Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Trabajo social

Ist das Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft in Deutschland bindungstheoretisch zu begründen?

Título: Ist das Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft in Deutschland bindungstheoretisch zu begründen?

Tesis (Bachelor) , 2012 , 125 Páginas , Calificación: 1,1

Autor:in: Sabrina Kontny (Autor)

Trabajo social
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die Arbeit stellt sich die Frage, ob das Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft in Deutschland bindungstheoretisch zu begründen ist. Sie verbindet dazu das Thema der Leih- oder Tragemutterschaft mit dem rechtlichen Verbot und der Bindungstheorie, um zu möglichen Antworten zu kommen.

Welche Konsequenzen bringt eine Leih- oder Tragemutterschaft für alle Beteiligten mit sich? Vor allem hinsichtlich der Bindungsforschung erscheint diese Art der Mutterschaft als sehr risikoreich für das Kind und dessen weitere Entwicklung. In Deutschland besteht seit 1991 ein rechtliches Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft. Es stellt sich jedoch die Frage, auf welchen Grundlagen das Verbot beruht und inwieweit es der Bindungstheorie und neusten Forschungsergebnissen im Bereich der Bindung Rechnung trägt.

Die Geburt des eigenen Kindes stellt für uns Menschen einen wichtigen Meilenstein im eigenen Leben dar. Doch wird der Kinderwunsch gerade in unserer modernen Gesellschaft oft von ungewollter Kinderlosigkeit überschattet. Oft wird auf die Mittel der modernen Medizin zurückgegriffen, wobei die Behandlungsmethoden der artifiziellen Fortpflanzungsmedizin häufig sehr belastend und quälend sind. Kommt die Adoption eines fremden Kindes für die Betroffenen nicht in Frage, bleibt als einziger Ausweg nur noch das Austragen des gewünschten eigenen Kindes durch eine andere Frau, die sogenannte Leihmutterschaft oder Tragemutterschaft.

Das Thema Leih- oder Tragemutterschaft wurde, angestoßen von Durchbrüchen in der Reproduktionsmedizin, zu keiner Zeit so kontrovers diskutiert wie in den letzten Jahrzehnten. Die erste künstliche Befruchtung beim Menschen fand durch das ‚Retortenbaby‘ Louise Brown in England in den 1970er Jahren statt. Seitdem ist es auch möglich, eine Ersatzmutterschaft durchzuführen ohne physischen Kontakt zum Mann haben zu müssen. Deutsche Zeitungen beleuchten das Thema dabei sehr kritisch, gleichzeitig scheint die gesellschaftliche Akzeptanz für Leih- und Tragemutterschaften zu steigen, wie die mediale Reaktion von Stars in Hollywood demonstriert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Ersatzmutterschaft

1.1 Begriffsklärung und geschichtlicher Abriss

1.1.1 Begriffsklärung

1.1.2 Geschichtlicher Abriss

1.2 Gründe für eine Ersatzmutterschaft

1.2.1 Für die Wunscheltern

1.2.2 Für die Leih- oder Tragemutter

1.3 Die moderne Fortpflanzungsmedizin und ihre Risiken

1.3.1 Methoden der Fortpflanzungsmedizin

1.3.2 Risiken der Fortpflanzungsmedizin

1.3.3 Exkurs: Präimplantationsdiagnostik

2 Rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Ersatzmutterschaft

2.1 Familienrechtliche Beziehungen in Deutschland

2.1.1 Der Familienbegriff und das Recht auf Nachkommenschaft

2.1.2 Wer ist Vater oder Mutter nach dem BGB?

2.1.3 Zuordnung des Kindes im Rahmen einer Ersatzmutterschaft

2.1.4 Statusänderung des Kindes

2.2 Rechtliche Grenzen der Leih- oder Tragemutterschaft in Deutschland

2.2.1 Das Adoptionsvermittlungsgesetz

2.2.2 Der Embryo (in vitro) unter besonderem Rechtsschutz

2.2.3 Mögliche Inhalte und Grundlagen eines Ersatzmutterschaftsvertrages

2.2.4 Würdigung der Wirksamkeit einer Ersatzmutterschaft

2.3 Rechtliche Legalität der Ersatzmutterschaft im Ländervergleich und gesellschaftliche Würdigung

2.3.1 Deutschland

2.3.2 Großbritannien

2.3.3 Australien

2.3.4 USA

2.3.5 Israel

3 Bindung im Rahmen der Ersatzmutterschaft

3.1 Was ist Bindung?

3.1.1 Die „Ur“bindung

3.1.2 Bindung nach der Bindungstheorie von John Bowlby

3.1.3 Wichtige Faktoren für eine gesunde Bindung

3.2 Wie entsteht Bindung?

3.2.1 Schwangerschaft und Bonding

3.2.1.1 Entwicklungen des Babys im Mutterleib

3.2.1.2 Das vorgeburtliche Bonding zwischen Mutter und Fetus

3.2.1.3 Komplikationen und deren Folgen

3.2.2 Geburt und Attachment

3.2.2.1 Nachgeburtliche Bindung

3.2.2.2 Komplikationen bei und nach der Geburt und deren Folgen

3.2.3 Bindung nach der Geburt

3.2.3.1 Bindungsqualität und Hilfen zu einer besseren Bindungsentwicklung

3.2.3.2 Bindungsmuster nach M. Ainsworth

3.3 Neue Familienformen und deren Bindungsqualität

3.3.1 High-Tech-Familien: IVF-Familien

3.3.2 High-Tech-Familien: Ersatzmutterschaftsfamilien

3.3.3 Nichttraditionelle Familien und Ersatzfamilien

1 Bindung und Ersatzmutterschaft

1.1 Die Ambivalenz in der Schwangerschaft durch die Ersatzmutter und deren Auswirkungen

1.2 Die Auswirkungen des Bruchs der Bindung für Ersatzmutter und Kind

1.3 Das Aufwachsen in der fremden Familie

1.4 Ersatzmutterschaft in der Gesamtschau bindungstheoretischer Überlegungen

2 Die Folgen rechtlicher Grenzen im gesellschaftlichen Kontext

2.1 Unfruchtbarkeit als Schicksalsschlag oder Herausforderung

2.2 Der Handel mit der Fruchtbarkeit als Konsequenz des rechtlichen Verbots

2.3 Maßgeblichkeit des Kindeswohls und gesellschaftliche Grenzen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die grundlegende Frage, ob das gesetzliche Verbot der Ersatzmutterschaft in Deutschland aus bindungstheoretischer Sicht gerechtfertigt werden kann. Dabei wird analysiert, wie die künstlich herbeigeführte Trennung von austragender Mutter und Kind sowie die damit verbundenen rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen die frühkindliche Bindungsentwicklung beeinflussen.

  • Analyse der rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Ersatzmutterschaft in Deutschland und im internationalen Vergleich.
  • Untersuchung der bindungstheoretischen Grundlagen und der Entstehung von Mutter-Kind-Bindungen während und nach der Schwangerschaft.
  • Evaluation der Auswirkungen von Ersatzmutterschaften auf das Bindungs- und Explorationsverhalten des Kindes.
  • Kritische Würdigung der Reproduktionsmedizin und der damit verbundenen physischen sowie psychischen Risiken.
  • Diskussion des Kindeswohls im Kontext rechtlicher Verbote und der globalen Kommerzialisierung von Fruchtbarkeit.

Auszug aus dem Buch

1.1.1 Begriffsklärung

Die Bezeichnung Ersatz- oder Leihmutterschaft unterliegt in Deutschland keiner strengen Definition (Müller-Götzmann, 2009, S.225). Ganz im Gegenteil besteht eine ganze Reihe von Begriffsmöglichkeiten, wie Surrogat-, Miet-, Pflege-, Ammen- oder Tragemutterschaft (May, 2003, S. 25f/ Ben-Am, 1998, S.14f). Sowohl in der Populärliteratur als auch in Gesetzestexten werden diese Begriffe unter der Bezeichnung der Leihmutterschaft im weiteren Sinne zusammengefasst. Man versteht darunter im Allgemeinen das Austragen eines Embryos, der häufig nur teilweise oder gar nicht mit den Eltern, die nach dessen Geburt die Elternschaft übernehmen, genetisch verlinkt ist. Die schwangere Frau (die Ersatzmutter) trägt ein Kind für andere Personen aus und erhält dafür meist eine finanzielle Gegenleistung. Nach dem Austragen verbleibt das Kind in der Obhut Dritter, den ‚Auftragseltern‘ (Zimmermann, 2011, S.96f)

Dabei sind verschiedene Konstellationen zwischen Auftragseltern und der Leihmutter möglich, die je nach Art der Leihmutterschaft eine weitere Begriffsunterscheidung ermöglichen. Ist es der biologischen Mutter bspw. nicht möglich, ihre eigenen Eizellen zu verwenden, werden allein die Samenzellen des Vaters auf die Leihmutter übertragen. Hierbei würde man von einer so genannten vollen Leihmutterschaft5 (Golombok, 2012, S.196/ Bruce-Hickman et al., 2009, S.229) sprechen, oder auch einer Ersatz-, Surrogat- oder Mietmutterschaft, da die Leihmutter gleichzeitig als Eizellenspenderin auftritt. Eine partielle Leihmutterschaft6 liegt vor, wenn sowohl Samen- als auch Eizellen von den Wunscheltern stammen und die Leihmutter dadurch keinerlei genetische Verbindung zu dem Embryo aufweist (Golombok a.a.O., S.196/ Bruce-Hickman et al. a.a.O, S.229). Hier würden die Begriffe Trage-, Pflege oder Ammenmutterschaft passen (Goeldel, 1994, S.5). Nach Frank könnte die rechtliche Definition der hier beschriebenen Mutterschaft auch in Ersatz-und Leihmutter unterteilt werden. Dabei stünde die Ersatzmutter für die volle und die Leihmutterschaft für die partielle Mutterschaft (Frank, 2007, Rn.28f).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ersatzmutterschaft: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Formen der Ersatzmutterschaft, beleuchtet historische Hintergründe und diskutiert die Motivationen der beteiligten Akteure sowie gängige Methoden der Reproduktionsmedizin.

2 Rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen der Ersatzmutterschaft: Hier werden die gesetzlichen Verbotslagen in Deutschland analysiert, die Begriffe von Elternschaft rechtlich eingeordnet und internationale Regelungen kontrastiert.

3 Bindung im Rahmen der Ersatzmutterschaft: Das Kapitel erläutert die bindungstheoretischen Grundlagen und untersucht die pränatale und postnatale Bindungsentwicklung sowie deren Störfaktoren.

1 Bindung und Ersatzmutterschaft: Die Ambivalenz während der Schwangerschaft wird hier in Bezug auf die entstehende Mutter-Kind-Bindung unter bindungstheoretischen Aspekten bewertet.

2 Die Folgen rechtlicher Grenzen im gesellschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel setzt das rechtliche Verbot in Bezug zum menschlichen Kinderwunsch und analysiert die Konsequenzen der Kommerzialisierung der Fruchtbarkeit.

Schlüsselwörter

Ersatzmutterschaft, Leihmutterschaft, Bindungstheorie, Fortpflanzungsmedizin, Kinderwunsch, Embryonenschutzgesetz, Adoptionsvermittlungsgesetz, Bindungsstörung, pränatale Bindung, soziale Eltern, Wunscheltern, Kindeswohl, reproduktives Reisen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das deutsche Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft aus bindungstheoretischer Sicht begründet werden kann und welche Konsequenzen dies für alle Beteiligten hat.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Reproduktionsmedizin, die deutsche Rechtslage, die Bindungstheorie nach John Bowlby sowie die Auswirkungen von Ersatzmutterschaften auf das Kindeswohl.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die wissenschaftliche fundierte Auseinandersetzung mit der Ersatzmutterschaft, um eine Basis für gesellschaftliche und rechtliche Diskussionen zu schaffen, da das Thema oftmals unzureichend verstanden ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, der Untersuchung bestehender Studien und der Einordnung dieser Ergebnisse in den rechtlichen und bindungstheoretischen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Ersatzmutterschaft und deren Rahmenbedingungen sowie in eine Würdigung der Erkenntnisse aus bindungstheoretischer Sicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Ersatzmutterschaft, Kindeswohl, Bindungstheorie, Fortpflanzungsmedizin und rechtliches Verbot.

Warum ist das Verbot der PID für die Autorin ein Streitpunkt?

Das Verbot der Präimplantationsdiagnostik wird angeführt, da es Paaren den Weg zu einer risikofreien Schwangerschaft erschwert und sie vor die Wahl zwischen Kinderverzicht oder risikobehafteter Schwangerschaft stellt.

Welche Rolle spielt die „spaltbare Mutterschaft“ in der Argumentation?

Sie beschreibt die Aufspaltung in eine genetische und eine rechtliche Mutterschaft durch moderne Medizin, die das deutsche Recht jedoch durch die Betonung der Geburt als primäres Merkmal ablehnt.

Inwiefern beeinflussen internationale Regelungen die Diskussion?

Die Existenz liberalerer Gesetze in anderen Ländern führt dazu, dass deutsche Familien das Verbot umgehen, was wiederum neue Probleme bezüglich der Staatenlosigkeit oder rechtlichen Zuordnung des Kindes schafft.

Final del extracto de 125 páginas  - subir

Detalles

Título
Ist das Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft in Deutschland bindungstheoretisch zu begründen?
Universidad
Mannheim University of Applied Sciences
Calificación
1,1
Autor
Sabrina Kontny (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
125
No. de catálogo
V230389
ISBN (Ebook)
9783668640627
Idioma
Alemán
Etiqueta
verbot leih- tragemutterschaft deutschland
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sabrina Kontny (Autor), 2012, Ist das Verbot der Leih- oder Tragemutterschaft in Deutschland bindungstheoretisch zu begründen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230389
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  125  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint