnis der rasanten Entwicklung, die das Controlling in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts vollzogen hat. Zunächst waren es vornehmlich große Unternehmen, die Controllingabteilungen einrichteten. Heute ist Controlling auch in kleinen und mittleren Betrieben keine Seltenheit mehr. Sogar nicht erwerbswirtschaftliche Organisationen, wie etwa öffentliche Verwaltungen, Krankenhäuser, Universitäten, die Bundeswehr etc., bedienen sich zunehmend eines Controllings. Mit der wachsenden Bedeutung des Controllings in der betrieblichen Praxis stieg auch das wissenschaftliche Interesse am Phänomen Controlling. Als Indiz für die wissenschaftliche Relevanz des Controllings seien die vermehrte Einrichtung von Controllinglehrstühlen an Hochschulen sowie die wachsende Anzahl controllingspezifischer Publikationen genannt. Auch wenn Controlling in der betrieblichen Praxis als etabliert gelten kann, fehlt ein einheitliches Controllingkonzept. Empirische Untersuchungen zeigen sogar, dass die Aufgaben, die Controller in der betrieblichen Praxis übernehmen, stark differieren. Eine eindeutige Schwerpunktbildung ist in der betrieblichen Praxis kaum erkennbar. Ein einheitliches Controllingkonzept zu entwickeln, um die betriebliche Praxis nach diesen Vorstellungen zu gestalten, ist seit langem ein Ziel zahlreicher Wissenschaftler in der Controllingforschung. Der koordinationsorientierte Controllingansatz, der auf Horváth zurückgeht, schien hier lange Zeit den Weg zu weisen. Aufgrund seiner Bedeutung und Verbreitung darf die Forschung, die sich auf den Koordinationsgedanken stützt, als „traditionelle“ Controllingforschung bezeichnet werden. In der jüngsten Vergangenheit wurden neben den „traditionellen“, koordinationsorientierten Controllingkonzepten „neue“ Ansätze in der Controllingforschung entwickelt (Abschnitt 2.2). Zu diesen „neuen“ Ansätzen gehört auch das strukturationstheoretische Konzept von Albrecht Becker.
Diesen Ansatz von Becker gilt es im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit näher zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Analyse des gegenwärtigen Controllingverständnisses

2.1 Zielsetzungen wissenschaftlichen Arbeitens

2.2 Systematisierung der Controllingkonzepte

2.2.1 Die koordinationsorientierten Ansätze

2.2.2 Der rationalitätssicherungsorientierte Ansatz

2.2.3 Zusammenfassung

2.3 Kritische Betrachtung der Controllingkonzepte

2.3.1 Begründung des Controllings

2.3.2 Controlling im klassischen Managementkonzept

2.3.3 Kritische Betrachtung des klassischen Managementkonzeptes

2.3.4 Koordination als Aufgabe des Controllings ?

2.4 Anforderungen an ein konsistentes Controllingkonzept

3 Die Theorie der Strukturierung als organisationstheoretische Basis

3.1 Das Konzept des Handelnden und des Handelns

3.2 Das Konzept der Dualität von Struktur

3.3 Die Modalitäten im Konzept der Dualität von Struktur

4 Controlling als reflexive Steuerung

4.1 Organisationen und Unternehmen als besondere soziale Systeme

4.2 Der Controllingbegriff aus strukturationstheoretischer Perspektive

4.3 Das Controllingkonzept von Becker im Modell der Dualität von Struktur

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein neues, konsistentes Controllingkonzept zu entwickeln, das nicht länger auf normativen Idealtypen basiert, sondern die beobachtbare Controllingpraxis durch einen strukturationstheoretischen Perspektivenwechsel erklärt. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie Controlling als Teil organisationaler Praxis verstanden werden kann, wenn die traditionelle, auf dem klassischen Managementmodell basierende Koordinationsfunktion als theoretisch unzureichend zurückgewiesen wird.

  • Kritische Analyse traditioneller koordinationsorientierter und rationalitätssicherungsorientierter Controllingkonzepte.
  • Aufdeckung der theoretischen Inkonsistenz des klassischen Managementkonzepts als Grundlage des Controllings.
  • Einführung der Strukturationstheorie nach Anthony Giddens als neue organisationstheoretische Basis.
  • Rekonzeptualisierung von Controlling als reflexive Steuerung von Organisationen.
  • Analyse von Controlling als Set formalisierter, ökonomischer Praktiken in der Dualität von Struktur.

Auszug aus dem Buch

Die Dualität von Struktur

Mit Hilfe des ausdifferenzierten Strukturbegriffs wird nun näher auf die rekursive Einbindung dieser virtuellen Ordnung in die Reproduktion sozialer Systeme eingegangen. Giddens erklärt diesen Sachverhalt anhand des zentralen Begriffs der Dualität von Struktur. Die Struktur ist demnach zum einen als das Medium und zum anderen auch immer als das Ergebnis des Handelns zu verstehen.

Als Medium bietet die Struktur ein Set von Regeln und Ressourcen. Auf Grund dieser im sozialen System vorhandenen Struktur ist es den Akteuren erst möglich soziale Praktiken, in ihrem Handeln anzuwenden. So wie die Struktur das Handeln erst ermöglicht, schränkt sie die Handlungsmöglichkeiten auch immer ein. Ein einfaches Beispiel hierfür ist die Sprache. Um in einer (fremden) Sprache verstanden zu werden, muss ich mein Sprechen an den grammatikalischen Regeln dieser Sprache ausrichten. Andererseits kann ich davon ausgehen, dass ich verstanden werde, wenn ich dies tue. Damit wendet sich Giddens von den objektivistischen Ansätzen ab, die sich ausschließlich mit den Zwang ausübenden Aspekten von Struktur befassen.

Durch die Anwendung sozialer Praktiken wird das Handeln der Akteure anschlussfähig, da sich Wissen und Erwartungen über eigenes und fremdes Handeln herausbilden. Mit dem erweiterten Verständnis um den Strukturbegriff, kann die Anwendung sozialer Praktiken im Handeln jetzt als der gemeinsame Bezug der Akteure auf „mehr oder weniger gemeinsame Sets von Regeln und Ressourcen“ verstanden werden, durch welchen den sozialen Systemen Stabilität verliehen wird. Die Stabilität beruht wiederum auf der Struktur. Diese wird in der Ausführung sozialer Praktiken, also regelgebundenen Handelns, (re)produziert und ist damit auch Ergebnis des Handelns.

Am Beispiel der Sprache bedeutet dies, dass durch die Anwendung der grammatikalischen Regeln im Sprechen, die Regeln auch immer wieder reproduziert und stabilisiert werden. Reproduktion schließt Veränderung aber nicht aus. Im Handeln kommt es immer zu Abweichungen von der regelkonformen Ausführung der sozialen Praktiken.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Etablierung des Controllings ein und identifiziert den Mangel an einem einheitlichen, theoretisch fundierten Konzept als Ausgangspunkt für den geforderten Perspektivenwechsel.

2 Analyse des gegenwärtigen Controllingverständnisses: In diesem Kapitel werden die dominierenden traditionellen Ansätze systematisiert und kritisch hinterfragt, wobei insbesondere die Schwächen des klassischen Managementmodells als theoretische Basis aufgezeigt werden.

3 Die Theorie der Strukturierung als organisationstheoretische Basis: Es werden die Grundlagen der Strukturationstheorie von Anthony Giddens dargestellt, insbesondere das rekursive Verhältnis von Handeln und Struktur, um sie als Basis für eine neue Controllingkonzeption nutzbar zu machen.

4 Controlling als reflexive Steuerung: Dieser Abschnitt überträgt die strukturationstheoretischen Erkenntnisse auf das Controlling und definiert es als Set organisationaler Praktiken zur reflexiven und ökonomischen Steuerung von Systemreproduktionen.

5 Fazit: Das Fazit bestätigt die Eignung des neuen Ansatzes, die Controllingpraxis ohne die normativen Mängel bisheriger Ansätze zu erklären, und deutet auf zukünftigen Forschungsbedarf hin.

Schlüsselwörter

Controlling, Strukturationstheorie, Organisation, Dualität von Struktur, reflexive Steuerung, soziale Praktiken, Giddens, Controllingpraxis, Koordination, Managementkonzept, Systemreflexivität, Diskursivität, Legitimation, Rationalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Controlling aus einer strukturationstheoretischen Perspektive und schlägt einen radikalen Perspektivenwechsel vor, um die bisherige Controllingforschung auf eine neue, realitätsnahe Basis zu stellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Systematisierung existierender Controllingkonzepte, die Kritik am klassischen Managementverständnis sowie die Anwendung der Sozialtheorie von Anthony Giddens auf betriebswirtschaftliche Fragestellungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Entwicklung eines konsistenten Controllingverständnisses, das die beobachtbare Controllingpraxis erklärt, anstatt lediglich normativ zu definieren, was Controlling sein sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung sowie eine theoretische Analyse auf Basis der Strukturationstheorie, um durch eine Abduktion die notwendigen Anfangsbedingungen für das beobachtbare Phänomen Controlling zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst die Mängel der traditionellen Controllingforschung, führt anschließend die Grundbegriffe der Theorie der Strukturierung ein und integriert diese schließlich in ein Modell der reflexiven Steuerung von Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe sind Strukturationstheorie, Controllingpraxis, Dualität von Struktur, Systemreflexivität und reflexive Steuerung.

Warum ist das klassische Managementmodell nach Auffassung des Autors problematisch für das Controlling?

Der Autor argumentiert, dass das klassische Managementmodell mit seinem Primat der Planung eine zusätzliche Koordinationsinstanz wie das Controlling theoretisch gar nicht benötigt, was zu einem ungelösten Widerspruch in der Controllingwissenschaft führt.

Welche Bedeutung haben die "Modalitäten" im Controllingkonzept?

Die Modalitäten (Interpretationsschemata, Normen, Machtmittel) dienen als Bindeglied zwischen der abstrakten organisationalen Struktur und dem konkreten Handeln der Akteure und ermöglichen so erst die diskursive und ökonomische Steuerung im Unternehmen.

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Details

Title
Controlling aus strukturationstheoretischer Sicht - Ein Vorschlag Albrecht Beckers zum Perspektivenwechsel in der Controllingforschung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Für Controlling und Unternehmensrechnung)
Grade
1,0
Author
Jens Huke (Author)
Publication Year
2003
Pages
71
Catalog Number
V22790
ISBN (eBook)
9783638260558
ISBN (Book)
9783638701488
Language
German
Tags
Controlling Sicht Vorschlag Albrecht Beckers Perspektivenwechsel Controllingforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Huke (Author), 2003, Controlling aus strukturationstheoretischer Sicht - Ein Vorschlag Albrecht Beckers zum Perspektivenwechsel in der Controllingforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22790
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