Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Wirtschaftsjournalismus. Dabei geht es sowohl um das Berufsfeld des Wirtschaftsjournalisten, seine Pflichten und Aufgaben als auch um die Ergebnisse wirtschaftsjournalistischer Arbeit - Artikel und Beiträge in Tageszeitungen und Magazinen. Beschäftigt man sich mit Wirtschaftsjournalismus ist es zunächst einmal wichtig zu definieren, was darunter im Allgemeinen und auch im Speziellen in dieser Arbeit verstanden wird. Dazu soll das erste Kapitel dienen. Das zweite Kapitel gibt wichtige Informationen über die Zielgruppe der Wirtschaftsjournalisten und stellt Veränderungen in den letzten Jahrzehnten heraus.
Es ist von großer Bedeutung, auch auf die zeitliche Entwicklung dieses Berufsfeldes und seiner Rezeption einzugehen. Dies zeigt auf, dass Wirtschaftsjournalismus nicht statisch oder festgelegt ist, sondern sich immer bestimmten Tendenzen entsprechend bewegt und weiterentwickelt. Darauf wird insbesondere im vierten Kapitel eingegangen.
Nicht zu vernachlässigen ist an dieser Stelle, dass Veränderungen, Entwicklungen und Neuerungen nicht immer positiver Art sein müssen. Daher findet auch Kritik an diesen Punkten in der vorliegenden Arbeit Erwähnung. Kritik ist mitunter subjektiv, sobald sie aber den Eindruck mehrerer Menschen und Gruppen widerspiegelt, sollte sie jedoch ernst genommen und eingehender untersucht werden.
Die bereits erwähnten Punkte stellen eine Wissensgrundlage dar, die nötig ist, um die nächsten Kapitel verstehen und bewerten zu können. Es sollen nun die verschiedenen Merkmale von Wirtschaftsberichterstattung dargestellt werden. Dabei wurden Wirtschaftsmedien unter drei Gesichtspunkten analysiert: Inhalt, Textlinguistik und Lexik. Diese Betrachtung ist ohne Wissen über Wirtschaftsjournalismus allgemein nur wenig aussagekräftig oder gar nicht möglich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Wirtschaftsjournalismus?
3. Die Zielgruppe der Wirtschaftsjournalisten
3.1 Veränderungen am Markt und in der Zielgruppe
4. Wirtschaftspublizistik im Wandel der Zeit
4.1 Anforderungen früher und heute
5. Kritik an der Entwicklung des Wirtschaftsjournalismus
6. Vorstellung der untersuchten Publikationen
6.1 Tageszeitungen
6.1.1 Die Welt
6.1.2 Die Märkische Oderzeitung
6.2 Wirtschaftsmagazine
6.2.1 Die WirtschaftsWoche
6.2.2 impulse
7. Aufbau und Zusammensetzung der untersuchten Publikationen
7.1 Inhaltsanalyse
7.1.1 Inhalte der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
7.1.2 Inhalte der Wirtschaftsmagazine
7.1.3 Vergleich der Inhalte
7.2 Textsorten
7.2.1 Klassifikationsmodelle
7.2.2 Vorherrschende Textsorten in der Presse
7.2.3 Textsorten in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
7.2.4 Textsorten in den Wirtschaftsmagazinen
7.2.5 Vergleich der Verwendung der Textsorten
7.3 Gestaltung
7.3.1 Gestaltungsmittel
7.3.2 Gestaltung der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
7.3.3 Gestaltung der Wirtschaftsmagazine
7.3.4 Vergleich der Gestaltung
8. Sprachliche Merkmale der Wirtschaftsberichterstattung
8.1 Syntax
8.1.1 Die Satzlänge
8.1.1.1 Satzlängen in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
8.1.1.2 Satzlängen in den Wirtschaftsmagazinen
8.1.1.3 Vergleich der Satzlängen
8.1.2 Die Satzstruktur
8.1.2.1 Satzstrukturen in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
8.1.2.2 Satzstrukturen in den Wirtschaftsmagazinen
8.1.2.3 Vergleich der Satzstrukturen
8.2 Lexik
8.2.1 Fachsprache
8.2.1.1 Bestimmung des Begriffs ‚Fachsprache’
8.2.1.2 Der Anglizismus
8.2.1.3 Anglizismen in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
8.2.1.4 Anglizismen in den Wirtschaftsmagazinen
8.2.1.5 Vergleich der Verwendung von Anglizismen
8.2.2 Bildhafte Sprache
8.2.2.1 Metapher, Phraseologismus, Personifizierung – Definitionen
8.2.2.2 Bildhafte Sprache in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
8.2.2.3 Bildhafte Sprache in den Wirtschaftsmagazinen
8.2.2.4 Vergleich der Verwendung bildhafter Sprache
8.2.3 Nominalstil
8.2.3.1 Formen des Nominalstils
8.2.3.2 Nominalstil in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
8.2.3.3 Nominalstil in den Wirtschaftsmagazinen
8.2.3.4 Vergleich des Nominalstils
8.2.4 Verbstruktur
8.2.4.1 Vollverben – verbale Gefüge
8.2.4.2 Das Passiv der Verben
8.2.4.3 Der Konjunktiv der Verben
8.2.4.4 Verbale Gefüge, Passiv und Konjunktiv in der Wirtschaftsrubrik der Tageszeitungen
8.2.4.5 Verbale Gefüge, Passiv und Konjunktiv in den Wirtschaftsmagazinen
8.2.4.6 Vergleich der Verwendung verbaler Gefüge, des Passivs und des Konjunktivs
9. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die vergleichende Analyse der Wirtschaftsberichterstattung in Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazinen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie sich die Berichterstattung inhaltlich, lexikalisch und textlinguistisch unterscheidet und welche Gemeinsamkeiten zwischen diesen Medienformen bestehen.
- Analyse der inhaltlichen Schwerpunkte und Themenauswahl
- Untersuchung der verwendeten Textsorten
- Vergleich der Gestaltung und des Layouts
- Untersuchung der sprachlichen Merkmale (Syntax und Lexik)
- Beleuchtung der Rolle des Wirtschaftsjournalisten als Vermittler
Auszug aus dem Buch
8.2.1.2 Der Anglizismus
Wie oben bereits beschrieben, bedienen sich Fachsprachen traditionell eher des Wortschatzes klassischer Sprachen. In den letzten Jahrzehnten orientierte sich aber insbesondere die Sprache der Wirtschaft verstärkt am Englischen. Das erklärt auch die große Anzahl von Anglizismen in den Wirtschaftsrubriken der Zeitungen und in den Wirtschaftsmagazinen und rechtfertigt ein eigenes Kapitel in dieser Arbeit. Weiterhin soll die Untersuchung der vorliegenden Publikationen auf Anglizismen die fachsprachliche Ausrichtung der Wirtschaftsberichterstattung aufzeigen und stellvertretend für andere Merkmale von Fachsprachen stehen.
Auch heute noch ist die Definition von Zindler aus den 50er Jahren anerkannt und weit verbreitet. Laut ihm ist ein Anglizismus „ein Wort aus dem britischen oder amerikanischen Englisch im Deutschen oder eine nicht übliche Wortkomposition, jede Art der Veränderung einer deutschen Wortbedeutung oder Wortverwendung nach britischem oder amerikanischem Vorbild“ (zit. n. Busse 1993: 15). Mit anderen Worten ist ein Anglizismus ein aus dem Englischen in eine nicht englische Sprache übernommener Ausdruck, der als lexikalische Einheit, in idiomatischer Verwendung oder als syntaktische Konstruktion auftreten kann (vgl. Bußmann 2002: 81).
Weiterhin wird laut Fink noch zwischen Voll-, Teil- und Nullsubstitution unterschieden (1997: 63). Eine Vollsubstitution ist demzufolge ein Begriff, der aus dem Englischen vollständig übersetzt wurde, vorher aber im Deutschen gar nicht existierte. Vollsubstitutionen sind äußerst schwer zu erkennen und selbst in der Sprachwissenschaft oft umstritten. Das deutsche Wort ‚Gruppenarbeit‘ entstand aber beispielsweise erst, nachdem das englische Wort ‚teamwork‘ in den deutschen Sprachraum gelangte. Zu den Teilsubstitutionen gehören Wörter oder Wortverbindungen, die teils aus einem englischen und teils aus einem deutschen Wort bestehen. Als Beispiele aus der Wirtschaft kann man hier die ‚Ratingagentur‘ oder den ‚Wirtschaftsboom‘ anführen. Eine Nullsubstitution dagegen ist z. B. der Begriff ‚New Economy‘, der aus der heutigen Wirtschaft nicht mehr wegzudenken ist. Das Wort wurde aus dem Englischen vollständig übernommen, es gab und gibt dazu keine anerkannte und allgemein gebräuchliche deutsche Übersetzung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema Wirtschaftsjournalismus und legt das Ziel der vergleichenden Analyse von Tageszeitungen und Magazinen fest.
2. Was ist Wirtschaftsjournalismus?: Dieses Kapitel bietet Definitionen des Begriffs und erläutert die verschiedenen Aufgaben der Wirtschaftsjournalisten.
3. Die Zielgruppe der Wirtschaftsjournalisten: Es wird die Bedeutung der Zielgruppenorientierung diskutiert und wie sich diese in den letzten Jahrzehnten verändert hat.
4. Wirtschaftspublizistik im Wandel der Zeit: Dieses Kapitel betrachtet die historische Entwicklung und den Wandel der Anforderungen an den Wirtschaftsjournalismus.
5. Kritik an der Entwicklung des Wirtschaftsjournalismus: Hier werden Gefahren und Probleme diskutiert, die durch neue Anforderungen und wirtschaftliche Zwänge entstehen.
6. Vorstellung der untersuchten Publikationen: Die für die Analyse ausgewählten Medien ("Die Welt", "Märkische Oderzeitung", "WirtschaftsWoche", "impulse") werden detailliert vorgestellt.
7. Aufbau und Zusammensetzung der untersuchten Publikationen: In diesem Kapitel werden Inhalte, Textsorten und die Gestaltung der Publikationen analysiert und verglichen.
8. Sprachliche Merkmale der Wirtschaftsberichterstattung: Der umfangreiche Hauptteil untersucht syntaktische (Satzlänge, Satzstruktur) und lexikalische Aspekte (Fachsprache, Anglizismen, bildhafte Sprache, Nominalstil, Verbstruktur).
9. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse und einer Reflektion über die Rolle und Zukunft des Wirtschaftsjournalismus.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsjournalismus, Wirtschaftspublizistik, Tageszeitungen, Wirtschaftsmagazine, Inhaltsanalyse, Textsorten, Sprachmerkmale, Fachsprache, Anglizismen, Nominalstil, Satzstruktur, Medienvergleich, Wirtschaftsberichterstattung, Zielgruppenorientierung, Journalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht und vergleicht die Wirtschaftsberichterstattung in Printmedien, wobei sie den Fokus auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Tageszeitungen und Wirtschaftsmagazinen legt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Felder sind der inhaltliche Aufbau, die Verwendung verschiedener Textsorten, die visuelle Gestaltung sowie spezifische sprachliche Merkmale wie Syntax und Lexik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Wirtschaftsberichterstattung unter inhaltlichen, lexikalischen und textlinguistischen Aspekten zu analysieren, um zu verstehen, wie verschiedene Medientypen auf ihre jeweiligen Zielgruppen reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden empirische Methoden der Inhaltsanalyse sowie statistische Auswertungen von Satzlängen, Satzstrukturen und sprachlichen Besonderheiten wie Anglizismen und Stilmitteln angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der untersuchten Publikationen sowie die detaillierte Analyse und den Vergleich von Aufbau, Inhalten, Textsorten, Gestaltung und sprachlichen Besonderheiten (Syntax und Lexik).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wirtschaftsjournalismus, Wirtschaftspublizistik, Inhaltsanalyse, Anglizismen, Nominalstil und Medienvergleich.
Welchen Einfluss hat die Erscheinungsweise auf den Inhalt?
Die Analyse zeigt, dass die Erscheinungsfrequenz maßgeblich die Themenwahl und die Gestaltung beeinflusst; während Tageszeitungen stärker auf Aktualität setzen, bieten Magazine mehr Hintergrund, Analysen und Ratgeberinhalte.
Wie unterscheidet sich der Sprachgebrauch in Zeitungen und Magazinen?
Während Tageszeitungen eher auf Einfachsätze setzen, greifen Magazine häufiger auf komplexe Satzgefüge zurück; zudem ist die Verwendung von Anglizismen in Wirtschaftsmagazinen ausgeprägter.
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- Sybille Zahn (Author), 2003, Die Wirtschaftsberichterstattung in Wirtschaftsmagazinen und Tageszeitungen im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22931