Die Alpen zählen zu den touristisch am stärksten genutzten Regionen überhaupt. Die Europaregion Tirol (Nord-, Ost- und Südtirol) zählt hier zu den wichtigsten Destinationen. Dass die Region Tirol trotz Wirtschaftskrise erfolgreich bleibt, liegt u.a. auch am hohen Anteil an Stammgästen. Der Gast der heutigen Zeit stellt Ansprüche hinsichtlich nachhaltiger und fairer Produktion, wodurch eine nachhaltige Regionalentwicklung zu einer wesentliche Komponente für den zukünftigen Erfolg geworden ist.
Die Arbeit zeigt nach einer kurzen geschichtlichen Einführung die Bedeutung des Tourismus in Tirol anhand einer vergleichenden Analyse von Kennzahlen zwischen dem Bundesland Tirol und der Provinz Bozen - Südtirol auf. Im nächsten Kapitel wird auf meteorologische Gegebenheiten und prognostizierte Veränderungen sowie deren Auswirkungen im Tourismus eingegangen. Der Klimawandel wird am ältesten Gletscherskigebiet Tirols, dem Skigebiet Stilfser Joch anschaulich verdeutlicht. Zum Schluss werden Perspektiven und Anpassungsmöglichkeiten für den Tiroler Tourismus vorgestellt.
Die Arbeit kann nach dem "Innsbrucker Weg" in die 3. Säule der Geographie also die Mensch-Umwelt-Interaktion eingeordnet werden. In der Thematik fließen physio-geographische (meteorologische) als auch humangeographische (sozial- und wirtschaftsgeographische) Elemente ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung: Tourismusdestination Tirol
1.1 Die Entwicklung des Tourismus in Tirol
1.2 Daten und Fakten zum Tourismus in Tirol
1.2.1 Touristische Bedeutung von Österreich und Italien
1.2.2 Tourismusland Tirol
2 Der Tiroler Skitourismus im Einfluss des globalen Klimawandels
2.1 Allgemeines zum Tiroler Skitourismus
2.2 Meteorologische Situation und Veränderung in Tirol
2.2.1 Veränderung der Schneelage in Nordtirol am Beispiel St. Anton
2.2.2 Veränderung der Schneelage in Südtirol
2.3 Gletscherskigebiete Tirols
2.3.1 Der Wandel der Gletscherskigebiete am Beispiel Stilfser Joch
3 Perspektiven und Zukunftsstrategien im Tourismus
3.1 Attraktivität der Destination Tirol
3.2 Anpassungen
4 Zusammenfassung und Fazit
5 Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Tourismus in der Region Tirol (Nord-, Ost- und Südtirol) unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels. Dabei wird analysiert, wie sich meteorologische Veränderungen auf die touristische Attraktivität und die Schneesicherheit auswirken und welche Anpassungsstrategien für die Zukunft des regionalen Tourismus notwendig sind.
- Historische Entwicklung des Tourismus in Tirol
- Analyse touristischer Kennzahlen im regionalen Vergleich
- Meteorologische Grundlagen des Klimawandels und dessen Auswirkungen auf die Schneesicherheit
- Fallstudie: Gletscherschwund am Skigebiet Stilfser Joch
- Zukunftsstrategien für einen nachhaltigen Tourismus
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Der Wandel der Gletscherskigebiete am Beispiel Stilfser Joch
Das Gletscherskigebiet Stilfser Joch ist das einzige ausgesprochene Sommerskigebiet Tirols. Während der Wintermonate ist die Passstraße aufgrund der Schneemassen und der Lawinengefahr geschlossen. Das Skigebiet liegt zwischen 2760 m (Passhöhe) und 3450 m Seehöhe auf dem Ebenferner. Das Betriebssaison geht von Pfingsten bis November. (Hasenjäger)
Die Erschließung des Gletschers als Skigebiet begann bereits in den 1930er Jahren, als die ersten Hütten auf einer aus dem Gletscher ragenden Felsrippe Trincerone (3028 m) errichtet wurden. In den 1950er Jahren wurden die Gäste mit Kettenfahrzeugen bergwärts befördert, bevor Anfang der 1960er Jahre der Gletscher mit den ersten einfachen Liften erschlossen wurde. Von verschiedenen, sich konkurrierenden Unternehmen wurden am Trincerone sowie auf der noch höher gelegenen Felskuppe Livrio (3175) große Hotelanlagen direkt an den Rand des Gletschers gebaut. Jedes Hotelunternehmen besaß eine eigene Skischule und eigene Liftanlagen, die wildwüchsig über das weite Areal des Ebenferners gespannt wurden. Einige kleinere Lifte wurden auch unterhalb des Trincerone auf kleineren Gletscherflächen aufgestellt. Material und anreisende Gäste wurden mit Raupenfahrzeugen über den Gletscher transportiert. In den 1960er Jahren kam ein gewaltige Boom des Sommerskilaufs auf. Die Hotelanlagen am Trincerone sowie am Livrio wurden durch Seilbahnen erschlossen und leistungsfähigere Liftanlagen gebaut. Der Rückzug des Gletschers war ab den 1970er Jahren deutlich zu erkennen. Zunächst begann sich die mächtige Eisdecke des Ebenferners erst nur abzusenken, während sie weiterhin bis zum Trincerone reichte. Die Anlagen unterhalb des Trincerone mussten nun aufgelassen und Liftrassen am Hauptgletscher immer wieder versetzt werden (Stecher 2013).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Tourismusdestination Tirol: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die touristische Entwicklung Tirols und beleuchtet die Bedeutung der Region als wichtige Tourismusdestination Europas anhand aktueller Kennzahlen.
2 Der Tiroler Skitourismus im Einfluss des globalen Klimawandels: Hier werden die meteorologischen Rahmenbedingungen und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schneesicherheit in Nord- und Südtirol sowie in den Gletscherskigebieten detailliert analysiert.
3 Perspektiven und Zukunftsstrategien im Tourismus: Das Kapitel diskutiert die Attraktivität der Destination Tirol und zeigt auf, wie sich Tourismusregionen durch Anpassungen und neue Konzepte an den Klimawandel anpassen können.
4 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, sich vom reinen Massentourismus hin zu einem sanften Ganzjahrestourismus zu entwickeln.
Schlüsselwörter
Tourismus, Tirol, Klimawandel, Skitourismus, Gletscherschwund, Schneesicherheit, Regionalentwicklung, Sommertourismus, Wintertourismus, Nachhaltigkeit, Destination, Alpen, Stilfser Joch, Anpassungsstrategien, Tourismusintensität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation der Tourismusregion Tirol unter dem Aspekt des fortschreitenden globalen Klimawandels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung des Tourismus, die meteorologische Analyse von Klimadaten und deren Auswirkung auf die Schneesicherheit sowie Zukunftsstrategien für den alpinen Tourismus.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich der Klimawandel auf den Tiroler Wintertourismus auswirkt und welche Möglichkeiten zur nachhaltigen Anpassung der Region bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine vergleichende Analyse von regionalen touristischen Kennzahlen sowie eine Auswertung meteorologischer Daten und Klimaszenarien vorgenommen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Tourismus, eine Untersuchung der klimatischen Auswirkungen (inklusive einer Fallstudie zum Stilfser Joch) und die Erarbeitung von Perspektiven.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Tourismus, Klimawandel, Schneesicherheit, Gletscherschwund und Nachhaltigkeit.
Welche Rolle spielt das Stilfser Joch in der Arbeit?
Das Stilfser Joch dient als anschauliches Fallbeispiel, an dem der dramatische Rückgang des Gletschers und die daraus resultierenden Konsequenzen für den Skitourismus verdeutlicht werden.
Warum unterscheidet die Arbeit zwischen Nord- und Südtirol?
Die Differenzierung erfolgt aufgrund unterschiedlicher meteorologischer Einflüsse (atlantisch vs. mediterran) und verschiedener saisonaler Schwerpunkte im Tourismus.
Wird der Skitourismus in der Arbeit als "tot" bezeichnet?
Nein, der Autor stellt fest, dass der Klimawandel zwar enorme Herausforderungen mit sich bringt, aber nicht das generelle Aus für den Skitourismus bedeutet, sofern Anpassungen vorgenommen werden.
Welche Anpassungsmöglichkeiten werden für tiefer gelegene Skigebiete vorgeschlagen?
Für diese Gebiete wird der Rückbau von technischen Anlagen und der Übergang zu einem naturnahen Ganzjahrestourismus als ökonomisch sinnvollste Strategie erörtert.
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- Dipl. Ing. Jonas Stecher (Autor), 2013, Tirol als Tourmusdestination im Zeichen des Klimawandels, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230324