Das Europa des 8. Jahrhunderts war einerseits geprägt von der Machtübernahme der
Karolinger im fränkischen Reich durch Karl Martell und seine Söhne Karlmann und Pippin d.
J. sowie durch eine umfassende Kirchenreform durch den Angelsachsen Bonifatius, der die
Gebiete östlich des Rheins anfing zu missionieren und eine organisierte Kirche in diesem Teil
des Frankenreiches aufbaute. Neben vielen wiedererrichteten Bistümern und Klöstern
begründete Bonifatius auch solche1. Es handelt sich hierbei um die Bistümer Würzburg,
Erfurt und Büraburg, sowie das Bistum Eichstätt.
Beim Studieren der Literatur ist auffällig gewesen, dass sich einige Bereiche sehr
umfangreich gestalteten und somit für diese Arbeit lediglich kurz dargestellt werden können.
Weiterhin ist zu sagen, dass auf eine ausführliche Quellenanalyse ebenfalls verzichtet wird, da
sie den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Vor allem aber soll gezeigt werden, wie die
Bistümer entstanden sind, wer bei ihrer Gründung eine Rolle spielte und eventuell welche
Ausstattungen diese neuen Diözesen erfahren haben.
1 Karte in: Heinz Löwe, Pirmin, Willibrord und Bonifatius. Ihre Bedeutung für die Missionsgeschichte ihrer Zeit,
in: Knut Schäferdiek (Hg.), Kirchengeschichte als Missionsgeschichte, Bd. 2: Die Kirche des frühen Mittelalters,
München 1978, S. 194.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die mitteldeutschen Bistümer
II.1. Das Verhältnis des Bonifatius zu Karl Martell
II.1.1. Die Gründung der Bistümer 741 oder 742?
II.2. Das Bistum Würzburg
II.2.1. Vorgeschichte
II.2.2. Gründung des Bistums
II.2.3. Ausstattung und Ausdehnung
II.3. Das Bistum Büraburg
II.3.1. Das Gebiet vor der Bistumsgründung und die Errichtung der Diözese
II.4. Das Bistum Erfurt
II.4.1. Ersterwähnung Erfurts
II.4.1. Die Gründung des Bistums Erfurt
II.5. Das Ende der Bistümer Büraburg und Erfurt
III. Das Bistums Eichstätt
III.1. Die Situation vor der Gründung
III.2. Willibalds Wechsel nach Eichstätt und die Gründung der Diözese
IV. Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die von Bonifatius initiierten Bistumsgründungen im 8. Jahrhundert, mit besonderem Fokus auf den Entstehungsprozess, die politische Einbindung und das spätere Schicksal dieser Diözesen.
- Analyse des Verhältnisses zwischen Bonifatius und den Karolingern
- Untersuchung der umstrittenen Datierung der Bistumsgründungen
- Detaillierte Betrachtung der Bistümer Würzburg, Büraburg, Erfurt und Eichstätt
- Bewertung von Ausstattung, Funktion und Untergang der kurzlebigen Gründungen
Auszug aus dem Buch
II.2.2. Gründung des Bistums
Bonifatius teilte dem Papst Zacharias in seinem Begrüßungsbrief die Errichtung der neuen Bistümer mit und ersuchte denselben um Bestätigung dieser. Dass er überhaupt Bistümer gründen durfte, verdankt er der Übersendung des Palliums durch Papst Gregor III. im Jahr 732, durch welches er zum Erzbischof geweiht wurde und seine neuen Aufgaben, die Ernennung und Weihe von Bischöfen, wie schon oben erwähnt, sowie die Errichtung von Bistümern, antreten musste. Er formuliert seine Vorschläge für die neu zu errichtenden Bistümer wie folgt:
„Necesse quoque habemus indicare paternitati vestrae, quia per Dei gratiam Germaniae populis aliquantulum percussis vel correctis tres ordinavimus episcopos et provinciam in tres parrochias discrevimus; et illa tria oppida sive urbes, in quibus constituti et ordinati sunt, scriptis auctoritatis vestrae confirmari et stabiliri precantes desideramus. Unam esse sedem episcopatus decrevimus in castello, quod dicitur Wirzaburg; et alteram in oppido, quod nominatur Buraburg, tertiam in loco, qui dicitur Erphesfurt, qui fuit iam olim urbs paganorum rusticorum. Haec tria loca propria carta auctoritate apostolatus vestri roborare et confirmare diligenter postulamus, ut, si Dominus voluerit, per auctoritatem et perceptum sancti Petri iussionibus apostolicis fundatae et stabilite sint tres in Germania episcopales sedes, et ut presentes vel futurae generationes non presumant vel parrochias corrumpere vel violare preceptum apostolicae sedis.“
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Vorstellung des historischen Kontextes im 8. Jahrhundert und der kirchenpolitischen Missionstätigkeit des Bonifatius.
II. Die mitteldeutschen Bistümer: Untersuchung der Beziehungen zu Karl Martell sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Gründung, Ausstattung und dem Ende der Bistümer Würzburg, Büraburg und Erfurt.
III. Das Bistums Eichstätt: Analyse der speziellen Situation vor der Gründung und des Wechsels von Willibald als Bischof nach Eichstätt.
IV. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung über die Dauerhaftigkeit der errichteten Diözesen und die Schwierigkeiten einer eindeutigen historischen Rekonstruktion.
Schlüsselwörter
Bonifatius, Bistumsgründungen, 8. Jahrhundert, Karolinger, Würzburg, Erfurt, Büraburg, Eichstätt, Kirchenreform, Missionsgeschichte, Karl Martell, Papst Zacharias, Willibald, Diözese, Frühmittelalter
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kirchenorganisatorischen Tätigkeit des Bonifatius im 8. Jahrhundert und der gezielten Gründung neuer Bistümer zur Festigung des Christentums im fränkischen Reich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die politischen Rahmenbedingungen durch die Karolinger, die kirchliche Mission sowie die konkrete administrative und materielle Etablierung der Bistümer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess der Bistümer zu zeigen, die beteiligten Akteure zu identifizieren und die Ausstattung dieser neuen Diözesen darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Analyse zeitgenössischer Quellen, insbesondere der Korrespondenz des Bonifatius, der Viten (Lebensbeschreibungen) und wissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Bistümer Würzburg, Büraburg, Erfurt und Eichstätt sowie deren Ausstattung und die schwierige Klärung der Gründungszeiträume.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bonifatius, Bistumsgründungen, Karolinger, Mission und Frühmittelalter charakterisiert.
Warum ist das Gründungsjahr 741 oder 742 so umstritten?
Die historischen Quellen liefern keine eindeutigen Belege. Historiker streiten darüber, ob die politische Unterstützung unter Karl Martell bereits ausreichte oder ob erst die Machtübernahme durch seine Söhne 742 die Gründungen ermöglichte.
Welches Schicksal ereilte die Bistümer Büraburg und Erfurt?
Diese Bistümer bestanden nur für kurze Zeit und wurden später in die Mainzer Diözese eingegliedert, während Würzburg und Eichstätt langfristig Bestand hatten.
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- Oliver Hellmuth (Author), 2004, Die Bistumsgründungen des Bonifatius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23012