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„Deutsch und Schreiben ist für mich das Schrecklichste an der Schule!”

Zu Problemen und Alternativen des Schreib- und Rechtschreibunterrichts

Title: „Deutsch und Schreiben ist für mich das Schrecklichste an der Schule!”

Seminar Paper , 2011 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Thanner (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Schreiben können, und zwar "richtig" schreiben können, gehört zu den zentralen Fähigkeiten, die von Menschen erwartet werden. Diese Fähigkeit ist jedoch keineswegs naturgegeben, sondern muss erlernt werden und es gibt viele Menschen, denen das Schwierigkeiten bereitet. In diesem Zusammenhang kommt dem schulischen Rechtschreibunterricht die wesentliche Rolle zu. Die Arbeit untersucht die wesentlichen Ansätze der Forschung und prüft, inwieweit der gegenwärtige Unterricht den wissenschaftlichen Erkenntnissen gerecht wird. Verschiedene Probleme werden geschildert und die Notwendigkeit eines Wandels begründet. Daran anschließend werden Alternativen für die Lehre anhand konkreter methodischer Beispiele aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie des Rechtschreiberwerbs

3. Unterrichtspraxis

4. Perspektivenwechsel: Entdeckendes Lernen

5. Fazit

6. Anhang

7. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen fachdidaktischen Erkenntnissen zum Schriftspracherwerb und der tatsächlichen Unterrichtspraxis. Ziel ist es, die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels zu begründen, der vom isolierten Pauken von Rechtschreibregeln hin zu einem interessegeleiteten, forschenden Lernen führt, um Schülerinnen und Schüler nachhaltig für die Systematik der Orthografie zu begeistern und Ängste vor Leistungskontrollen abzubauen.

  • Grundlagen des Schriftspracherwerbs und linguistische Perspektiven.
  • Kritische Analyse der aktuellen Unterrichtspraxis und Rolle der Leistungskontrolle.
  • Konzept des entdeckenden Lernens als alternativer didaktischer Ansatz.
  • Bedeutung der Einbettung von Orthografie in inhaltlich interessante Kontexte.
  • Förderung der eigenaktiven Hypothesenbildung bei Lernenden.

Auszug aus dem Buch

Perspektivenwechsel: Entdeckendes Lernen

Lesen und Schreiben gehören vom ersten Moment an zu den fundamentalen Bestandteilen und Erfordernissen des Schulalltags, aber auch die primären Interessen und Erwartungen der Kinder richten sich vorwiegend auf diese Bereiche, während beispielsweise Rechnen mit viel geringerer Vorfreude verbunden ist. Die Gewissheit, dass Lesen und Schreiben wie kaum sonst etwas einen Zugang zur Welt bedeuten, der bisher noch verstellt geblieben ist, teilen wohl nahezu alle Kinder schon vor der Einschulung. Umso erschütternder ist die Feststellung, dass diese Freude für so viele von nur kurzer Dauer ist und das Schreiben schnell nur noch als Last empfunden wird; als langweilig und schwierig, als etwas, das keinen Spaß macht, nur als Leistungskontrolle fungiert, jedenfalls nichts mit den eigenen Interessen zu tun hat. Ein Schreibunterricht, der mehr sein will als bloßes Mittel zur einfachen Bewertung, muss an eben dieser Stelle ansetzen und die Interessen der Lernenden wieder in den Mittelpunkt rücken, sich ihre Neugier zunutze machen und achtsam sein für das individuelle Vorgehen beim Schrift- und Rechtschreiberwerb.

Weitreichende praktische Vorschläge, wie alternative Ansätze in der Rechtschreibdidaktik aussehen könnten, finden sich bei Leerkamp (2003) sowie in Praxis Deutsch 170/2001, von denen im Folgenden exemplarisch die Artikel von Eisenberg/Feilke und Lindauer/Nänny erwähnt werden sollen. Sie eint die Überzeugung, dass Lernende „eigenaktiv Muster, Strukturen sowie Regelmäßigkeiten erkennen und auf neue Objekte anwenden können”, weshalb sie für eine Wende im Unterricht plädieren, weg vom isolierten Pauken von Regeln und anschließendem Fehlerzählen, hin zu einem bewussten Erforschen und Entdecken von Sinn und Systematik der Orthografie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Schreibens als elementare Kulturtechnik, die durch soziale und politische Faktoren sowie einen oft stigmatisierenden Leistungsdruck in der Schule negativ besetzt ist.

2. Theorie des Rechtschreiberwerbs: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung der wissenschaftlichen Forschung zum Schriftspracherwerb und stellt dar, wie Kinder in verschiedenen Phasen durch eigene Hypothesenbildung einen Zugang zum Schriftsystem finden.

3. Unterrichtspraxis: Es wird analysiert, wie der aktuelle Deutschunterricht durch isolierte Rechtschreibübungen und eine einseitige Fokussierung auf die Leistungskontrolle die Lernmotivation vieler Schülerinnen und Schüler untergräbt.

4. Perspektivenwechsel: Entdeckendes Lernen: Dieses Kapitel plädiert für eine didaktische Wende, bei der Schülerinnen und Schüler durch forschendes Lernen selbstständig die Systematik der Orthografie in interessanten inhaltlichen Kontexten erschließen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert trotz der bestehenden ökonomischen Selektionszwänge im Schulsystem einen mutigen Paradigmenwechsel in der Unterrichtsgestaltung.

6. Anhang: Der Anhang bietet konkrete Arbeitsmaterialien, wie die Fabel von Martin Luther und Übungen zu Umlautregeln, zur praktischen Umsetzung im Unterricht.

7. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Fachpublikationen und Weblinks zur Unterstützung der Thesen auf.

Schlüsselwörter

Rechtschreiberwerb, Schreibdidaktik, Schriftsprache, Rechtschreibunterricht, Entdeckendes Lernen, Leistungskontrolle, Linguistik, Orthografie, Lernprozess, Hypothesenbildung, Schülerinteressen, Sprachdidaktik, Fehleranalyse, Schriftspracherwerb, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den fachdidaktischen Grundlagen des Rechtschreiberwerbs und kritisiert die aktuelle Unterrichtspraxis, die häufig zu Frustration und Lernunlust führt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die theoretische Schreiberwerbsforschung, die Analyse der schulischen Unterrichtswirklichkeit und die Entwicklung alternativer, entdeckender Lernkonzepte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Rechtschreibunterricht interessegeleitet und ohne die zerstörerische Wirkung von Angst vor Fehlern oder Leistungskontrollen gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die empirische Studien und fachdidaktische Erkenntnisse synthetisiert und durch praxisorientierte Beispiele illustriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine kritische Bestandsaufnahme der Schulpraxis und die Vorstellung von Modellen für ein entdeckendes, eigenaktives Lernen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Rechtschreiberwerb, Entdeckendes Lernen, Schreibdidaktik, Orthografie, Leistungskontrolle und Lernprozesse.

Wie unterscheidet sich der vorgeschlagene Ansatz vom traditionellen Diktat?

Der neue Ansatz ersetzt die punktuelle Fehlerzählung durch ein Verständnis von Fehlern als notwendige Indikatoren für den Lernprozess und fördert das eigenständige Erforschen von Sprachregeln.

Warum wird die Rolle des Lehrers in dieser Arbeit neu definiert?

Die Lehrperson soll nicht länger als reine Instanz der Fehlermarkierung agieren, sondern als begleitender Coach, der den Schülern hilft, eigene Hypothesen über Sprache zu bilden.

Welche Bedeutung kommt dem Lernjournal in der Arbeit zu?

Das Lernjournal dient als Dokumentationsort, an dem Schüler ihre Entdeckungen festhalten, wodurch der Lernfortschritt für Schüler und Lehrer gleichermaßen sichtbar und beratbar wird.

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Details

Title
„Deutsch und Schreiben ist für mich das Schrecklichste an der Schule!”
Subtitle
Zu Problemen und Alternativen des Schreib- und Rechtschreibunterrichts
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Einführung in die Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Grade
1,0
Author
Benjamin Thanner (Author)
Publication Year
2011
Pages
17
Catalog Number
V230539
ISBN (eBook)
9783656469698
ISBN (Book)
9783656468875
Language
German
Tags
Fachdidaktik Deutsch Rechtschreibung Orthografie Deutschunterricht Rechtschreibunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Thanner (Author), 2011, „Deutsch und Schreiben ist für mich das Schrecklichste an der Schule!”, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230539
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