Die Entwicklung von Lerntheorien: Der Behaviorismus


Rezension / Literaturbericht, 2004
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersicht über die verwendete Literatur

3. Was sind Theorien?

4. Was ist Lernen?
4.1 Die Psychologie des Lernens
4.2 Die Ursprünge der Lerntheorie
4.3 Die Experimente Pawlows
4.4 Vom klassischen Konditionieren zum Behaviorismus
4.4.1 John Broardus Watson als Vater des Behaviorismus
4.4.2 Edwin R.Guthries „Ein-Schuss-Theorie“
4.4.3 Edward L. Thorndikes Prinzip der Verstärkung
4.5 Bewertung der genannten Theorien

5. Kurzbetrachtung der verwendeten Literatur
5.1. Entwicklungs- und Lerntheorien von Franzjörg Baumgart, 2. Auflage 2001
5.2 Psychologie des Lernens von Guy Lefrancis in der 3. Auflage von 1994
5.3 Lernpsychologie von Wilhelm Angermeier in der 2. Auflage von 1991
5.4 Psychologie des Lernens in der 1.Auflage von Rosemarie Mielke von 2001

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen der Lehrveranstaltung Lern- und Denkpsychologische Grundlagen haben wir einen Überblick über die unterschiedlichen Theorieansätze zum Themenbereich wie wir Menschen lernen, gewonnen. Ausgehend vom naturwissenschaftlich geprägtem Weltbild Issak Newtons und der Idee des klassischen Konditionierens mit den Vertretern Ivan P. Pawlow (1849–1936),

John B. Watson (1878–1958) und Edwin R. Guthrie (1886-1959) sind wir über das Operante Konditionieren bzw. das instrumentelle Lernen, hier ist als Vertreter Burrhus Frederic Skinner (1904- 1990) genannt, zum Sozialen Lernen bzw. das Beobachtungs- oder Imitationslernen nach Albert Bandura (1925- dato) gelangt.

Dieser Gedankenkomplex der allgemein unter dem Oberbegriff Behavioristische Theorien zusammengefasst lässt, hat gewissermaßen mit den Arbeiten von Pawlow, Watson; Guthrie und Thorndike eine Grundlage erhalten, den man auch als den Bereich des Frühen Behaviorismus bezeichnet, Dieser Teilbereich des Behaviorismus ist Thema dieses Literaturberichtes. Anhand ausgewählter Literatur erarbeite ich einen Überblick über die Entwicklung der Theorien auf diesem Gebiet.

2. Übersicht über die verwendete Literatur

Im Rahmen dieses Literaturberichtes habe ich mit 4 Büchern beschäftigt, die meiner Auffassung nach dem Themenbereich Früher Behaviorismus gut darstellen. Es sind dies:

- Entwicklungs- und Lerntheorien von Franzjörg Baumgart (Hrsg.) in der 2.Auflage von 2001,
- Psychologie des Lernens von Guy R. Lefrancis in der 3. Auflage von 1994,
- Lernpsychologie von Wilhelm F. Angermeier, Peter Bednorz und Martin Schuster in der 2. Auflage von 1991,
- Psychologie des Lernens von Rosemarie Mielke in der 1. Auflage von 2001

3. Was sind Theorien?

In einer Ausarbeitung über die Entwicklung von Lerntheorien erscheint es mir aus Gründen der Verständlichkeit und der besseren Einordnung sinnvoll den Begriff Theorie etwas näher zu betrachten. Im Rahmen der diesem Literaturbericht zugrundliegenden Fachbücher gibt Lefrancis als einziger zu Beginn seiner Ausführungen eine solche Betrachtung bzw. Erläuterung. Er weist darauf hin, dass der Begriff Theorie sehr vielseitig verwendet wird, und schlägt eine „griffige“ Definition von Theorie vor. Er formuliert: Eine Theorie kann als Ansammlung miteinander in Beziehung stehender Aussagen bezeichnet werden, deren wichtigste Funktion es ist, Beobachtungen (von denen angenommen wird, sie seien Tatsachen) zusammenzufassen und zu erklären (Lefrancis 1994, S.4) . Weiter weist er darauf hin, dass gerade im Bereich der Geisteswissenschaften, also auch der Psychologie diese Aussagen in der Mehrzahl Annahmen sind und keine Gesetzmäßigkeiten oder Prinzipien darstellen. Eine Funktion, die eine Theorie erfüllen soll ist es Beobachtungen zu reduzieren und zu systematisieren (Lefrancis 1994, S.4) und somit eine Vorhersage ermöglichen. Bezogen auf die Psychologie bedeutet dies, dass eine Theorie über das menschliche Lernverhalten, in der Lage sein soll, Aussagen darüber zu machen, unter welchen Bedingungen optimales Lernen stattfindet und unter welchen nicht. Abschließend weist er darauf hin, dass einzelne Theorien, obwohl sie stark voneinander differieren können, nicht zwangsläufig falsch sein müssen. Sie unterscheiden sich eher in ihrer Brauchbarkeit im verschieden Erklärungssituationen. Zur Beurteilung von Theorien nennt Lefrancis 5 Kriterien nach R.M.Thomas:

- Eine Theorie sollte sich, insbesondere im Bereich der Psychologie auf Beobachtungen beschränken.
- Eine Theorie, die gut sein will, sollte übersichtlich und allgemein verständlich sein.
- Auf ihrer Grundlage sollten verwendbare Erklärungen und Vorhersagen möglich sein
- Eine Theorie muss in sich konsistent, also frei von inneren Widersprüchen sein.
- Die Anzahl der zugrundeliegenden Postulate sollte überschaubar sein.

4. Was ist Lernen ?

Bevor ich mich mit den verschiedenen Grundzügen und Inhalten der oben genannten Lerntheorien auseinandersetze, erscheint es mir sinnvoll, eine Begriffsklärungen vorzunehmen. Was bedeutet Lernen? Was gehört zum Lernen? Welche Voraussetzungen brauchen wir zum Lernen? Der Begriff Lernen ist bei uns Menschen wohl mit unterschiedlichsten Bildern, Assoziationen und Gefühlen besetzt. In der Umgangssprache gibt es beispielsweise das bewusste Lernen, das unbewusste Lernen, das Lernen für eine Prüfung, das Lernen für das Leben, das einfache Lernen, das Lernen von körperlichen Fähigkeiten (Schwimmen, Fahrrad fahren) und das Lernen geistiger Inhalte. Doch wie lässt sich Lernen begrifflich exakt fassen und definieren. Angermeier verweist auf die Verschiedenartigkeit der beteiligten Prozesse (Angermeier 1991, S. 26) beim Lernen und schlußfolgert, dass die Definition des Begriffes Lernen allgemein ausfallen muss. Bezugnehmend auf das Modell der kognitiven Prozesse definiert er Lernen so: Lernen ist eine überdauernde Veränderung des Wissens bzw. der kognitiven Struktur, die sich in motorischen oder verbalen Verhaltensweisen nachweisen lässt(vgl. Angermeier 1991, S.27). Baumgart gibt in seinem Buch folgende Definition des Begriffs Lernen: Lernen lässt sich in einer ersten allgemeinen Definition als relativ dauerhafte Veränderung des Verhaltens bezeichnen, die durch neue Erfahrungen und zufällige oder bewusste Übungen erzeugt wird (Baumgart 2001, S. 11). Lefrancis legt den Begriff Lernen so fest: Lernen umfasst alle Verhaltensänderungen, die aufgrund von Erfahrungen zustandekommen (Lefrancis 1994, S. 3). Rosemarie Mielke verweist in ihrem Buch auf den psychologischen Lernbegriff, der weitergehend gefasst ist als die umgangssprachliche Verwendung und nennt folgende Definition: In der Psychologie umfasst der Begriff Lernen alle Prozesse, die einen Organismus so verändern, dass er beim nächsten Mal in einer vergleichbaren Situation anders – und sei es auch nur schneller – reagieren könnte (Mielke 2001, S. 12) . Walter Edelmann nennt verschiedene Begriffe von Lernen und gibt eine Behavioristische Definition von Lernen: Unter Lernen versteht man jede überdauernde Verhaltensänderung, die durch Übung oder Beobachtung entstanden ist; diese Verhaltensänderung darf jedoch nicht durch Reifung, Ermüdung, Drogeneinfluss oder ähnliches entstanden sein (Edelmann 1978, S. 16). Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der eigentliche Prozess des Lernens nicht sichtbar ist und nur die Verhaltensänderung den Lernerfolg gegebenenfalls anzeigt.

Auch wenn alle genannten Definitionen sich graduell unterscheiden, wird deutlich, dass es gemeinsame Aspekte gibt, die das Lernen umschreiben.

Es geht um Dauerhaftigkeit, Verhalten bzw. die Veränderung dessen und um die auslösenden Momente dieser Veränderung (Prozesse, Erfahrungen, Beobachtungen oder Übungen). Das Wissen darüber was Lernen eigentlich ist, führt uns zu der Frage wie gelernt wird.

4.1 Die Psychologie des Lernens

Ausgehend von den unter Punkt 3 angeführten Definitionen des Begriffs Lernen ist es für die Psychologie wichtig, Verhalten und Verhaltensänderungen zu beobachten. Dementsprechend beschreiben Lerntheorien die Umstände unter denen sich Lernprozesse vollziehen können. Die ersten Lerntheorien, die auch heute noch das Fundament der Lernpsychologie darstellen beschreiben das Lernen als ein einfaches Stimulus-Reaktions-Modell. Das bedeutet ein bestimmter Reiz (lat. Stimulus), gemeint sind hier chemische oder physikalische Erscheinungen treffen auf ein Sinnesorgan (Rezeptor) und führen zu einer bestimmten Reaktion(vgl. Edelmann 1978). Diese beobachtbaren Stimuli und die dazugehörigen Reaktionen oder Verhaltensweisen sind die Grundannahmen des Behaviorismus. Allerdings haben sich die Inhalte dessen, was unter einem Reiz und der entsprechenden Reaktion verstanden wird im Laufe der Weiterentwicklung dieser Theorie verändert. Standen zunächst nur äußere physikalische Reize und einzelne physiologisch messbare Reaktionen des Organismus im Zentrum der Forschung , so kamen später auch alle wahrnehmbaren externen und internen Stimuli, sowie komplexe Verhaltensweisen, wie emotionale Reaktion und kognitiven Vorgänge der Wahrnehmung hinzu(vgl. Baumgart 2001). Neben diesem Theorieansatz gibt es noch eine weitere Richtung in der Lernpsychologie, die sogenannte Kognitive Lernpsychologie, die sich mit der Wahrnehmung, den Informations- und Entscheidungsprozessen und dem Verstehen beschäftigt. Als wichtigste Vetreter sind hier Tolman, Lewin, Bruner und Piaget zu nennen. Die kognitiven Erklärungsansätze bilden unter anderem auch die Grundlage für Erforschung des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, der Motivation und der Entwicklung der künstlichen Intelligenz(vgl. Lefrancis 1994).

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung von Lerntheorien: Der Behaviorismus
Hochschule
Hochschule Bremen  (Fachbereich Sozialwesen)
Veranstaltung
Geistes und Humanwissenschaften in der Sozialen Arbeit
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V22986
ISBN (eBook)
9783638261975
ISBN (Buch)
9783640861354
Dateigröße
498 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Lerntheorien, Behaviorismus, Geistes, Humanwissenschaften, Sozialen, Arbeit
Arbeit zitieren
Stefan Maschack (Autor), 2004, Die Entwicklung von Lerntheorien: Der Behaviorismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22986

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