Die Klanglandschaft oder auch Soundscape führt in der anthropologischen Wahrnehmung der abendländischen Kultur seit Jahrhunderten ein Schattendasein. Das menschliche Gehör ist zu jeder Zeit des Lebens, zur Zeit noch vor der Geburt, wichtigstes und präzisestes Sinnesorgan. Wie steht es heutzutage einer flukturierenden Metropole gegenüber?
In einem Kompendium wird hier die Etymologie und Entwicklung der Akustik, ihr Weg über die 'neue Musik', bis zur Prägung des Begriffes Soundscape, dargestellt. In einer dokumentarakustischen Studie, der Metropolen Syndey und Berlin, wird eine Klanglandschaft als Kulturlandschaft untersucht, die neben einer Suche nach Identität zudem Fragen von Schaden und Nutzen für den Menschen, dort aufwirft, wo er sich am dichtesten aufhält, in einer Großstadt.
Dieser Arbeit liegt Audiomaterial, der Städte Sydney und Berlin, von ca. 190 Minuten Laufzeit vor, welches nach dem Erwerb kostenlos zugesandt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einführung und Erläuterung des Begriffes Soundscape
2.a Etymologie und Entwicklung der Akustik
2.b Entstehung, Entwicklung und Prägung der Soundscape
3. Ansatzpunkte und verwandte Untersuchungen auf die sich diese Arbeit begründet
3.a John Cage, Karlheinz Stockhausen und die Emanzipation der Geräusche
3.b Musique Concrète
3.c R. Murray Schafer und das World Soundscape Project
3.d Klangarchitektur und Sound Design
4. Erläuterung der Durchführung einer akustischen Untersuchung im inneren Stadtraum von Sydney und Berlin
4.a Erste Versuche und Planungsstrukturen
4.b Kriterien und Begründung der zu treffenden Auswahl von Klangsituationen
4.c Der Weg ins Feld. Die Erstellung einer Klangkarte von Sydney Central Bank District und Berlin Mitte
4.d Eine Umfrage zum Hörverstehen. Stereotype Strukturen im Stadtraum - Eine akustische Intervention. "Ich höre nicht, was du da hörst!"
5. Umgang und Auswertung der Untersuchung
5.a Bestimmung und Kategorisierung
5.b Analyse einzelner und komplexer Klangsituationen
6. Die Arbeit im Kontext der Begriffe akustische Anthropologie, Psychoakustik und Klangökologie
6.a Klanglandschaft ist Kulturlandschaft
6.b „Hauptsache Fortschritt“: Lärmkloake Großstadt und ihre Auswirkungen
6.c Klangökologie und Dokumentarakustik
7. Schlusswort
8. Beispiel Auswertungstabelle (Kapitel 5b) und Umfragebogen Hörverstehen (Kapitel 4d)
10. Audiomaterial DVD
10.a Aufstellung und Nummerierung
10.(b) DVD Soundscapes Sydney Central Bank District und Berlin Mitte, Sound Collàge Sydney und Berlin
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die auditive Identität und die Klangstrukturen der Metropolen Sydney und Berlin. Ziel ist es, durch akustische Aufnahmen und deren Analyse die ortsspezifischen Unterschiede sowie die globalen Ähnlichkeiten urbaner Klanglandschaften (Soundscapes) aufzuzeigen und dabei den Einfluss von Stadtplanung und architektonischen Gegebenheiten auf die Wahrnehmung des Stadtraums kritisch zu reflektieren.
- Akustische Anthropologie und Wahrnehmungsforschung
- Geschichte und Entwicklung von Soundscape und Klangökologie
- Methodik der akustischen Dokumentation und Feldanalyse
- Einfluss von Stadtplanung, Lärm und Klangdesign auf den Menschen
- Vergleichende Analyse der Klanglandschaften in Sydney und Berlin
Auszug aus dem Buch
3. Ansatzpunkte und verwandte Untersuchungen auf die sich diese Arbeit begründet
Die Entstehung der elektronischen Klangerzeugung und zugleich die Entwicklung einer Zeit des 20. Jahrhunderts in der sich der Begriff der 'Grenzüberschreitung' in den freien Künsten manifestierte, wird ein Raum freigesetzt, in dem man sich auf einer Suche in das Unbekannte vor wagte. Einer seiner einflussreichsten Vertreter in der antiakademischen „approach to art and reality“ und wichtige Figur in der Entstehung der 'Neuen Musik', war der US amerikanische Komponist John Cage. In der Zeit des Übergangs und der gezielten Abwendung von der bis dahin traditionellen Musik der klassisch-romantischen Ästhetik des 19. Jahrhunderts, suchte auch Cage nach Möglichkeiten neuer Formen in der Musik. Mit dem präparierten Klavier entwickelte und reduzierte er es zugleich in ein Perkussionsinstrument, indem er dem Klavier seine, bis dahin interpretatorischen Parameter wie subjektiven Ausdruck, klangliche Differenzierung, Anschlagnuancen und Gesanglichkeit mit einem Mal entzog. Dies hatte eine Reihe neuartiger Timbre zur Folge, deren eigenen Charakter er einer Fülle von Kompositionen widmete. Der Drang nach „exploration of nonintention“, der Entdeckung des Nichtintentionalen, gab dem Leben und Arbeiten von John Cage eine feste Richtung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Stellenwerts von Klang in der menschlichen Wahrnehmung und Stadtplanung ein.
2. Einführung und Erläuterung des Begriffes Soundscape: Hier werden die etymologischen und historischen Grundlagen des Begriffs Soundscape sowie die Entwicklung der Akustik dargelegt.
3. Ansatzpunkte und verwandte Untersuchungen auf die sich diese Arbeit begründet: Das Kapitel beleuchtet maßgebliche Einflüsse wie John Cage, Musique Concrète und R. Murray Schafers Arbeit.
4. Erläuterung der Durchführung einer akustischen Untersuchung im inneren Stadtraum von Sydney und Berlin: Hier wird die Methodik der Feldstudien und die Erstellung der Klangkarten für beide Städte beschrieben.
5. Umgang und Auswertung der Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt die Kategorisierung und systematische Analyse der gesammelten Klangaufnahmen.
6. Die Arbeit im Kontext der Begriffe akustische Anthropologie, Psychoakustik und Klangökologie: Hier wird die städtische Klanglandschaft theoretisch im soziologischen und ökologischen Kontext verortet.
7. Schlusswort: Das Kapitel resümiert die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung akustischer Gestaltung für die Stadtplanung der Zukunft.
Schlüsselwörter
Soundscape, Klanglandschaft, Akustik, Klangökologie, urbane Akustik, Stadtplanung, Psychoakustik, John Cage, Murray Schafer, Sound Design, akustische Anthropologie, Klangkarte, Feldstudie, Lärm, auditive Wahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie sich urbane Räume akustisch unterscheiden und wie Klang die Identität von Metropolen wie Sydney und Berlin prägt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der akustischen Anthropologie, der Geschichte der Klangforschung, der methodischen Dokumentation urbaner Geräuschkulissen und der Rolle von Klangdesign im öffentlichen Raum.
Was ist das primäre Ziel?
Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für die auditive Qualität von Stadtlandschaften zu schaffen und aufzuzeigen, wie akustische Gegebenheiten gezielter in die Stadtentwicklung einbezogen werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin kombiniert theoretische Grundlagenstudien mit einer empirischen Felduntersuchung, bei der über 600 Audioaufnahmen in Sydney und Berlin gemacht, kategorisiert und qualitativ ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Pioniere der Klangkunst, die detaillierte Beschreibung der Vorgehensweise bei den Feldaufnahmen und die vergleichende Analyse der spezifischen urbanen Klangstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soundscape, Klangökologie, urbane Akustik, auditive Wahrnehmung, Klangkarte und Sound Design.
Wie unterscheidet sich die Akustik von Sydney und Berlin laut der Untersuchung?
Die Untersuchung zeigt Unterschiede in der baulichen Struktur und den verwendeten Materialien (Stein vs. Beton/Asphalt), die signifikante Auswirkungen auf Hall und Klangcharakteristik haben.
Warum ist das Thema "Lärm" in dieser Arbeit so präsent?
Die Autorin argumentiert, dass Lärm nicht nur ein physikalisches Nebenprodukt ist, sondern eine massive Beeinflussung der menschlichen Gesundheit und eine Form der sozialen Machtausübung darstellt.
- Citar trabajo
- Felicitas Koch (Autor), 2012, Urbane Klanglandschaften im Kontext ortsspezifischer und globaler akustischer Situationen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230482