Die numidische Königsherrschaft bis Jugurtha und dessen Jugend


Seminararbeit, 2004
13 Seiten, Note: 1-

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hauptteil
Herrschaftsgebiet
Gesellschaftsform
Königsherrschaft seit Massinissa
Massinissa
Micipsas Erbe
Numidiens Stellung zu Rom
Numidien unter Micipsa
Jugurthas Jugend und Zeit in Spanien
Micipsas „Testament“

Zusammenfassung

Literatur

Primärquellen

Sekundärliteratur

Einleitung

Regnum numidiae, quod vostrum esse[1] lässt Sallust im Bellum Iugurthinum Adherbal vor dem römischen Senat sagen. Gehörte das „regnum“ tatsächlich Rom und wenn ja, wie waren dessen Beziehungen zu Rom und umgekehrt; wie äußerte sich dieses Besitzverhältnis zwischen der „Weltmacht“ und dem Reich der Nomaden? Wie kam Rom überhaupt in den „Besitz“ Numidiens? Oder spricht hier der Imperialist Sallust? Und liegt die Ursache für den Krieg zwischen Rom und Numidien in der Jugend Jugurthas?

Über diesen Krieg sind wir durch Sallust sehr gut informiert. Dabei bleibt jedoch zu beachten, dass Sallust mehr als 50 Jahre danach über die Begebenheiten in Nordafrika schreibt, auch wenn er dieses Gebiet selbst aus eigener Anschauung kannte. Wie weit geht der historische Wahreitsgehalt in seinem Werk, das ja gerade auch oder vor allem dazu dienen sollte, die Missstände im römischen Reich anzuprangern. Über die Könige vor Micipsa erfahren wir von Sallust selbst wenig. Ausführlicher sind in dieser Hinsicht Livius, Appian, und vor allem Polybios, der Massinissa kannte und eine Art „Nachruf“ auf diesen verfasste. Von numidischer Seite jedoch ist praktisch nichts überliefert, sieht man einmal von Münzen und anderen archäologischen Funden ab. Insofern bleibt das Bild, das wir von den numidischen Königen zeichnen können immer einseitig römisch.

Die Frage, wie numidische Könige zu Rom standen und von diesem Reich abhängig waren, bleibt auch in der Forschung umstritten. Hier sollen vor allem H. Ritter, M. Alföldi und E. Storm miteinander verglichen werden.

Das Thema „Jughurtas Reich“ will ich von 2 Seiten beleuchten: Zunächst einmal werde ich skizieren, wie sich aus dem Stammesgebiet der Masaesyli und Masyli ein Königreich entwickelte. Besonderes Augenmerk möchte ich dabei auf die Bedeutung Roms für numidische Könige seit Massinissa richten, um dann mit Jughurtas Jugend und Erbe zu schließen.

Hauptteil

Herrschaftsgebiet

Numidien bestand im Wesentlichen aus 2 Stämmen: Im Osten lebten die Massyli und im Westen die Masaesyli.[2] Im Norden zieht sich parallel zum Mittelmeer der Tell-Atlas hin. Die westliche Grenze zu den Mauri bildete der Fluss Mulucha.[3] Im Süden wurde Numidien durch den Sahara-Atlas begrenzt, der sich von Südwesten nach Nordosten zieht.[4] Im Altertum bildete die Grenze zwischen den beiden numidischen Stämmen der Fluss Ampsagas. Ostnumidien wurde durch die Tusca in der Frühzeit hinsichtlich Karthago begrenzt.[5]

Im heutigen Gebiet liegen von West nach Ost: Mauretanien, Marokko, Algerien und Lybien.

Sallust beschreibt diese Gegend als geeignet für den Getreideanbau, gut für die Viehhaltung, aber unergiebig für Bäume.[6] Da er Statthalter der Provinz Africa nova war, kannte er das Gebiet aus eigener Anschauung.

Die Hauptstadt der Massyli war Cirta.[7] Dort wurden wohl auch die ersten Nomaden sesshaft.[8] Insgesamt war das Gebiet der Massyli unter Gaia einheitlicher als das der Masaesyli. Durch den Ackerbau gab es einen hohen Anteil an Bauernbevölkerung, die stark an den Boden gebunden waren, woraus sich nach Storm ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelte, das die Massyli von den Masaesyli unterschied.[9]

Der Ursprung der Dynastie von Syphax war in Westalgerien/Ostmarokko. Die ethnische Zusammensetzung war wesentlich vielschichtiger als die der Massyli; so versuchte z.B. Syphax Teile der Gaetuler in sein Herrschaftsgebiet miteinzubeziehen. Die Hauptstadt und zugleich das Ursprungsgebiet der Masaesyli war Siga; während Syphax über ganz Numidien herrschte wurde Cirta zu seiner zweiten Residenz.[10]

[...]


[1] Sall. Iug. 14, 25

[2] Storm sieht diese ab dem 3. Jh. schon als Völker an. Storm, S. 22.

[3] Sall. Iug. 19, 7, vgl. Alföldi, S. 46.

[4] Storm 2001, S. 15, vgl. Alföldi, S. 43.

[5] Ebenda, S. 16.

[6] Sall. Iug. 17, 5: Ager frugum fertilis, bonus pecori, arbori infecundus.

[7] Liv. 30, 12, 3; vgl. Alföldi 1979, S. 49; Storm 2001, S. 28, sie nimmt dort den Ursprung der Masylidynastie an.

[8] Storm 2001, S. 28.

[9] Ebenda, S. 27 f.

[10] Alföldi 1979, S. 46 f., Storm, S. 28 f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die numidische Königsherrschaft bis Jugurtha und dessen Jugend
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Institut für Alte Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar: Numidien und Rom in Sallusts Bellum Iugurthinum
Note
1-
Autor
Jahr
2004
Seiten
13
Katalognummer
V22991
ISBN (eBook)
9783638262019
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Königsherrschaft, Jugurtha, Jugend, Proseminar, Numidien, Sallusts, Bellum, Iugurthinum
Arbeit zitieren
Sebastian Weidele (Autor), 2004, Die numidische Königsherrschaft bis Jugurtha und dessen Jugend, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22991

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