Diese Hauptseminararbeit der Geschichtsdidaktik machte es sich zum Vorsatz, im knappen Umfang das frühere Geschichtsbild in deutschen Schulbüchern zu analysieren. Einleitend wird der Einsatz von Kartographie allgemein kommentiert, woraufhin der eigentliche Gegenstand der Arbeit folgt: Ein präziser Vergleich von dargestellter Historizität anhand zweier Schulatlanten.
Hierbei werden sowohl in einem histroschen Atlas von Putzger von 1913 und in einem Diercke Atlas von 1935/36 der Eindruck untersucht werden, wie Schülern höherer Lehranstalten ein Geschichtsbild vermittelt wurde, welches ganz im Zeichen des jeweiligen deutschen Staates stand. Ausgearbeitet wird dieser Vergleich bzw. die Darstellung mit einer ausführlichen Beschreibung ausgewählter Bild- und Textbeispiele des jeweiligen Atlanten.
Abgerundet wird die Arbeit durch einen hypothetischen Einsatz in einem gegenwärtigen Unterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Geschichtskarten?
3. Putzgers Historischer Schulatlas
3.1 Layout und Umfang
3.2 Kartenbeispiele
3.3 Historischer Kontext
4. Dierckes Schulatlas für höhere Lehranstalten
4.1 Layout und Umfang
4.2 Kartenbeispiele
4.3 Der Schulatlas als politisches Instrument
5. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Historizität und ideologische Einbettung von Geschichtskarten in Schulatlanten zu untersuchen. Dabei wird analysiert, inwieweit die ausgewählten Kartenwerke aus den Jahren 1913 und 1938 politische Auffassungen und Machtansprüche ihrer jeweiligen Zeit reflektieren und als didaktische Instrumente im Geschichtsunterricht fungierten.
- Vergleichende Untersuchung von Putzgers Historischem Schulatlas (1913) und dem Diercke Schulatlas (1938).
- Analyse der Bedeutung von Karten als historische Quellen und Träger politischer Ideologien.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Kartendarstellungen und zeitgenössischer nationaler Geschichtsbildung.
- Kritische Reflexion der Eignung historischer Atlanten für den modernen Geschichtsunterricht.
Auszug aus dem Buch
3.2 Kartenbeispiele
Die hier dargestellte Karte illustriert das Großreich Alexanders und dessen geschichtliche Abläufe. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Kartenfolge. Sie hat den Auftrag, das Generalthema, in diesem Fall das Reich Alexanders des Großen, in verschiedenen Zeitebenen zu präsentieren. Der Darstellungsraum bleibt bei dieser Variante gleich. Der Vorzug besteht in der guten Lesbar- und Vergleichbarkeit. Allerdings benötigt diese Vergleichsarbeit einen relativ großen Platzbedarf, in diesem Fall eine Doppelseite des Buches.10 Beim genauen Betrachten fällt auf, dass die Karte in Drei Teilkarten unterteilt ist: Die erste und zugleich größte Karte stellt die eroberten Gebiete zu Lebzeiten Alexanders dar. Auch sind seine Feldzüge farblich eingetragen. Ferner sind hier in kleinen Kästchen repräsentativ zwei bedeutende Kriegsschauplätze mit Jahreszahl näher abgebildet, nämlich Tyrus und Granicus. Indes bleibt der Darstellungsraum gleich, die zwei unteren Karten veranschaulichen den Zerfall des Reiches in die Reiche der Diadochen, deren Gebietszusammenhänge jeweils farbig hinterlegt und in der Legende bezeichnet sind. Die eine Karte zeigt die Diadochenreiche nach der Schlacht bei Ipsus (301 v. Chr.) und die andere zur Römerzeit (200 v. Chr.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Kartographie für den Geschichtsunterricht ein und stellt die beiden zu untersuchenden Atlanten vor.
2. Was sind Geschichtskarten?: In diesem Kapitel wird der Begriff der Geschichtskarte definiert und von historischen Karten sowie geographischen Karten abgegrenzt.
3. Putzgers Historischer Schulatlas: Hier wird der Putzger-Atlas von 1913 hinsichtlich seines Aufbaus, beispielhafter Kartendarstellungen und seines historischen Kontextes im Kaiserreich analysiert.
3.1 Layout und Umfang: Dieser Abschnitt beschreibt die formale Gestaltung und inhaltliche Strukturierung des Putzger-Atlas.
3.2 Kartenbeispiele: Anhand ausgewählter Abbildungen werden spezifische Darstellungsmethoden des Putzger-Atlas illustriert und kritisch hinterfragt.
3.3 Historischer Kontext: Dieses Kapitel verknüpft die Kartendarstellungen mit der zeitgenössischen preußisch geprägten Geschichtsschreibung vor dem Ersten Weltkrieg.
4. Dierckes Schulatlas für höhere Lehranstalten: Die Untersuchung des Diercke-Atlas von 1938 konzentriert sich auf die durch den Nationalsozialismus geprägten Inhalte und didaktischen Ansätze.
4.1 Layout und Umfang: Dieser Abschnitt behandelt die formale Struktur des Diercke-Atlas und Hinweise auf eine mögliche ideologische Gleichschaltung.
4.2 Kartenbeispiele: Anhand von Karten wie der „Völkerkarte“ werden rassenideologische und revisionistische Tendenzen im Kartenmaterial aufgezeigt.
4.3 Der Schulatlas als politisches Instrument: Dieses Kapitel vertieft die Analyse des Atlasses als Werkzeug zur Legitimierung nationalsozialistischer Machtansprüche und Weltanschauungen.
5. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Nutzung solcher historisch belasteten Quellen im heutigen Unterricht sowie methodischen Anregungen zur Kartenarbeit.
Schlüsselwörter
Geschichtskarten, Historischer Schulatlas, Putzger, Diercke, Kartographie, Geschichtsdidaktik, Nationalsozialismus, Kaiserreich, Kartenanalyse, politische Ideologie, Rassenideologie, Kartenfolge, Geschichtsbild, Quellenkritik, Imperialismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Geschichtskarten in historischen Schulatlanten als politische und ideologische Vermittlungsinstrumente eingesetzt wurden, wobei der Fokus auf den Epochen des Kaiserreichs und des Nationalsozialismus liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Analyse der Kartographie, die Untersuchung politischer Einflussnahme auf Unterrichtsmaterialien sowie die kritische Reflexion des Geschichtsbildes, das durch diese Atlanten an Schüler vermittelt wurde.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Historizität und die ideologische Aufladung der Karten in Putzgers Historischem Schulatlas (1913) und dem Diercke Schulatlas (1938) aufzuzeigen und deren didaktische Bedeutung zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine quellenkritische Analyse, bei der ausgewählte Kartenbeispiele auf ihre ikonographischen und inhaltlichen Aussagen hin untersucht und in den historischen Kontext der jeweiligen Epoche eingeordnet werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert den formalen Aufbau und spezifische Kartenbeispiele beider Atlanten, wobei insbesondere die Propagierung politischer Ziele und rassenideologischer Vorstellungen im Fokus steht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschichtskarten, Kartographie, Nationalsozialismus, Kaiserreich, Ideologiekritik und Geschichtsdidaktik.
Welche spezifische Rolle spielt der Putzger-Atlas in der Arbeit?
Der Putzger-Atlas dient als repräsentatives Beispiel für die Kartenproduktion während des Kaiserreichs und verdeutlicht die preußische Geschichtsorientierung der damaligen Zeit.
Wie modifizierte der Nationalsozialismus den Diercke-Atlas laut der Untersuchung?
Die Untersuchung weist darauf hin, dass der Diercke-Atlas (1938) durch rassenideologische Elemente, revisionistische Karteninhalte und explizite NS-Propaganda in Einband und Kartenwerk ideologisch gleichgeschaltet wurde.
- Citation du texte
- Maximilian Monsees (Auteur), 2012, Das Geschichtsbild in Schulatlanten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229720