Facebook ‒ kein anderes soziales Netzwerk hat die Welt so verändert. Aber neben der Vernetzung mit Freunden erweist sich Facebook unerwartet als ideale Plattform für Online-Protest-Aktionen.
Der Hacktivismus via Facebook bietet für Protestaktionen völlig neue Möglichkeiten, innerhalb kürzester Zeit internationale Reichweite und Öffentlichkeit zu gewinnen, Beispiele wie die Jasminrevolution in Arabien zeugen davon.
Dieses Buch widmet sich daher folgenden Fragen: Wie entsteht dort Zusammenhalt? Wie werden Protestaktionen ins Leben gerufen? Welche Chancen und Risiken liegen somit in sozialen Netzwerken?
Aus dem Inhalt: Daten und Fakten zu Facebook, Definition von Netzaktivismus und Hacktivismus, elektronischer ziviler Widerstand, soziale Kohäsion.
Inhaltsverzeichnis
Electronic Disturbance, Electronic Resistance und Netzaktivismus: Theorie und Praxis von Katharina Bergmaier
Einleitung
Definition des Netzaktivismus
Elektronischer ziviler Widerstand/Hackaktivismus
The Critical Art Ensemble (CAE)
The Electronic Disturbance Theater (EDT)
Beispiele für virtuelle Sit-Ins und FloodNet-Aktionen
Netzaktivismus: Freie Information, freier Zugang zu freier Information
Aktuelle Entwicklungen und Einschätzungen
Facebook als Medium des Protests von Martin Sopko
Einleitung
„One Million Voices Against FARC“ – Macht sozialer Netzwerke im Internet
Ziel der vorliegenden Arbeit
Netzwerke
Facebook – Daten und Fakten
Macht
Fazit der bisherigen Theorien im Hinblick auf „One Million Voices Against FARC“
Erkenntnisse für die Soziale Arbeit und Ausblick
Facebook und die soziale Kohäsion von Carina Wegmann
Einleitung
Leben im Zeitalter des Internets
Soziale Netzwerke
Virtuelle Realität vs. Real Life
Soziale Kohäsion
Möglichkeiten und Grenzen von Facebook für den sozialen Zusammenhalt
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das soziale Netzwerk Facebook als Instrument für politischen Aktivismus und als Raum für gesellschaftliche Veränderungen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie soziale Online-Netzwerke zur Mobilisierung von Protestbewegungen genutzt werden können, welchen Einfluss sie auf die soziale Kohäsion haben und welche Möglichkeiten und Grenzen sie für die Soziale Arbeit eröffnen.
- Grundlagen des Netzaktivismus und elektronischen Widerstands
- Machtdynamiken und Partizipationsmöglichkeiten in digitalen Netzwerken
- Analyse des Fallbeispiels „One Million Voices Against FARC“
- Soziale Kohäsion im Zeitalter des Internets
- Bedeutung der sozialen Netzwerke für die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
„One Million Voices Against FARC“ Macht sozialer Netzwerke im Internet
„Keine Entführungen mehr, keine Lügen mehr, keine Morde mehr, keine FARC mehr“ – diese Formulierung prangt auf der kolumbianischen Flagge, die als Logo auf der Startseite der Facebook-Gruppe „One Million Voices Against FARC“ abgebildet ist. Oscar Morales, ein Bauingenieur aus der kolumbianischen Stadt Barranquilla, gründete am 04. Januar 2008 diese Gruppe auf Facebook.
Die FARC-EP („Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo“), ist eine Guerilla-Organisation, deren Geschichte bis in die 1950er Jahre reicht. Anfangs war sie „vor allem als Selbstschutzorganisation gedacht, die Gewerkschaftler und Aktivisten der Bauernorganisation für den Fall einer Repressionswelle den Rückzug sichern sollte“. Mittlerweile hat sich die FARC „radikalisiert [und ist] eine kleine Armee, die auf dem Land […] als Autorität anerkannt ist“.
Aktuell besitzt „die FARC […] etwa 8.000 bis 10.000 Kämpfer, Frauen und vielfach zwangsrekrutierte Kinder eingeschlossen“. Aus „einer Bewegung mit durchaus sozialem und politischem Anliegen in den 1960er Jahren“ ist die FARC durch „Drogenhandel, Erpressung und Entführungen“ zu einer terroristischen Organisation verkommen. Der Rückhalt in der Bevölkerung ist weitgehend verloren gegangen; „laut Umfragen haben nur ein Prozent der Kolumbianer ein positives Bild der FARC“.
Zusammenfassung der Kapitel
Electronic Disturbance, Electronic Resistance und Netzaktivismus: Theorie und Praxis: Dieses Kapitel definiert den Netzaktivismus, beleuchtet historische Ansätze des elektronischen zivilen Widerstands und stellt wichtige Aktivistenkollektive sowie deren Methoden vor.
Facebook als Medium des Protests: Hier wird anhand des Fallbeispiels „One Million Voices Against FARC“ die Macht sozialer Netzwerke analysiert, das Konzept der Macht in digitalen Räumen erörtert und der Nutzen für die Soziale Arbeit diskutiert.
Facebook und die soziale Kohäsion: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen der Internetnutzung auf Lebenswelten, analysiert soziale Netzwerke und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen virtueller Realität und sozialem Zusammenhalt.
Schlüsselwörter
Facebook, Netzaktivismus, Soziale Netzwerke, Soziale Kohäsion, Empowerment, Widerstand, Internet, Partizipation, Online-Kommunikation, Macht, Zivilgesellschaft, Soziale Arbeit, Digitale Identität, Virtual Community, FARC.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation beleuchtet das soziale Netzwerk Facebook als modernes Instrument für den Netzaktivismus und analysiert, wie diese digitale Plattform zur Organisation von Protesten sowie zur Steigerung des sozialen Zusammenhalts beitragen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig die Definitionen von Netzaktivismus, die Machtstrukturen in sozialen Medien, das Konzept des Empowerments in der Sozialen Arbeit sowie die sozialen Auswirkungen von Virtual Communities auf die reale Welt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie soziale Online-Netzwerke als öffentlicher Raum fungieren, in dem politische Partizipation stattfindet, und welche Rolle diese Netzwerke bei der Ermächtigung von Menschen im Rahmen der Sozialen Arbeit spielen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit baut auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle mediensoziologische Fachliteratur auf und verwendet einen phänomenologischen Ansatz, um die Auswirkungen am Beispiel konkreter Facebook-Protestgruppen zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei große Themenblöcke: die theoretischen Grundlagen sozialer Netzwerke, die spezifischen Funktionen und Strukturen von Facebook sowie die Konzepte von Macht und Empowerment im digitalen Zeitalter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Facebook, Netzaktivismus, soziale Kohäsion, Empowerment, Macht sowie die politische Partizipation in digitalen Netzwerken.
Wie hat sich die Facebook-Gruppe gegen die FARC im Vergleich zu traditionellen Protestbewegungen verhalten?
Die Anti-FARC-Gruppe nutzte Facebook als effizientes „Hauptquartier“, um über geografische Grenzen hinweg innerhalb kürzester Zeit Millionen von Menschen zu mobilisieren, was durch physische, traditionelle Protestformen in dieser Geschwindigkeit nicht möglich gewesen wäre.
Warum ist Facebook für die Soziale Arbeit relevant?
Facebook stellt eine Plattform dar, über die Soziale Arbeit ihren politischen Auftrag erfüllen kann: Menschen zu befähigen, für ihre Rechte einzutreten, auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen und an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen aktiv teilzuhaben.
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- Katharina Bergmaier (Author), Martin Sopko (Author), Carina Wegmann (Author), 2013, Revolution per Facebook. Das Social Network als Instrument des Netzaktivismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229934