Zu Beginn soll der Begriff des Hooligans passend definiert werden. Dazu bediene ich mich einer Definition des Bundestages, welcher den Begriff des Hooligans meiner Meinung nach sehr treffend definiert hat. So seien Hooligans ,, Personen, die im Zusammenhang mit Fußballbegegnungen durch Aggression und Gewaltbereitschaft auffallen und den Kontakt zu Gleichgesinnten des gegnerischen Vereins zur körperlichen Auseinandersetzung suchen“ .
Dazu ist zu sagen, dass diese Definition einer Stellungnahme zum Thema ,,Gewalt beim Fußball“ entstammt. Aber auch sonst wird Hooliganismus in den meisten Fällen mit Fußball verbunden. Tatsächlich tritt er dort auch in den meisten Fällen auf, es gibt aber auch andere Sportarten, die dieses Phänomen aufweisen. Beispiele dafür sind vor allem Eishockey oder auch Handball.
Sonst denke ich, dass diese Definition sehr passend ist, da der moderne Hooligan sich vornehmlich mit anderen Hooligans duellieren möchte, aber auch darüber hinaus sehr aggressiv ist. Dies äußert sich in Angriffen auf Unbeteiligte, aber auch in vandalistischen Zügen (Verwüstung von Innenstädten etc.).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Hooligan
2.1 Definitionen und Begriffserklärungen
2.2 Entstehung und Historie
2.3 Merkmale und Verhaltensweisen
3 Entwicklung der Hooliganszene/ heutige Erscheinung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen des Hooliganismus, beleuchtet dessen historische Entwicklung sowie aktuelle Ausprägungen und analysiert die Relevanz für die polizeiliche Praxis. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich die Szene strukturell und verhaltensbiologisch verändert hat.
- Historische Herleitung des Begriffs Hooligan
- Soziologische Einordnung und Charakteristika von Hooligangruppen
- Veränderung der Gewaltmotive und Ausdifferenzierung der Szene
- Die Rolle der "Dritten Halbzeit" und des Ehrenkodex
- Relevanz für die präventive Polizeiarbeit
Auszug aus dem Buch
2.3 Merkmale und Verhaltensweisen
In diesem Punkt beschäftige ich mich mit dem Aspekt, in wie weit sich ein Hooligan charakterisieren lässt. Allerdings ist gleich zu betonen, dass es den Hooligan, also eine Art Prototypen, nicht gibt, da die Szene sehr vielschichtig ist und sich ständig weiterentwickelt. Zunächst soll der ursprüngliche, allgemeine Hooligan dargestellt werden.
Sicher ist vor allem, dass sich Hooligans aus allen sozialen Schichten zusammensetzen und auch bezüglich schulischer Bildung oder Berufsstatus nicht genauer ausdifferenziert werden können. Das Alter der meisten Hooligans beläuft sich auf 18-40 Jahre. Die Aussage von Meier fasst diese Ausführungen denke ich treffend zusammen, in der er sagt, dass es unter Hooligans „Arbeitslose, Lehrlinge, Angestellte oder Studenten, sowie Jugendliche von 14 Jahren und Familienväter mit 30 Jahren“ gebe.
Ein Grund, warum sich so viele Personen mit der Hooliganszene identifizieren können, könnte sein, dass diese u.a. „auf keiner übergeordneten politischen Ideologie“ basiert. Da es also keinen politischen Leitsatz oder ähnliches gibt, haben mehr Personen die Möglichkeit, sich mit Hooliganismus zu identifizieren. Zwar sind einige Hooliganszenen rechtsradikal unterwandert, was die vorige These entkräften könnte, doch ist dies längst nicht bei allen Hooliganmobs der Fall und dieses sehr komplexe Phänomen muss im Rahmen dieses Referates ausgeklammert werden.
Ein weiteres Merkmal von Hooligans, das bei der Recherche in der Literatur durchgängig bejaht wird, ist, dass Hooligans in den meisten Fällen ein regelrechtes Doppelleben führen. So hätten Hooligans „ihre bürgerliche Alltagsidentität und eben ihre sub- bzw. jugendkulturelle Hooliganidentität“. Dieses Zitat beschreibt die Situation optimal. Im Alltag leben Hooligans ihr ganz normales Leben als Familienvater, Bankkaufmann oder auch Arbeitsloser und zeigen dabei kein aggressives oder auffälliges Verhalten. An Spieltagen werden sie dann aber so zu sagen zu anderen Persönlichkeiten und leben die Faszination Gewalt und die damit verbundene Aggressivität voll aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Hooliganismus ein und verdeutlicht dessen Aktualität anhand aktueller gewaltsamer Auseinandersetzungen im Kontext von Fußballspielen.
2 Der Hooligan: Dieses Kapitel definiert den Begriff Hooligan, untersucht die historischen Wurzeln des Phänomens und beschreibt typische Merkmale sowie Verhaltensmuster der Szene.
3 Entwicklung der Hooliganszene/ heutige Erscheinung: Der Abschnitt befasst sich mit dem Wandel des Hooliganismus, der zunehmenden Gewaltorientierung abseits des Fußballs und der Entstehung neuer Gruppierungen wie der sogenannten „Hooltras“.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der Hooliganismus ein facettenreiches und dynamisches Phänomen ist, das aufgrund ständiger Ausdifferenzierungen weiterhin hohe Aufmerksamkeit in der polizeilichen Praxis erfordert.
Schlüsselwörter
Hooliganismus, Fußball, Gewaltbereitschaft, Dritte Halbzeit, Hooltras, Fanforschung, Soziologie, Prävention, Polizeipraxis, Ausdifferenzierung, Ehrenkodex, Subkultur, Gewaltphänomen, Stadionumfeld, Sportbegegnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Definition, der Historie und den aktuellen Entwicklungen des Phänomens Hooliganismus in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit thematisiert die soziale Zusammensetzung der Szene, die Entwicklung von organisierten Fangruppen und die spezifischen Verhaltensweisen wie die "Dritte Halbzeit".
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, das Phänomen Hooliganismus für die polizeiliche Praxis verständlich zu machen und die Dynamik der Szene darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf bestehenden Definitionen und soziologischen Erkenntnissen zur Fußball-Fanszene basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffserklärung, die historische Einordnung und die detaillierte Beschreibung heutiger Erscheinungsformen und Entwicklungen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Hooliganismus, Gewaltbereitschaft, Fangruppen und polizeiliche Prävention beschreiben.
Was ist mit dem "Doppelleben" der Hooligans gemeint?
Der Autor beschreibt, dass viele Hooligans im zivilen Alltag ein unauffälliges Leben führen und erst an Spieltagen in eine aggressive, gewaltbereite Identität wechseln.
Wie hat sich die Hooliganszene über die Zeit verändert?
Die Szene hat sich laut Arbeit von einer klassischen Fan-Identität hin zu einer zunehmenden Loslösung vom Fußballspiel und einer stärkeren Faszination für Gewalt an sich entwickelt.
- Citar trabajo
- Sebastian Hochhaus (Autor), 2013, Hooliganismus. Aktuelle Entwicklungen bei Sportereignissen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229623