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Sprachliche Narrenfreiheit. Typische Mittel der Sprachkomik des Kasperle

Title: Sprachliche Narrenfreiheit. Typische Mittel der Sprachkomik des Kasperle

Term Paper (Advanced seminar) , 2012 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Linguistics
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Die komische Figur des Hanswurst und sein gezähmter Nachfahre Kasper sind allseits bekannte und beliebte Typen der deutschen Komödie, speziell der Hanswurstiaden oder des Kaspertheaters, auch in Form des Puppenspiels. Dabei übernehmen sie die Rolle des Narren, der das Publikum, ob groß oder klein, auf vielfältige Weise zum Lachen bringt. Neben seinem Kostüm, komischen Verhaltensweisen und teils illusionsbrechenden Eingriffen in das Theatergeschehen ist auch die Sprache von Hanswurst und ihm verwandter Gestalten Quelle von Komik und Garant für die Unterhaltung des breit gefächerten Publikums. Besonders im Zusammenhang mit der Zähmung des durchaus für seine Grobheiten und derben Späße bekannten Hanswurst, der fortan als „harmloserer“ Kasper auftritt, gewinnt die Sprachkomik zusehends an Bedeutung.
Die vorliegende Arbeit konzentriert sich genau auf diesen letztgenannten Aspekt, die Sprache der komischen Person also, und setzt sich die Analyse der typischsten Realisierungsformen der Sprachkomik des Kasper als gebändigtem Nachfahre des Hanswurst zum Ziel.
Dabei handelt es sich nicht um eine linguistische Untersuchung, es sollen vielmehr anhand zahlreicher Beispiele aus Kasperlestücken verschiedener Autoren typische Muster der Sprachkomik herausgefiltert und ihre komische Wirkung und Funktion beschrieben werden, um so einen Beitrag zum Portrait dieses Typus zu leisten.
Als theoretische Basis der Untersuchung sollen in einem ersten Schritt eine kurze Charaktersierung des „Protagonisten“ der vorliegenden Arbeit vorgenommen und in einem zweiten Schritt ein Überblick über ausgewählte Ansätze zur Erfassung des Komischen gegeben werden. Es handelt sich dabei, wie sich zeigen wird, um einen überaus vielschichtigen Themenkomplex, der im Rahmen der vorliegenden Arbeit und für die Zwecke ihrer Untersuchung vorrangig im Hinblick auf die Sprachkomik ausgeführt werden soll.
Im Anschluss daran soll das Hauptaugenmerk auf ausgewählte Varianten der Sprachkomik des Kasperle gerichtet werden, die anhand aussagekräftiger Beispiele belegt werden sollen. Dabei wird stets auf die Frage nach ihrer Wirkung auf das jeweilige Publikum eingegangen werden, wobei besonders die psychoanalytische Analyse des Witzes von Freud eine Rolle spielen wird. Wieso lachen Erwachsene über die Sprachkomik des Kasperle und wieso tun Kinder dies? Was verrät uns die Sprachkomik über unseren Narren? Steckt hinter manchen Versprechern eventuell mehr als ein Versehen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Der Kasper- Hanswursts gezähmter Nachfahre

3) Komik

3.1) Das Komische

3.2) Sprachkomik

4) Typische Mittel der Sprachkomik des Kasperle

4.1) Im wahrsten Sinne des Wortes: Das Wörtlich-Nehmen

4.2) Alle Klarheiten beseitigt: Missverständnisse und Wortspiele

4.3) Verhören, Versprechen, Verdrehen – Die sprachliche Narrenfreiheit des Kasperle

4.4) Sprachliche Masken- Parodien und Verballhornungen

5) Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Sprachkomik der Figur des Kasperle als gezähmten Nachfahren des Hanswurst. Ziel ist es, durch die Analyse zahlreicher Beispiele aus verschiedenen Kasperstücken typische Muster sprachlicher Realisierungsformen zu identifizieren und deren komische Wirkung sowie Funktion für das Publikum zu erörtern.

  • Evolution der komischen Figur vom Hanswurst zum Kasperle
  • Theoretische Grundlagen der Komik und Sprachkomik
  • Mechanismen des Wörtlich-Nehmens und sprachlicher Missverständnisse
  • Strategien des Verhörens, Versprechens und Verdrehens
  • Parodistische Verfahren und Sprachmaskeraden als Mittel der Komik

Auszug aus dem Buch

4.1) Im wahrsten Sinne des Wortes: Das Wörtlich-Nehmen

Eine beliebte Form der Sprachkomik des Kasperle stellt die wörtliche Auffassung des Gesagten dar, eine Form der Komik die Enzinger und auch Urbach in die Eulenspiegel-Tradition stellen: „Hanswurst ist ein Nachfahr Till Eulenspiegels. Er nimmt ernst, was man sagt, und wird deshalb ‚einfältig‘ gescholten.“

Besonders bildliche Ausdrücke eignen sich, wörtlich genommen, zur Erzeugung eines komischen Effektes, wie folgende Beispiele zeigen:

(1) Schlampampe. Ich bin nicht mehr, die ich war. […] Ich rede mit Zungen Kasperle. Als ob du sonst mit was anderem geredet hättest!

(2) Richter Ich sage dir, du wirst dein Leben verlieren. Kasper ins Publikum. Wat seggt he? Ick sall min Leben verlehren? – Tjä, wenn ick den Herrn dat nu ok to Gefallen tuten taten täten un min Leben verleer, will de Herr mi denn ok hernachen mit seuken helpen, domit dat wi dat ok wedderfindt?

Die beiden bildlichen Ausdrücke „mit Zungen reden“ (1) und „sein Leben verlieren“ (2) bilden hier den Ausgangspunkt für die Sprachkomik. Zur Erzeugung des komischen Effektes wird von Kasper ein Doppelsinn angesetzt, der im korrekt angewandten Sprachsystem keiner ist. Er nimmt sein Gegenüber beim Wort, interpretiert den bildlichen Ausdruck wörtlich, auch wenn die übertragene Bedeutung durch den Kontext vorgegeben ist. Die Voraussetzung für die Entstehung der Komik ist hier also die Missachtung festgelegter Konventionen, worin gleichzeitig auch die Ambivalenz dieser Form des Sprachspiels steht, da es sich dabei entweder um „die Komik einer Figur, die sich der Sprache fehlerhaft oder einer fehlerhaften Sprache sehr geschickt bedient“ handeln kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Einführung in das Thema der Sprachkomik beim Kasperle und Darlegung der Zielsetzung der Untersuchung anhand von Beispielen.

2) Der Kasper- Hanswursts gezähmter Nachfahre: Historische Herleitung der Figur des Kasperle als abgemilderte, gezähmte Form des Hanswurst im Kontext des Theaters.

3) Komik: Theoretischer Überblick über Ansätze zur Erfassung des Phänomens Komik sowie Definition des Untersuchungsbereichs der Sprachkomik.

4) Typische Mittel der Sprachkomik des Kasperle: Analyse konkreter sprachlicher Realisierungsformen wie Wörtlich-Nehmen, Wortspiele, Verdrehungen und Parodien.

5) Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der identifizierten Muster und der komischen Wirkung der Sprachnarrenfreiheit des Kasperle.

Schlüsselwörter

Kasperle, Hanswurst, Sprachkomik, Narrenfreiheit, Wörtlich-Nehmen, Wortspiel, Sprachspiel, Komiktheorie, Parodie, Verballhornung, Sprachnormen, Rezeption, Theatergeschichte, Humor, Sprachverfremdung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Sprachkomik als zentrales Element der Figur des Kasperle und analysiert, wie diese Figur durch sprachliche Mittel Unterhaltung für unterschiedliche Zielgruppen generiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung der Figur vom Hanswurst zum Kasperle, die theoretischen Ansätze zur Komik sowie die systematische Analyse sprachlicher Ausdrucksformen wie Missverständnisse und Parodien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, typische Muster der Sprachkomik anhand konkreter Beispiele aus Kasperstücken herauszufiltern und deren Funktion sowie Wirkung auf das Publikum zu beschreiben.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich nicht um eine rein linguistische Untersuchung; stattdessen werden komiktheoretische Ansätze (u.a. von Bergson und Freud) herangezogen, um die in den Beispielen beobachteten Phänomene interpretierend zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse spezifischer Sprachkomik-Mittel: Wörtlich-Nehmen, Wortspiele, das Verdrehen von Sprache (Verhören/Versprechen) sowie die parodistische Nachahmung von Hochsprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Kasperle, Sprachkomik, Narrenfreiheit, Wörtlich-Nehmen, Wortspiel, Parodie und Sprachspiel stehen im Mittelpunkt der Analyse.

Wie unterscheidet sich die Sprachkomik des Kasperle von der des Hanswurst?

Während der Hanswurst durch derbere, teils obszöne Späße charakterisiert war, zeichnet sich der Kasperle durch eine "gezähmte" und subtilere Form der Sprachkomik aus, die eher auf sprachliches "Blödeln" und den spielerischen Umgang mit dem Sprachmaterial setzt.

Welche Rolle spielen psychoanalytische Ansätze in dieser Analyse?

Insbesondere Sigmund Freuds Theorien zum Witz werden genutzt, um die "Entlastungsfunktion" des Lachens zu erklären und die Lust am sprachlichen Unsinn als kindliche bzw. vom Realitätszwang befreite Ausdrucksform zu verstehen.

Warum spielt die Figur des Kasperle oft eine Rolle in der Sprachkomik?

Kasperle agiert als "Sprachakrobat", der sich durch seine bewusste oder unbewusste Missachtung sprachlicher Normen eine Narrenfreiheit erarbeitet, die es ihm ermöglicht, Kommunikation zu verzögern oder durch Absurdität zu entlarven.

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Details

Title
Sprachliche Narrenfreiheit. Typische Mittel der Sprachkomik des Kasperle
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2012
Pages
18
Catalog Number
V229841
ISBN (eBook)
9783656454335
ISBN (Book)
9783656455547
Language
German
Tags
sprachliche narrenfreiheit typische mittel sprachkomik kasperle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2012, Sprachliche Narrenfreiheit. Typische Mittel der Sprachkomik des Kasperle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229841
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