Territoriale Kriege gehören fast schon der Vergangenheit an, aber seit dem 11. September 2001 sieht sich die Welt mit einer neuen Form des Krieges konfrontiert, dem internationalen Terrorismus. So sieht sich auch die Bundeswehr vor neue Herausforderungen gestellt. Doch wie muss sie aussehen, die Bundeswehr des 21. Jahrhunderts? Welche Umstrukturierungen sind tatsächlich notwendig, um sich dem erweiterten Aufgabenfeld stellen zu können? Dieses Buch spürt den Antworten auf diese Fragen nach.
Aus dem Inhalt: Transformation der Bundeswehr, Wandel zur Interventionsarmee,Neudefinierung durch die Nato, ökonomische Modernisierung, mögliche Privatisierung.
Inhaltsverzeichnis
Militärorganisatorische und gesellschaftliche Herausforderungen bei der „Transformation“ der Bundeswehr in eine Einsatzarmee von Stefan Rudolf
Von der Bundeswehr zur Interventionsarmee. Wird die Bundeswehr zunehmend militärisch geprägte Aufgaben im Ausland übernehmen? Von Florian Buntin
1. Einleitung
2. Strategiewechsel nach dem Kalten Krieg
3. Neustrukturierung der Bundeswehr
4. Außenpolitische Interessen der Bundesrepublik Deutschland
5. Zusammenfassung
Die ökonomische Modernisierung der Bundeswehr als Teil der Transformation von Martin Giese
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmung
3. Die ökonomische Modernisierung in der Bundeswehr
4. Die ökonomische Modernisierung im Meinungsbild
5. Probleme und Kritik
6. Fazit
Transformation der Bundeswehr. Die Anpassung der Deutschen Streitkräfte an die veränderte Weltlage von Stefan Hansen
1. Einleitung
2. Parameter deutscher Außen- und Sicherheitspolitik
3. Die Dreiteilung der Kräfte
4. Wehrpflicht
5. Vernetzte Operationsführung
6. Neue Aufgaben – Neue Ausrüstung
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Publikation analysiert den grundlegenden Wandel der Bundeswehr von einer auf Landesverteidigung ausgerichteten Armee hin zu einer international agierenden Einsatzarmee. Dabei werden insbesondere die strategischen Neuausrichtungen, die ökonomischen Modernisierungsprozesse und die strukturelle Anpassung an geänderte sicherheitspolitische Bedrohungslagen nach dem Ende des Kalten Krieges kritisch beleuchtet.
- Transformation der Bundeswehrstrategie und Auswirkungen auf das Einsatzspektrum.
- Ökonomische Modernisierung und betriebswirtschaftliche Steuerung der Streitkräfte.
- Strukturelle Anpassungen, Personalabbau und neue militärische Anforderungen.
- Außenpolitische Interessen der Bundesrepublik im Rahmen internationaler Bündnisse.
- Herausforderungen durch Privatisierung und Implementierung neuer Führungsinstrumente.
Auszug aus dem Buch
2. Strategiewechsel nach dem Kalten Krieg
Mit dem Ende des Kalten Krieges haben sich der Ost- und der Westblock aufgelöst. Den Warschauer Pakt gibt es nicht mehr und so steht die NATO nun ohne Gegner da. Kritiker sagten schon das Ende der NATO voraus. Daher sind die Flexibilität und der Überlebenswille der NATO beachtlich (Varwick/Woyke 2000: 13). Auf dem NATO-Gipfeltreffen 1990 in London, 1991 in Rom, über den Gipfel 1999 in Washington und zuletzt 2002 in Prag hat die NATO ihr Aufgabengebiet und somit ihre Existenzberechtigung neu definiert. War die Hauptaufgabe ehemals Abschreckung der Gegner und spiegelte somit eine eher defensive Grundeinstellung wider, so bringen die aktuell veränderten Geschehnisse in der Welt andere Prioritäten mit sich. Zum einen versteht sich die NATO zunehmend als politischer Zusammenschluss, der auch den Kontakt mit Nicht-Bündnispartnern sucht und seine Zusammenarbeit mit der UNO vorantreibt. Die NATO hat beispielsweise beschlossen, der UNO Zugriff auf ihre Truppen zu gestatten. Zum anderen sieht das Bündnis nun Krisen- und Konfliktbewältigung als seine wichtigsten Aufgaben an (Ebd.: 92). Krisenbewältigung hat dabei einen eher aktiven Charakter. Das Eingreifen in fremde Länder wird somit nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern indirekt schon ‚angekündigt’.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Wandel der globalen Sicherheitslage nach dem Kalten Krieg und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der zukünftigen Ausrichtung der Bundeswehr als Interventionsarmee.
2. Strategiewechsel nach dem Kalten Krieg: Dieses Kapitel erläutert die strategische Neupositionierung der NATO und die daraus resultierende Notwendigkeit zur Umgestaltung der Bündnisarmeen.
3. Neustrukturierung der Bundeswehr: Hier werden die organisatorischen Anpassungen, insbesondere die Aufteilung in unterschiedliche Kräftekategorien und die Integration in multinationale Verbände, detailliert beschrieben.
4. Außenpolitische Interessen der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel analysiert das machtpolitische Kalkül hinter den Auslandseinsätzen sowie das Ziel Deutschlands, durch militärische Beiträge mehr internationales Gewicht zu gewinnen.
5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Transformation zur Einsatzarmee zusammen und betont die notwendige, aber herausfordernde Professionalisierung der Streitkräfte unter veränderten politischen Vorzeichen.
Schlüsselwörter
Bundeswehr, Transformation, Einsatzarmee, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Krisenbewältigung, NATO, Landesverteidigung, Ökonomisierung, Strukturreform, Auslandseinsätze, Interventionsarmee, Personalabbau, Privatisierung, Militärstrategie, Streitkräfte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der weitreichenden Transformation der Bundeswehr von einer Armee zur Landesverteidigung hin zu einer international agierenden Einsatzarmee.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die strategische Neuausrichtung nach dem Kalten Krieg, die betriebswirtschaftliche Modernisierung der Verwaltung sowie die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Einsatzbereitschaft und die öffentliche Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie und warum sich die Bundeswehr an die veränderte Weltlage angepasst hat und welche Konsequenzen dies für die Struktur und den Einsatz der Streitkräfte hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich primär um eine literaturgestützte Analyse, die politische Dokumente, Weißbücher und sicherheitspolitische Fachstudien auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die konzeptionellen Grundlagen der Transformation, die wirtschaftliche Modernisierung durch neue Steuerungsinstrumente sowie die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für Auslandseinsätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Transformation, Bundeswehr, Sicherheitspolitik, Einsatzarmee, Modernisierung und Privatisierung sind die prägenden Begriffe.
Warum wird die Bundeswehr ökonomisiert?
Die Ökonomisierung dient dazu, bei begrenzten Haushaltsmitteln mehr Effizienz und Transparenz zu schaffen, um Gelder für die notwendige materielle Aufrüstung und Transformation freizusetzen.
Welche Rolle spielt die Privatisierung?
Privatisierungen von Serviceaufgaben wie Logistik oder Bekleidungswesen sollen die Streitkräfte von Nicht-Kernaufgaben entlasten und privatwirtschaftliches Know-how nutzen, um Kosten zu senken.
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- Stefan Hansen (Author), Martin Giese (Author), Florian Buntin (Author), Stefan Rudolf (Author), 2013, Die Zukunft der Bundeswehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230140