Es gab in letzter Zeit viele Diskussionen um den enormen Preis der Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) - Lizenzen, der, wie ich meine, zeigt, dass sich die Netzbetreiber ein enormes Potential auf dem Gebiet des M - Business versprechen. Nach Schätzungen von Durlacher Research sollte der europäische Markt für M - Business im Zeitraum von 1999 bis 2003 von 323 Millionen Euro auf 23,6 Billionen Euro ansteigen, wobei im Bereich Werbung die höchsten Gewinne erzielt werden sollen 1 . Diese Einschätzung zeigt die hohen Erwartungen im Bereich des M - Business. Ob diese Erwartungen gerechtfertig sind, werde ich versuchen, im Rahmen dieser Arbeit zu beantworten.
In Anbetracht der hohen Kosten für Lizenzgebühren werden die Netzbetreiber nach geeigneten Geschäftsmodellen suchen müssen, um sich möglichst schnell über eine kritische Masse an Kunden zu refinanzieren 2 .
Anders als im E - Business, wo die Benutzung von Internet Diensten und Inhalten im Wesentlichen zur freien Verfügung steht, gehen Experten davon aus, dass die Dienstleistungen im M - Business Bereich für den Anwender kostenpflichtig sein werden 3 . Es gilt also, Geschäftsmodelle zu finden, die schnell eine kritische Masse an Nutzern aufbauen, es aber trotzdem ermöglichen, einen gewissen Preis dafür vom Kunden zu verlangen. Als erste Voraussetzung, um eine kritische Masse zu erreichen, ist, dass die Technik ausgereift sein muss, d.h. die Bandbreite muss groß genug sein, um Bilder und Daten zügig zu übertragen. Außerdem müssen die mobilen Endgeräte bedienungsfreundlich zu handhaben sein (Convenience Aspekt), ansonsten werden viele potentielle Kunden der „neuen“ Technik den Rücken kehren. Um die Zahlungsbereitschaft beim Kunden zu wecken, ist es nötig, einen echten „Mehrwert“ beim Kunden zu generieren 4 . Dieser Mehrwert kann völlig unterschiedliche Ausprägungen haben, z.B. kann der Kunde beim M - Business zeit-und ortsunabhängig auf bestimmte Informationen und Dienste zugreifen, Wartezeiten können besser genutzt werden, indem per E - Mail geschäftliche Dinge geklärt werden, oder für den „Privatmann“ können Wartezeiten durch viele verschiedene Unterhaltungsangebote angenehmer gestaltet werden. Für solche Dienstleistungen, welche die Lebensqualität des Nutzers nachhaltig verbessern, wird der Kunde am Wahrscheinlichsten bereit sein zu bezahlen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Geschäftsmodelle
3. Begriffsabgrenzungen M – Commerce
4. Arten von Geschäftsmodellen
4.1 Business to Consumer (B2C)
4.2 Business to Business (B2B)
4.3 Business to Employee (B2E)
4.4 Consumer to Consumer (C2C)
4.5 Device to Device (D2D)
5. Praxisbeispiele
5.1 12snap
5.2 @Road
6. Zukunftsaussichten und Fazit
Zielsetzung und Themenfelder
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale und Anforderungen an Geschäftsmodelle im Mobile Commerce (M-Commerce). Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch eine gezielte Strategie und die Generierung echten Mehrwerts eine kritische Masse an Nutzern erreichen und sich erfolgreich am Markt positionieren können.
- Analyse und Definition unterschiedlicher M-Commerce-Geschäftsmodelle
- Differenzierung der Anwendungsbereiche (B2C, B2B, B2E, C2C, D2D)
- Untersuchung von Erfolgsfaktoren wie Personalisierung und Local Based Services
- Praxisnahe Evaluation anhand von Unternehmensbeispielen (12snap, @Road)
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Es gab in letzter Zeit viele Diskussionen um den enormen Preis der Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) – Lizenzen, der, wie ich meine, zeigt, dass sich die Netzbetreiber ein enormes Potential auf dem Gebiet des M – Business versprechen. Nach Schätzungen von Durlacher Research sollte der europäische Markt für M – Business im Zeitraum von 1999 bis 2003 von 323 Millionen Euro auf 23,6 Billionen Euro ansteigen, wobei im Bereich Werbung die höchsten Gewinne erzielt werden sollen. Diese Einschätzung zeigt die hohen Erwartungen im Bereich des M – Business. Ob diese Erwartungen gerechtfertig sind, werde ich versuchen, im Rahmen dieser Arbeit zu beantworten.
In Anbetracht der hohen Kosten für Lizenzgebühren werden die Netzbetreiber nach geeigneten Geschäftsmodellen suchen müssen, um sich möglichst schnell über eine kritische Masse an Kunden zu refinanzieren. Anders als im E – Business, wo die Benutzung von Internet Diensten und Inhalten im Wesentlichen zur freien Verfügung steht, gehen Experten davon aus, dass die Dienstleistungen im M – Business Bereich für den Anwender kostenpflichtig sein werden. Es gilt also, Geschäftsmodelle zu finden, die schnell eine kritische Masse an Nutzern aufbauen, es aber trotzdem ermöglichen, einen gewissen Preis dafür vom Kunden zu verlangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die hohen Markterwartungen an das M-Business und die Notwendigkeit, trotz hoher Lizenzkosten profitable Geschäftsmodelle für eine kritische Masse an Nutzern zu finden.
2. Definition Geschäftsmodelle: Definiert das Geschäftsmodell als Grundlage für den unternehmerischen Erfolg und identifiziert wesentliche Komponenten wie Wertbeitrag, Kundensegmente und Erlösquellen.
3. Begriffsabgrenzungen M – Commerce: Differenziert zwischen M-Business als umfassendem Konzept und M-Commerce als spezifischem Einsatz mobiler Endgeräte im Front-Office-Bereich.
4. Arten von Geschäftsmodellen: Systematisiert verschiedene Modelltypen anhand von Zielgruppen wie B2C, B2B, B2E, C2C und D2D.
5. Praxisbeispiele: Analysiert die konkrete Umsetzung von M-Commerce-Strategien anhand der Unternehmen 12snap (Mobile Marketing) und @Road (Mobile Resource Management).
6. Zukunftsaussichten und Fazit: Diskutiert die künftige Rolle der Mobilfunkanbieter und betont die Notwendigkeit eines ausgewogenen Mixes aus Leistungsbereichen und Erlösquellen.
Schlüsselwörter
Mobile Commerce, M-Business, Geschäftsmodelle, UMTS, Business to Consumer, Business to Business, Local Based Services, One-to-One Marketing, Customer Relationship Management, Mobile Marketing, Prozessoptimierung, Erlösquellen, Telematik, First Mover, Markenstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert Geschäftsmodelle im Bereich des M-Commerce im Kontext des Controlling-Seminars und bewertet, wie Unternehmen im mobilen Umfeld profitabel agieren können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung von Begriffen, die Analyse verschiedener Geschäftsmodell-Typologien (B2C, B2B etc.) sowie die Betrachtung von Erfolgsfaktoren für mobile Dienste.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die hohen Erwartungen an den M-Business-Markt gerechtfertigt sind und wie Unternehmen die Herausforderungen der Refinanzierung meistern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche, ergänzt durch die Analyse von Geschäftsmodell-Komponenten und Praxisbeispielen zur Illustration der Strategien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Geschäftsmodellen, die systematische Unterteilung nach Zielgruppen und die Vorstellung von zwei Fallstudien zur praktischen Anwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem Kernthema M-Commerce prägen Begriffe wie Personalisierung, CRM, Local Based Services und Prozessoptimierung die inhaltliche Ausrichtung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen B2B und B2C im M-Commerce so wichtig?
Die Arbeit betont, dass sich Anforderungen, Zahlungsbereitschaft und technischer Fokus (z.B. Prozessoptimierung vs. Unterhaltung) zwischen Privat- und Geschäftskunden stark unterscheiden.
Welche Rolle spielen die "Local Based Services" laut Autor?
Der Autor sieht in LBS, in Verbindung mit der Personalisierung von Nutzerdaten, eine der chancenreichsten Anwendungen („Killerapplikationen“) für den B2C-Markt.
- Quote paper
- Michael Dall (Author), 2003, Geschäftsmodelle des M-Commerce, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22841