Zahlungssysteme im Internet


Projektarbeit, 2010

68 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Grundlagen zu internetbasierten Zahlungssystemen (Peter Klassen)
1.1. Definitionen/ Begriffsbestimmungen
1.2. Das Prinzip des elektronischen Kaufvorgangs
1.2.1. Beispiel: Elektronischen Kaufvorgang - Kauf einer Briefmarke
1.3. Geschichtliche Entwicklung internetbasierter Zahlungssysteme
1.4. Sicherheit
1.5. Anforderungen an ein elektronisches Bezahlsystem

2. Systematik/ Kategorisierung (Peter Klassen)
2.1. Unterscheidung zwischen On- bzw. Offline-Zahlung
2.2. Unterscheidung nach dem Zeitpunkt der Zahlung
2.3. Unterscheidung nach Höhe der Zahlung
Literaturverzeichnis (Peter Klassen)

3. Marktübersicht/ Beispielhafte Transaktionen (Tomas Kocian)
3.1. Pay Pal
3.1.1. Was ist PayPal?
3.1.2. Was kostet PayPal?
3.1.3. Sicherheit
3.1.4. Funktionsweise von PayPal mit Hilfe von graphischen Beispielen
3.1.5. Kritik und Fazit
3.2. ClickandBuy
3.2.1. Was ist C & B?
3.2.2. Vorteile
3.2.3. Was kostet clickandbuy?
3.2.4. Sicherheit
3.2.5. Funktionsweise von clickandbuy anhand von graphischen Beispielen
3.2.6. Kritik
3.3. paysafecard
3.3.1. Was ist die paysafecard?
3.3.2. Was kostet die paysafecard?
3.3.3. Sicherheit
3.3.4. Funktionsweise der paysafecard
3.4. Sofortüberweisung
3.4.1. Was ist sofortüberweisung.de?
3.4.2. Was kostet sofortüberweisung.de?
3.4.3. Vorteile
3.4.4. Sicherheit
3.4.5. Funktionsweise von sofortüberweisung.de anhand von graphischen Beispielen
3.4.6. Fazit
3.5. Kreditkartenzahlung
3.5.1. Was ist eine Kreditkarte?
3.5.2. Die Karte
3.5.3. Vorteile
3.5.4. Was kostet eine Kreditkarte?
3.5.5. Haftung
3.5.6. Sicherheit
3.5.7. Funktionsweise der Kreditkarte anhand von graphischen Beispielen
3.5.8. Fazit
Literaturverzeichnis (Tomas Kocian) A

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Weltweite Internetnutzung 2009 (Quelle:[8])

Abbildung 2: Nutzung des Internets in Deutschland bis 2008 (Quelle:[8])

Abbildung 3: Das Prinzip eines Kaufvorgangs (Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Schuster/ Färber/ Eberl, 1997)

Abbildung 4: Herkömmliche physikalische Leitung (eigene Darstellung)

Abbildung 5: Dezentrale Kommunikation (eigene Darstellung)

Abbildung 6: Anforderungen von Kunden und Händlern (Quelle: in Anlehnung an[8])

Abbildung 7: Kategorisierung von Bezahlsystemen nach Off- bzw. Online-Zahlung (Quelle: eigene Darstellung)

Abbildung 8: Kategorisierung von Bezahlsystemen nach dem Zahlungszeitpunkt (Quelle: eigene Darstellung)

Abbildung 9: Kategorisierung von Zahlungssystemen nach der Höhe der Zahlung (Quelle: Dombret, B. (2008), S. 17)

Abbildung 11: Offizielles Logo PayPal (Quelle: www.paypal-deutschland.de)

Abbildung 10: Bsp. für ein Captcha Sytem (Quelle: www.captcha.net)

Abbildung 12: Gebührentabelle PayPal (Quelle: eigene Darstellung)

Abbildung 13: 3-Schritt Abwicklung mit PayPal (Quelle: http://www.plentysystems.de)

Abbildung 14: User Portal PayPal (Quelle: http://wiki.mikrotik.com)

Abbildung 15: 2010 neu entstandenes Logo (Quelle: https://www.payment-neteork.com)

Abbildung 16: Anfang 2010 abgelöstes Logo (Quelle: http://www.pokern.pl)

Abbildung 17: Gebührentabelle clickandbuy (Quelle: eigene Darstellung)

Abbildung 18: Schritt 1 - Artikel aussuchen (Quelle: http://www.clickandbuy.com)

Abbildung 19: Schritt 2 - clickandbuy auswählen (Quelle: http://www.clickandbuy.com)

Abbildung 20: Schritt 3 - clickandbuy Zugangsdaten eingeben (Quelle: http://www.clickandbuy.com)

Abbildung 21: Schritt 4 - Kauf bestätigen (Quelle: http://www.clickandbuy.com)

Abbildung 22: Schritt 5 - Artikel lesen (Quelle: http://www.clickandbuy.com)

Abbildung 23: Offizielles paysafecard-logo (Quelle: http://www.paysafecard.com)

Abbildung 24: Bsp. Ausdruck paysafecard modern (Quelle: http://www.paysafecard.com)

Abbildung 25: Bsp. Wertkarte paysafecard veraltet (Quelle: http://www.paysafe-poker.com)

Abbildung 26: Bsp. Zahlvorgang mit der paysafecard (Quelle: http://www.paysafecard.com)

Abbildung 27: Offizielles Logo sofortüberweisung.de (Quelle: https://payment-network.com)...

Abbildung 28: Logo Sicherheit (Quelle: https://payment-network.com)

Abbildung 29: Schritt 1 sofortüberweisung.de (Quelle: https://www.sofortueberweisung.de)

Abbildung 30: Schritt 2 sofortüberweisung.de (Quelle: https://www.sofortueberweisung.de)

Abbildung 31: Schritt 3 sofortüberweisung.de (Quelle: https://www.sofortueberweisung.de)

Abbildung 32: Schritt 4 sofortüberweisung.de (Quelle: https://www.sofortueberweisung.de)

Abbildung 33: Bsp. Kreditkarte VISA und Mastercard (Quelle: http://de.wikipedia.org)

Abbildung 34: Entwicklung - Nutzer der Kreditkarte (Quelle: eigene Darstellung)

Abbildung 35: Kreditkarte Vorderseite (Quelle: http://www.dz-portal.de)

Abbildung 36: Kreditkarte Rücseite (Quelle: http://www.datatrans.ch)

Abbildung 37: POS-Terminal (Quelle: http://image.made-in-china.com)

Abbildung 38: Bsp. einer Einzahlung per Mastercard bei bwin.de (Quelle: www.bwin.de)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Internetnutzung hat in den letzten Jahren weltweit einen enormen Zuwachs erlebt. Heute kann man davon ausgehen, dass ca. 25% der gesamten Weltbevölkerung in irgendeiner Form Zugang zum weltweiten Netz hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Weltweite Internetnutzung 2009 (Quelle:[8])

Die Abbildung 1 zeigt eindrucksvoll, wie der Anstieg in den letzten zehn Jahren weltweit verlaufen ist. Insgesamt konnte in den Jahren ab 2000 ein weltweiter Zuwachs der Internetnutzer von gut 360% beobachtet werden.. Die stärksten Zuwachszahlen erlebten die asiatischen und afrikanischen Länder und die Län- der im mittleren Osten (In dieser Abbildung sind in „Übrige“ Afrika, Australien, Ozeanien, Lateinamerika, Karibik und Länder des mittleren Osten zusammen- gefasst.). Die asiatischen Länder konnten einen stolzen Zuwachs von über 500% vom Jahr 2000 verzeichnen und stiegen damit zur absolut betrachtet größten Gruppe der Internetnutzer (über 700 Mio.) der Welt auf. Dabei ist aber zu beachten, dass immer noch ein relativ geringer Anteil der Bevölkerung (18,5%) dem Internet angeschlossen ist. Europa und Nord Amerika können sol- che Zuwachszahlen zwar nicht vorweisen, sie sind aber an der Spitze, mit ih- rem Internet-Nutzeranteil von 50,1% bzw. 73,9%. Damit nähern sie sich, be- sonders Nord Amerika, dem Sättigungszustand.

Wie eingangs schon erwähnt nutzen, global gesehen, etwa ein viertel der gesamten Weltbevölkerung das Internet. Die Entwicklung in Deutschland zeigt, im Vergleich zur allgemeinen Entwicklung, ein etwas anderes Bild.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Nutzung des Internets in Deutschland bis 2008 (Quelle:[8])

Der größte Anteil der deutschen Unternehmen verfügt bereits seit Jahren über einen Internetanschluss und es scheint, dass dieser Bereich die Sättigung er- reicht hat. Es finden seit dem Jahr 2005 keine Zuwächse in diesem Bereich mehr statt. Die spannende Frage hier lautet, ob und wie sich die Nutzung des Internets im Laufe der Jahre innerhalb der Unternehmen verändert hat. Im privaten Bereich stieg die Zahl der Haushalte mit Internetzugang in Deutsch- land deutlich, auf knapp 70% im Jahr 2008, an. Laut Statistischem Bundesamt beträgt die absolute Anzahl der deutschen Haushalte mit Internetzugang im Jahr 2008 knapp 27 Millionen (26.897 Tsd.)1. Wie viele Nutzer sich dahinter verbergen lässt sich aus der durchschnittlichen Mitgliederanzahl je deutschem Haushalt ableiten. Ein deutscher Haushalt hat durchschnittlich 2,05 Personen2 und damit hat Deutschland gut 55 Millionen Internetnutzer.

Wo sich viele Menschen „tummeln“, ist der Kommerz nicht weit. Wo Kommerz ist, da finden Bezahlvorgänge statt. Dies ist auch bei der zunehmenden Nut- zung des Internets so gewesen. Die Studie ACTA 2009 vom Institut für Demos- kopie Allensbach zeigt für das Jahr 2004 einen Online-Käufer-Anteil von 45% an, der bis zum Jahr 2008 auf 63% ansteigt3. Absolut sind dies 36,4 Millionen Online-Käufer in der Bundesrepublik Deutschland. Dies sind beachtliche Zahlen aber es hat seine Zeit gebraucht, bis so viele Menschen das nötige Vertrauen in das elektrische Bezahlsystem gefasst hatten um auch einen Kauf über das Internet durchzuführen. Für das Jahr 2000 bis 2002 zeigen Dannenberg und Ulrich noch wesentlich niedrigere Internet-Shopper Anteile der Internetnutzer von etwa 17-28% auf und führen dies auf das mangelnde „Vertrauen in die elektronische Abwicklung des Zahlungsverkehrs im Rahmen von Online- Shopping-Transaktionen“, der „Kostenlos-Kultur im Internet“ und dem nicht Vorhandensein von „geeigneten Zahlungssystemen für den Micropayment- Bereich“4zurück.

Die vorliegende Ausarbeitung widmet sich den Bezahlsystemen im Internet. Dabei sollen zunächst Grundlegende Dinge, wie die Geschichte des elektroni- schen Bezahlens, Begriffsbestimmungen im Bereich E-Payment und Anforde- rungen von Zahlungssystemen im Internet besprochen werden um dann eine Klassifizierung der vorhandenen Zahlungssysteme aufzuzeigen und zum Abschluss aus allen relevanten Systembereichen beispielhafte Transaktionen durchzuführen.

Zur Einstimmung auf das vorliegende Thema sei noch ein sehr treffendes Bild aus dem Buch „Digital Cash“ von Schuster, Färber und Eberl zitiert, welches das Einkaufen im Internet sehr anschaulich beschreibt. „Jemand geht auf einen Markt, um Äpfel zu kaufen. Dazu stellt er sich irgendwo hin und fragt laut nach den Preisen für Äpfel. Von überall her kommen Antworten in Form von Händ- lernamen und des Apfelpreises. Der Käufer entscheidet sich schließlich für ei- nen bestimmten Verkäufer, ruft ihm seine Kreditkartennummer zu und erhält seine Äpfel zugeworfen“ In dem Beispiel klingt das überaus wichtige Thema der Sicherheit durch, welches immer und überall in die Überlegungen mit einge- bunden werden sollte. Überhaupt stellt die Sicherheit wohl das größte Problem beim elektronischen Bezahlen dar und verschärft sich auch noch, wenn man bedenkt, dass das Internet zu anderen Zwecken als der „Übertragung von Zah- lungstransaktionen“5. geschaffen wurde.

1. Grundlagen zu internetbasierten Zahlungssystemen (Peter Klassen)

1.1. Definitionen/ Begriffsbestimmungen

Da die Zahlungssysteme im Internet in den letzten zwei Jahrzehnten, bzw. im letzten Jahrzehnt, ganz neu aufgekommen sind, musste sich zunächst eine Einheitliche Begrifflichkeit herausbilden. Dies war und ist kein einfacher Prozess. In den Anfangsjahren war die Branche der elektronischen Bezahlsysteme von einem großen Wandel gekennzeichnet und verursachte dadurch einen Wust an Begrifflichkeiten und Bezeichnungen.

Als aller erstes sollte zunächst zwischen „juristische Termini, die in der banken- rechtlichen Gesetzgebung legaldefiniert sind […], Produktbezeichnungen, bei denen es sich oftmals um markenrechtlich geschützte Zeichen handelt […] [z.B. GeldKarte], und Plakativbezeichnungen“6unterschieden werden. Juristische Termini, sind zum Beispiel Elektronisches Geld, Geldkarte und Netzgeld. Die Bezeichnung, Elektronisches Geld (E-Geld), ist für diese Ausar- beitung wichtig. E-Geld wird in der Richtlinie 2009/110/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 16. September 2009 als „jeden elektronisch — darunter auch magnetisch — gespeicherten monetären Wert in Form einer For- derung gegenüber dem Emittenten, der gegen Zahlung eines Geldbetrags aus- gestellt wird, um damit Zahlungsvorgänge […] durchzuführen, und der auch von anderen natürlichen oder juristischen Personen als dem E-Geld-Emittenten an- genommen wird“7eindeutig definiert.

Weitere Begrifflichkeiten sind Online- oder Internet-Banking und Internetzahlungssystem, elektronische Bezahlverfahren, Electronic Payment Systems (EPS) oder elektronische Bezahlsysteme (hier können sicher noch weitere ähnliche Bezeichnungen verwendet werden).

Online-Banking bezeichnet „die Vertragsbeziehung zwischen einem Bankkunden und seiner Bank und die über das Internet geführte Kommunikation zur Verwaltung eines Kontos“8.

Bei Internetzahlungssystemen geht man hingegen „von Mehr-Parteien- Modellen aus, bei denen nicht so sehr die Beziehung zwischen Bank und Kun- de im Vordergrund steht, sondern die Einleitung einer finalen Zahlung für ein im Internet erworbenes Produkt bzw. eine Leistung“9. Dabei sind, wie erwähnt, mehr Parteien beteiligt. Bei dem Internetzahlungssystem PayPal, zum Beispiel, wird ein Kunden mit einem Händler, und die jeweils mit ihren Hausbanken, ver- knüpft. In diesem Fall sind fünf Parteien an einem Zahlungsvorgang beteiligt.

1.2. Das Prinzip des elektronischen Kaufvorgangs

In der Einleitung wurde angeschnitten, welche Sicherheitsbedenken beim elekt- ronischen Bezahlen zum Tragen kommen. Um dem Thema Sicherheit (Kapitel

1.4 Sicherheit) näher zu kommen, bedarf es zunächst einer Systematischen Darstellung des elektronischen Kaufvorgangs.

Die elektronische Bezahlung findet im Wesentlichen, analog zum allgemeinen Kaufvorgang, in fünf Schritten statt. Anders als beim üblichen Vorgang findet die Kommunikation hauptsächlich über das Internet statt. Die einzelnen Schritte sind:

1. Der Online-Händler richtet sein Angebot, über das Internet, an die breite Weböffentlichkeit. Dies kann über öffentliche Marktplätze oder über eigens eingerichtete Webshops geschehen. Dort sind meist auch schon die Preise und die Zahlungsmöglichkeiten aufgeführt. Exklusive Anbieter oder Anbieter von Produkten mit hohem Individualcharakter geben die Preise nicht öffentlich bekannt und organisieren einen Zwischenschritt, die individuelle Beratung und in der Folge ein darauf zugeschnittener Preis.
2. Der Kunde wählt ein oder mehrere Produkte aus, lagert sie in einem Warenkorb zwischen, gibt, wenn sein Einkaufsprozess beendet ist, die gewünschte Zahlungsart an und sendet diese Informationen an den Händler.
3. Der Händler prüft nun den Auftrag und gleicht ihn mit seinen verfügbaren Produkten ab. Dem Kunden wird eine aktualisierte Bestellbestätigung gesandt inklusive der Rechnung.
4. Der Kunde bezahlt die Rechnung.
5. Nachdem der Rechungsbetrag eingegangen ist, sendet der Händler die Ware an den Kunden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Das Prinzip eines Kaufvorgangs (Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Schuster/ Färber/ Eberl, 1997)

Die eigentliche (elektronische) Bezahlung, um die es in dieser Projektarbeit geht, findet in Schritt 4 statt. Welche konkreten Zahlungsmöglichkeiten es dort gibt, zeigen Kapitel 2 Systematik/ Kategorisierung und Kapitel 3 Marktübersicht/ Beispielhafte Transaktionen.

Die neueren Händlerportale kürzen den klassischen Kaufvorgang um zwei Schritte. Analog zur Sendung der Produktauswahl an den Händler kann paral- lel, bzw. in einem kleinen Nebenschritt, die Zahlung ausgeführt werden. Eine Betätigung und Rechnung und anschließende Zahlung findet nicht in getrennten Schritten statt.

Ein Beispiel eines modernen Kaufvorgangs soll anhand eines Briefmarken- kaufs, auf der Internetseite der Deutschen Post, www.internetmarke.de, veran- schaulicht werden.

1.2.1. Beispiel: Elektronischen Kaufvorgang - Kauf einer Briefmarke

Mit einem Klick auf der Internetseite www.internetmarke.de kommt man sofort auf die Produktauswahlseite für diverse Versandtwertmarken. Dort erfolgt der Kauf in vier Schritten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nachdem das Produkt ausgewählt ist und verschiedene Konfigurationen getätigt wurden, kann der Onlinekunde, aus einer begrenzten Auswahl, seine gewünschte Zahlungsart wählen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Kauf bedarf es dann noch lediglich einer kurzen Anmeldung über die E- Mail-Adresse und das Kennwort. Je nach gewählter Zahlungsart, kann das Login-Fenster unterschiedlich aussehen. Nach der Anmeldung steht das Pro- dukt schon bereit und kann in einer PDF-Datei geöffnet und am eigenen Drucker ausgedruckt werden.

1.3. Geschichtliche Entwicklung internetbasierter Zahlungssysteme

Die geschichtlichen Entwicklungen der internetbasierten Zahlungssysteme können nicht getrennt von der Entwicklung des Internets selbst betrachtet werden. Für das Verständnis der heutigen Bezahlsystemen, deren Anwendungspezifikationen und auch Sicherheitsanfälligkeiten sind die Anfänge und die späteren Weiterentwicklungen von enormer Bedeutung.

Der Auslöser für die Entwicklung eines Kommunikationsnetzwerkes, welchem das uns bekannte Internet folgen sollte, entspringt einem Bereich, der zunächst nichts mit dem eigentlichen Internet zu tun hat. 1957 startete die Sowjetunion den ersten Satelliten, Sputnik 1, ins Weltall. Dieser Vorstoß der Russen kam so überraschend, dass die Amerikaner eine geeignete Antwort auf die Gescheh- nisse suchten. Die amerikanische Regierung startete als Reaktion verschiedene Forschungsprojekte um wieder die Führung in Wissenschaft und Technik10zu erlangen und vor allen Dingen „die Militärtechnologie der USA wieder in eine weltweit führende Position zu bringen“11. Unter anderem wurde dazu eine For- schungsbehörde namens ARPA (Advanced Research Projects Agency) ge- gründet, deren Aufgabe es war neue Technologien zur zuverlässigen Datenüber- tragung zu entwickeln. Es sollte ein Netzwerk entste- hen, welches umfassenden Zerstörungen (z.B. Atom- anschlägen) standhalten Sender Empfänger

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Herkömmliche physikalische Leitung (eigene Darstellung)

kann und als Ganzes funktionstüchtig bleibt. Dies wiederum ging nur mit einer dezentralen Ausrichtung des Netzes. ARPA entwickelte in diesem Zusammen- hang eine paketorientierte Datenübertragung, die im Unterschied zu den her- kömmlichen, „stehenden“ oder physikalischen Leistungen, keine ununterbro- chen feste Verbindung für Kommunikationen benötigte. Der Vorteil war die hö- here Robustheit des Systems. Während die herkömmliche Leitung nach einer Zerstörung nicht mehr einsatzfähig war, konnten diese neu entwickelten Ver- bindungen das gesamte Netz nutzen um die Verbindung zum Nachrichtenemp- fänger aufrecht zu erhalten. Ein partieller Ausfall verhinderte nun nicht mehr den Zusammenbruch des gesamten Systems wie es bisher bei herkömmlichen festen Leitungen der Fall war.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Dezentrale Kommunikation (eigene Darstellung)

Konkret wurde das neue Netz nach dem Prinzip des heute bekannten Kommunikationsprotokolls TCP/IP aufgebaut. Danach werden die zu übermittelnden Daten in kleine Pakete zerteil (TCP) und mit einer fortlaufenden Nummerierung und Adressierung (IP) versehen. Der Weg, den diese Daten zum Empfänger wählen, ist nicht fest und starr und auch nicht vorher bestimmt. Der Datenweg kann beliebig variieren und so optimal auf Störungen reagieren.12

Das Netz ging 1968/69 unter dem Namen ARPANET in Betrieb und hatte zu dem Zeitpunkt vier Knoten (Computer). Gut zehn Jahre später (1981) sind es schon 200 und noch zehn weitere Jahre später (1990) schon über 300.000 Knoten. Danach explodierten die Netzwerkteilnehmerzahlen auf 93 Mio. im Jahr 2000 und heute sind es über 600 Mio. beteiligte Computer die als Hosts im Netzwerk in Betrieb sind13.

Das erste Bestehen eines Netzes, welches mit dem heutigen Internet ver- gleichbar ist, kann auf das Jahr 1977 datiert werden. Zu dem Zeitpunkt wurde das erste arbeitsfähige Netz demonstriert, welches aus vier verschiedene Teil- netzen bestand und über das Kommunikationsprotokoll TCP/IP verbunden war14. Man beachte, dass zu diesem Zeitpunkt die Anwendungen im Netz noch nicht vergleichbar sind mit den heutigen, „einfach zu bedienenden graphischen Benutzeroberflächen“15-Anwendungen. Dieser „Dienst“ sollte erst später, unter dem Namen World Wide Web (WWW), bekannt werden und sich zu dem wich- tigsten Element des Internets entwickeln.

Schon in der Frühphase des Internets, 1970 bis 1990, als es noch als militäri- sches bzw. akademisches Netz16angesehen wurde, entstanden erste elektro- nische Bezahlformen. Kurze Zeit nachdem in Deutschland 1983 der Start- schuss für ein neues Medium Namens Bildschirmtext (Btx) auf der Internationa- len Funkausstellung (IFA), vom damaligen Postminister Christian Schwarz- Schilling, gegeben wurde, bot die Deutsche Post eine 24-Std-Kontoführung un- ter dem Namen „Btx-Postgiro“ an. Mit dieser Form des Onlinebanking konnten die Kunden schon damals Überweisungen durchführen oder Kontostände abru- fen17. Und auch eine andere elektronische Bezahlform fand in dieser Zeit statt, die vorausbezahlte Telefonkarte18.

Ein anderer wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Internets ist die elekt- ronische Post „E-Mail“. Das Internet wurde ursprünglich nicht zum Zwecke der Nachrichtenübertragung konstruiert, aber gerade diese Anwendung löste einen erheblichen Nutzeranstieg aus. In kurzer Zeit überstieg das Volumen des elekt- ronischen Postverkehrs dem Datenvolumen der anderen, ursprünglichen An- wendungen Telnet (Programm zur Fernsteuerung von fremden Rechnern) und FTP (Programm zum Austausch von Dateien), weil die elektronische Post viel schneller und kostengünstiger war als die normale Post19.

Die Aktivitäten im Netz nahmen also ständig zu, sodass das bestehende Netz allmählich überlastet war. Im Jahr 1986 löste in Amerika schließlich das NSF- NET das bestehende Netz ARPANET ab und im Jahr 1990 folgte Europa mit der Implementierung des EBONE. Damit wurden umfassende Basisnetze ge- schaffen, die die Infrastruktur für weitreichende Dienste darstellen sollte. „Zum Austausch von Dateien wurde das FTP (File Transfer Protocol) entwickelt. Um bestimmten Netzteilnehmern Nachrichten zu schicken, gibt es Email (Electronic Mail). Aber der Dienst, der das Internet erst richtig populär gemacht hat, ist das World Wide Web (WWW)“20, welches mit der neuen Infrastruktur erst richtig seine Bedeutung zeigte.

Der Grund für die Popularität war, dass die Bedienung der Browser so einfach gestaltet war, dass auch technische Laien sich im Netz zu Recht fanden und auf weltweite Erkundung gehen konnten. Das Prinzip der Querverweise, wel- ches auf der Hyper Text Markup Language (HTML) von Tim Berners-Lee ba- sierte, eröffnete ungeahnte Potentiale und Möglichkeiten. Mit einem einfachen Klick auf einer graphischen Benutzeroberfläche konnten interessanten Inhalte auf der ganzen Welt erreicht werden. „Hunderttausende von Nutzern haben Informationsangebote für das WWW aufbereitet und der Öffentlichkeit zur Ver- fügung gestellt“21, so begründete Jochen Musch 1997 in seinem historischen Abriss über die Geschichte des Netzes, das enorme Wachstum des WWW. Aber nicht nur dass, mit HTML gibt es nun „die Möglichkeit, Formulare zu ge- stalten, die der Benutzer ausfüllt; die Daten aus einem solchen Formular wer- den dann an den Server gesendet. Dort können dann automatisch weitere Programme gestartet werden, die diese Daten verarbeiten. Damit lassen sich komplexe Interaktionen realisieren. Einkaufen im Internet wird so sehr komfor- tabel möglich“22.

Mit diesen Entwicklungen war die Basis gelegt für ein umfassendes Netz wel- ches auch für kommerzielle Zwecke geeignet war. So wird dann auch die ge- schichtliche Phase des Internets ab 1990 bezeichnet23. Allerdings müssen in diesem Zusammenhang zwei wichtige Ereignisse genannt werden, die diese Entwicklung entscheidend beeinflusst haben. Erstens hob die NSF 1991 das Werbeverbot im damaligen Netz auf, welches zur Folge hatte, dass eine immer stärkere Werbeflut im Internet entstand und kommerzielle Akteure mobilisierte. Zweitens kann die Erklärung Al Gores zu seiner Technologiepolitik am 15. Sep- tember 1993, die National Information Infrastructure Agenda for Action (NII), als weiteren Grund für den Popularitätszuwachs des Internets gesehen werden. Al Gores Absicht war es, das Internet zu einer „Grundlageninfrastruktur für Wirt- schaft, Bildung, Wissenschaft und Kultur“ zu machen. Damit wurde eine „Mas- senbesiedlung des Internets“ ausgelöst und die Zeit der „Zugangskontrollen und [der] kryptographisch abgesicherten Rechtekontrollsystem[e]“ begann24.

Es gibt Autoren, die die kommerzielle Phase, bezogen auf die Entwicklungsge- schichte des elektronischen Bezahlens, ab 1990 bis heute nochmals unterglie- dern. So zeigen Dannenberg und Ulrich in ihrem Buch „E-Payment und E- Billing“ aus dem Jahr 2004 von 1993 bis 1995 eine Pionierphase, von 1995 bis 1998 eine Phase geprägt von Initiativen der Kreditwirtschaft und von 1999 bis 2004 eine Phase der zweiten Generation von Internet Payment Systemen auf25. Die Pionierphase kann vielleicht am besten mit dem in der Einleitung angeführ- tem Apfel-Beispiel verglichen werden. Das Netz war weltumfassend, offen und chaotisch wo alle Kreditkarten- und Kontodaten anfangs ungeschützt durch das Internet geleitet wurden. Allerdings wurde schon 1994 das erste Protokoll ent- wickelt, das Secure Sockets Layer Protocol (SSL-Protocol), womit eine sichere Übertragung möglich war.

Die Banken waren in den, zu dieser Zeit entstehenden Zahlungssystemen nicht eingebunden, was genau dem Geist der damaligen Internetnutzer entsprach. Auf diesem Wege entstanden Konzepte für elektronische Zahlungen wie First VirtualPin der Firma First Virtual Holdings oder CyberCash der gleichnamigen Firma. Sie sind heute nicht am Markt, stellen aber trotzdem wichtige Meilenstei- ne in der Geschichte der elektronischen Zahlungssysteme dar. . First VirtualPin ist ein Zahlungssystem, welches auf Kreditkartenbasis läuft und anhand eines E-Mail-Bestellmechanismus einen Kaufvorgang durchführt. Zu- erst ist eine Registrierung bei First Virtual notwendig, wo man seine persönli- chen Daten, Kreditkartendetails und natürlich die E-Mail-Adresse angeben muss. Daraufhin erhält man eine persönliche ID-Nummer mit welcher man ein- kaufen kann. Der jeweilige Händler erhält die ID und leitet sie an First Virtual weiter. First Virtual schaltet sich mit dem registrierten Kunden kurz und bestätigt dem Händler die Kreditkartenbelastung. Dieser kann dann die Lieferung der Ware anstoßen.

Ein Vorteil dieses Systems ist, dass die Kreditkartendaten selbst zu keinem Zeitpunkt über das Internet geleitet werden. Allerdings hat dieses System auch einige Nachteile. Der hohe Zeitaufwand für eine Transaktion, die fehlende Anonymität (First Virtual speicherte alle Transaktionsdaten) und auch die Wirtschaftlichkeit bei Microzahlungen stellte Probleme dar.

1998 stellte First Virtual den Dienst First VirtualPin ein und übergab alle registrierten Kunden an CyberCash weiter.

CyberCash basierte ebenfalls auf dem Kreditkartensystem. Allerdings müssen die Kunden und Händler eine bestimmte Software auf ihren Computer installie- ren um dieses Zahlungsverfahren nutzen zu können. Bei der Installation werden dann die Kreditkarteninformationen eingegeben. Eine elektronische Zahlung wird stets vom Kunden ausgelöst, wenn er den Bezahlknopf betätigt. Die ver- schlüsselten Daten werden an den Händler gesandt, der fügt zusätzliche Daten hinzu und sendet das gesamte Datenpacket an den Betreiber. Der Betreiber entschlüsselt diese Daten und gibt eine Rückmeldung an den Händler weiter. Dieser kann dann den Warenversand starten. Mit diesem Verfahren waren auch Zahlungen in kleiner Höhe möglich. Allerdings lief dieses dann über ein Last- schriftverfahren und dem Girokonto des Kunden wozu eine gesonderte Regist- rierung notwendig war.

[...]


1(vgl.[8]S.115)

2(vgl.[8]S.46)

3(vgl.[8])

4(vgl.[8]S.12ff.)

5(vgl.[8]S.5)

6[8]S.41

7[8]

8[8]S.13f.

9[8]S.26

10(vgl.[8])

11([8]S.1)

12(vgl.[8]S.1f.)

13(vgl.[8])

14(vgl.[8]S.2)

15([8]S.31)

16(vgl.[8]S.4 und Fehler! Verweisquelle konnte nicht gefunden werden.)

17(vgl.[8])

18(vgl.[8]S.20)

19(vgl.[8]S.21)

20([8]S.3)

21(vgl.[8]S.31)

22([8]S.3)

23(siehe[8]und[8])

24(vgl.[8])

25(vgl.[8]S.20-26)

Ende der Leseprobe aus 68 Seiten

Details

Titel
Zahlungssysteme im Internet
Hochschule
Fachhochschule Koblenz - Standort RheinAhrCampus Remagen
Note
1,7
Autoren
Jahr
2010
Seiten
68
Katalognummer
V229714
ISBN (eBook)
9783656451921
ISBN (Buch)
9783656452942
Dateigröße
4860 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
zahlungssysteme, internet
Arbeit zitieren
Tomas Kocian (Autor)Peter Klassen (Autor), 2010, Zahlungssysteme im Internet , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229714

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