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Die Entdeckung des Individuums - Porträtmalerei und Biographik in der Renaissance

Title: Die Entdeckung des Individuums - Porträtmalerei und Biographik in der Renaissance

Term Paper , 2000 , 11 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Nadin Meyer (Author)

Romance Studies - Italian and Sardinian Studies
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“Diesen Sinn für das Individuelle kann überhaupt nur derjenige haben, welcher selbst [...] zum Individuum geworden ist.“ 1 , schrieb Jakob Burckhardt über die Biographen der Renaissance. In dieser Zeit wird sich der Mensch über sich selbst bewußt, über seinen Wert, und über das, was er zu leisten im Stande ist. Dies alles schließt auch die Entdeckung der Verantwortung für das eigene Glück oder Unglück mit ein, ebenso die Erkenntnis, daß das irdische Leben nicht ewig währt und man die Zeit, die man auf Erden weilt, entsprechend nutzen sollte. In Verbindung mit diesem neuerlangten Selbstbewußtsein sind auch die Porträtmalerei und die Biographik in der Renaissance zu betrachten. Sowohl individuelle Bildnisse, als auch die Aufzeichnung der Lebensgeschichte einer Person dienen einerseits dem Zweck, zu Lebzeiten den Ruhm des geschilderten Menschen zu mehren, andererseits wird dem Verlangen Rechnung getragen, dieses Ansehen über den Tod hinaus zu bewahren und damit selbst der Endlichkeit des Lebens entgegenzutreten.

Im Folgenden werde ich sowohl die Porträtmalerei, als auch die Biographik der Renaissance, ausgehend von der jeweiligen Begriffsbestimmung und einem kurzen geschichtlichen Überblick, beleuchten. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Entdeckung des Individuums

2. Porträtmalerei

2.1. Begriffsbestimmung: Porträt bzw. Bildnis

2.2. Die Geschichte der Porträtmalerei - Von der Antike bis zur Renaissance

2.3. Die Porträtmalerei in der Renaissance

3. Biographik

3.1. Begriffsbestimmung: Biographie

3.2. Die Geschichte der Biographie - Von der Antike bis zur Renaissance

3.3. Die Biographie in der Renaissance

4. Biographie und Porträtmalerei heute - ein Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der Porträtmalerei sowie der Biographik während der Renaissance. Das zentrale Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das veränderte Selbstverständnis des Menschen als Individuum in der Renaissance sowohl in der bildenden Kunst als auch in der schriftlichen Lebensbeschreibung zum Ausdruck kam und welche Funktionen diese Ausdrucksformen für den Ruhm und das Gedächtnis des Einzelnen erfüllten.

  • Historische Genese der Porträtmalerei von der Antike bis zur Renaissance.
  • Entwicklung der Biographik als literarische Gattung.
  • Die Rolle des Individuums als neues Maß aller Dinge in der Renaissance.
  • Vergleichende Betrachtung von Bildnis und Lebensbeschreibung zur Ruhmesbewahrung.
  • Gegenwärtige Perspektiven auf Porträt und Biographie in der modernen Medienwelt.

Auszug aus dem Buch

2.2. Geschichte der Porträtmalerei - Von der Antike bis zur Renaissance

Mit der Übernahme des Brauches der Mumifizierung Verstorbener durch in Ägypten lebende Griechen und Römer hielt auch die Porträtmalerei in die antike Kultur Einzug. „Oft wurde der Mumie eine dreidimensionale Maske des Toten aufgelegt; an deren Stelle traten im Laufe des 1. Jh. s. n. Chr. gemalte Porträts, [...].“ [Dieser Wandel vom plastischen zum flächigen Abbild ist] dem Einfluß des Judenchristentums (in Oberägypten) zugeschrieben worden, dessen ältere jüdische Siedlungen nach der Zerstörung Jerusalems Hunderttausende von Flüchtlingen aufgenommen hatten ; das dritte Gebot verbietet nämlich ausdrücklich das plastische Bildnis, nicht aber das flächige, ein Unterschied, den deutsche Bibelübersetzungen zumeist übergehen. Folgt man dem Argument, so können die Mumienporträts im christlichen Sinn als Auferstehungsbilder gedeutet werden.

Die Totenmasken dienten vermutlich auch als Vorbilder für die seit der griechischen Klassik geübte Praxis, verdienstvollen Männern öffentliche Ehrenstatuen zu errichten, die bereits im 4. Jahrhundert v. Chr. ganzfigurige, idealisierte Porträtstatuen lebender oder verstorbener Personen hervorbrachte. Die Römer bevorzugten dagegen die skulptierte Büste deren auf Kopf - und Schulteransatz beschränkte Form die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Physiognomie konzentrierte. In diesen Gesichtern entwickelte sich ein detaillierter Realismus, eine schonungslose Wiedergabe aller Merkmale des Alters, der Häßlichkeit und Deformation, mit denen das Modell behaftet war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Entdeckung des Individuums: Einleitung in den historischen Kontext der Renaissance, in der sich der Mensch als Individuum mit eigener Verantwortung neu begreift und diese Entwicklung die Basis für Porträt und Biographik bildet.

2. Porträtmalerei: Analyse der künstlerischen Gattung Porträt, ihrer begrifflichen Grundlagen, der historischen Entwicklung von der Antike bis hin zur Blütezeit in der Renaissance.

3. Biographik: Untersuchung der literarischen Form der Lebensbeschreibung, ihrer historischen Entwicklung und ihrer spezifischen Ausprägung in der Renaissance als Instrument zur Ruhmesmehrung.

4. Biographie und Porträtmalerei heute - ein Ausblick: Reflexion über den Fortbestand der Popularität von Bildnis und Biographie in der modernen Medienlandschaft unter Berücksichtigung technischer Veränderungen.

Schlüsselwörter

Renaissance, Individuum, Porträtmalerei, Biographik, Selbstbewusstsein, Bildnis, Lebensgeschichte, Kunstgeschichte, Antike, Ruhm, Physiognomie, Identität, Mittelalter, Humanismus, Repräsentation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die untrennbare Verbindung zwischen der Entdeckung des Individuums in der Renaissance und der parallelen Entwicklung von Porträtmalerei und Biographik als Ausdrucksformen menschlicher Selbstwerdung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die kunsthistorische Betrachtung des Porträts und die literaturhistorische Analyse der Biographik, jeweils eingebettet in den gesellschaftlichen Kontext des 15. und 16. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll verdeutlicht werden, wie der Anspruch des Renaissance-Menschen, zum „Maß aller Dinge“ zu werden, in Bild und Text umgesetzt wurde, um individuelle Persönlichkeit und sozialen Status über den Tod hinaus zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode, bei der Begriffe definiert, geschichtliche Überblicke gegeben und anhand konkreter Beispiele – etwa der Porträts von Piero della Francesca – Zusammenhänge zwischen Kunst, Macht und Identität herausgearbeitet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Behandlung von Begriffsbestimmungen und der jeweiligen Entwicklungsgeschichte von Porträtmalerei und Biographik von der Antike über das Mittelalter bis zur Renaissance.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Renaissance, Individuum, Porträtmalerei, Biographik, Identität und der Wunsch nach Ruhm und Nachwirkung.

Welche Rolle spielt die Antike für die Renaissance-Künstler und Biographen?

Die Antike dient als fundamentales Vorbild; sowohl das Porträt als auch die Sammelbiographie orientieren sich an antiken Traditionen wie dem Kaiserporträt auf Münzen oder den antiken Philosophen- und Dichterbiographien.

Warum veränderten sich Porträt und Biographie durch moderne Medien wie Photographie und Film?

Moderne Medien haben die einstige, meist exklusive Funktion des Porträts als einzigartiges Zeugnis der Identität durch massenhafte Reproduzierbarkeit ersetzt, wobei die Nachfrage nach individualisierter Darstellung jedoch ungebrochen bleibt.

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Details

Title
Die Entdeckung des Individuums - Porträtmalerei und Biographik in der Renaissance
College
University of Potsdam  (Institut für Romanistik)
Grade
1.3
Author
Nadin Meyer (Author)
Publication Year
2000
Pages
11
Catalog Number
V22981
ISBN (eBook)
9783638261937
Language
German
Tags
Entdeckung Individuums Porträtmalerei Biographik Renaissance
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadin Meyer (Author), 2000, Die Entdeckung des Individuums - Porträtmalerei und Biographik in der Renaissance, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22981
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