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Transkulturelle Räume? Soziale und kulturelle Funktionen migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte in Freiburg i. Br.

Título: Transkulturelle Räume? Soziale und kulturelle Funktionen migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte in Freiburg i. Br.

Tesis de Maestría , 2009 , 113 Páginas , Calificación: 1,1

Autor:in: M. A. Annette Julia Motz (Autor)

Etnología / Folclore
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Migrantengeführte Lebensmittelgeschäfte sind vielgestaltige Orte, an denen
Vorstellungen, Menschen und Waren miteinander in Berührung kommen und
sich transformieren. Sie haben, bedingt durch individuell handelnde Akteure
und deren subjektive Wahrnehmungen, prozessualen Charakter. Um dieser
Prozessualität gerecht zu werden, wird der kulturwissenschaftliche Raumbegriff
zu Grunde gelegt.
Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der Arbeit, zu erfahren, ob migrantengeführte
Lebensmittelgeschäfte als transkulturelle Räume verstanden werden
können. Es wird danach gefragt, welche möglichen Funktionen die Läden als
Räume des Alltags für die unterschiedlichen Akteure besitzen können. Die
Studie versucht also zu ermitteln, inwiefern die Läden „bedeutungsvoll“ sind,
denn: „A place becomes meaningful when people identify a place as a sign of
something beyond itself.“ Die Verflechtung von Bedeutungen und Praktiken
steht im Mittelpunkt der Untersuchung.
Hinsichtlich dieser Erkenntnisinteressen wird der Blick auf die Interaktionen
zwischen den Menschen in den Läden gerichtet. Auch die Aneignung des Raumes
und seiner Waren werden untersucht.
Dazu wurden in fünf migrantengeführten Lebensmittelläden in Freiburg teilnehmende
Beobachtungen durchgeführt. Mit den Inhabern der Läden und
mehreren Kunden wurden zudem leitfadengestützte Interviews geführt, die
als Kontrastierung der Beobachtungen ergänzend beitragen. Die teilnehmenden
Beobachtungen sollten helfen, Interaktionen und Handlungsweisen sowie
Produktauswahl zu erfassen und ins Gespräch mit Kunden und Händlern zu

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Vorüberlegungen

2.1 Theoriemodelle an der Schnittstelle von Raum und Kultur

2.1.1 Transkulturalität

2.1.2 Dritter Raum

2.2 Kulturwissenschaftliches Raumkonzept

2.2.1 Zur Differenzierung von Ort und Raum

2.2.2 Dritte Orte

2.3 Begrifflichkeiten und sozioökonomische Dimensionen von ausländischer Kost

2.3.1 Zur Begriffsdefinition von ausländischer Kost

2.3.2 Diversifizierung des Nahrungsangebotes in der Nachkriegszeit

2.3.3 Ethnische Ökonomie

3 Methodisches Vorgehen

3.1 Untersuchungsfeld

3.2 Datenerhebung und -auswertung

4 Darstellung der ausgewählten Läden

4.1 Maryam

4.1.1 Ladenprofil

4.1.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle

4.2 Shundor International

4.2.1 Ladenprofil

4.2.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle

4.3 Bravo Market

4.3.1 Ladenprofil

4.3.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle

4.4 Katjuscha

4.4.1 Ladenprofil

4.4.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle

4.5 Lebensmittel Nazemi

4.5.1 Ladenprofil

4.5.2 Feldzugang und Teilnehmerrolle

5 Auswertung der empirischen Untersuchungen

5.1 Konsumraum

5.1.1 Gewohnte und ungewohnte Produkte

5.1.2 Transkulturelle Ernährung

5.1.3 Einkaufserlebnis

5.1.4 Strategische Inszenierungen

5.2 Kommunikationsraum

5.2.1 Allgemeines Kontaktbedürfnis

5.2.2 Neuzuwandererhilfe

5.2.3 Sprache

5.2.4 Alltagsunterstützung

5.3 Vertrauensraum

5.3.1 Wohlfühlatmosphäre

5.3.2 Persönlichkeit

5.3.3 Zeit

5.3.4 Preise

5.4 Aspekte von Transkulturalität

6 Schlusswort

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, ob migrantengeführte Lebensmittelgeschäfte als transkulturelle Räume fungieren können und welche Funktionen diese Orte im Alltag der verschiedenen Akteure (Inhaber wie Kunden) einnehmen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Verflechtung von sozialen Praktiken und Bedeutungszuweisungen innerhalb dieser Räume.

  • Transkulturalität als kulturwissenschaftliches Konzept
  • Die Rolle migrantengeführter Läden als "dritte Orte"
  • Sozioökonomische Dimensionen und ethnische Ökonomie
  • Kulinarische Transkulturalität und Konsumgewohnheiten
  • Interaktion, Kommunikation und soziale Alltagsunterstützung

Auszug aus dem Buch

5.1.1 Gewohnte und ungewohnte Produkte

Auch wenn die untersuchten Lebensmittelläden für viele Menschen eine, um es mit Rosenbaum zu sagen 163, soziale oder sogar emotionale Bedeutung haben, so sind sie doch für die meisten Besucher in erster Line praktische Orte, an denen Konsumgüter erworben werden können. Gerade die Geschäfte, die ihren Schwerpunkt auf importierte Produkte legen und damit eine Ergänzung zu anderen Lebensmittelläden darstellen, können mit einem hohen Anteil an migrantischen Kunden rechnen. Zu dieser Gruppe zählen der afrikanische und der russische Laden. Hier konnten die Besucher ihre gewohnten und eventuell aus dem Herkunftsland bekannten Produkte erwerben. Die Klientel der anderen Läden war eher am Exotischen interessiert und stammte in der Mehrzahl aus Deutschland. Der afghanische Laden wies in seinem Sortiment keine Besonderheiten auf, die ihn von einem herkömmlichen Supermarkt unterschieden hätten. Er bildet im Bereich des Konsums von ausländischer Kost deshalb eine Ausnahme zu den anderen Läden.

Da es in der empirischen Untersuchung offensichtlich wurde, dass die beiden einander diametral gegenüberliegenden Punkte Gewohnheit und Exotik/Außergewöhnlichkeit bei vielen Besuchern eine Rolle für den Einkauf spielen, sollen sie hier getrennt beleuchtet werden.

„Weißt du, man hat dann so Gelüste“, sagt eine Kundin und drückt damit aus, was viele Menschen mit Migrationshintergrund dazu bewegt, einen Lebensmittelladen aufzusuchen, in dem sie ihre gewohnten Produkte erstehen können. Oftmals spielen nicht nur die Bekanntheit oder Vertrautheit mit der Ware eine Rolle, sondern auch – vor allem dann, wenn die betreffende Person selbst migriert ist – die Erinnerung an das Herkunftsland, die Familie oder die frühere Lebenssituation.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problematik der Multikulturalität vor und führt das Konzept der Transkulturalität als neues kulturwissenschaftliches Modell zur Analyse von migrantengeführten Läden ein.

2 Theoretische Vorüberlegungen: In diesem Kapitel werden grundlegende Konzepte wie Transkulturalität, der dritte Raum, Raumtheorien sowie sozioökonomische Dimensionen ausländischer Lebensmittel diskutiert.

3 Methodisches Vorgehen: Hier wird der empirische Ansatz erläutert, der teilnehmende Beobachtung und leitfadengestützte Interviews in fünf ausgewählten Läden in Freiburg umfasst.

4 Darstellung der ausgewählten Läden: Dieses Kapitel präsentiert die untersuchten Geschäfte im Detail, inklusive ihrer Ladenprofile sowie Reflexionen zum Feldzugang und der Rolle der Forscherin.

5 Auswertung der empirischen Untersuchungen: Der Hauptteil analysiert die Läden als Konsum-, Kommunikations- und Vertrauensräume und beleuchtet Aspekte der Transkulturalität in der Alltagspraxis.

6 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Erkenntnisse und bestätigt die Eignung des Transkulturalitätsmodells für die Analyse migrantischer Räume gegenüber dem überholten Begriff der Multikulturalität.

Schlüsselwörter

Transkulturalität, Migration, Migrantengeführte Lebensmittelgeschäfte, Ethnische Ökonomie, Dritte Orte, Konsumraum, Identitätsbildung, Alltagshandeln, Kulinarik, Ethnofood, Migrationshintergrund, Soziale Netzwerke, Raumtheorie, Feldstudie, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht die soziale und kulturelle Bedeutung von migrantengeführten Lebensmittelgeschäften in Freiburg i. Br. und hinterfragt dabei, inwiefern diese als transkulturelle Räume fungieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung behandelt die Konzepte von Raum und Kultur, die ökonomische Rolle dieser Geschäfte sowie die alltäglichen sozialen Praktiken von Kunden und Inhabern, insbesondere in Bezug auf Ernährung und Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ermitteln, ob die Läden lediglich Orte des Konsums sind oder ob sie als "dritte Orte" eine wichtige soziale Funktion für die Akteure erfüllen und wie sie zur Lebensbewältigung im Alltag beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf der Grounded Theory, der teilnehmende Beobachtung in fünf Läden sowie leitfadengestützte Interviews mit Inhabern und Besuchern kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil wertet die empirischen Daten aus und strukturiert sie in die Kategorien Konsumraum, Kommunikationsraum und Vertrauensraum, um die verschiedenen Dimensionen der Ladenbesuche aufzuzeigen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Zentrale Begriffe sind Transkulturalität, ethnische Ökonomie, dritte Orte, Alltagshandeln und die Unterscheidung zwischen Ethnofood und Ethnic Food.

Welche Bedeutung hat der Begriff "Ethnofood" im Kontext der Untersuchung?

Ethnofood beschreibt Produkte, die mit Exotik und dem Fremden assoziiert und oft strategisch für einen westeuropäischen Markt inszeniert werden, um ein bestimmtes Bild des "Anderen" zu bedienen.

Wie unterscheidet sich die Ladenführung bei den untersuchten Geschäften?

Die Läden reichen von solchen, die bewusst ethnische Nischen bedienen, bis hin zu Geschäften, die sich an ein breiteres Publikum wenden oder eine Mischform darstellen, wobei die Inhaber ihre Strategien (z.B. Sprachwahl, Atmosphäre) aktiv an ihre Zielgruppen anpassen.

Welche Rolle spielen Sprache und Kommunikation in diesen Räumen?

Sprache wird einerseits als praktisches Werkzeug zur Hilfeleistung (Neuzuwandererhilfe) und andererseits als strategisches Instrument zur Erzeugung einer landestypischen Atmosphäre eingesetzt, wobei Sprachwechsel und Mischformen häufig sind.

Final del extracto de 113 páginas  - subir

Detalles

Título
Transkulturelle Räume? Soziale und kulturelle Funktionen migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte in Freiburg i. Br.
Universidad
University of Freiburg  (Institut für Volkskunde)
Curso
Europäische Ethnologie
Calificación
1,1
Autor
M. A. Annette Julia Motz (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
113
No. de catálogo
V230559
ISBN (Ebook)
9783656469636
Idioma
Alemán
Etiqueta
immigrant business Ethnische Ökonomie Transkulturalität Dritter Ort Ort Raum Dritter Raum Konsum Kommunikation Lebensmittel Nahrungsforschung Lebensmittelgeschäfte Kulturtheorie Kulturpraxis Migration alltagskulturelle Praxen Kulturkonzepte Kulturbegriff third place third space Ethnofood ethnic food soulfood Zuwanderung Netzwerke
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M. A. Annette Julia Motz (Autor), 2009, Transkulturelle Räume? Soziale und kulturelle Funktionen migrantengeführter Lebensmittelgeschäfte in Freiburg i. Br., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230559
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