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Nachfolgepolitik des Augustus

Titel: Nachfolgepolitik des Augustus

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 37 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Eric Richter (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Es möge mir vergönnt sein, den Staat auf eine gesunde und behütete Grundlage zu stellen und dafür den Erfolg zu verbuchen, nach dem ich strebe, nämlich Begründer der besten Verfassung genannt zu werden, und bei meinem Tode in mir die Hoffnung zu tragen, daß die Grundlagen des Staates, die ich geschaffen habe, stets erhalten bleiben werden.“ (Sueton, Augustus, 28,2)

Ausgangspunkt meiner Arbeit ist dieser fromme Wunsch des ersten römischen Kaisers. Zunächst schlicht und demütig klingend, entpuppt er sich bei genauerem Hinsehen schnell als eine der zentralen Lebensaufgaben des Augustus. So beließ er es nicht nur bei der Hoffnung, „daß die Grundlagen des Staates, die ich geschaffen habe, stets erhalten bleiben werden.“ Vielmehr verbrachte Augustus über 40 Jahre seines Lebens damit, einen geeigneten Nachfolger für sich zu finden, damit sein Lebenswerk auch nach seinem Ableben erhalten blieb und in seinem Sinne weitergeführt werden konnte.

Die von Augustus betriebene Nachfolgepolitik soll Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Dabei gilt es zum einen, ausgehend vom ereignisgeschichtlichen Hintergrund, die historischen Entwicklungen und Dynamiken zu eruieren, denen seine Politik unterworfen war. Zum anderen gilt es, seine Politik hinsichtlich ihrer Charakteristika und Merkmale zu untersuchen. Es ist im Allgemeinen also danach zu fragen, auf welchen Prämissen die augusteische Nachfolgepolitik beruhte; wie sich die Perpetuierung seiner Stellung sicherstellen ließ und schließlich, ob verschiedene Phasen erkennbar sind. Im Speziellen gilt es, sich mit seinen Nachfolgekandidaten auseinanderzusetzen. Dabei ist nach den Förderungsmaßnahmen zu fragen und danach, ob sich diesbezüglich Unterschiede erkennen lassen; wenn ja, wie lassen sie sich begründen? Lassen sich etwaige Muster erkennen? Letztlich, den Kreis schließend, stellt sich die Frage, ob seine Suche mit Hinblick auf den von ihm geäußerten Wunsch erfolgreich war?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Gegenstand, Fragestellung und Aufbau

1.2 Problemstellung: Prinzeps, Prinzipat und das Problem der Nachfolge

1.3 Quellenlage und Forschungsstand

2. Die Nachfolgepolitik des Augustus

2.1 Der erste Nachfolger, die erste Krise: Marcus Claudius Marcellus und Marcus Vipsanius Agrippa

2.2 Zwei „Julische Jungs“: Die Enkel des Prinzeps Gaius und Lucius und ihre Väter

2.3 Der Dritte Sohn: Tiberius und sein Nachfolger

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die von Kaiser Augustus betriebene Nachfolgepolitik, um die historischen Entwicklungen, Prämissen und Charakteristika seiner Suche nach einem geeigneten Nachfolger zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit Augustus' Handlungen durch Muster geprägt waren und ob er sein Ziel, das Lebenswerk und die Stabilität der res publica zu sichern, erfolgreich erreichen konnte.

  • Historische Dynamiken der augusteischen Nachfolgeplanung
  • Analyse der Nachfolgekandidaten und ihrer Förderung
  • Das Spannungsfeld zwischen dynastischem Wunsch und republikanischer Fassade
  • Bedeutung von Adoption und Mitregentschaften
  • Die Rolle der julischen Familie im Machtgefüge

Auszug aus dem Buch

2.1 Der erste Nachfolger, die erste Krise: Marcus Claudius Marcellus und Marcus Vipsanius Agrippa

Die Suche nach einem potentiellen Nachfolger war für Augustus von Beginn an keine einfache. Er selbst hatte keinen Sohn, sondern nur eine Tochter, Julia, von seiner zweiten Frau Scribonia. Doch in einer patriarchalischen Gesellschaft, wie der römischen, wäre es nur einem Mann möglich gewesen, das vorhandene Machtpotential des Erbes entsprechend auszunutzen. Augustus musste also innerhalb der Familie nach einem jungen, männlichen Nachkommen Ausschau halten. Während ihm ein Sohn verwehrt blieb, gab es in anderen Teilen seiner Familie durchaus junge Männer, welche seine Aufmerksamkeit erregten. Einer von ihnen war sein Neffe Marcellus; Sohn seiner Schwester Octavia aus ihrer ersten Ehe mit Gaius Claudius Marcellus.

Bereits 29 v. Chr., während Octavian seinen dreifachen Triumph für seine Siege in Illyricum, bei Actium und Alexandria in Rom feierte, wurde Marcellus die besondere Ehre zuteil, rechts neben Octavian zu reiten. Doch dabei blieb es nicht. Als Augustus 27 v. Chr. zu einem Feldzug nach Kantabrien im Norden Spaniens aufbrach, wurde er von Marcellus begleitet. Zwar kehrte dieser vor Augustus nach Rom zurück, doch 24 v. Chr. wurde er für seinen Einsatz mit militärischen Ehren ausgezeichnet und ferner zum Aedilen für das Jahr 23 ernannt. Bereits ein Jahr zuvor, wurde der damals 17-jährige Marcellus mit der erst 14-jährigen Tochter Augustus verheiratet. Besonderes Aufsehen erregte die Heirat, weil Augustus selbst zu dieser Zeit noch in Spanien weilte und die Rolle des Brautvaters kurzerhand seinem engen Vertrauten Agrippa übertrug. Marcellus war damit nun der Schwiegersohn des Prinzeps und in eine günstige Position für seine weitere politische Karriere gebracht worden. Augustus wird wohl gehofft haben, dass dieser in seine designierte Rolle hineinwächst und aus der Ehe mit Julia Söhne hervorgehen, welche die Nachfolge auf Generationen sichern würden. Die Öffentlichkeit zumindest hielt Marcellus bereits „für den Nachfolger in Caesars Machtstellung, falls diesem etwas zustieße.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der augusteischen Nachfolgepolitik ein, skizziert die wissenschaftliche Fragestellung sowie den Aufbau der Arbeit und stellt die verwendeten Quellen sowie den Forschungsstand vor.

2. Die Nachfolgepolitik des Augustus: Das Hauptkapitel analysiert chronologisch die verschiedenen Phasen der Nachfolgeplanung, von den frühen Krisen um Marcellus und Agrippa über die Förderung der Enkel Gaius und Lucius bis hin zur schließlichen Etablierung des Tiberius.

3. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und ordnet das entworfene Zweistufenmodell der Nachfolge in den real-historischen Verlauf ein, um das Bestreben des Augustus zur Sicherung seines Werkes zu würdigen.

Schlüsselwörter

Augustus, Nachfolgepolitik, Prinzipat, Prinzeps, Tiberius, Gaius, Lucius, Marcellus, Agrippa, Adoption, res publica, Machtübernahme, römische Geschichte, Kaisertum, julische Familie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kaiser Augustus versuchte, seine Machtstellung und das von ihm geschaffene Prinzipat nach seinem Ableben zu sichern, da er keinen leiblichen Sohn als Nachfolger hatte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die augusteische Nachfolgepolitik, die verschiedenen Nachfolgekandidaten, die Instrumente der Förderung (wie Heirat und Adoption) sowie die Versuche, dynastische Ambitionen mit den republikanischen Institutionen Roms zu vereinbaren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die historischen Entwicklungen und Dynamiken der Nachfolgeplanung zu eruieren und zu klären, auf welchen Prämissen sie beruhte, ob Phasen erkennbar sind und ob Augustus' Suche letztlich erfolgreich war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische historische Analyse unter Einbeziehung antiker historiographischer Quellen (u.a. Tacitus, Sueton, Cassius Dio, Velleius Paterculus) und moderner Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Abschnitte, die chronologisch die Entwicklungen von 29 v. Chr. bis zum Tod des Augustus im Jahr 14 n. Chr. behandeln, wobei die verschiedenen Rollen von Marcellus, Agrippa, den Enkeln Gaius und Lucius sowie Tiberius untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird vor allem durch Begriffe wie Augustus, Nachfolgepolitik, Prinzipat, Adoption und res publica charakterisiert.

Welche Rolle spielte Agrippa als „Platzhalter“?

Agrippa fungierte als erfahrener Feldherr und Mitregent, der die Macht für Augustus' junge Enkel sichern sollte, bis diese alt genug für die Nachfolge waren.

Warum war die Adoption des Tiberius für Augustus ein schwieriger Schritt?

Die Adoption war für Augustus eine Notlösung, da er nach dem Tod seiner direkten Erben (Gaius und Lucius) keine andere Wahl hatte, um einen Bürgerkrieg zu verhindern, obwohl Tiberius nicht seinem idealen Wunsch entsprach.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Nachfolgepolitik des Augustus
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Autor
Eric Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
37
Katalognummer
V229864
ISBN (eBook)
9783656453109
ISBN (Buch)
9783656454229
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nachfolgepolitik augustus Prinzipat Principat Princeps Prinzeps Römische Republik Römische Kaiserzeit Kaiser Tiberius Nachfolge
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eric Richter (Autor:in), 2013, Nachfolgepolitik des Augustus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229864
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Leseprobe aus  37  Seiten
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