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Kritik der gender studies. Kritik der postcolonial studies

Mit einem Blick auf die Adorno-Preisträgerin Judith Butler

Titel: Kritik der gender studies. Kritik der postcolonial studies

Essay , 2013 , 43 Seiten

Autor:in: Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)

Geschlechterstudien / Gender Studies
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mehr noch als der Feminismus hat seine Weiterentwicklung im Konzept Gender, die akademische Landschaft mit einem Taifun überzogen. Die deutschen Universitäten konnten gar nicht schnell genug Professuren für die sog. Gender Studies einrichten. Ein Ende dieser modischen Tendenz ist noch nicht absehbar, allerdings gewiss; es ist ein Glück, dass nichts auf dieser Welt von dauernder Dauer ist. So stimmt es froh, dass dies klar ist: so wie Goldpreis und DAX fallen, so wird auch diese Mode auf der Halde vergangener Ideen dahindämmern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Sex und Gender

Gendern

Erste und Zweite Natur

Performanz und Wesen

Das anatomische Geschlecht: eine soziale Konstruktion

Die binäre heterosexuelle Matrix

Ideologie: notwendiges, aber falsches Bewusstsein

Parteilichkeit

queer theory

Die schwarze Lesbe

Akkreditierung des Devianten

Wir brauchen Aschenputtel!

Fatal triviale Typologisierungen

Rating-Agenturen gesucht

Kalifornischer Salat: Judith Butler

Erste und Zweite Natur

Ein Fazit

Wo bleibt die Evolutionstheorie?

Strohmann-Struktur

Transzendental und empirisch

Das Theorem von der Verschiebung des Sinns

Immunisierungsstrategien

Die Gauß’sche Normalverteilung

Windmühlen-Kämpfe

Archaische Sammelleidenschaft

Aschenputtel – wo bist du?

Normen sind nötig

Falsche Empfehlungen

Anmerkung zu den sog. popcolonial studies

Orientalism und Okzidentalism

Die Elgin Marbles

Marxistisch-feministisch-dekonstruktivistische Kritik

Unfähigkeit, die Wahrheit zu denken

Mimikry, Maskerade und Hybridität

Schwerverständlicher, kryptisch-esoterischer Stil

Das Ganze ganz ausleuchten

Sati, suttee: die gute Ehefrau, die als Witwe freiwillig brennt

Die Malabarischen Witwen

Verständnis des Anderen, des Fremden

Transformation in den Neo-Kolonialismus

Versuche der Destabilisierung

Der Subalternitäts-Diskurs

Archaik und Modernisierung

These

Verkehrte Welt. Eine Nachbemerkung

Zeitalter der vollendeten Sündhaftigkeit

Zivilisation und Barbarei

Warum Denken traurig macht

Eine Welt kontroverser Positionen

Hinweis auf eine Neuerscheinung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, aktuelle methodisch-theoretische Strömungen wie die Gender Studies und Postcolonial Studies einer fundamentalen wissenschaftskritischen Re-Vision zu unterziehen. Die zentrale Forschungsfrage hinterfragt dabei die Gültigkeit und praktische Relevanz dieser Theorien angesichts einer als biologisch und anthropologisch fundiert betrachteten Wirklichkeit.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der methodischen Fundierung der Gender Studies.
  • Analyse der performativen Geschlechtertheorie, insbesondere im Werk von Judith Butler.
  • Untersuchung der theoretischen Schwachstellen des postkolonialen Diskurses.
  • Verteidigung humanistischer und aufklärerischer Positionen gegen modernistische Ideologien.

Auszug aus dem Buch

Performanz und Wesen

Hier tritt nun etwas ein, was wissenschaftsgeschichtlich bekannt ist und vielfach beobachtet werden kann: methodisch-theoretische Verfahren tendieren in statu nascendi dazu, besonders heftig-kräftig aufzutreten, quasi mit dem Elan des Frühlings. Es ist jedes Mal, wenn ein Guru Innovation verheißt, wie ein Sonnenaufgang. Übersteigerungen werden nicht gesehen und nicht vermieden. Konkurrierende Verfahren werden gern mausetot gemacht, anathema sit. Es gibt Schlagworte, die als Schlagringe funktionalisiert werden; eine solche letal wirkende, geworfene Bierflasche ist der „Essentialismus“; das ist alteuropäisch, Metaphysik, längst überrundet. Das Wesen einer Sache, die ousia des Stagiriten, die essentia der mittelalterlichen Philosophie gehört ins Altersheim. Dass hier manches Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird, zeigt sich bei Schößler allüberall.

„Männlichkeit und Weiblichkeit [...] müssen unablässig reinszeniert werden [neben reformulieren ein beliebtes Modewort], so dass Geschlecht als ein Prozess zu beschreiben“ ist [10]. „Geschlecht ist, mit Simone de Beauvoir zu sprechen, ein Handeln, oder – nach Judith Butler – ein Effekt performativer Akte.“ [10] Hier sind in die gender-Ideologie über die Vermittlung durch Judith Butler auch Teile der Sprechakttheorie von Austin, Searle u.a. eingegangen, der performative, Wirklichkeit formierende Akt gehört hierher; wenig benutzt wird, sie bleibt fast ganz außen vor, die Systemtheorie etwa in der Ausprägung durch Luhmann. Man könnte ihn gut gebrauchen, weil er antiessentialistisch das Wesen ganz in Funktion auflöst.

Zusammenfassung der Kapitel

Sex und Gender: Eine kritische Bestandsaufnahme der Gender Studies anhand der Einführung von Franziska Schößler, wobei grundlegende Konzepte wie Gendern, Performanz und die Identitätskritik hinterfragt werden.

Kalifornischer Salat: Judith Butler: Eine detaillierte Analyse der Thesen Judith Butlers, bei der ihre Vermischung von Erster und Zweiter Natur sowie ihre theoretische Verwurzelung in poststrukturalistischen Denkmustern kritisiert wird.

Anmerkung zu den sog. popcolonial studies: Diese Kapitelreihe beleuchtet die postkoloniale Theoriebildung, ihre polemische Natur und ihre vermeintliche Unfähigkeit, die abendländische Aufklärung konstruktiv weiterzuentwickeln.

Verkehrte Welt. Eine Nachbemerkung: Ein reflektierender Schlussabschnitt, der das moderne Unbehagen in der Kultur und die Möglichkeiten der Erkenntnis in einer sündhaften Welt resümiert.

Schlüsselwörter

Gender Studies, Postcolonial Studies, Judith Butler, Essentialismus, Konstruktivismus, Wissenschaftskritik, Humanismus, Aufklärung, Performanz, Identitätskritik, Evolutionstheorie, Anthropologie, Subalternität, Ideologie, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit setzt sich kritisch mit aktuellen geisteswissenschaftlichen Strömungen wie den Gender Studies und Postcolonial Studies auseinander und hinterfragt deren theoretische Belastbarkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die Kritik an der modernen Identitätstheorie, die Rolle der Biologie und Evolution, sowie die philosophische Auseinandersetzung mit Aufklärung und Humanismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine Revision der genannten Theorien, die der Autor als ideologisch verblendet und praxisschwach einstuft, zugunsten einer Rückbesinnung auf „die Sachen selbst“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen essayistischen, polemisch-kritischen Stil, der sich auf klassische philosophische Positionen (u.a. Adorno, Husserl, Kant) stützt, um moderne Theoriegebilde zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Konzepte wie Performanz, die soziale Konstruktion des Geschlechts und der Subalternitätsdiskurs einer detaillierten Prüfung unterzogen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Essentialismus, Konstruktivismus, Gender Studies, Postkolonialismus und Humanismus.

Wie steht der Autor zu Judith Butler?

Der Autor bewertet Butler als zentrale Figur der modernen "Gender-Ideologie", deren Theorien er jedoch aufgrund ihrer „praxisschwachen verbalen Ziselierung“ und Vernachlässigung biologischer Fakten ablehnt.

Warum bezeichnet der Autor das Werk als „popcolonial studies“?

Er verwendet diesen Begriff, um die modische und nach seiner Ansicht weitgehend substanzlose Natur der akademischen Postkolonialismus-Debatten zu kennzeichnen.

Welche Lösung schlägt der Autor für das Fremdverstehen vor?

Er plädiert für ein Verständnis, das auf einer gemeinsamen anthropologischen Basis gründet, statt sich in der bloßen Oberfläche kultureller Differenzen zu verlieren.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kritik der gender studies. Kritik der postcolonial studies
Untertitel
Mit einem Blick auf die Adorno-Preisträgerin Judith Butler
Autor
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
43
Katalognummer
V230223
ISBN (eBook)
9783656461463
ISBN (Buch)
9783656461869
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gender postkoloniale Debatten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Prof. Dr. Erwin Leibfried (Autor:in), 2013, Kritik der gender studies. Kritik der postcolonial studies, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230223
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Leseprobe aus  43  Seiten
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