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Die Darstellung des Undarstellbaren in Nicolas Poussins Interpretation von Pyramus und Thisbe

Title: Die Darstellung des Undarstellbaren in Nicolas Poussins Interpretation von Pyramus und Thisbe

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Inna Moltschanova (Author)

Art - History of Art
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Ohne den Titel des Gemäldes zu kennen, erkennt der Betrachter ein Drama, das sich unmittelbar vor seinen Augen ereignet. Sein Blick verweilt nur sehr kurz im Hintergrund links auf der hell erleuchteten Stelle des Himmels und gleitet diagonal am Blitz entlang in den Vordergrund, wo er eine Frau sieht, die zu einem scheinbar toten Mann läuft. Alles was hinter dem Paar im Vordergrund passiert, ist von einem enormen Tempo ergriffen. Es ist eine merkwürdige Unruhe, die nicht pathetisch wirkt. Weder die Tageszeit noch das Zeitalter, kann man ohne weitere Interpretation erkennen. Was man aber sehr wohl erkennen kann, ist eine menschliche Tragödie, die sich vor dem Hintergrund eines gewaltigen Gewitters abspielt.
„Das Gewitter mit Pyramus und Thisbe“ um welches es sich bei diesem Bild handelt ist eines der berühmtesten Bilder von Nicolas Poussin (1594 – 1665). 1651 malte Poussin das Bild für einen seiner Mäzene Casiano dal Pozzo, heute hat das 193 x 274cm große Gemälde, was gleichzeitig die größte Landschaft Poussins ist, seinen Platz im Städel in Frankfurt am Main.
In der Forschung gibt es viele unterschiedliche Interpretationsansätze für dieses Bild, alle sind sich jedoch darüber einig, dass Poussin eine bemerkenswerte Verbindung von drei Themen gelungen ist. Es ist eine narrative Verbindung von einer mythologischen Erzählung, der idealen Landschaft und einem sehr genau beobachteten Gewitter.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Das Gewitter

3 Bildbeschreibung

3.1 Poussins eigene Auffassung des Bildes

3.2 Der Modus

3.3 Das Gewässer als ruhender Mittelpunkt des Bildes

3.4 Die Kausalität

3.5 Das Wetter ist das Strafgericht für die unvernünftigen Kinder

3.6 Thisbe: die tragische Heldin

4 Poussins Landschaften

4.1 Doppelsinn der Fortuna als Unglück und Gewittersturm

4.2 Die Landschaft

4.3 Poussins Kunstanschauungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe künstlerische Strategie von Nicolas Poussin in seinem Gemälde „Das Gewitter mit Pyramus und Thisbe“, wobei der Fokus auf der Verbindung von mythologischer Tragödie und landschaftlicher Dramatik liegt.

  • Analyse der narrativen Verknüpfung von antiker Mythologie und Naturgewalten
  • Untersuchung der Modustheorie Poussins in der kompositorischen Praxis
  • Interpretation der symbolischen Bedeutung von Wetterphänomenen als Ausdruck innerer Affekte
  • Betrachtung der Rolle der Landschaft als moralisches und intellektuelles Experiment

Auszug aus dem Buch

3 Bildbeschreibung

Als erstes fällt der Blick auf den Blitz, der das Bild in der Mitte zu teilen scheint. Man sieht eine weite hügelige Landschaft in der ein Gewitter tobt. Der Himmel, als Schauplatz des Gewitters nimmt die Hälfte des Bildes ein. Die stark nach rechts geneigten Baumwipfel, die von links nach rechts diagonal verlaufenden Blitze und die im Wind wehende Kleidung der Menschen lassen den Eindruck eines Sturmes entstehen. Auch der Verlauf des Himmels suggeriert den Sturm und sein enormes Tempo.

Rechts ist der Himmel noch dunkelblau bis violett, ganz Wolkenverhangen, es sind die dunkelsten Farben, die der Himmel zu liefern vermag, links in der Ferne klart er aber schon wieder auf. Das Gewitter verzieht sich und lässt Licht durch, welches wie Theaterbeleuchtung für den Vordergrund funktioniert. Die Bauten der Stadt rechts nehmen dieses Licht auf, sie scheinen dadurch wie aus Elfenbein zu sein, helles beig und rot verleihen ihnen etwas monumental Erhabenes. Das Licht wird von der Stadt wie ein Theaterspot auf das Geschehen im Vordergrund gespiegelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Hinführung zum Gemälde als Darstellung einer menschlichen Tragödie vor dem Hintergrund eines gewaltigen Gewitters.

2 Das Gewitter: Erörterung des ikonographisch ungewöhnlichen Sturmmotivs und dessen Einbettung in die Liebesgeschichte von Pyramus und Thisbe.

3 Bildbeschreibung: Detaillierte visuelle Analyse der Komposition, des Lichteinsatzes, der Akteure und der symbolischen Elemente des Werkes.

3.1 Poussins eigene Auffassung des Bildes: Auseinandersetzung mit Poussins brieflichen Erläuterungen zur Intention des Wetterumschwungs im Bild.

3.2 Der Modus: Erläuterung der Modustheorie und deren Anwendung auf die Stimmung und Struktur des Gemäldes.

3.3 Das Gewässer als ruhender Mittelpunkt des Bildes: Untersuchung der symbolischen Funktion des Gewässers als Kontrastpunkt zum stürmischen Geschehen.

3.4 Die Kausalität: Analyse der verknüpften Handlungsstränge und der räumlichen Anordnung als Zickzack-Komposition.

3.5 Das Wetter ist das Strafgericht für die unvernünftigen Kinder: Deutung des Gemäldes unter moralphilosophischen und stoischen Aspekten.

3.6 Thisbe: die tragische Heldin: Charakterisierung der Thisbe-Figur als bewussten Gegenentwurf zur barocken Passivität.

4 Poussins Landschaften: Einordnung des Werkes in das Spätwerk der tragischen Landschaften.

4.1 Doppelsinn der Fortuna als Unglück und Gewittersturm: Betrachtung der Fortuna als willkürliche Macht, die das menschliche Schicksal bestimmt.

4.2 Die Landschaft: Untersuchung der künstlerischen Absicht, Naturgewalt zur Spiegelung menschlicher Affekte zu nutzen.

4.3 Poussins Kunstanschauungen: Vergleich der Bildwirkung mit dem Klang musikalischer oder sprachlicher Modi.

Schlüsselwörter

Nicolas Poussin, Pyramus und Thisbe, Barock, Gewitter, Landschaftsmalerei, Modustheorie, Fortuna, Affekte, Ikonographie, Mythologie, Tragödie, Antike, Bildkomposition, Natur, Humanismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Gemälde „Das Gewitter mit Pyramus und Thisbe“ von Nicolas Poussin und wie der Künstler darin Naturerscheinungen mit einer mythologischen Liebestragödie verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die barocke Landschaftsmalerei, Poussins Modustheorie, der Einsatz von Affekten in der Kunst sowie die philosophische Interpretation von Schicksal und menschlichem Handeln.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen der Darstellung des stürmischen Wetterphänomens und der menschlichen Tragödie als gezielte kompositorische und moralische Aussage des Künstlers zu entschlüsseln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ikonographische und kunsthistorische Analyse des Bildes vorgenommen, ergänzt durch den Rückgriff auf Poussins Briefe und zeitgenössische Quellen sowie Theorien zur antiken Musik und Philosophie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bildbeschreibung, die Anwendung der Modustheorie auf das Werk, die Kausalitätsstruktur der Erzählung und die Einordnung der Arbeit in das Genre der „tragischen Landschaften“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Poussin, Gewitter, Affekte, Modus, Fortuna, Landschaft, Tragödie und Mythologie.

Welche Rolle spielt das Wasser in dem Gemälde?

Das Gewässer fungiert als ruhender Mittelpunkt, der einen notwendigen Kontrast zur Bewegung und emotionalen Unruhe der Figuren im Vordergrund bildet.

Wie unterscheidet sich Poussins Thisbe von zeitgenössischen Darstellungen?

Während zeitgenössische Traktate Frauen oft Passivität zuschreiben, stellt Poussin Thisbe als handelnde, willensstarke Figur dar, die trotz der Gefahr aktiv auf den Leichnam ihres Geliebten zueilt.

Warum spielt die Modustheorie bei diesem Werk eine zentrale Rolle?

Die Modustheorie dient Poussin dazu, die Stimmung des Bildes durch gezielte formale und farbliche Mittel so zu steuern, dass sie den emotionalen Gehalt der tragischen Erzählung perfekt widerspiegelt.

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Details

Title
Die Darstellung des Undarstellbaren in Nicolas Poussins Interpretation von Pyramus und Thisbe
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,0
Author
Inna Moltschanova (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V230212
ISBN (eBook)
9783656462606
ISBN (Book)
9783656463023
Language
German
Tags
Landschaft Wetter Poussin Bildanalyse Bildinterpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Inna Moltschanova (Author), 2013, Die Darstellung des Undarstellbaren in Nicolas Poussins Interpretation von Pyramus und Thisbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230212
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