Wann kann mich mein Kind verstehen? Wann fängt es an zu sprechen? Läuft bei meinem Kind alles normal? Das sind wichtige Fragen besorgter Eltern und die Antworten darauf sind schwierig.
Allerdings gibt es Theorien und wissenschaftliche Ansätze, die den Spracherwerb bei Kindern erklären und Tendenzen beschreiben.
Dieses Buch stellt Theorien zum Spracherwerbsprozess vor, erklärt, wie sich die Wortbedeutung bei Kindern entwickelt, und diskutiert die Relevanz des Gedankenlesens für den Spracherwerb.
Aus dem Inhalt: Spracherwerbsprozess, Wortbedeutungsentwicklung, Piaget, Fast-mapping, Ein- und Zweiwortsätze, Gedankenlesen, Patchwork-Theorie.
Inhaltsverzeichnis
SIMONE KALETSCH (2001): SPRACHERWERB IM KLEINKINDALTER
Einleitung
Theorien zum Spracherwerbsprozess
Angewandte Theorie
Anmerkungen
Literatur
JULIA ZELONCZEWSKI (2008): WORTBEDEUTUNGSENTWICKLUNG BEI KINDERN
Einleitung
Unterscheidung zwischen „Begriff“, „Wort“ und „Bedeutung“
Theoretische Modelle zur Begriffs- und Bedeutungsentwicklung
Voraussetzungen für den Spracherwerb - Die Entwicklungstheorie von Piaget
Die ersten Worte
Der Fast-mapping Prozess
Erweiterung des kindlichen Wortschatzes
Die lexikalische Entwicklung – die Entstehung der Einwortsätze, Zweiwortsätze und Drei- und Mehrwortäußerungen
Schluss
YASMINE LIEBHART (2008): RELEVANZ VON KOMMUNIKATION & GEDANKENLESEN FÜR DEN L1 SPRACHERWERB BEI KINDERN
Zur Einleitung
Modelle des kindlichen Bedeutungserwerb
Relevanz des Gedankenlesens
Fazit & Ausblick: Die Patchwork-Theorie
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der komplexen Entwicklung des Spracherwerbs bei Kindern, wobei der Schwerpunkt auf den theoretischen Grundlagen der Sprache, kognitiven Voraussetzungen und individuellen Erwerbsstilen liegt. Ziel ist es, die Prozesse von der vorsprachlichen Kommunikation bis zur komplexen Wortbedeutungsentwicklung und Satzbildung zu analysieren.
- Theorien zum Spracherwerb und zur Sprachentwicklung
- Die Entwicklung von Wortbedeutungen und Begriffsbildung
- Einfluss der Interaktion und Kommunikation (KGS)
- Kognitive Voraussetzungen nach Piaget
- Individuelle Unterschiede und Spracherwerbsstile
Auszug aus dem Buch
Was ist Sprache?
Der Spracherwerb im Kleinkindalter gilt als eine der bemerkenswertesten Leistungen des Menschen. Obwohl sie nur wenig systematische Anleitung und oft sogar falsche Informationen erhalten, erwerben gesunde Kinder innerhalb weniger Jahre ausgezeichnete Sprachkenntnisse. (vgl. Zimbardo 19956: 67)
Um sich aber mit diesem Thema näher auseinanderzusetzen, ist es durchaus sinnvoll, sich vorab Gedanken über den Begriff Sprache zu machen. Allgemein gesehen kann man einen Gegenstand sowohl nach seiner Beschaffenheit als auch nach seiner Funktion bestimmen. Auch die menschliche Sprache lässt sich erstens nach ihrer Beschaffenheit bzw. ihrer Struktur und zweitens nach ihrer Funktion definieren. Im ersten Fall kann man sagen, dass menschliche Sprechorgane wie Lippen und Zunge, Sprache als Sequenz von sinusförmigen Schwingungen erzeugen. (vgl. Vater 19962: 12) Die Sprechwerkzeuge dienen aber nur „nebenbei“ zur Spracherzeugung, denn in erster Linie sollen sie ihren Zweck als Werkzeug zum Atmen, Kauen, Schmecken usw. erfüllen. Zum Artikulieren wird vorwiegend ausgeatmete Luft benutzt, in einigen Fällen auch die Einatmungsluft.
Zusammenfassung der Kapitel
SIMONE KALETSCH (2001): SPRACHERWERB IM KLEINKINDALTER: Diese Arbeit beleuchtet theoretische Grundlagen des Spracherwerbs und untersucht anhand eines Fallbeispiels, ob sich individuelle Unterschiede in Spracherwerbsstilen bei Kleinkindern identifizieren lassen.
JULIA ZELONCZEWSKI (2008): WORTBEDEUTUNGSENTWICKLUNG BEI KINDERN: Der Fokus liegt auf der semantischen Entwicklung, der Begriffs- und Wortbedeutungsbildung sowie den Voraussetzungen durch die kognitive Entwicklung nach Piaget.
YASMINE LIEBHART (2008): RELEVANZ VON KOMMUNIKATION & GEDANKENLESEN FÜR DEN L1 SPRACHERWERB BEI KINDERN: Hier werden die Rollen von Kommunikation und der Theory of Mind für den Spracherwerb diskutiert und verschiedene Forschungsansätze in einer Patchwork-Theorie zusammengeführt.
Schlüsselwörter
Spracherwerb, Erstspracherwerb, Wortbedeutung, Kognitive Entwicklung, Piaget, Semantik, Kommunikation, Theory of Mind, Sprachentwicklung, Fast-mapping, Spracherwerbsstile, Syntax, Wortschatz, Kindliche Kommunikation, Psycholinguistik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Theorien und Mechanismen, die den Spracherwerb von Kleinkindern ermöglichen, von den ersten Lauten bis hin zur komplexen Satzbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Begriffs- und Wortbedeutungsentwicklung, kognitive Entwicklungsschritte, den Einfluss der sozialen Umwelt (Interaktion) und die Bedeutung von Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den komplexen Prozess der Sprachentwicklung bei Kindern theoretisch fundiert zu beleuchten und verschiedene wissenschaftliche Positionen dazu aufzuarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Analyse und Zusammenführung bestehender psychologischer und linguistischer Theorien (z.B. Piaget, Clark, Nelson) sowie auf exemplarische Beobachtungsstudien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Es werden verschiedene theoretische Ansätze (nativistisch, lerntheoretisch, kognitivistisch, interaktionistisch) analysiert sowie spezifische Prozesse wie der Fast-mapping-Prozess und die Entstehung von Zwei- und Mehrwortsätzen erklärt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Spracherwerb, Semantik, kognitive Entwicklung, Kommunikation, Theory of Mind und Wortbedeutungsentwicklung.
Welche Rolle spielt die Theory of Mind in dieser Arbeit?
Die Theory of Mind wird als essenzielle kognitive Fähigkeit dargestellt, die es Kindern ermöglicht, Intentionen hinter der Sprache anderer zu verstehen und somit effektiver zu kommunizieren und Wörter zu lernen.
Warum ist die "an das Kind gerichtete Sprache" (KGS) relevant?
Die KGS wird als ein Instrument der sozialen Interaktion diskutiert, das dem Kind hilft, Sprache zu segmentieren und durch Vereinfachung den Spracherwerb zu unterstützen.
- Quote paper
- Simone Kaletsch (Author), Julia Zelonczewski (Author), Yasmine Liebhart (Author), 2013, Kinder lernen Sprechen. Theorien des Spracherwerbs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229916