Ciceros Peroratio in seiner "Pro Milone"


Essay, 2012

5 Seiten, Note: 1,0


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Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um ein Essay, der im Rahmen des Proseminars "Gewalt und Politik in der späten römischen Republik“ entstanden ist. Ziel ist es, Ciceros Rede "Pro Milone" unter dem Gesichtspunkt des Proseminarthemas zu analysieren und zu interpretieren. Als Erstes soll kurz auf die Quellengattung, anschließend auf deren Urheber eingegangen werden. Im Hauptteil wird ein Vorschlag zur Quellendeutung angeboten und zum Schluss ein Fazit gezogen.

Bei dem zu bearbeitenden Text handelt es sich um die peroratio Ciceros Gerichtsrede "Pro Milone“. Angemerkt sei, dass es nicht die Rede ist, welche tatsächlich in der Gerichtsverhandlung gehalten worden ist, sondern dass der Autor jene im Nachhinein in veränderter Form niederschrieb und herausgab. Sie kann als ein akademisches Produkt angesehen werden. Für Historiker und Philologen besteht hinsichtlich ihrer Echtheit kein Zweifel.

Marcus Tullius Cicero 106 v. d. Zw. in Arpinum als Sohn eines eques geboren durchlief eine steile politische Karriere. Suo anno bekleidete er im Jahr der "Catilinarischen Verschwörung“ das Konsulat, was für ihn einen Höhepunkt und Tiefpunkt seiner Laufbahn zugleich darstellte: Zum Ende seines konsularischen Magistrats gelang es ihm, den von Catilina angeführten Putsch niederzuschlagen. Vier Jahre später wurde ihm die Ausrufung des senatus consultum ultimum als Ausübung magistratischer Willkür und die Hinrichtung Catilinas Anhänger als ein Verstoß gegen die römische "Verfassung" ausgelegt, so dass er 58 gezwungen war, ins Exil zu gehen. Spätestens seit diesem Zeitpunkt war die Feindschaft zwischen Cicero und Clodius besiegelt. Er kehrte jedoch auf Initiative Pompeius` und anderer optimates im April folgenden Jahres zurück. Cicero zählte sich zu den Popularen, seine Politik zielte jedoch stets darauf, den Status Quo der optimatischen Herrschaft zu sichern. Seine Haltung drückt er musterhaft in einem Brief an Atticus aus: "Da uns diejenigen, die keine Macht haben, nicht lieben wollen, wollen wir uns bemühen, von denen geschätzt zu werden, welche die Macht haben." (Cic. Att. lV, 5)

Es kann davon ausgegangen werden, dass der Redner die tatsächlich gehaltene "Pro Milone“ inhaltlich und argumentativ an die veröffentlichte angelehnt hat. Insofern ist der Sachverhalt, dass die Atmosphäre in der Gerichtsverhandlung auf dem forum für die Verteidigung bedrohlich war – aufgrund der zornigen plebs mussten Schutztruppen aufgestellt werden -, zu ignorieren. Die peroratio soll als Exempel der Auffassung Ciceros im Besonderen und seiner Parteigänger im Allgemeinen fungieren.

Der Abschluss der Rede ist verfasst nach den Gesichtspunkten einer klassischen commiseratio : Es geht dem Redner darum, durch die Wehklage das Unheil des Angeklagten herauszustellen und beim Rezipienten Mitleid zu erwecken. Milo hätte sich selbstlos für das Heil des Staatswesens in einen Kampf auf Leben und Tod begeben. Die res publica sei völlig zerrüttet gewesen, den Senat sieht Cicero am Boden liegen. Des Weiteren habe sich Milo, obwohl die plebs gegen ihn sei, ihr gegenüber wohlwollend gezeigt und um sie - materiell - gesorgt. Der Angeklagte handelte aus stoischen Motiven, indem es ihm nicht um den Lohn einer guten Tat ginge, sondern um ihrer selbst willen. Als rationales Argument sticht hervor, der Mord an Clodius sei als beneficium, als eine Tat anzusehen, die die res publica gerettet habe. Daher sei es angemessen, dass Milo, auch wenn die Verurteilung nicht abzuwenden sei, gloria zukomme. Ferner bringt Cicero seine Person in die Wehklage mit ein, da er - aufgrund seines engen, familiären Verhältnisses zu Milo - gleichfalls unter der Verbannung des Angeklagten leiden würde.

5 von 5 Seiten

Details

Titel
Ciceros Peroratio in seiner "Pro Milone"
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
5
Katalognummer
V230496
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ciceros, peroratio, milone
Arbeit zitieren
Bernd Kühn (Autor), 2012, Ciceros Peroratio in seiner "Pro Milone", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230496

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