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Die Wiener Grundsteingasse

Zur Bestimmung der Kunst als Erfahrung im öffentlichen Raum im Ausgang von John Dewey

Titel: Die Wiener Grundsteingasse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 64 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mag. Thomas Jaretz (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Wiener Grundsteingasse stellt in ihrer Konzeption eine Besonderheit dar. Diese eher kleine Gasse im 16. Wiener Gemeindebezirk (Wien-Ottakring) definiert sich im Rahmen des künstlerischen Projekts „grundstein. ein ausstellungsprojekt“ seit 2004 als ein Ort, der den öffentlichen Raum als Ausstellungsfläche nutzt. Wien-Ottakring gilt als multikulturel¬ler Bezirk und ist vor allem durch seine Märkte bekannt. Inmitten dieses besonderen Um¬felds haben sich 19 Kulturschaffende angesiedelt, welche die Gasse bewusst als öffentli¬chen Raum für die Kunst nutzen und diesen als „Permanent Event“ bezeichnen. Die ge¬samte Gasse dient als Ausstellungsfläche für Künstler, welche auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, mit dem Passanten in Kontakt zu treten. Die Künstlerinnen und Künstler wollen mit der Nutzung des öffentlichen Raums eine ästhetische Erfahrung vermitteln. John Dewey, der Kunst als Erfahrung definiert und versucht, den Zusammenhang zwi¬schen Alltag und ästhetischem Bewusstsein herzustellen, verfolgt in seinem Werk „Art as Experience“ eine Kulturphilosophie, die mit der Intention der Künstlerinnen und Künstler korrespondieren könnte.
Die Darstellung von Kunst im öffentlichen Raum bedarf einer eingehenden Analyse, da man diese bei aller prinzipiellen Schwierigkeit über Kunst zu philosophieren, nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen muss. Die Künstlerinnen und Künstler der Grundstein-gasse legen den öffentlichen Raum anders als John Dewey fest. Mit dem Betreten der Gasse begibt man sich in ein „Gesamtkonzept“, das in Bezug auf die Kunsterfahrung, die kulturphilosophischen Konzepte und die ästhetische Erfahrung im Ausgang von John De-wey untersucht werden soll.
Über die Wiener Grundsteingasse gibt es nur Darstellungen im Internet, ein Vergleich von John Deweys Kulturphilosophie mit der Wiener Grundsteingasse stellt eine Forschungslü¬cke dar.
Dieser Zugang wurde gewählt, weil sich die ästhetische Konzeption John Deweys für eine Analyse des Begriffs „Kunsterfahrung“, wie sie in der Grundsteingasse intendiert ist, vordergründig zu eignen scheint.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ästhetische Erfahrung

2.1 Definition

2.2 Theorien der ästhetischen Erfahrung

2.3 Kunst als Erfahrung bei John Dewey

3 Die Wiener Grundsteingasse

3.1 Das Konzept

3.2 Darstellung und Kunst

4 Die ästhetische Erfahrung in der Wiener Grundsteingasse

4.1 Künstler und Künstlerinnen

4.2 Fußgänger und Bewohner

5 Schluss

Literaturverzeichnis

Anhang

Fotodokumentation

Transkriptionen

Transkription „Speziell“

Transkription „Grossprojekte“

Transkription „Öffentlicher Raum“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das künstlerische Projekt „grundstein“ in der Wiener Grundsteingasse unter Anwendung der kulturphilosophischen Konzepte von John Dewey. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem intendierten Gesamtkunstwerk der Künstler und der tatsächlichen ästhetischen Wahrnehmung durch Passanten und Bewohner im öffentlichen Raum zu analysieren und zu klären, inwieweit Kunst hier als „Erfahrung“ im Sinne Deweys wirken kann.

  • Analyse der ästhetischen Erfahrungstheorien von der Antike bis hin zu John Dewey.
  • Kritische Untersuchung des Selbstverständnisses der Kulturschaffenden in der Grundsteingasse.
  • Evaluation des öffentlichen Raums als Ausstellungsfläche und dessen Wirkung auf die Bewohner.
  • Vergleich zwischen theoretischen Konzepten der Kunstvermittlung und der praktischen Realität vor Ort.
  • Synthese von ästhetischer Theorie und konkreter urbaner Kunstpraxis.

Auszug aus dem Buch

2.3 Kunst als Erfahrung bei John Dewey

John Dewey (1859-1952) ist sowohl für seine Wirkung auf die Philosophie als auch auf die Pädagogik bekannt. Der Begriff Erfahrung in dessen Werk zeigt sich auch in Deweys Pädagogik, welche „eine Erziehung über Erfahrung“ beschreibt und auch für die Ästhetik gilt. Dewey betont in seiner Pädagogik die Wichtigkeit der Erfahrung und geht dabei soweit, dass er schlechten Geschmack auf Dummheit zurückführt und den Gebrauch der Erfahrung für die Gestaltung der Intelligenz fordert. In den Naturwissenschaften versucht Dewey den Erfahrungs- und Erkenntnisbegriff zu verbinden, indem er davon ausgeht, dass selbst Experimente im naturwissenschaftlichen Bereich von Erfahrungen geleitet werden, so dass es keine erfahrungsunabhängige Überprüfung von Regeln gibt.

In seiner Pädagogik räumt Dewey der Erfahrung einen wichtigen Stellenwert ein, indem Erfahrung verhindern soll, dass man vorgegebene Zielsetzungen verfolgt. Da der Begriff der Erfahrung das gesamte Werk Deweys bestimmt, sei darauf nur mit den Beispielen aus dessen pädagogischen Schriften hingewiesen. Gerade im Vergleich mit Adorno ist die teleologische Ausrichtung anders dargestellt und man erkennt die Ähnlichkeit mit Jauß und Ingarden, die sowohl den Genuss als auch die Erfahrung als Kriterien der Kunst und der Ästhetik vorkommen lassen.

Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass John Dewey in seinem Hauptwerk der Kulturphilosophie „Kunst als Erfahrung“ (im Original „Art as Experience“) Museen als ungeeignet kritisiert, da durch die Museen die Kunst aus ihrem eigentlichen Bereich herausgerissen wird und die ursprüngliche Erfahrung nicht mehr gemacht werden kann. Deweys Freund Albert C. Barnes, ein Kunstsammler, versuchte das Konzept der Kunst als Erfahrung umzusetzen. Kunst gilt nicht als ein physikalisches Objekt, sondern als eine Aktivität. Wichtig sei die Rolle der Wahrnehmung, führt Dewey in „Kunst als Erfahrung“ aus, wobei diese Wahrnehmung nicht willkürlich sei, sondern auch trainiert werden kann, um das Leben zu bereichern.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Grundsteingasse als besonderes künstlerisches Projekt im 16. Wiener Gemeindebezirk vor und definiert das Forschungsziel, dieses Projekt mit den kulturphilosophischen Ansätzen von John Dewey zu analysieren.

2 Ästhetische Erfahrung: Das Kapitel bietet einen historischen und systematischen Überblick über Theorien der ästhetischen Erfahrung, wobei der Fokus auf John Deweys zentralem Werk „Kunst als Erfahrung“ liegt.

3 Die Wiener Grundsteingasse: Hier werden das künstlerische Konzept der Gasse, ihre Struktur und die darin stattfindende Darstellung von Kunst detailliert beschrieben und kritisch hinterfragt.

4 Die ästhetische Erfahrung in der Wiener Grundsteingasse: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der Praxis vor Ort, indem die Rollen der Künstler sowie der Bewohner und Passanten analysiert werden.

5 Schluss: Die Arbeit schließt mit einem ernüchternden Fazit über die konzeptuellen Lücken des Projekts und schlägt eine engere Koordination der Akteure vor, um Deweys Theorie als Grundlage für eine verbesserte Kunsterfahrung im Alltag zu nutzen.

Schlüsselwörter

Wiener Grundsteingasse, John Dewey, Kunst als Erfahrung, Ästhetische Erfahrung, Öffentlicher Raum, Kulturphilosophie, Kunstvermittlung, Rezeption, Alltag, Transformation, Ausstellungsprojekt, Permanent Event, Ästhetik, Kunst, Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das künstlerische Projekt „grundstein“ in der Wiener Grundsteingasse unter Anwendung der kulturphilosophischen Theorien von John Dewey, um zu verstehen, wie Kunst im öffentlichen Raum wahrgenommen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Kunst zu Alltag, die Definition des öffentlichen Raums, die Rolle der ästhetischen Erfahrung und die Interaktion zwischen Künstlern und der ansässigen Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage ist, ob die in der Grundsteingasse angebotene Kunst tatsächlich eine „ästhetische Erfahrung“ im Sinne von John Dewey bei den Passanten und Bewohnern auslösen kann oder ob sie hinter intellektuellen Konzepten verborgen bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Es wurde eine theoretisch-analytische Methode gewählt, die philosophische Definitionen und Theorien (insbesondere Deweys „Kunst als Erfahrung“) als Maßstab für die qualitative Untersuchung eines realen Fallbeispiels (der Grundsteingasse) heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretische Fundierung der ästhetischen Erfahrung als auch eine detaillierte deskriptive und analytische Darstellung der künstlerischen Aktivitäten und Strukturen in der Grundsteingasse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben John Deweys „Kunst als Erfahrung“ prägen Begriffe wie öffentlicher Raum, Transformation, künstlerische Kommunikation und ästhetische Rezeption die Arbeit.

Wie bewertet der Autor das Konzept der „Niederschwelligkeit“ in der Grundsteingasse?

Der Autor hinterfragt diesen Begriff kritisch, da er zwar eine leichte Zugänglichkeit verspricht, in der Praxis jedoch oft an der fehlenden Wahrnehmung oder den zu komplexen intellektuellen Anforderungen scheitert.

Was ist das Hauptergebnis bezüglich der Bewohner der Grundsteingasse?

Das Ergebnis zeigt, dass eine Kluft zwischen den künstlerischen Intentionen und dem Alltag der Bewohner besteht; die Kunst wird von diesen oft nur schwer als solche identifiziert und als eigenständiges „Erlebnis“ wahrgenommen.

Ende der Leseprobe aus 64 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Wiener Grundsteingasse
Untertitel
Zur Bestimmung der Kunst als Erfahrung im öffentlichen Raum im Ausgang von John Dewey
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Philosophie)
Veranstaltung
Ästhetische Erfahrung: Kunst und Lebenswelt
Note
2,0
Autor
Mag. Thomas Jaretz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
64
Katalognummer
V229619
ISBN (eBook)
9783656451952
ISBN (Buch)
9783656452423
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wiener grundsteingasse bestimmung kunst erfahrung raum ausgang john dewey
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mag. Thomas Jaretz (Autor:in), 2012, Die Wiener Grundsteingasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229619
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Leseprobe aus  64  Seiten
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