Immer wieder steht das deutsche Schulsystem mit negativen Schlagzeilen in den Medien. Sei es, dass Kinder mit Migrationshintergrund nicht dieselben Chancen hätten wie beispielsweise Kinder aus gutbürgerlichen deutschen Familien gute weiterführende Schulen zu besuchen oder das aufgrund von zu großen Klassen die Lehrer der Situation nicht Herr sind und somit nicht individuell auf schlechtere Schüler eingehen können. Doch wie sehen beispielsweise (Hilfs-)Programme aus, die die Leistungen der Schüler verbessern können/sollen ohne wirtschaftlich ineffizient zu sein.
Diese Arbeit wird drei verschiede Ansätze von Maßnahmen darlegen, welche dazu gedacht waren bzw. sind um die Noten der Schüler zu verbessern. Es handelt sich hierbei einerseits um ein Programm des Amerikanischen Bildungsministeriums na-mens E-Rate, das durch Subventionen den Ausbau von Internetzugängen und Ver-netzungsmodulen an Schulen ermöglichen wollte. Ein anderes Programm aus Ko-lumbien (PACES) dagegen sollte es Kindern ermöglichen, durch den Einsatz von Gutscheinen, Privatschulen zu besuchen, um so deren Bildungsstand zu erhöhen. Die dritte Studie behandelt die Thematik, ob kleinere Schulklassen zu besseren Testergebnissen und somit zu besseren Noten führen.
Zur Vorgehensweise dieser Arbeit: Es werden die verschiedenen Programme zum näheren Verständnis einzeln dargestellt, damit ein Gesamtüberblick über die Art und Weise der Datenerhebung, der Analyse der Daten und der Thematik im Allgemeinen entsteht. Anschließend wird aus den Ergebnissen der einzelnen Projekte ein klares Fazit den Abschluss dieser Arbeit bilden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das E-Rate Program
2.1 Allgemeines
2.2 Daten
2.3 Schätzungen und Ergebnisse des E-Rate Programms
3 Das PACES-Program
3.1 Allgemeines
3.2 Daten
3.3 Schätzungen und Ergebnisse des PACES-Program
4 Klassengröße im Zusammenhang mit schulischen Leistungen
4.1 Allgemeines
4.2 Daten
4.3 Schätzungen und Ergebnisse
5 Fazit
6 Quellen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit verschiedener bildungspolitischer Maßnahmen zur Leistungssteigerung von Schülern, indem sie drei spezifische Ansätze anhand empirischer Studien analysiert und auf ihre Kausalität sowie Übertragbarkeit prüft.
- Analyse des US-amerikanischen E-Rate Programms zur Förderung der schulischen IT-Infrastruktur.
- Untersuchung des kolumbianischen PACES-Programms zur Gutscheinförderung für Privatschulen.
- Evaluation des Zusammenhangs zwischen Klassengröße und schulischen Leistungen am Beispiel israelischer Schulen.
- Kritische Bewertung der Kausalität bildungspolitischer Interventionen.
- Diskussion über die länderspezifische Übertragbarkeit pädagogischer Fördermaßnahmen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Allgemeines
Das PACES-Program wurde 1991 von der kolumbianischen Regierung ins Leben gerufen, um Kindern von hauptsächlich einkommensschwachen Familien den Besuch an weiterführenden Privatschulen zu ermöglichen. Finanziell unterstützt wurde das Programm von der Weltbank, welche ebenfalls das klare Ziel vorgab die Einschreibungen an weiterführenden Schulen zu erhöhen. Zum weiteren Verständnis muss man ergänzen, dass 1993 89% der Kinder in Kolumbien zwar eine Grundschulausbildung genießen konnten, aber nur durchschnittlich 75% auf eine weiterführende Schule geschickt wurden.
Das Programm umfasste 125.000 Schüler, die mit Gutscheinen im Wert von ca. 190$ ausgestattet wurden, um einen Großteil der Kosten der Privatschulen zu decken, welche mit durchschnittlich 340$ zu Buche schlugen. Somit mussten die meisten Familien den Restbetrag aus eigener Tasche finanzieren. Geeignet waren Kinder, welche bereits eine weiterführende Schule besuchten und 15 Jahre oder jünger waren. Zu Spitzenzeiten des Programms (1994/95) waren knapp 90.000 Gutscheine im Gebrauch. Zu diesem Zeitpunkt gab es ca. 3,1 Millionen kolumbianische Kinder auf weiterführenden Schulen, wobei ca. 37% dieser Kinder auf Privatschulen gingen.
Als Auswahlverfahren, wer genau die Gutscheine bekommen möge, wurde ein klassischen Lotterieverfahren gewählt. In der Studie von Angrist werden nun hauptsächlich die Testergebnisse bzw. die schulischen Leistungen der Gewinner und Verlierer dieser Lotterie verglichen und analysiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die aktuelle Kritik am deutschen Schulsystem und führt in die drei untersuchten Bildungsprogramme zur Notenverbesserung ein.
2 Das E-Rate Program: Dieses Kapitel behandelt das US-amerikanische Förderprogramm für Internetzugänge an Schulen und evaluiert dessen Einfluss auf die Schülerleistungen.
3 Das PACES-Program: Hier wird das kolumbianische Stipendienprogramm zur Förderung des Privatschulbesuchs vorgestellt und dessen Effekt auf den Bildungserfolg analysiert.
4 Klassengröße im Zusammenhang mit schulischen Leistungen: Das Kapitel untersucht anhand einer israelischen Studie, wie sich die Klassengröße auf die Leistungen in Mathe- und Lesetests auswirkt.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Bildungsergebnisse länderspezifisch sind und die einfache Übertragung von Maßnahmen auf andere Nationen meist nicht zielführend ist.
6 Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Studien.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, E-Rate, PACES-Program, Klassengröße, Schulnoten, Subventionen, Gutscheinsystem, Privatschulen, Kausalität, empirische Studien, Bildungsförderung, Internetzugang, Schulerfolg, Statistische Signifikanz, Bildungsökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert drei verschiedene bildungspolitische Programme und Ansätze, die darauf abzielen, die schulischen Leistungen von Schülern durch unterschiedliche Maßnahmen zu verbessern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die digitale Ausstattung von Schulen (E-Rate), der Zugang zu Privatschulen durch Gutscheine (PACES) und der Einfluss der Klassengröße auf Testergebnisse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Wirksamkeit und Kausalität dieser Maßnahmen zu überprüfen und zu diskutieren, ob die Ergebnisse auf andere Bildungssysteme übertragbar sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden empirische Studien und Regressionsanalysen (insbesondere OLS-Regressionen) verwendet, um die Daten der jeweiligen Programme statistisch auszuwerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils ein Programm vorstellen, die zugrunde liegenden Datensätze beschreiben und die Schätzergebnisse detailliert diskutieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Bildungspolitik, empirische Evaluation, Schulqualität, Kausalitätsprüfung, Bildungsgerechtigkeit und schulische Leistungskennzahlen.
Welche Rolle spielt die Lotterie bei der Analyse des PACES-Programms?
Die Lotterie dient als natürliches Experiment, das einen fairen Vergleich zwischen den Empfängern der Gutscheine und den Nicht-Empfängern ermöglicht.
Warum sind die Ergebnisse des E-Rate Programms laut der Arbeit kritisch zu betrachten?
Die Arbeit weist darauf hin, dass trotz einer verbesserten technologischen Ausstattung keine eindeutige Kausalität zu signifikant besseren Schülerleistungen nachgewiesen werden konnte.
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- Marcus Kreysch (Author), 2013, Die optimale Organisation von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229397