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Objektive Hermeneutik

Title: Objektive Hermeneutik

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 22 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Ines Rivas Vazquez (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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In der folgenden Arbeit geht es um das Verfahren der objektiv-hermeneutischen Textinterpretation. Es wird die Frage behandelt, was denn Objektive Hermeneutik ist und wie man anhand dieses Verfahrens Texte richtig analysiert. Auf diese Frage ist diese Arbeit ausgelegt und ausgearbeitet. Zum Schluss wird das Fallbeispiel „Welche Wassermenge liefert eine Heilquelle?“ anhand der 5 Prinzipien, welche uns das Verfahren der objektiv-hermeneutischen Textinterpretation vorgibt, behandelt und ausgewertet.

Einen besonderen Stellenwert nimmt in dieser Ausarbeitung eine praktische Anwendung des objektiv-hermeneutischen Interpretationsverfahrens ein. Dies geschieht u.a. mittels einer Fallanalyse die in Kapitel 4 veranschaulicht wird. Da durch die praktische Anwendung die Prinzipien und Inhalte der Objektiven Hermeneutik viel besser nachvollziehbar werden, wird die praktische Durchführung der Objektiven Hermeneutik der Schwerpunkt der vorliegenden Hausarbeit. Die Entstehungsgeschichte und die Entwicklungen der Objektiven Hermeneutik werden hingegen eher im Hintergrund gelassen, da diese sehr gut in vielen Fachbüchern nachzulesen sind, wie beispielsweise in dem Buch: ‚Sozialwissenschaftliche Hermeneutik‘ von Ronald Hitzler und Anne Honer, welches auch im Literaturverzeichnis zu finden ist. Dennoch werden in dieser Arbeit die wichtigsten Punkte zur Objektiven Hermeneutik behandelt, so dass jeder der noch kein Wissen zu diesem Thema hat und sich diese Arbeit durchliest das Wichtigste über das Interpretationsverfahren Objektive Hermeneutik weiß und in der Lage ist grundlegend, aber selbstständig eine Analyse eines Falles nach dem objektiv-hermeneutischen Verfahren durchzuführen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Allgemeines über das Verfahren der Objektiven Hermeneutik

3. Die Prinzipien der Objektiven Hermeneutik

3.1 Das Prinzip der Kontextfreiheit

3.2 Das Prinzip der Wörtlichkeit

3.3 Das Prinzip der Sequenzialität

3.4 Das Prinzip der Extensivität

3.5 Das Prinzip der Sparsamkeit

4. Fallanalyse: „Welche Wassermenge liefert eine Heilquelle?“

5. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Verfahren der objektiv-hermeneutischen Textinterpretation theoretisch fundiert darzustellen und dessen praktische Anwendung durch eine detaillierte Fallanalyse zu veranschaulichen. Dabei wird untersucht, wie durch die strikte Anwendung methodischer Prinzipien soziale Interaktionsstrukturen rekonstruiert werden können, um ein tieferes Verständnis für die untersuchten Phänomene zu erlangen.

  • Methodologische Grundlagen der Objektiven Hermeneutik
  • Detaillierte Analyse der fünf zentralen Interpretationsprinzipien
  • Praktische Fallanalyse einer Unterrichtssequenz
  • Reflexion über Irritationspotenziale in Kommunikation und Mathematik
  • Kritische Würdigung der Grenzen des interpretativen Verfahrens

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Prinzip der Kontextfreiheit

Man muss sich die Frage stellen, welche Bedeutungen der Text frei von seinem derzeitigen Kontext hat. Um diese Frage beantworten zu können sollte man sich selbst ausgedachte Kontexte formulieren, in denen der Text wohlgeformt erscheint.

Der Gedanke einer kontextfreien Interpretation erscheint im ersten Moment absurd, denn wie kann man denn eine Handlung verstehen, in der man nicht den Kontext kennt? Wenn man jedoch herausfinden möchte welche Bedeutung der Text unabhängig von seinem Kontext hat, bedeutet dies nicht, dass es nicht wichtig sei wie die Umstände einer Handlung sind um diese zu verstehen, vielmehr läuft man Gefahr den Text nur durch den Kontext zu verstehen, wenn man die Bedeutung des Textes ausschließlich nur durch den Kontext rekonstruiert. Dies würde dann zu keiner Textanalyse, sondern zu einer Kontextanalyse führen.

Beispiel: „Mutti, wann krieg ich denn endlich mal was zu essen. Ich hab so Hunger“ (OEVERMANN zit. n. WERNET, S. 22).

Setzt man die Aussage des Kindes in ihren Kontext, könnte man diese so interpretieren, dass eine Familie gerade am Essenstisch sitzt, diese noch nicht angefangen hat zu essen und das Kind, das sich nicht selbstständig das Essen nimmt, seine Eltern darauf drängt wann es denn mit dem Essen losgehe.

Interpretiert man die Aussage des Kindes jedoch kontextfrei, so wie es das Prinzip der Kontextfreiheit vorgibt, müsste man einen gedankenexperimentellen Kontext kreieren, in der die Aussage des Kindes formschön und passend wäre. Wenn wir nach diesem Prinzip vorgehen, kann man schnell erkennen, dass z.B. unterstellt wird, dass ausschließlich die ‚Mutti‘ für die Beschaffung des Essens verantwortlich ist und der Sprecher sich dieser Verantwortung entzieht. Wurde eine ausführlich kontextfreie Interpretation gemacht, kann man nun den tatsächlichen Kontext dieser Aussage heranziehen. Da das Essen tatsächlich schon auf dem Tisch steht, wird hier die Unstimmigkeit zwischen dem tatsächlichen und dem gedankenexperimentellen Kontext sichtbar. Erst diese Unstimmigkeit ermöglicht es den Charakter dieses Falles passend zu deuten (vgl. WERNET, S. 21ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Anliegen der Arbeit, das Verfahren der Objektiven Hermeneutik einzuführen und anhand eines konkreten Fallbeispiels dessen praktische Anwendung zu demonstrieren.

2. Allgemeines über das Verfahren der Objektiven Hermeneutik: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Hintergrund sowie die soziologischen Wurzeln der Objektiven Hermeneutik und definiert sie als strukturales Sozialisationskonzept zur Analyse sozialer Wirklichkeit.

3. Die Prinzipien der Objektiven Hermeneutik: Das Kapitel stellt die fünf zentralen Interpretationsprinzipien (Kontextfreiheit, Wörtlichkeit, Sequenzialität, Extensivität, Sparsamkeit) vor, die das methodische Vorgehen bei der Textanalyse strukturieren.

4. Fallanalyse: „Welche Wassermenge liefert eine Heilquelle?“: Anhand einer konkreten Interaktion zwischen einer Lehrerin und einer Schülerin wird das Verfahren der Objektiven Hermeneutik angewandt, um Irritationspotenziale und Kommunikationsmuster aufzudecken.

5. Schlusswort: Das Schlusswort reflektiert die methodischen Grenzen der Objektiven Hermeneutik und betont, dass keine Interpretation zu hundert Prozent abgeschlossen oder absolut wahr sein kann.

Schlüsselwörter

Objektive Hermeneutik, Textinterpretation, Fallanalyse, Sozialisationsforschung, Methodik, Kontextfreiheit, Wörtlichkeit, Sequenzialität, Extensivität, Sparsamkeit, Interaktionsstruktur, Sinnstruktur, Erziehungswissenschaften, qualitative Forschung, Interpretationstechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Methodik der objektiv-hermeneutischen Textinterpretation und wendet diese auf eine konkrete Fallanalyse an.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen des Verfahrens, die Erläuterung der fünf Interpretationsprinzipien sowie die praktische Anwendung an einer schulischen Interaktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, dem Leser das theoretische Rüstzeug zu vermitteln und die Durchführung einer Fallanalyse nach objektiv-hermeneutischen Regeln verständlich aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der Objektiven Hermeneutik, ein qualitatives, strukturales Analysemodell für Texte und Interaktionen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodologische Einführung, die detaillierte Vorstellung der Interpretationsprinzipien und eine intensive Fallanalyse einer Unterrichtssituation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Objektive Hermeneutik, Textinterpretation, Interaktionsstrukturen und die fünf methodischen Prinzipien der Analyse.

Warum spielt das Gedankenexperiment eine so zentrale Rolle bei der Kontextfreiheit?

Gedankenexperimente helfen dabei, den Text zunächst losgelöst vom tatsächlichen Kontext zu betrachten, um alternative Lesarten zu entwickeln, bevor man den realen Kontext zur Deutung hinzuzieht.

Inwiefern zeigt die Fallanalyse die Grenzen der Lehrerkommunikation auf?

Die Analyse verdeutlicht, wie durch fachlich unangemessene Vereinfachungen und Druckausübung seitens der Lehrerin das Irritationspotenzial beim Kind erhöht und die eigentliche Problemlösung erschwert wird.

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Details

Title
Objektive Hermeneutik
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Rekonstruktive Forschungsmethoden
Grade
2,7
Author
Ines Rivas Vazquez (Author)
Publication Year
2011
Pages
22
Catalog Number
V229559
ISBN (eBook)
9783656454489
ISBN (Book)
9783656455608
Language
German
Tags
Hermeneutik Textanalyse Textinterpretation Oevermann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Rivas Vazquez (Author), 2011, Objektive Hermeneutik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229559
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