Die Bistumsgründungen des Bonifatius


Seminararbeit, 2004

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die mitteldeutschen Bistümer
II.1. Das Verhältnis des Bonifatius zu Karl Martell
II.1.1. Die Gründung der Bistümer 741 oder 742?
II.2. Das Bistum Würzburg
II.2.1. Vorgeschichte
II.2.2. Gründung des Bistums
II.2.3. Ausstattung und Ausdehnung
II.3. Das Bistum Büraburg
II.3.1. Das Gebiet vor der Bistumsgründung und die Errichtung der Diözese
II.4. Das Bistum Erfurt
II.4.1. Ersterwähnung Erfurts
II.4.1. Die Gründung des Bistums Erfurt
II.5. Das Ende der Bistümer Büraburg und Erfurt

III. Das Bistums Eichstätt
III.1. Die Situation vor der Gründung
III.2. Willibalds Wechsel nach Eichstätt und die Gründung der Diözese

IV. Schluss

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

I.Einleitung

Das Europa des 8. Jahrhunderts war einerseits geprägt von der Machtübernahme der Karolinger im fränkischen Reich durch Karl Martell und seine Söhne Karlmann und Pippin d. J. sowie durch eine umfassende Kirchenreform durch den Angelsachsen Bonifatius, der die Gebiete östlich des Rheins anfing zu missionieren und eine organisierte Kirche in diesem Teil des Frankenreiches aufbaute. Neben vielen wiedererrichteten Bistümern und Klöstern begründete Bonifatius auch solche[1]. Es handelt sich hierbei um die Bistümer Würzburg, Erfurt und Büraburg, sowie das Bistum Eichstätt.

Beim Studieren der Literatur ist auffällig gewesen, dass sich einige Bereiche sehr umfangreich gestalteten und somit für diese Arbeit lediglich kurz dargestellt werden können. Weiterhin ist zu sagen, dass auf eine ausführliche Quellenanalyse ebenfalls verzichtet wird, da sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Vor allem aber soll gezeigt werden, wie die Bistümer entstanden sind, wer bei ihrer Gründung eine Rolle spielte und eventuell welche Ausstattungen diese neuen Diözesen erfahren haben.

II. Die mitteldeutschen Bistümer

In den nun folgenden Abschnitten soll einmal das Verhältnis Bonifatius´ zu Karl Martell, weiterhin der Streitpunkt über den Zeitraum der Bistumsgründungen nachvollzogen werden, andererseits sollen die Bistümer selbst zum Zeitpunkt ihrer Gründungen vorgestellt werden, um welche es in einem Briefwechsel von Bonifatius und dem neuen Papst Zacharias geht[2], aber auch ihre Vorgeschichten sollen kurz berücksichtigt werden sowie Angaben über ihre Ausstattungen gemacht werden.

II.1. Das Verhältnis des Bonifatius zu Karl Martell

Mit einem Empfehlungsschreiben des Papstes, welches jedoch als Fälschung gilt[3], soll die Beziehung zwischen Bonifatius und dem Hausmeier Karl Martell begonnen haben[4], obwohl eventuell anzunehmen ist, dass es bereits ein erstes Treffen im Juli 722 gegeben hatte[5]. Als Bonifatius 723 den Hausmeier aufsucht, stellt ihn dieser unter seinen Schutz[6]. Dennoch sollte das Verhältnis zu den Karolingern nicht ungetrübt bleiben, da Karl Martell sich doch stärker für die Durchdringung der Ostgebiete interessierte und Bonifatius eben diese Gebiete als sein Missionsgebiet erwählte[7]. Schon bald zeigten sich erste Streitigkeiten mit dem fränkischen Episkopat, welche gegen den Missionsbischof bei Karl Martell intrigierten und diesen als peregrinus für bischofsunwürdig hielten[8]. Dieselben wandten sich auch an den Papst, aber ohne Erfolg, wie er Bonifatius versicherte[9]. Dass sich der Bischof der Solidarität Roms sicher sein konnte, beweist die Ernennung zum Erzbischof 732 mit der Übergabe des sacri pallei[10]. Bonifatius hatte nun die Aufgabe, Bischöfe zu weihen[11], welche ihm bei der kirchlichen Organisation in den ostfränkischen Gebieten behilflich sein sollten. Seinem Vorhaben kam Bonifatius jedoch erst fast zehn Jahre später nach. Es wird vermutet, dass der fränkische Episkopat ihn hinderte und dass Karl Martell ihm seine Unterstützung aufgrund politischer oder militärischer Gründe versagte, was Teil der Streitfrage ist, inwiefern der Hausmeier an den Bistumsgründungen beteiligt gewesen war, was noch gezeigt werden wird[12].

II.1.1. Die Gründung der Bistümer 741 oder 742?

Bevor auf die einzelnen Bistümer eingegangen wird, erscheint es wichtig, erneut die Frage zu klären, ob die von mir bereits oben genannten Bistümer Würzburg, Erfurt und Büraburg im Jahr 741 oder erst 742 gegründet wurden, denn noch heute ist dies ein Streitpunkt unter den Historikern. Leider geben uns die Vita des Bonifatius, sowie seine Briefe keine Auskunft über das Jahr der Gründung. Glaubt man Theodor Schieffer, so kommt 741 für eine Gründung der Bistümer nicht in Frage[13], da Karl Martell Bonifatius in den Jahren 732 bis 739 keine politische Unterstützung außer dem Schutzverhältnis gewährt habe und somit eine Bistumsgründung erst unter Karlmann 742 möglich gewesen sei[14]. Dass dies nicht einfach so festzusetzen ist, zeigten unter anderem Rainer Bach[15] und Kurt-Ulrich Jäschke[16]. Beide verweisen einerseits auf die Vita des Willibald[17], in welcher man erfährt, dass er mit 41 Jahren zum Bischof geweiht wurde[18]. Die Bischöfe Burkhard und Witta waren zu dieser Weihe in Sülzenbrücken, welches sich in der Nähe Erfurts befindet, neben Bonifatius anwesend[19], womit Willibald, glaubt man der Datierung von Jäschke und Bach, noch vor dem Tod Karl Martells geweiht wurde. Der 21. Oktober ist als Weihedatum angegeben. Dieser fiel im Jahr 741 aber auf einen Samstag, so dass man annimmt, dass es sich um den 22. Oktober handeln muss, da im Mittelalter Bischofsweihen hauptsächlich an kirchlichen Feiertagen vorgenommen wurden, zu welchen auch der Sonntag zählt[20]. Vergleicht man Willibalds Vita mit der seines Bruders Wynnibald, wie es Jäschke genau gezeigt hat[21], so stellt sich heraus, dass Wynnibald 701 geboren wurde und Willibald nur ungefähr ein Jahr älter war als sein Bruder. Somit wäre er 700 geboren und im Jahr 741 zum Bischof geweiht worden. Dies würde bedeuten, dass die Bistümer noch zur Zeit Karl Martells begründet worden wären, da sie bereits am Concilium Germanicum vom 21. April 742 neben Bonifatius teilnehmen[22]. Was die weiteren Ausstattungen der Bistümer durch den neuen Papst Zacharias oder Karlmann anbelangt, so sind diese sicher erst im darauf folgenden Jahr vollzogen wurden[23]. Dem stellt sich wiederum Michels in den Weg, welcher die zeitliche Differenz vom Absenden des Briefes durch Bonifatius und den Erhalt der Nachricht ein Jahr später für zu groß hält[24]. Nach Michels liegen Brief 50 und 51 nicht so weit auseinander, wie bisher angenommen, und er entscheidet sich nach einer erneuten und ausführlichen Analyse der Bonifatiusbriefe für 742 als Gründungsjahr[25].

[...]


[1] Karte in: Heinz Löwe, Pirmin, Willibrord und Bonifatius. Ihre Bedeutung für die Missionsgeschichte ihrer Zeit, in: Knut Schäferdiek (Hg.), Kirchengeschichte als Missionsgeschichte, Bd. 2: Die Kirche des frühen Mittelalters, München 1978, S. 194.

[2] Brief 50/51/52, in: Briefe des Bonifatius, bearb. Reinhold Rau, Darmstadt 1987(Freiherr-vom-Stein-Gedächtnis-Ausgabe-4b), S. 140-163.

[3] Brief 20, Anmerkung 1, in: Briefe des Bonifatius, bearb. Reinhold Rau, Darmstadt 1987(Freiherr-vom-Stein-Gedächtnis-Ausgabe-4b), S. 72.

[4] Josef Semmler, Bonifatius, die Karolinger und „die Franken“, in: Dieter R. Bauer(Hg.), Mönchtum-Kirche-Herrschaft, 750-1000, Sigmaringen 1998, S. 3f.

[5] Th. Schieffer, Winfried-Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas, Freiburg 1954, S. 143.

[6] Brief 22, in: Briefe des Bonifatius, bearb. Reinhold Rau, Darmstadt 1987(Freiherr-vom-Stein-Gedächtnis-Ausgabe-4b), S. 76ff.

[7] Vgl. Heinrich Büttner, Bonifatius und die Karolinger, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 4 , 1954, S. 26; Th. Schieffer, Winfried-Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas, Freiburg 1954, S. 145.

[8] Josef Semmler, Bonifatius, die Karolinger und „die Franken“, in: Dieter R. Bauer(Hg.), Mönchtum-Kirche-Herrschaft, 750-1000, Sigmaringen 1998, S. 6.

[9] Ebd., S. 6

[10] Brief 28, in: Briefe des Bonifatius, bearb. Reinhold Rau, Darmstadt 1987(Freiherr-vom-Stein-Gedächtnis-Ausgabe-4b), S. 98.

[11] Brief 28, in: Briefe des Bonifatius, bearb. Reinhold Rau, Darmstadt 1987(Freiherr-vom-Stein-Gedächtnis-Ausgabe-4b), S. 98.

[12] Josef Semmler, Bonifatius, die Karolinger und „die Franken“, in: Dieter R. Bauer(Hg.), Mönchtum-Kirche-Herrschaft, 750-1000, Sigmaringen 1998, S. 7.

[13] Th. Schieffer, Winfried-Bonifatius und die christliche Grundlegung Europas, Freiburg 1954, S. 159ff.

[14] Ebd., S. 200.

[15] Rainer Bach, Die Bistumsgründungen des Bonifatius, in: Würzburger Diözesangesch.bl. 54, 1992, S. 37-53.

[16] Kurt-Ulrich Jäschke, Die Gründungszeit der mitteldeutschen Bistümer und das Jahr des Concilium Germanicum, in: Festschrift für Walter Schlesinger 2 (1974), S. 71-136.

[17] Vgl. Rainer Bach, Die Bistumsgründungen des Bonifatius, in: Würzburger Diözesangesch.bl. 54, 1992, S. 40 und Kurt-Ulrich Jäschke, Die Gründungszeit der mitteldeutschen Bistümer und das Jahr des Concilium Germanicum, in: Festschrift für Walter Schlesinger 2 (1974), S. 80f.

[18] Vita Willibaldi episcopi Eichstetensis, Monumenta Germaniae Historica, Scriptores XV/1, S. 105.

[19] Ebd., S. 105.

[20] Kurt-Ulrich Jäschke, Die Gründungszeit der mitteldeutschen Bistümer und das Jahr des Concilium Germanicum, in: Festschrift für Walter Schlesinger 2 (1974), S. 81f.

[21] Kurt-Ulrich Jäschke, Die Gründungszeit der mitteldeutschen Bistümer und das Jahr des Concilium Germanicum, in: Festschrift für Walter Schlesinger 2 (1974), S. 80ff.

[22] Concilium Germanicum, in: Concilia aevi Karolini, Monumenta Germaniae Historica, Leges III, 2,1, S. 2.

[23] Franz Staab, Die Gründung der Bistümer Erfurt, Büraburg und Würzburg durch Bonifatius im Rahmen der fränkischen und päpstlichen Politik, in: Archiv für Mittelrheinische Kirchengeschichte 40, 1988, S. 39.

[24] Helmut Michels, Das Gründungsjahr der Bistümer Erfurt, Büraburg und Würzburg, in: Archiv für Mittelrheinische Kirchengeschichte 39, 1987, S. 22f.

[25] Ebd., 21ff.

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Details

Titel
Die Bistumsgründungen des Bonifatius
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Historisches Institut)
Veranstaltung
König Pippin - nur der Vater Karls des Großen?
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V23012
ISBN (eBook)
9783638262217
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bistumsgründungen, Bonifatius, König, Pippin, Vater, Karls, Großen
Arbeit zitieren
Oliver Hellmuth (Autor:in), 2004, Die Bistumsgründungen des Bonifatius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23012

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