Vom Suchbüro zum Großarchiv: Die Geschichte des ITS


Essay, 2008

6 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung:

1. ITS: a) Die Entstehung des internationalen Suchdienstes
b) Leitung und Organisationsstruktur

2. Dokumentenbestand und Quellenwert

3. Funktionswandel des ITS

4. Ausblick

1. ITS

a) Die Entstehung des internationalen Suchdienstes:

- 1943: Ausgehend vom Hauptquartier der Alliierten Streitkräfte wird beim Britischen Roten Kreuz in London die Abteilung für Internationale Angelegenheiten in ein Suchbüro umgewandelt, um Verschollene zu suchen und zu registrieren.
- 15. Februar 1944: Das SHAEF (Supreme Headquarters Allied Expeditionary Forces) übernimmt von nun an die Leitung des Suchdienstes. à „Der Standort folgt der Front von London nach Versailles und anschließend nach Frankfurt/Main, um dort mit den ersten Rückführungen befreiter Häftlinge und Deportierter zu beginnen.“[1]
- September 1945: Die UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) übernimmt die Verantwortung für die Versorgung und Rückführung nicht deutscher Flüchtlinge und verlegt den Sitz des Suchdienstes im Juli 1946 nach Bad Arolsen. à auf Grund der zentralen Lage inmitten der vier Besatzungszonen und guter örtlicher Infrastruktur
- 1. Juli 1947: Die IRO (International Refugee Organization) übernimmt die Leitung des Suchbüros und führt am 1. Januar 1948 den Begriff „International Tracing Service“ ein.
- April 1951: Die HICOG (Allied High Commission for Germany) leitet von nun an den Suchdienst.
- 1955: Das Besatzungsstatut für Deutschland läuft aus, der ITS soll jedoch weiter bestehen, weshalb das IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz) die Leitung und Verwaltung des Suchbüros übernimmt.
- 6. Juni 1955: Die „Bonner Verträge“ werden geschlossen (siehe 1 b).
- ab 1955: Das Aufgabenfeld des ITS verändert und erweitert sich (siehe Punkt 3.)
- seit Mai 2006: Öffnung des ITS zum Großarchiv à Zugang für die Öffentlichkeit

b) Leitung und Organisationsstruktur:

Nach dem Auslaufen des Besatzungsstatuts Deutschlands, wurden am 6. Juni 1955 die „Bonner Verträge“ geschlossen, um eine Grundlage für das weitere Fortbestehen und eine veränderte Organisationsstruktur des International Tracing Services zu schaffen. Es wurde die Einrichtung eines Internationalen Ausschusses beschlossen. Dieser sollte die weiteren Tätigkeiten des ITS überwachen und besteht aus den folgenden elf Aufsichtsländern:

- Belgien
- Frankreich
- Bundesrepublik Deutschland
- Griechenland
- Israel
- Italien
- Luxemburg
- Niederlande
- Polen
- Großbritannien
- Vereinigte Staaten von Amerika

Des Weiteren wurde festgesetzt, dass die BRD die finanzielle Verantwortung für den ITS übernehmen sollte (auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands fördert die Bundesregierung die Einrichtung jährlich mit ca. 14 Mio. Euro). „Der ITS wurde [nun] mit dem humanitären Auftrag gegründet, Auskunft über das Schicksal von Verfolgten des NS-Regimes zu geben und Familien wieder zusammen zu führen.“[2]

Den Vorsitz des Internationalen Ausschusses hat auf Initiative der BRD bis heute das IKRK, da es auf Grund seines Sitzes in der Schweiz als unparteiisch und neutral gilt. Als Direktor des ITS fungiert seitdem immer ein Schweizer: seit 2006 ist dies Reto Meister.

[...]


[1]Website des International Tracing Service: „Geschichte des ITS“, http://www.its-arolsen.org/de/ueber_its/

geschichte/index.html?expand=23&cHash=d9a17117c6, 21.11.2008.

[2]Website des International Tracing Service: „Bonner Verträge“, http://www.its-arolsen.org/de/ueber_its/

finanz_und_rechtsgrundlagen/index.html, 21.11.2008.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Vom Suchbüro zum Großarchiv: Die Geschichte des ITS
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
6
Katalognummer
V230247
ISBN (eBook)
9783656463894
ISBN (Buch)
9783656468455
Dateigröße
353 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
suchbüro, großarchiv, geschichte
Arbeit zitieren
Anna Poppen (Autor), 2008, Vom Suchbüro zum Großarchiv: Die Geschichte des ITS, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230247

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