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Motive im Minnesang. Gewalt und Augen

Title: Motive im Minnesang. Gewalt und Augen

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maximilian Monsees (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Die vorliegende Hauptseminararbeit beschäftigt sich mit ausgewählten Motiven des frühen Minnesangs, allen voran die Motive der Gewalt und des "schouwens" bzw. die Metaphorik von Augen. Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit Funktion von Augen und schauen sowie mit Gewaltmotiven im Minnesang allgemein und baut u.a. gegenwärtige Forschungsdiskussionen mit ein. Abseits der bereits häufig diskutierten Motiven von Minneparadox und Kreuzfahrerliedern versucht die Arbeit hiervon abzusehen und sich dieser noch eher unbeleuchteten Thematik zuzuwenden, obschon auf das Minneparadoxon in der Argumentation häufig zurückgegriffen werden muss.

Die Arbeit analysiert im zweiten Teil zwei ausgewählte Textbeispiele Friedrich von Hausens und Heinrich von Morungens. Hier werden Überlegungen des ersten Teils zu den behandelten Motiven aufgegriffen und textkritisch in den Inhalt der Beispiellieder eingebunden, wobei auch auf eine klassische Lied- und Textüberlieferungsanalyse zurückgegriffen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewalt und bedrohliche Minne

3. Augenmetaphorik und „schouwen“

4. Friedrich v. Hausen "Wâfenâ, wie hat mich minne gelâzen"

4.1 Überlieferung und Aufbau

4.2 Inhalt und Erscheinungsform von Gewalt

4.3 Zusammenfassung

5. Heinrich v. Morungen "Von der elbe wirt entsehen"

5.1 Überlieferung und Aufbau

5.2 Inhalt und Augenmotiv

5.3 Zusammenfassung

6. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Gewaltmotiven sowie die Bedeutung der Augenmetaphorik (schouwen) im frühen Minnesang, indem sie das Minneparadoxon als Ausgangspunkt für Aggressions- und Ohnmachtsgefühle des Sängers analysiert und dies an den Beispielen Friedrichs von Hausen und Heinrichs von Morungen demonstriert.

  • Semantik und Allegorisierung der "Gewalt" im höfischen Kontext.
  • Die Funktion der Augen als Portal zur Seele und als Ort der Verwundbarkeit.
  • Analyse des Minneparadoxons und der daraus resultierenden Ohnmacht.
  • Der Einfluss antiker Sehtheorien auf die literarische Darstellung des Blickkontakts.
  • Kontrastierung von aktiver Gewaltphantasie und passiver Liebesabhängigkeit.

Auszug aus dem Buch

4.2 Inhalt und Erscheinungsform von Gewalt

„[I]t is Lady Minne who presents herself as an irresistible force. […] love begins as an assault by personified Minne on a singer[.]”18 Treffender könnte der einleitende Moment des Liedes und die Ausgangssituation des Sängers nicht geschildert werden.

Wâfenâ, wíe hat mich minne gelâzen!, diu mich betwanc, daz ich lie mîn gemüete an solhen wân, der mich wol mac verwâzen, ez ensî daz ich genieze ir güete, Von der ich bin alsô dicke âne sin. Mich dûhte ein gewin, und wollte diu guote Wizzen die nôt, diu wont in mînem muote. (MF 52,37-53,5, nach C 15)

Die erste Strophe des Liedes leitet mit der Situation des Sänger-Ichs ein, welches sich von Beginn an der Gewalt durch die personifizierte Minne ausgesetzt sieht. Der weckende Alarmruf Wâfenâ kann zu Beginn sofort als Symbol für das kämpferische Element in dem Lied gesehen werden. Es soll zu den Waffen gegriffen werden, um Frau Minne Gegenwehr leisten zu können, welche den Minner zuvor betwanc. In Vers 2 wird deutlich die Ohnmacht bereits vorweg genommen, der Sänger fühlt sich von Frau Minne in Stich gelassen und überwunden. Er findet sich nun im wân dieser hoffnungslosen Liebe wieder.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Minneparadoxon und die Relevanz der Motive Gewalt und Augenmetaphorik im frühen Minnesang.

2. Gewalt und bedrohliche Minne: Untersuchung der Doppelsemantik des Wortes "gewalte" und der Rollenzuweisung der Minne als Antagonistin.

3. Augenmetaphorik und „schouwen“: Analyse der Augen als Portal zur Seele und deren zentrale Rolle im ästhetischen und emotionalen Austausch.

4. Friedrich v. Hausen "Wâfenâ, wie hat mich minne gelâzen": Interpretation eines exemplarischen Liedes, bei dem Gewaltphantasien als Reaktion auf unerfüllte Werbung im Mittelpunkt stehen.

5. Heinrich v. Morungen "Von der elbe wirt entsehen": Analyse eines Liedes, das die magische Komponente des Blickkontakts und die Ohnmacht gegenüber einer übernatürlichen Elbenfrau thematisiert.

6. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Vielfalt der Gewalt- und Augenmetaphorik in den untersuchten Texten.

Schlüsselwörter

Früher Minnesang, Minneparadox, Gewalt, Augenmetaphorik, schouwen, Friedrich von Hausen, Heinrich von Morungen, Elbenfrau, Minne, Ohnmacht, Blickkontakt, mittelalterliche Literatur, semantische Analyse, Liebe, Körperkonzept.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Motive von Gewalt und Augenmetaphorik im frühen Minnesang anhand zweier spezifischer Textbeispiele.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Personifikation der Minne, die Rolle des Minneparadoxons sowie die Bedeutung der Augen als Portal zwischen Minner und der umworbenen Dame.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gewalt und Blickmetaphorik in Minneliedern als Ausdruck von Ohnmacht, Aggression und ästhetischer Wahrnehmung fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Textanalyse, unter Einbeziehung mediävistischer Forschungsliteratur und unter Berücksichtigung der Textüberlieferung (Variantenvergleich).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Gewalt- und Augenmetaphorik sowie eine detaillierte Interpretation der Lieder von Friedrich von Hausen und Heinrich von Morungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Minneparadox, Gewalt, schouwen, Augenmetaphorik, Minne und Ohnmacht.

Inwiefern unterscheidet sich die Darstellung bei Heinrich von Morungen von Friedrich von Hausen?

Während bei Hausen die Aggression vom Sänger gegen die Dame gerichtet ist, thematisiert Morungen die Ohnmacht des Sängers gegenüber einer magischen Elbenfrau und deren "Bannblick".

Welche Bedeutung kommt der "Augen-Portal-Theorie" in der Arbeit zu?

Die Augen werden als Verbindung zwischen dem Inneren des Sängers und der Dame begriffen; durch den Blickkontakt erfolgt die Transmission von Gefühlen, was bei einer Verletzung des Auges fatal für den Minnedienst endet.

Warum spielt der "Konjunktiv" bei den Gewaltphantasien eine wichtige Rolle?

Der Autor betont, dass die im Text geschilderten Gewaltakte meist im Konjunktiv stehen, was belegt, dass es sich lediglich um Phantasiegebilde und nicht um real ausgeübte Gewalt handelt.

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Details

Title
Motive im Minnesang. Gewalt und Augen
College
LMU Munich  (Institut für deutsche Philologie)
Course
Hauptseminar: Früher Minnesang
Grade
2,0
Author
Maximilian Monsees (Author)
Publication Year
2012
Pages
20
Catalog Number
V229718
ISBN (eBook)
9783656453741
ISBN (Book)
9783656454014
Language
German
Tags
Minnesang Morungen Gewalt Lyrik Minneparadox Augen schauen Minne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maximilian Monsees (Author), 2012, Motive im Minnesang. Gewalt und Augen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229718
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