Das deutsche Free-TV unter Einfluss von Online-Videoportalen und Video-on-Demand-Angeboten

Am Beispiel von ProSieben mit MyVideo und Maxdome


Hausarbeit, 2013

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spielfilmprogrammierung im deutschen Free TV
2.1 Spielfilmprogrammierung auf ProSieben bis

3. Spielfilme und Langformate auf Online-Videoportalen in Deutschland
3.1 Spielfilme und Langformate auf MyVideo

4. Spielfilme als Video-on-Demand-Angebot auf deutschen Internetplattformen
4.1 Spielfilme bei Maxdome

5. Spielfilmprogrammierung bei ProSieben von 2007 bis

6. Fazit: Folgen von Spielfilmen online für das deutsche private Free TV

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Fernsehen hat sich seit der ersten Einführung in den 1950er Jahren stets weiterentwickelt und so manche Revolution durchlebt. (Noam 2009, S. 7) Das Internet, was die Medienlandschaft allgemein revolutioniert hat, schien die Fernsehlandschaft anders als die Printmedien verschont zu haben. Nun aber machen die audiovisuellen Medien als Teil einer weiteren Episode des Web 2.0 dem Fernsehen zunehmend Konkurrenz, so jedenfalls beschwören es einige Internetpioniere. (Gibs 2009, S. 11) Ob aber das Internet wirklich den Konsum des Fernsehens einschränkt oder anders verändert steht weiterhin zur Diskussion.

Es gibt verschiedenste Formen von audiovisuellen Formaten und Plattformen im World Wide Web. Es gibt die hauseigenen Mediatheken, beispielsweise der Öffentlich-Rechtlichen oder aber auch RTLNow und die ProSieben-Homepage. Diese bieten hauptsächlich das tagesaktuelle Programm und Eigenproduktionen zum Onlineabruf an, wobei die beiden privaten Sender manche Angebote mit einer Gebührenpflicht versehen. Nachrichtenportale und Printmedien bieten Bild- und Tonmaterial zusätzlich zu ihren klassischen Textmedien an. (Breunig 2007, S. 483)

Hierbei binden sie oft auch von eigentlichen Medienkonsumenten erstellte und hochgeladene Videos in ihre Informationskomplexe ein, welche eine facettenreiche und ereignisnahe Berichterstattung ermöglichen soll. Diese meist kurzen Clips finden ihren Ursprung meist auf einer gratis Online-Videoplattform. (Breunig 2007, S. 483) Vorreiter dessen ist YouTube, deutsche Ableger mit ähnlicher Intention sind Clipfish initiiert von RTL und MyVideo, welches komplett von ProSiebenSat.1 aufgekauft wurde. (Breunig 2007, S. 489f.) Diese Online-Videoplattformen sind hauptsächlich dafür bekannt kurze Formate einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, als Alternative zum Musikfernsehen, mit Amateuraufnahmen oder zur Bereitstellung von privaten Konsumenten aufgenommenen Fernsehsendungen oder Filmen, welche aber dafür meist aufgrund einer Höchstlänge für private Nutzer in diverse kurze Teile geschnitten werden. Dennoch werden neben der Mehrheit der Videos auch Filme oder anderen Langformate angeboten. (Gibs 2009, S. 13f.)

Abseits dessen gibt es noch Video-on-Demand-Plattformen im Internet, wo gegen Gebühr ein Film per Stream angesehen werden kann. In Deutschland sind diese Angebote eher in der Minderzahl und so war Maxdome, als Teil von ProSiebenSat.1, auch über Deutschland hinaus einer der Vorreiter neben dem Abrufangebot von Telekom Entertain (Breunig 2007, S. 479f.) – kein anderer Sender, kein anderer Verlag hat ein derartiges Angebot vorzuweisen. Zur privaten Senderfamilie ProSieben gehört also der eigentliche TV-Sender, dessen Website mit eingebundener Mediathek, welche aber oft auf die beiden Plattformen MyVideo und Maxdome verweist oder die deren Angebote direkt einbindet, und neuerdings auch einige Pay-TV-Sender. (Media Perspektiven 2011, S. 28-46) Hinzukommt dass ProSieben sich selbst stets als den Spielfilmsender darstellte, sodass die Programmierung von Spielfilmen im deutschen Free TV besonders gut an diesem Beispiel untersucht werden kann. (Hofstätter 2011, S. 188) Illegale Angebote á la kinox.to oder movie2k.to werden außerdem abseits all dieser Plattformen ausgeklammert, da sie abseits der anerkannten und legalen ökonomischen Modelle stehen. (Heger 2011, S. 611)

Die folgende Untersuchung der Sachverhalte stützt sich größtenteils auf die einzelnen Studien der Media Perspektiven und teils auf die auf diesen aufbauenden Theorien. Wobei die Datenlage vor der Einführung der Plattformen und nach dessen Einführung beziehungsweise bis heute verglichen wird.

2. Spielfilmprogrammierung im deutschen Free TV 2006

Die Media Perspektiven beschäftigen sich in ihren Studien hauptsächlich mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF, sowie den privaten Sendern RTL, Sat.1, ProSieben, RTLII, Vox und Kabel1. Wenn im Folgenden die Privaten erwähnt werden, sind es meist eben jene, wenn nicht anders beschrieben. Unter diesen privaten Sendern hat sich ProSieben stets als ein Sender mit von Spielfilmen dominierten Programmen hervorgetan. (Mediaperspektiven 2005-2011)

Die öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF dominieren 2006 gegenüber den privaten mit ihrem hohen Informationsanteil über 40% des Gesamtsendeanteils. „Unterhaltung und Werbung dominieren bei Privatsendern“, wobei RTL ausgewogene Anteile von Information, Fiction, nonfiktionaler Unterhaltung und Werbung aufweist. (Krüger, Zapf-Schramm 2007, S. 166) Dennoch sind nur 6% der Programmleistung Filme. (Media Perspektiven 2007, S. 20) Dominanter sind Serien und klassische Unterhaltungsformate, wie (Spiel-) Shows. Ähnlich verhält es sich bei Sat.1, auch hier dominieren Serien gegenüber Spielfilmen. Unterhaltung ist tendenziell aber rückläufig, besonders weil mehr als nonfiktionale Formate bezeichnete Scripted Reality Programme geschaltet werden. (Krüger, Zapf-Schramm 2007, S 170-175)

Bei der ARD hingegen ist nonfiktionale Unterhaltung rückläufig und so kann sie 2006 ProSieben mit der Anzahl der Spielfilmausstrahlungen übertreffen. (Krüger, Zapf-Schramm 2007, S. 168f.) Trotzdem gibt es immer noch ein relativ „ausgeglichenes Angebot an Spielfilm, Fernsehfilm, Reihe einerseits und Fernsehserien andererseits“ (Krüger, Zapf-Schramm 2007, S. 170) bei den beiden öffentlich-rechtlichen Programmen, wohingegen bei den restlichen privaten Sendern Serien überwiegen. (Krüger, Zapf-Schramm 2007, S. 170) Die privaten Sender zeigen hierbei ungefähr gleich viele Produktionen aus Deutschland wie aus den USA und entsprechen damit den freiwilligen Auflagen der Europäischen Union. ARD und ZDF hingegen zeigen um 20% US-amerikanische Produktionen und auch einige andere ausländische Produktionen, abseits des englischsprachigen Auslands, welche bei den privaten Sendern kaum zum Tragen kommen. (Krüger, Zapf-Schramm 2007, S. 178)

2.1 Spielfilmprogrammierung auf ProSieben bis 2006

2004 sanken die Werbeumsätze ProSiebens im Gegensatz zu einigen anderen privaten Sender. Besonders Deutschlands erfolgreichster privater Sender RTL hat einen deutlich geringeren Anteil an Filmen in seiner Programmplanung. (Media Perspektiven 2005, S. 18) Der Unterhaltungsanteil liegt bei beiden Sendern 2004 mit um die 50% ungefähr gleich auf, wobei ProSieben 24,8% seines gesamten Sendeanteils für Spielfilme und TV-Movies aufwendet. RTLs Programmleistung hingegen weist nur 5,3% Filme auf. (Media Perspektiven 2005, S. 19f.) So kommt es bis 2004 zu einer Angleichung des Programms an die anderen privaten Sender mit einer Expansion nonfiktionaler Unterhaltungsformate wie Doku-Soaps oder ähnlichem.[1] (Krüger 2013, S. 478) Die Reduzierung der Spielfilmausstrahlungen beginnt aber bereits 1997 und so sinkt diese von 1.043 bis 2004 auf 748 Spielfilmausstrahlungen pro Jahr. RTLs Spielfilmausstrahlungen reduzieren sich hingegen nur um 30% auf trotzdem bloß 171 Spielfilmausstrahlungen. Hiervon sind Wiederholungen ausgenommen, dessen Zahl sich bei RTL mehr erhöhte als bei ProSieben. (Media Perspektiven 2005, S. 25)

Trotz der veränderten Programmstrategie bleiben die Werbeumsätze sinkend, wenn auch dieser Trend bei den meisten anderen Privaten ebenfalls einsetzt. Nur Kabel1 und Vox können ihre Umsätze steigern, obwohl RTLII und RTL sogar ihre Werbemenge erhöhen. Nun wird allgemein das Unterhaltungsangebot abseits der Information erhöht, besonders die klassischen Unterhaltungsformen – in diesem Fall Nummernshows in Form von Castingformaten – profitieren davon. (Media Perspektiven 2006, S. 18-20) Dennoch wird das Spielfilmangebot 2005 wieder um ungefähr 2,5% erhöht, genau wie das Serienangebot, wenn auch deutlich schwächer als Showprogramme. Bei dem größten Konkurrenten RTL wird ebenso das Spielfilmangebot erhöht, wobei der Serienanteil sinkt. (Media Perspektiven 2006, S. 25)

[...]


[1] Erst 2007 folgt eine Überarbeitung der verwendeten Formate für die Studien. Erst dann werden alle Studien seit 2001 angeglichen und Doku-Soaps werden Teil des Fictionangebots.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Das deutsche Free-TV unter Einfluss von Online-Videoportalen und Video-on-Demand-Angeboten
Untertitel
Am Beispiel von ProSieben mit MyVideo und Maxdome
Hochschule
Universität zu Köln  (Staatswissenschaftliches Seminar)
Veranstaltung
Aktuelle Fragen der Medienwirtschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V230398
ISBN (eBook)
9783656464808
ISBN (Buch)
9783656467878
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienwirtschaft, Medien, Fernsehen, Spielfilm, Free-TV, Deutschland, Online-Videoportale, Videoportale, Video-on-Demand, VoD, On-Demand, Internet, Web 2.0, ProSieben, Pro7, Programmplanung, Programmierung, MyVideo, Maxdome
Arbeit zitieren
Carolin Blefgen (Autor), 2013, Das deutsche Free-TV unter Einfluss von Online-Videoportalen und Video-on-Demand-Angeboten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230398

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