Besonders in den heutigen kirchlichen aber auch politischen Diskussionen steht
die Stärkung der Familie an zentraler Stelle. Was bedeutet Familie heute? Was
ist Familie? Welche Funktionen übernimmt Familie? Diese Fragestellungen
werden seit Jahrzenten durch die verschiedenen Professionen der Soziologie,
der Philosophie, der Theologie etc. durchleuchtet. Dennoch entsteht durch die
Vielfalt von Familienreformen die stetige Schwierigkeit einer gemeinsamen
Definition.1
Nach Meyer übernimmt die Familie die Funktion als „ein Reservat und
Bollwerk,[…] das [sic!] die Aufgabe hat, die Zumutung der strukturell anders
verfassten Bereiche der Öffentlichkeit zu kompensieren und das Bedürfnis
nach Sicherheit, Intimität und Geborgenheit zu befriedigen.“2
Der Familie soll zusammenfassend vielmehr als Gegenbewegung gegen die
Schnelllebigkeiten, Unsicherheiten usw. der heutigen gesellschaftlichen
Anforderungen agieren.
Eine Abgrenzung oder Erklärung über Familie kann jedoch nur dann
sinnstiftend sein, wenn man diese nicht (nur) nach den modernen „Änderungen“
beschreibt und ihr somit eine immer neue Anpassungsmöglichkeit gibt. Diese
stetige Modellierung führt zu einer Orientierungslosigkeit. Das Bild der Familie
muss auf ihr Fundament beschrieben werden und in der heutigen
postmodernen Zeit wieder an Wert gewinnen.
Eines der solidesten Fundamente für die Familie ist die Ehe. Das gegenseitige
Versprechen, sich treu zu lieben in guten wie in schlechten Tagen, verkörpert
nicht nur das Prinzip der Gegenseitigkeit, sondern ebenso die Pflicht jedes
Ehepartners und später Familienmitgliedes sich für das Eine zu entwickeln.
Inhalt
Einleitung
Einführung in den Themenschwerpunkt
a) Schwerpunkt der Hausarbeit
b) Vorgehensweise
Die Familie
a) Etymologische Bedeutung von Ehe
b) Etymologische Bedeutung von Familie
F für Fürsorge
a) Gedanken zur Ehe:
b) Gedanken zur Elternschaft
c) Gedanken zur Verwandtschaft
A für Autorität
M für Moralität
I für Identität
L für Loyalität
I für Integrität
E für Erziehung
Zusammenfassung:
Nachwort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Ehe und Familie in der heutigen Gesellschaft unter Berücksichtigung von sieben zentralen Schwerpunkten. Das primäre Ziel ist es, die Rolle der Familie als "Bollwerk" in der industrialisierten Zeit zu beleuchten und zu hinterfragen, warum sich Paare heute schwerer auf dauerhafte Verbindungen einlassen.
- Die etymologische Herleitung und Begriffsdefinition von Ehe und Familie.
- Die Analyse der Familie als Fürsorgeeinheit und gesellschaftliche "Gegenstruktur".
- Der Zusammenhang zwischen individueller Identitätsbildung und familiärer Biografie.
- Die Herausforderungen durch modernen Leistungsdruck und hedonistische Lebensentwürfe bei der Familiengründung.
Auszug aus dem Buch
A für Autorität
„Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.“ Alexandre Rodolphe Vinet (1767-1847). Im folgenden Kapitel wird die Autorität der Familie durchleuchtet. Zielführend ist es, die Abhängigkeit des Staates gegenüber der Familie darzustellen und das Machtverhältnis Familie zum Staat dargelegt.
Der Staat ist „eine politische Herrschaftsform, die das Zusammenleben einer Gesellschaftsformation innerhalb festgelegter territorialer Grenzen regelt“. „Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.“ Ende des Jahres 2011 leben mehr als 81,8 Millionen Personen in der Bundesrepublik.
Autorität beschreibt ein bestimmtes Machtverhältnis. Dieses kann positiv, durch die Vorbildfunktion und negativ durch Unterdrückung aufgebaut werden. Stellen wir uns die Masse von 81,8 Millionen Einwohner die im Jahr 2011 in Deutschland lebten vor und setzen diesen als Gegenüber die 11,71 Millionen Familien. Es wäre gedanklich ein Kampf gleich dem von David gegen Goliat. Familie, der Konkurrent der Gesellschaft?
Der Familiensoziologe Kurt Lüscher charakterisiert die „Gegenstruktur“ der Familie zur Gesellschaft als Sinnstiftung zur Familie. „Wo Rationalität, Effizienz, Nützlichkeit zu überborden drohen, macht Familie geltend, dass auch die Gegenteile zum alltäglichen menschlichen Zusammenleben, mithin zum Menschsein gehören.“
Familie- als Lebensraum der Menschlichkeit. „Familie ist- wie die Religion- eine universale Institution, weil sie die Funktionen erfüllt, ohne die die Gesellschaft nicht überleben könnte.“ Laut J.W. Goode ist ein gesellschaftliches Fortleben ohne Familie nicht möglich. Was macht somit die Macht der Familie dem Staat gegenüber aus.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Schwierigkeit einer gemeinsamen Familien-Definition und betont die Ehe als eines der solidesten Fundamente für die Familie.
Einführung in den Themenschwerpunkt: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Individualisierung und ein Streben nach beruflicher Effizienz zu einer Verformbarkeit der Familie führen und das Ehebündnis erschweren.
Die Familie: Hier erfolgt eine etymologische Aufschlüsselung der Begriffe Ehe und Familie, um einen positiven Zugang zum Familienverständnis zu ermöglichen.
F für Fürsorge: Die Gedanken zu Ehe, Elternschaft und Verwandtschaft zeigen auf, dass die christlichen Werte der Ehe in einer leistungsorientierten Gesellschaft unter Druck geraten.
A für Autorität: Es wird dargelegt, dass die Familie als "kleinste Staatszelle" fungiert und der Staat essentiell von der Qualität des familiären Zusammenlebens abhängt.
M für Moralität: Das Kapitel beschreibt Moral als System von Normen, das durch Vorbildfunktion und Liebe in der Familie an die nächste Generation vermittelt wird.
I für Identität: Identitätsbildung wird hier als Prozess verstanden, der stark von der familiären Biografie und dem Erlebten geprägt ist.
L für Loyalität: Loyalität wird als Ergebnis einer positiven Familiendynamik begriffen, die generationsübergreifend Verantwortung und Zusammenhalt sichert.
I für Integrität: Hier wird Integrität als fortwährende Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln definiert.
E für Erziehung: Die Erziehung wird als "Kunst" betrachtet, die jedoch unter dem aktuellen gesellschaftlichen Leistungsdruck leidet.
Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass zwar der Wunsch nach einer Familie bei jungen Menschen vorhanden ist, aber äußere Lebensbedingungen und Erfolgsdruck deren Umsetzung hemmen.
Schlüsselwörter
Familie, Ehe, Wertewandel, Fürsorge, Identität, Loyalität, Integrität, Erziehung, Gesellschaft, Staat, Generation, christliche Werte, Individualisierung, Bindung, Lebensform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die fundamentale Wichtigkeit von Ehe und Familie und untersucht, warum gesellschaftliche Rahmenbedingungen heute oft zu einer Umsetzungsscheue bei Familiengründungen führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Fürsorge, Autorität, Moralität, Identität, Loyalität, Integrität und Erziehung im Kontext des Familienlebens.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Familie als stabilisierende Einheit (das "Bollwerk") gegenüber einer schnelllebigen, individualisierten Gesellschaft darzustellen und die Bedeutung christlicher Werte in der Ehe zu betonen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Autor setzt auf eine hermeneutische Ausarbeitung, kombiniert mit theologisch-soziologischen Analysen und der Einbeziehung verschiedener Fachdisziplinen wie Philosophie und Psychologie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in sieben thematische Säulen (F-A-M-I-L-I-E), in denen jeweils die Relevanz für das Individuum, die Familie und den Staat herausgearbeitet wird.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben den Kernthemen wie Ehe, Familie und Moral spielen Begriffe wie "plurales Individuum", "Humanvermögen" und der "Strukturwandel" eine wesentliche Rolle für die Argumentation des Autors.
Inwiefern beeinflusst die "Ahnenbiografie" die Identität eines Kindes?
Laut Autor ist das Individuum durch seine Herkunftsfamilie geprägt. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Ahnen liefert Orientierung und formt die eigene Wertebasis.
Warum betrachtet der Autor die Ehe als unverzichtbares Fundament?
Für den Autor ist die Ehe mehr als ein rechtliches Konstrukt; sie ist ein Liebesbündnis vor Gott, das eine tiefe emotionale und moralische Verbindlichkeit schafft, die moderne Alternativen so nicht bieten.
Wie bewertet die Arbeit den aktuellen gesellschaftlichen Leistungsdruck?
Die Arbeit kritisiert, dass ein Übermaß an Ratgebern und "Erfolgserziehung" junge Eltern verunsichert und dazu führt, dass das Kind eher als "Projekt" denn als Lebensaufgabe gesehen wird.
- Quote paper
- Martin Baldus (Author), 2013, Über die Wichtigkeit von Ehe und Familie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/229937