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Zur Methodik der deutschen Orientalisten bei ihrer Behandlung der Person des Propheten Mohammed

Das Buch "Mohammed und der Koran" von Rudi Paret als Beispiel

Titel: Zur Methodik der deutschen Orientalisten bei ihrer Behandlung der Person des Propheten Mohammed

Magisterarbeit , 2012 , 152 Seiten , Note: Ausgezeichnet

Autor:in: Mahmoud Abu-Shuair (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit dem 19. Jahrhundert begann die Erforschung der islamischen Religion und Geschichte auf historischer Ebene. Dieses Jahrhundert betrachtet man als Anfangsphase der wissenschaftlichen Orientalistik und Islamkunde. Diese historischen Forschungen sollten das Ziel haben, die Biografie Muhammads auf der Grundlage der ursprünglichen Quellen zu untersuchen. Die Werke Weils, Wellhausens, Sprengers, Grimmes, Nöldekes und Anderer sind bis heute noch gültige Quellen für die Islamforscher und Orientalistik Studierenden, auch wenn einige von ihnen bei den muslimischen Wissenschaftlern mehr oder weniger umstritten sind.
Rudi Paret (1901 - 1983) gilt als einer der größten deutschen Orientalisten. Bekannt wurde Paret vor allem durch seine erstmals 1962 erschienene Koran-Übersetzung, deren Plan er erst im Jahr 1935 in einer Festschrift zu Enno Littmann zur Diskussion stellte. Sein Übersetzungsvorhaben modifizierte Paret in seinem Aufsatz „Grenzen der Koranforschung“ im Jahr 1950. Aus der Koran-ÜbersetzungKoran-Übersetzung Parets entstand dessen weit verbreitete Schrift über das Leben des arabischen Propheten Muhammad „Mohammed und der Koran“, die im Rahmen dieser Studie erforscht wird.
In seinem Buch „Mohammed und der Koran“ behandelt Rudi Paret als arabisch- und islamwissenschaftlich tiefgründiger Orientalist das Bild des Propheten Muhammad in der deutschen Orientalistik. Der Titel des Buches lautet "Mohammed und der Koran. Geschichte und Verkündigung des arabischen Propheten". Das Buch wurde zum ersten Mal im Jahr 1957 veröffentlicht und bis heute noch zehn Mal verlegt, was seine große Bedeutung widerspiegelt . Es wurde auch im Jahr 2009, zum Teil neu überarbeitet, vom in Tübingen promovierten Professor Radwan As-Sayyed ins Arabische übersetzt . Weiter ist es – vielleicht wegen seines Verfassers – ein sehr wichtiges Buch im Fachbereich der Islamwissenschaft, zumal es als eine der Vorarbeiten der Übersetzung des Korans durch Paret von erheblicher Bedeutung im Rahmen der Orientalistik ist .
Bemerkenswert ist weiter, dass Paret folglich zu den wenigen Orientalisten gehört, die über die Person des Propheten geschrieben und gleichzeitig eine Koran-Übersetzung angefertigt haben; insofern ergibt sich, dass der wissenschaftliche Hintergrund der Bearbeitung des Themas der Prophetenpersönlichkeit identisch - oder zumindest ähnlich - mit dem wissenschaftlichen Hintergrund ist, der in der Paret-Übersetzung des Koran eine Rolle spielt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0.0 Einleitung

0.1 Ausgangspunkt und Problemstellung

0.2 Methodik der Arbeit

0.3 Zielsetzungen der Arbeit

0.4 Aufbau und Strukturierung der Arbeit

Erstes Kapitel: Deutsche Orientalistik (historischer Überblick)

1. Zum Begriff "Orientalistik"

2. Orientalistik und Orientalismus

3. Anfänge der (deutschen) Orientalistik

4. Entstehung der Arabistik und Islamkunde in Deutschland

5. Die Methoden der deutschen Orientalisten seit dem 19. Jahrhundert

Zweites Kapitel: Rudi Paret und sein Buch "Mohammed und der Koran"

0. Ein einleitendes Wort

1. Rudi Paret

1.1 Seine Biographie

1.2. Seine Werke

1.2.1. Monographien

1.2.2. Aufsätze und wissenschaftliche Beiträge

1.3. Parets Koranübersetzung

1.4. Das Buch "Mohammed und der Koran"

2. Zur Methode Parets in seinem Buch "Mohammed und der Koran" - Historisch-Kritische Methode

2.1. Zu den Begriffen: Methode, Methodik, Methodologie und Historismus

2.1.1. Methode

2.1.2. Methodik

2.1.3 Methodologie

2.1.4. Historismus

2.2. Historisch-kritische Methode

2.2.1. Begriffsbestimmung

2.2.2. Entstehungsgeschichte

2.2.3. Die Leistungen der historisch-kritischen Methode

2.2.4. Die historisch-kritische Methode – kritisch betrachtet

2.2.4.1. Aus christlicher Sicht

2.2.4.2. Aus islamischer Sicht

2.2.5. Anfänge der historisch-kritischen Erforschung Mohammeds

Drittes Kapitel: Zur Person Mohammeds im Buch "Mohammed und der Koran" (Analyse und Kritik)

1.0. Zum allgemeinen Bild des Propheten Mohammed bei den Orientalisten

1.1. Zu den Quellen über das Leben Mohammeds

2. Zur Person des Propheten Mohammed im Buch "Mohammed und der Koran"

2.1. Jüdische und christliche Einflüsse

2.2. Die Entwicklung der Gottes Vorstellung

2.3. Die Wahrhaftigkeit des Propheten

2.4. Der Krieg als Mittel zum Zweck

2.5. Politische Morde

2.6. Mohammed und die Frauen

2.6.1. Mohammeds Heirat mit Ḫadīğa

2.6.2. Die Polygamie Mohammeds

2.6.3 Mohammeds Heirat mit Zainab Bint Ğaḥš

2.7. Mohammed, der Theokrat

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodische Herangehensweise deutscher Orientalisten am Beispiel von Rudi Parets Werk „Mohammed und der Koran“. Das primäre Ziel ist eine kritische Analyse, wie die historisch-kritische Methode auf die Person und das Leben des Propheten angewandt wird und inwieweit dabei subjektive oder vorgefasste Meinungen in die wissenschaftliche Forschung einfließen.

  • Historischer Überblick über die deutsche Orientalistik und ihre Methodik.
  • Biographische und inhaltliche Analyse des Werkes von Rudi Paret.
  • Untersuchung der historisch-kritischen Methode und ihrer Anwendung auf islamische Quellen.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der westlichen Darstellung zentraler Aspekte des Prophetenlebens (z. B. politische Morde, Heirat mit Frauen, Kriegführung).

Auszug aus dem Buch

2. Zur Methode Parets in seinem Buch "Mohammed und der Koran" - Historisch-kritische Methode

Bevor hier auf die Methode Parets in seinem Buch "Mohammed und der Koran" eingegangen wird, ist es notwendig, die Definitionen einiger Begriffe zu geben, die in diesem Zusammenhang von immenser Bedeutung sind. Durch diese Definitionen wird zudem klar, was in dieser Studie mit der Methodik der deutschen Orientalisten, am Beispiel Parets, gemeint ist. Die erstgenannten drei Begriffe werden oft als Synonyme betrachtet, weshalb in dieser kleinen Einführung in die Begrifflichkeiten verdeutlicht wird, wie man sie voneinander unterscheiden kann.

2.1.1. Methode

Der Begriff Methode stammt von dem griechischen Wort "méthodos" und bedeutet „Nachgehen“.

Im Duden Universalwörterbuch wird diesem Begriff die folgende Bedeutung zugeordnet:

"Me|tho|de die; -, -n [spätlat. methodus < griech. méthodos = Weg od. Gang einer Untersuchung, eigtl. = Weg zu etw. hin]:

1. auf einem Regelsystem aufbauendes Verfahren zur Erlangung von [wissenschaftlichen] Erkenntnissen od. praktischen Ergebnissen: eine technische M.; komplizierte -n; eine M. anwenden; nach einer M. arbeiten.

2. Art u. Weise eines Vorgehens: raue -n; eine sichere M.; ihre -n gefallen mir nicht; M. (Planmäßigkeit, sinnvolle Ordnung) in etw. bringen; (oft iron.:) nach bewährter M.;

- Methode haben (auf einem genauen Plan beruhen; durchdacht sein): sein Vorgehen hat M.84"

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Forschungsfrage dargelegt, die sich mit der kritischen Analyse der orientalistischen Behandlung der Prophetenbiografie befasst.

Erstes Kapitel: Deutsche Orientalistik (historischer Überblick): Dieses Kapitel bietet einen Abriss über die Entwicklung der Orientalistik in Deutschland, von den philologischen Anfängen bis hin zur Etablierung des Historismus und der Islamkunde als Disziplin.

Zweites Kapitel: Rudi Paret und sein Buch "Mohammed und der Koran": Hier wird die Biografie von Rudi Paret beleuchtet, seine Koran-Übersetzung analysiert und die theoretischen Grundlagen der historisch-kritischen Methode untersucht.

Drittes Kapitel: Zur Person Mohammeds im Buch "Mohammed und der Koran" (Analyse und Kritik): Das Kapitel bildet den Schwerpunkt der Arbeit und setzt sich detailliert mit Parets Analysen zu umstrittenen Aspekten des Prophetenlebens auseinander.

Schlüsselwörter

Orientalistik, Islamwissenschaft, Rudi Paret, Mohammed, Koran, historisch-kritische Methode, Historismus, Prophetenbiografie, Islamkritik, Methodenreflexion, Apologetik, Polemik, philologische Wissenschaft, Islamische Welt, Tradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch die wissenschaftliche Methodik deutscher Orientalisten bei der Erforschung der Person des Propheten Mohammed, fokussiert auf das Beispiel von Rudi Parets Werk.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung umfasst die Geschichte der deutschen Orientalistik, die methodischen Grundlagen der historisch-kritischen Forschung und deren spezifische Anwendung auf die muslimische Überlieferung.

Was ist das primäre Ziel der Studie?

Das Ziel ist es, die wissenschaftliche Objektivität und die methodischen Eigenschaften der Orientalistik im Umgang mit der Person Mohammeds zu hinterfragen und die Perspektive muslimischer Wissenschaftler dazu in Kontrast zu setzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt deskriptive und analytische Methoden, ergänzt durch einen kritischen Ansatz, um die Argumentationen in Parets Werk zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Kontroversen wie jüdisch-christliche Einflüsse, die Gottesvorstellung Mohammeds, politische Morde, das Verhältnis zu Frauen und der Krieg als Mittel zum Zweck im Kontext von Parets Buch diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Orientalistik, historisch-kritische Methode, Prophetenbiografie, Islamkunde, Koranexegese und methodische Reflexion.

Wie bewertet der Autor Rudi Parets Rolle?

Der Autor erkennt Parets Bedeutung und dessen ernsthafte wissenschaftliche Haltung an, kritisiert jedoch eine selektive Handhabung von Überlieferungen und einen Mangel an Einbeziehung innerer muslimischer Perspektiven.

Warum wird die historisch-kritische Methode so intensiv diskutiert?

Weil sie das methodische Fundament der Orientalistik darstellt, jedoch von muslimischen Intellektuellen oft als unangemessen für die Erforschung des Islams und des Propheten abgelehnt oder zumindest hinterfragt wird.

Welche Bedeutung haben die "Satanischen Verse" in dieser Arbeit?

Sie dienen als prominentes Fallbeispiel, anhand dessen die methodische Vorgehensweise Parets und die daraus resultierende Kritik der muslimischen Gelehrten (wie Haikal) beispielhaft analysiert wird.

Ende der Leseprobe aus 152 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Methodik der deutschen Orientalisten bei ihrer Behandlung der Person des Propheten Mohammed
Untertitel
Das Buch "Mohammed und der Koran" von Rudi Paret als Beispiel
Hochschule
Al-Azhar Universität Kairo  (Sprachen- und Übersetzungsfakultät, Sektion für islamische Studien in Deutsch)
Note
Ausgezeichnet
Autor
Mahmoud Abu-Shuair (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
152
Katalognummer
V230073
ISBN (eBook)
9783656453475
ISBN (Buch)
9783656453987
Sprache
Deutsch
Schlagworte
methodik orientalisten behandlung person propheten mohammed buch koran rudi paret beispiel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mahmoud Abu-Shuair (Autor:in), 2012, Zur Methodik der deutschen Orientalisten bei ihrer Behandlung der Person des Propheten Mohammed, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230073
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