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Skeptizismus in Wissenschaft und Forschung

Title: Skeptizismus in Wissenschaft und Forschung

Essay , 2013 , 11 Pages , Grade: bestanden

Autor:in: Moritz Elsaeßer (Author)

Psychology - Miscellaneous
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Betrachtet man die Etymologie des Wortes „Skepsis“, so verfolgt man den Bedeutungswandel eines Begriffs, der sich erstmals in der griechischen Antike unter Pyrrhon von Elis 300 v. Chr. als einflussreiche philosophische Schule manifestierte und sich über Jahrtausende hinweg in seiner Konnotation zu einer negativen Geisteshaltung voller Misstrauen und Zweifel veränderte. Sowohl im alltäglichen als auch im historischen Sprachgebrauch wird der Skeptiker personifiziert als rückständig und regressiv, erfüllt von Idealen der Vergangenheitsrestauration und Zukunftsresignation, einer Ideologie des Kultur- und Erkenntnispessimismus verfallen, kurzum eine Person, die den Glauben an das Gute in die Welt und deren Fortschreiten verloren hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die wissenschaftstheoretische Bedeutung des Skeptizismus, von seinen antiken Wurzeln bei Sextus Empiricus bis hin zu seiner Rezeption in den Wissenschaftstheorien des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Skeptizismus nicht als destruktive Geisteshaltung, sondern als konstruktive Methodologie zu verstehen ist, die den Fortschritt von Wissenschaft und Forschung maßgeblich vorangetrieben hat.

  • Die pyrrhonische Skepsis von Sextus Empiricus und die Lehre der Tropen
  • Kritische Analyse des Skeptizismus als methodische Grundlage
  • Karl Poppers kritischer Rationalismus und das Prinzip der Falsifikation
  • Thomas S. Kuhns Paradigmenwechseltheorie und das Konzept der Inkommensurabilität
  • Der Einfluss des Skeptizismus auf das Verständnis von wissenschaftlichem Erkenntnisgewinn

Auszug aus dem Buch

Hauptteil

Sextus Empiricus errichtete seine Lehre des neopyrrhonischen Skeptizismus auf der Grundlage des mentalen Repräsentationalismus der Kyrenaiker. Diese postulierten im Zuge ihres metaphysischen Solipsismus, dass es außerhalb des eigenen Ichs keine Erkennbarkeit der Wirklichkeit gebe, sodass nur das individuelle Innere Zugang zur Erkenntnis ermöglicht und folglich auch als ausschließliche existierende Entität betrachtet werden muss (vgl. Gabriel, 2008). Sextus Empiricus negierte jedoch bereits die Behauptung der Nichtexistenz der Außenwelt als eine Form der äußeren Erkenntnis und errichtete auf der Grundlage der Lehre von Pyrrhon von Elis die bis heute radikalste epistemologische Schule des Skeptizismus. Nach dieser sei der Mensch grundsätzlich zu keinem normativen Urteil fähig, da jede existierende Argumentation oder Begründung einer Behauptung bei näherer kritischer Auseinandersetzung auf einem Fehlschluss beruhe.

Sextus Empiricus beschränkte sich hierbei nicht auf die Darbietung einzelner Beispiele, sondern verfasste einen systematischen Katalog von Argumentationsfiguren (Tropen), die die Unmöglichkeit der Erkenntnis des wahren Seins aufdecken sollen. Neben dem Tropos der Meinungsverschiedenheit und dem Tropos der Relativität nennt er folgende drei Fehlschlüsse, auf die sich alle Thesen zurückführen lassen (vgl. Hossenfelder, 1985):

1. Beim infiniten Regress wird eine These A mit einer zweiten These B begründet, die ihrerseits selbst begründungsbedürftig ist. Alle weiteren Thesen, die zur nachfolgenden Begründung angeführt werden, verlangen ebenfalls nach zusätzlicher Begründung, sodass eine Verkettung der Argumentation erfolgt. Diese Konkatenation setzt sich ins Unendliche fort und verhindert so die Möglichkeit eines schlüssigen Beweises.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Bedeutungswandel des Begriffs Skepsis und entkräftet das Vorurteil eines rein pessimistischen Skeptizismus zugunsten einer konstruktiven wissenschaftlichen Geisteshaltung.

Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die antike pyrrhonische Skepsis von Sextus Empiricus und überträgt deren Prinzipien auf die Wissenschaftstheorien von Karl Popper und Thomas S. Kuhn.

Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass der Skeptizismus durch die Abkehr von absoluter Wahrheit einen makroskopischen Perspektivenwechsel in der Wissenschaft ermöglicht und zu einer vorbehaltlosen Methodologie führt.

Schlüsselwörter

Skeptizismus, Sextus Empiricus, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, kritischer Rationalismus, Karl Popper, Falsifikation, Paradigmenwechsel, Thomas S. Kuhn, Inkommensurabilität, Tropen, pyrrhonische Skepsis, Normativität, Methodologie, Erkenntnisgewinn

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Skeptizismus für die Wissenschaft und Forschung, indem sie dessen historischen Ursprung in der Antike mit modernen wissenschaftstheoretischen Ansätzen des 20. Jahrhunderts verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die antike pyrrhonische Skepsis, die Konzepte des kritischen Rationalismus von Karl Popper sowie die Paradigmenwechseltheorie von Thomas S. Kuhn.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Skeptizismus als konstruktive philosophische Haltung und methodische Basis für wissenschaftlichen Fortschritt zu verstehen ist, entgegen seinem oft negativen Image.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Der Autor verwendet eine wissenschaftshistorische und erkenntnistheoretische Analyse, um die argumentativen Strukturen skeptischer Lehren mit modernen wissenschaftstheoretischen Modellen in Beziehung zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der antiken Tropenlehre nach Sextus Empiricus, Poppers Theorie des Falsifikationismus und Kuhns Theorie der wissenschaftlichen Paradigmenwechsel inklusive des Begriffs der Inkommensurabilität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Skeptizismus, Falsifikation, Paradigmenwechsel, Inkommensurabilität, Erkenntnistheorie und kritischer Rationalismus charakterisiert.

Warum spielt die antike pyrrhonische Skepsis für moderne Theorien eine Rolle?

Die Arbeit verdeutlicht, dass sowohl Popper als auch Kuhn ihre wissenschaftstheoretischen Überlegungen auf dem fundamentalen skeptischen Gedanken der Nicht-Erkennbarkeit einer absoluten Wahrheit aufbauen.

Inwiefern unterscheidet sich Poppers growth of knowledge von Kuhns Paradigmenwechsel?

Während Popper einen kontinuierlichen, evolutionären Prozess des Erkenntnisgewinns durch Fehlerelimination postuliert, betrachtet Kuhn wissenschaftliche Entwicklungen als abrupte Revolutionen, in denen Paradigmen inkommensurabel nebeneinanderstehen.

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Details

Title
Skeptizismus in Wissenschaft und Forschung
College
University of Heidelberg  (Psychologisches Institut)
Course
Einführung in die Erkenntnistheorie
Grade
bestanden
Author
Moritz Elsaeßer (Author)
Publication Year
2013
Pages
11
Catalog Number
V229678
ISBN (eBook)
9783656449614
ISBN (Book)
9783656449997
Language
German
Tags
skeptizismus wissenschaft forschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Elsaeßer (Author), 2013, Skeptizismus in Wissenschaft und Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229678
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