Studien, wie die KMPG International Survey of Corporate Responsibility Reporting 2005, zeigen, dass die Anzahl an Unternehmen, die Nachhaltigkeitsberichte erstellen, (engl. Sustainability Reports) zunimmt (KPMG, 2005, S.9) und ein beachtlicher Teil des jährlichen Reportings von Unternehmen auf diesen Abschnitt der Berichterstattung fällt. Weiterhin nimmt der Einfluss sozialer Kriterien auf die Investitionsentscheidungen von Einzelpersonen und Organisationen in der Rolle als Verbraucher und Investor kontinuierlich zu (Europäische Kommission, 2001, S. 5), möglicherweise mit Ausnahme derjenigen Investoren, die einen sehr kurzen Anlagehorizont haben, wie etwa Daytrader, die ausschließlich durch kurzfristige Auf- und Abwärtsschwankungen der Aktienkurse profitieren. Wie aussagekräftig die veröffentlichten Berichte jedoch wirklich für die Bewertung von Unternehmen sind und ob sich Themenbereiche festmachen lassen, die von besonderem Interesse sind oder ob sich Besonderheiten in der Art und Weise der Berichterstattung feststellen lassen, wurde bislang nicht untersucht und soll Gegenstand der vorliegenden Arbeit sein. Begriffe wie Corporate Sustainability, Corporate Citizenship und Corporate Social Responsibility werden in der deutschen Literatur häufig ohne Übersetzung aus dem Englischen übernommen und beschreiben die gesellschaftliche und ökonomische Verantwortung von Unternehmen. Die oben genannten Schlagworte sind seit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 besonders stark im Zentrum der Aufmerksamkeit von Konsumenten und Verantwortlichen in den Unternehmen. Corporate Social Responsibility (CSR) ist aktueller denn je. Unternehmen werden zunehmend nicht mehr nur an Hand der gängigen Kennziffern, wie ROA, ROI, Aktienwert oder ähnlichem gemessen, sondern, da die Gesellschaft verstärkt ein Augenmerk auf die Übernahme sozialer Verantwortung und nachhaltiges Wirtschaften von Unternehmen wirft, beziehen potentielle Investoren auch diese beiden Aspekte immer häufiger in ihre Entscheidungen mit ein. Dabei ist es unter anderem wegen der Vielfältigkeit der CSR Aktivitäten für die Investoren schwierig, Unterschiede in deren Umfang, Tiefgang und Ergebnis festzustellen. Diese Arbeit will, anhand von Thesen zu den Inhalten der Nachhaltigkeitsberichte, dazu beitragen, die Bewertung und den Vergleich von Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Leitendes Anliegen
1.2. Aufbau und Grenzen der Arbeit
2. Theoretischer Teil
2.1. Begriffssystematik
2.1.1. Corporate Sustainability = Corporate Social Responsibility?
2.1.2. Historische Entwicklung
2.1.3. Weitere begriffliche Abgrenzung
2.1.4. Motivation für CSR
2.2. CSR Berichterstattung
2.2.1. Literatur allgemein
2.2.2. Richtlinien
2.2.3. Studien
3. Empirische Studie
3.1. Verfahren und Fragestellung
3.2. Materialstichprobe
3.2.1. Thyssen Krupp AG
3.2.2. Volkswagen AG
3.3. Festlegung und Definition von Textbestandteilen
3.4. Analyseeinheiten
3.5. Ergebnisse der Analyse
3.6. Ergänzende Erkenntnisse
3.7. Interpretation der Ergebnisse
4. Kritische Würdigung, Zusammenfassung, Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede in der Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte inhaltlich gestalten, welche CSR-Themengebiete sie fokussieren und ob die Berichterstattung als verlässliches Instrument oder primär als Marketinginstrument genutzt wird, um die Bewertung und Vergleichbarkeit für Stakeholder zu verbessern.
- Analyse der begrifflichen Systematik von CSR und Corporate Sustainability
- Untersuchung der Motivation von Unternehmen für CSR und deren Berichterstattung
- Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse auf Nachhaltigkeitsberichte
- Vergleichende Untersuchung der Berichte der Volkswagen AG und ThyssenKrupp AG
- Bewertung von Glaubwürdigkeit und Transparenz durch Kategorienbildung
Auszug aus dem Buch
3.1. Verfahren und Fragestellung
Als Methode für die nun folgende Analyse wurde die ursprünglich aus der Sozialforschung stammende qualitative Inhaltsanalyse verwendet. Definitionen für Inhaltsanalysen existieren zahlreich und gehen durchaus über die bloße Analyse des Inhalts eines Kommunikationsdokuments hinaus (Mayring, 2008, S. 11). Das Ziel einer jeden Inhaltsanalyse ist jedoch Kommunikation zu analysieren, dabei systematisch bzw. regel- und theoriegeleitet vorzugehen und Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte der Kommunikation zu ziehen. Dieser Arbeit liegt eine Einzelfallorientierung zu Grunde, das bedeutet, dass eine kleine Stichprobe von zwei Nachhaltigkeitsberichten für die Analyse ausgewählt wurde. In der qualitativen Forschung ist eine Einzelfallanalyse durchaus gängige Praxis, da in einer Fallanalyse die offene, eher deskriptive und interpretative Methodik einer qualitativen Analyse Anwendung findet (Mayring, 2008, S. 21). Für diese Arbeit wurde aus den unterschiedlichen Methoden der qualitativen Inhaltsanalyse, die strukturierende induktive Kategorienbildung ausgewählt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Nachhaltigkeitsberichterstattung ein, erläutert das leitende Anliegen der Arbeit und definiert den Aufbau sowie die inhaltlichen Grenzen der Untersuchung.
2. Theoretischer Teil: Hier erfolgt eine systematische Abgrenzung der zentralen Begriffe wie Corporate Social Responsibility und Corporate Sustainability sowie eine Diskussion der historischen Entwicklung, der Motivation und der Richtlinien zur Berichterstattung.
3. Empirische Studie: Dieses Kapitel beschreibt die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse auf die Nachhaltigkeitsberichte von Volkswagen und ThyssenKrupp, analysiert die Materialstichprobe und wertet die Ergebnisse hinsichtlich der CSR-Schwerpunkte aus.
4. Kritische Würdigung, Zusammenfassung, Ausblick: Der abschließende Teil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert kritisch über die Aussagekraft der Berichte und gibt einen Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Nachhaltigkeitsberichterstattung, qualitative Inhaltsanalyse, Corporate Sustainability, Stakeholder, CSR-Motivation, Transparenz, GRI-Richtlinien, Unternehmensführung, Nachhaltigkeitsmanagement, empirische Untersuchung, Volkswagen AG, ThyssenKrupp Steel AG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert und vergleicht die Nachhaltigkeitsberichterstattung zweier Unternehmen, Volkswagen AG und ThyssenKrupp Steel AG, um deren inhaltliche Schwerpunkte und die Qualität der Berichte zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den Konzepten der sozialen und ökologischen Unternehmensverantwortung (CSR), den Treibern für Nachhaltigkeitsberichte und der methodischen Analyse solcher Berichte.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, Unterschiede in Umfang, Tiefgang und Ergebnis der CSR-Berichterstattung zu identifizieren und zu bewerten, wie Unternehmen über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten kommunizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die qualitative Inhaltsanalyse, um systematisch Rückschlüsse auf die Kommunikationsinhalte und die Motivation der Unternehmen zu ziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Begriffsabgrenzung und einen empirischen Teil, in dem die Nachhaltigkeitsberichte beider Unternehmen anhand induktiv gebildeter Kategorien ausgewertet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CSR, Nachhaltigkeitsberichterstattung, qualitative Inhaltsanalyse, Transparenz und Stakeholder-Management.
Wie unterscheidet sich die Qualität der Berichte laut der Analyse?
Die Analyse zeigt, dass der Volkswagen-Bericht deutlich detailliertere Kennzahlen liefert und somit eine höhere Transparenz und Glaubwürdigkeit aufweist als der Bericht von ThyssenKrupp.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der CSR-Motivation?
Die Autorin schließt daraus, dass CSR-Konzepte in der Praxis primär wirtschaftlich motiviert sind, um durch positive Außenwirkung auf Investoren und andere Zielgruppen langfristig erfolgreich zu wirtschaften.
- Arbeit zitieren
- Laura Schütt (Autor:in), 2011, Nachhaltigkeitsberichterstattung. Marketinginstrument oder wertefundierte Unternehmensinitiative?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230318