Im Rahmen dieser Arbeit wird das Thema „Anglizismen im Französischen“ und „Franglais“ in den französischen Printmedien empirisch untersucht werden. Die Hauptfragen werden sein: Können empirische Belege für die Existenz des Phänomens „Franglais“ gefunden werden? Wie hoch sind die Anteile der gefunden Anglizismen? Gibt es produktive englische Morpheme im Französischen? Welche Wortklassen werden bevorzugt entlehnt? Wie groß ist die Bandbreite an entlehnten Wörtern? Handelt es sich um Trendwörter mit hohen Frequenzen oder um ein breites Spektrum englischer Wörter?
Das Ziel ist es zu ergründen, ob der vielzitierte und vieldiskutierte Term „Franglais“ eine Daseinsberechtigung hat, oder subjektiver, gar politischer, Natur ist. Auch interessant ist ein Blick auf das Alter der Leserschaft.
Um diese Fragen zu beantworten, wurde ein Korpus von vier französischen Fachzeitschriften (je zwei davon für ein junges und älteres Zielpublikum), mit Computerunterstützung, quantitativ und qualitativ auf Anglizismen analysiert. Durch den intensiven PC-Einsatz konnte der Korpus mit wenig Aufwand auf zahlreiche Aspekte untersucht und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden.
Die Hinführung zum Thema besteht aus einer Einführung in die Sprachkontakt- und Entlehnungsforschung. Im Anschluss werden verschiedene Motive für Wortentlehnung besprochen und, mit Hilfe von Werner Betz, Einer Haugen und Uriel Weinreich, kategorisiert. Nach einer Kategorisierung von Printmedien und einem Überblick über die Französische Presselandschaft, kommen wir zum Kern der Arbeit: Die Korpuslinguistik und die computerbasierten Korpusanalyse.
Auszug:
"Bionic Commando, héros de l'arcade et de la Nintendo Entertainment System, revient en 3D léchée sur les consoles High Definition, quand Nintendo annonce un lifting intriguant des hits de la NES pour sa future Dual Screen. Et quand ce ne sont pas les professionnels qui relookent, ce sont les fans qui s'y mettent."
Dieses authentische Zitat aus einer französischen Videospiel-Zeitschrift war der Denkanstoß für diese Arbeit. Von 58 Wörtern sind 18 englischsprachigen Ursprungs. Das entspricht einem Anteil von über 30%. Der zitierte Satz steht exemplarisch für den starken englischen Einfluss auf bestimmte Teilbereiche des Französischen. Diese Erkenntnis ist bei weitem nicht neu, ebenso wenig wie die öffentliche und wissenschaftliche Diskussion über die Vermischung von Englisch und Französisch. Bezeichnet wird das Phänomen als Franglais...
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Themenfindung
1.2 Vergleichbare Untersuchungen
1.3 Fragestellungen
2 Sprachkontaktforschung
3 Die Entlehnungsforschung
3.1 Motive für Entlehnung
3.2 Gliederung nach Werner Betz
3.3 Gliederung nach Einar Haugen und Uriel Weinreich
3.4 Kritik an den drei Vertretern und Diskussion
4 Statistische Linguistik
5 Korpuslinguistik
6 Vorstellung des Materials
6.1 Die Printmedien
6.2 Kategorisierung von Printmedien
6.3 Überblick über die französische Presselandschaft
6.4 Der Arbeitskorpus
7 Vorgehensweise
7.1 Quantitative Erfassung
7.1.1 Betrachtung des Korpus
7.1.2 Betrachtung der Anglizismen
7.1.3 Digitalisierung der Anglizismen
8 Qualitative Analyse
8.1 Ermittlung produktiver Morpheme
8.2 Ermittlung des momentanen Zustand
9 Vergleich der Zeitschriften miteinander
10 Ergebnisse und Interpretation
10.1 La Pêche et les poissons
10.1.1 Quantitative Erfassung
10.1.2 Qualitative Analyse
10.2 Micro Actuel
10.2.1 Quantitative Erfassung
10.2.2 Qualitative Analyse
10.3 Sugar - Skateboard Magazine
10.3.1 Quantitative Erfassung
10.3.2 Qualitative Analyse
10.4 Jeux Videos
10.4.1 Quantitative Erfassung
10.4.2 Qualitative Analyse
11 Vergleich der Zeitschriften
11.1 Quantitativer Vergleich
11.2 Qualitativer Vergleich
11.3 Vergleich der Merkmale
12 Abschließende Gedanken
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Englischen auf die französische Pressesprache anhand eines selbst erstellten Arbeitskorpus aus vier Fachzeitschriften der Sparten Sport und Technik. Ziel ist es, empirisch zu belegen, inwieweit das Phänomen "Franglais" in der Fachpresse existiert und welche Faktoren – wie Spartenzugehörigkeit und Alter des Zielpublikums – die Verwendung von Anglizismen beeinflussen.
- Sprachkontaktforschung und Entlehnungsphänomene im Französischen
- Einsatz korpuslinguistischer Methoden zur quantitativen und qualitativen Analyse
- Untersuchung der Rolle von Eigennamen, Anglizismen und englischen Morphemen
- Vergleich der Lehnwort-Strukturen in Sport- und Technikmagazinen
- Diskussion über das subjektive Empfinden der Sprachanglisierung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
"Bionic Commando, héros de l'arcade et de la Nintendo Entertainment System, revient en 3D léchée sur les consoles High Definition, quand Nintendo annonce un lifting intriguant des hits de la NES (Nintendo Entertainment System) pour sa future 3DS (Dual Screen). Et quand ce ne sont pas les professionnels qui relookent, ce sont les fans qui s'y mettent."
Dieses authentische Zitat aus einer französischen Videospiel-Zeitschrift war der Denkanstoß für diese Arbeit. Von 58 Wörtern sind 18 englischsprachigen Ursprungs. Das entspricht einem Anteil von über 30 %. Der zitierte Satz steht exemplarisch für den starken englischen Einfluss auf bestimmte Teilbereiche des Französischen. Diese Erkenntnis ist bei weitem nicht neu, ebenso wenig wie die öffentliche und wissenschaftliche Diskussion über die Vermischung von Englisch und Französisch. Bezeichnet wird das Phänomen als Franglais.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den starken englischen Einfluss auf das moderne Französisch, führt den Begriff "Franglais" ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, mediale Wortentlehnungen in der Fachpresse zu untersuchen.
2 Sprachkontaktforschung: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der Sprachkontaktforschung dar und erläutert Konzepte wie Diglossie und die verschiedenen Perspektiven (system-, psycholinguistisch, soziolinguistisch) auf Sprachkontakt.
3 Die Entlehnungsforschung: Es werden die verschiedenen Motive für Entlehnungen und die klassischen Klassifikationsmodelle von Betz, Haugen und Weinreich diskutiert, um eine Basis für die eigene Analyse zu schaffen.
4 Statistische Linguistik: Der Abschnitt erläutert die methodische Relevanz der statistischen Linguistik und ihre Rolle bei der empirischen Untersuchung sprachlicher Regularitäten.
5 Korpuslinguistik: Hier wird der korpusbasierte Forschungsansatz begründet und die Abgrenzung von der traditionellen Sprachwissenschaft hin zu modernen, computergestützten Analysemethoden erläutert.
6 Vorstellung des Materials: Das Kapitel definiert den Arbeitskorpus, bestehend aus vier französischen Fachzeitschriften, und erläutert die Kriterien für deren Auswahl sowie die allgemeine Bedeutung der Presse.
7 Vorgehensweise: Es wird detailliert beschrieben, wie die quantitativen und qualitativen Daten erhoben, digitalisiert und mittels einer eigens entwickelten Schablone kategorisiert wurden.
8 Qualitative Analyse: Dieses Kapitel widmet sich der vertieften Untersuchung, insbesondere der Identifikation produktiver englischer Morpheme und der Einordnung der Anglizismen in verschiedene Adaptionszustände.
9 Vergleich der Zeitschriften miteinander: Hier werden die methodischen Ansätze zum Vergleich der unterschiedlichen Magazine, inklusive der Einführung des "V-Werts" für den Varietätenreichtum, vorgestellt.
10 Ergebnisse und Interpretation: In diesem umfangreichen Hauptteil werden die Daten der einzelnen Magazine (Pêche, Micro Actuel, Sugar, Jeux Vidéos) detailliert ausgewertet und interpretiert.
11 Vergleich der Zeitschriften: Dieser Abschnitt führt die Ergebnisse der Einzeluntersuchungen zusammen, um übergreifende Tendenzen zwischen Sport- und Technikmagazinen sowie verschiedenen Altersgruppen aufzuzeigen.
12 Abschließende Gedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Tendenz zur zunehmenden Anglisierung in der jungen Fachpresse und reflektiert über den Nutzen der Korpusanalyse.
Schlüsselwörter
Sprachkontakt, Anglizismen, Franglais, Korpuslinguistik, französische Presse, Entlehnungsforschung, Sprachwandel, Morpheme, Fachzeitschriften, empirische Untersuchung, Sprachpolitik, Quantifizierung, Wortklassen, Medienwissenschaft, Lehnwort.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Phänomen des "Franglais" in französischen Fachzeitschriften und analysiert, wie stark englische Sprachelemente in den Sparten Sport und Technik tatsächlich präsent sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Der Fokus liegt auf der Sprachkontaktforschung, der Entlehnungsforschung sowie der statistischen Linguistik, angewandt auf ein eigens erstelltes Korpus aus der französischen Presse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist ein empirischer Nachweis über das Ausmaß der Anglisierung in der Fachpresse und der Vergleich der Ergebnisse mit subjektiven Wahrnehmungen sowie früheren wissenschaftlichen Schätzungen.
Welche methodischen Ansätze kommen zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt korpuslinguistische Methoden, um Daten sowohl quantitativ (Häufigkeitsanalysen) als auch qualitativ (Morphemanalyse, Klassifikation nach Adaptionsgrad) zu erfassen und zu interpretieren.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil enthält die detaillierte Vorstellung des Materials, die Methodik der Datenerhebung sowie die ausführliche Analyse und Interpretation der Ergebnisse für die ausgewählten Zeitschriften.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anglizismen, Franglais, Korpuslinguistik, Sprachkontakt, Fachsprachen und die Kategorisierung von Lehngut nach Betz, Haugen und Weinreich.
Wie unterscheiden sich die untersuchten Magazine in ihrem Umgang mit Anglizismen?
Die Analyse zeigt, dass jugendorientierte Magazine wie "Sugar" oder "Jeux Vidéos" wesentlich kreativer und häufiger mit englischen Elementen umgehen als Magazine für erwachsene Leser.
Welche Rolle spielen englische Morpheme bei der Entlehnung?
Die Untersuchung identifiziert produktive "Wortbausteine" (wie [NET], [PLAY], [WAR]), die als treibende Kraft für eine rasche Assimilation englischer Elemente in das Französische dienen.
- Citation du texte
- Rainer Sypien (Auteur), 2011, Medialer Sprachkontakt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230191