Der südasiatische Verband für regionale Zusammenarbeit SAARC: Geschichte und Bilanz unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation mit der EU


Magisterarbeit, 2003
123 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema und Abgrenzung
1.1 Untersuchungs- und Erkenntnisziele
1.2 Inhalt und Aufbau
1.3 Forschungs- und Literaturstand
1.4 Begriffsbestimmung

2. Analyse der Grundlagen des Verbandes für regionale Zusammenarbeit in Südasien SAARC
2.1 Historischer Abriss: Die Entwicklung von den Vorverhandlungen bis zur Gründung der SAARC
2.2 Gründungsmotive und Ziele des strategischen Zusammenschlusses
2.3 Die strukturellen Grundlagen des Verbandes
2.3.1 Rechtsgrundlagen der SAARC
2.3.2 Organisatorische Struktur und Aufbau
2.3.3 Haushaltspolitik und Finanzen

3. Indogene und exogene Determinanten der regionalen Zusammenarbeit in Südasien
3.1 SAARC - Innenansicht eines heterogenen Zweckverbandes
3.1.1 Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den SAARC-Mitgliedsländern
3.1.2 Wirtschaftliche Ausgangslage bzw. ökonomische Entwicklung in den SAARC-Mitgliedsländern
3.2 Regionale Kontextfaktoren zwischen Mitgliedstaaten des Verbandes
3.2.1 Nationalismus und der Nationalstaat
3.2.2 Das politische Hegemoniestreben des Indiens
3.2.3 Wachsende sicherheits- und friedenspolitische Herausforderung: Der Kaschmir Konflikt
3.2.4 Andere bilaterale Konflikte

4. Handlungsfelder der Kooperation: Die Bilanz bisheriger Bemühungen
4.1 Überblick über bislang getroffene Kooperationsmaßnahmen
4.1.1 Kooperationsmaßnahmen auf administrativer Ebene
4.1.2 Kooperationsmaßnahmen auf der ‘ausführenden Ebene’
4.2 Bilanz der wirtschaftspolitischen Kooperation: Potentiale, Einschränkungen und politische Maßnahmen
4.3 Gemeinsamer Markt: Die SAARC Freihandelszone SAFTA - Ein Durchbruch?

5. Integrationsprozess in der EU: Ein Modell für die SAARC?
5.1 Theoretische Ansätze und Modelle zur Erklärung der regionalen Zusammenarbeit in Europa
5.1.1 Föderalismus/ Mehrebenenansätze (Supranationalismus)
5.1.2 Intergouvernementalismus
5.1.3.(Neo-) Funktionalismus
5.2 Relevanz der europäischen Ansätze für den Integrationsprozess der SAARC

6. Interregionale Kooperationen der SAARC
6.1 Zur Beschaffenheit und Bedeutung interregionaler Beziehungen
6.2 Kooperation zwischen EU und SAARC
6.2.1 Entwicklung der Kooperation
6.2.2 Kooperationsziele und -interessen in der Zusammenarbeit zwischen SAARC und EU
6.2.3 Schwerpunkte und Ergebnisse der interregionalen Zusammenarbeit zwischen SAARC und EU: Die Bilanz bisheriger Bemühungen
6.3 Kooperation mit den anderen regionalen und internationalen Organisationen

7. Schlussbemerkungen und Ausblick

8. Anhang

9. Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Verzeichnis der Abbildungen

Alle enthaltenen Abbildungen wurden erzeugt mit Corel Presentations

Abb. 1: Struktur des Organisationsapparates der SAARC

Abb. 2: Anteile der Mitgliedsländer an der Finanzierung des SAARC-Sekretariates

Abb. 3: Ausgewählte Merkmale der sozialen und politischen Entwicklung in den einzelnen SAARC-Mitgliedsländern

Abb. 4: Merkmale wirtschaftlicher Entwicklung und finanzieller Abhängigkeiten in den SAARC-Mitgliedsländern

Abb. 5: Produktivität ausgewählter Agrarprodukte in der SAARC-Region

Abb. 6: Europäische Theorieansätze und deren Kompatibilität mit dem bisherigen Integrationsprozess der SAARC

Abb. 7: Handelsbilanz zwischen den SAARC-Ländern und der EU

Anhang Abb. I: Karte der SAARC-Region bzw. Daten und Fakten zu den Mitgliedsländern

Anhang Abb. II: SAARC-Charta

Anhang Abb. III: Bisherige Generalsekretäre der SAARC

Anhang Abb. IV: Hauptausfuhr- und Haupteinfuhprodukte der SAARC-Länder

Anhang Abb. V: Liste der Europa-Abgeordneten für die Beziehungen zu den Ländern Südasiens und der SAARC (1999 - 2004)

1. Thema und Abgrenzung

Global ist seit geraumer Zeit eine zunehmende Bereitschaft zur Aufnahme regionaler Beziehungen zu verzeichnen. Dafür spricht die stetig gewachsene Zahl der, in den vergangenen Jahrzehnten beschlossenen, regionalen bzw. subregionalen ökonomi- schen und politischen Abkommen zwischen verschiedenen Ländern und Regionen. Zahlreiche regionale, über die Grenzen von National- und Territorialstaaten hinweg operierende Verbände, können zur Verdeutlichung dieses Trends angeführt werden: Beispielhaft sind EU, ASEAN, MERCOSUR, SADC, ECOWAS, GCC, NAFTA1 u.v.a. zu nennen. In diesem gewachsenen Bewusstsein der Notwendigkeit eines Ausbaus interregionaler Zusammenarbeit offenbart sich ein weltweites Bedürfnis, Kooperationen auf unterschiedlichen Ebenen gesellschaftlichen Zusammenlebens zu maximieren. Als ursächlich für diese Entwicklung ist zum einen die sich im Zuge der Globalisierung ausweitende transnationale Vernetzung und Liberalisierung der Sys- teme, Gesellschaften und Märkte anzusehen. Hieraus resultiert in erster Linie eine verstärkte Erfordernis zu ökonomischer Zusammenarbeit, welche sich häufig als der Motor wachsender Kooperation erweist. Beim Aushandeln reziproker Interessen in- nerhalb der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit nehmen jedoch zunehmend auch politische, militärische und sicherheitspolitische Fragen einen zentralen Raum ein. Mehr und mehr Staaten erkennen das Potential von inter- und intraregionaler Zusam- menarbeit, umfassende Rechts- und Arbeitsgrundlagen bei überstaatlichen Transak- tionen zu gewährleisten2. Zum anderen stellt sich seit dem Ende der bipolaren Welt die Herausbildung einer neuen Weltordnung als globale Herausforderung dar. Auch vor diesem Hintergrund gewinnen regionale Organisationen in internationalen Be- ziehungen zunehmend an Bedeutung. Mehr Interdependenz und Kooperation unter nationalen Akteuren treibt die Bildung internationaler Systeme voran. In diesem Kontext ermöglichen Regionalismus, Subregionalismus und Interregionalismus die Erschließung wichtiger Handlungsfelder bei der Schaffung einer neuen Ordnung3.

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der erstarkenden transnationalen Kooperation am Beispiel der Region Südasien. Der dort gegründete, als noch verhält- nismäßig ‘jung’ zu bezeichnende ‘Südasiatische Verband für regionale Zusammenar- beit’ (SAARC), in welchem sich die sieben südasiatischen Staaten Bangladesch, Bhutan, Indien, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka4 zu mehr Kooperation un- tereinander verpflichten, erweist sich als besonders geeignet zur Analyse derartiger Prozesse. Eine umfassende Analyse von Geschichte, Hintergründen und Entwicklung der regionalen Zusammenarbeit in Südasien liefert aufschlussreiche Erkenntnisse über die Mechanismen bei der Herausbildung interregionaler Zusammenarbeit, aber auch über die Schwierigkeiten und Barrieren innerhalb solcher Integrationsprozesse.

1.1 Untersuchungs- und Erkenntnisziele

Einen Schwerpunkt der Untersuchung bilden die retrospektive Analyse der SAARCGenese und die Darstellung ihrer bisherigen Bemühungen, der regionalen Zusammenarbeit auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene eine konkrete Form zu geben. Ziel dieser Betrachtung ist das Sammeln und Auswerten von Erkenntnissen über die Leistungsfähigkeit der SAARC, sowie über die Fähigkeit bzw. den politischen Willen der Mitgliedsländer, ihren Beitrag zu einer erfolgreichen Kooperation zu leisten. Weiterhin wird aufgezeigt, welche Hemmfaktoren die transnationale Zusammenarbeit innerhalb der SAARC-Region beeinträchtigen.

Die Gründung der SAARC weckte große Erwartungen in den teilweise von extremer Armut gekennzeichneten Mitgliedsländern, dass sich eine wachsende Zusammenarbeit auch positiv auf die Lebensbedingungen der Bevölkerungen in den einzelnen Ländern auswirken werde. Es ist darum auch unerlässlich, darzustellen, welche Vorteile und Verbesserungen die bislang getroffenen Maßnahmen für die Menschen der SAARC-Regionen tatsächlich mit sich bringen konnten.

Die Einbeziehung der EU5 in die Analyse erfolgt aufgrund zweier unterschiedlicher inhaltlicher Zielsetzungen: Zum einen wird die Fragestellung beantwortet, ob und wie der europäische Integrationsprozess als Modell für den Ausbau der südasiatisch- en Kooperation herangezogen werden kann. Hieraus ergeben sich auch Einsichten und Erkenntnisse über die Zukunft bzw. die Chancen der regionalen Zusammenarbeit in Südasien. Zum anderen kann die EU, als einflussreiche Organisation mit jahrzehn- telanger Erfahrung im Bereich der regionalen Zusammenarbeit und den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten, den SAARC-Mitgliedsstaaten aktiv unterstützend und beratend zur Seite stehen. Darum ist es ein weiteres Untersuchungsziel, aufzuzeigen, welche Rolle die EU bei der Beförderung und Stärkung der überstaatlichen Bezieh- ungen in den SAARC-Regionen bislang gespielt hat bzw. künftig spielen kann.

1.2 Inhalt und Aufbau der Untersuchung

Den ersten, einführenden Teil der Untersuchung nimmt die Darstellung der SAARC- Genese ein. In einer historischen Bestandsaufnahme werden die Motive bzw. Ziele des Zusammenschlusses und die dahinterstehenden Interessen der politischen Eliten in den jeweiligen Regionen aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden auch der strukturelle und organisatorische Aufbau bzw. die Haushaltspolitik des Verbandes näher beleuchtet.

Das darauf folgende Kapitel bietet einen Überblick über die politischen und gesell- schaftlichen Strukturen der einzelnen SAARC-Mitgliedsländer. Der besondere Fokus der Analyse liegt zudem auf der Darstellung regionaler Kontextfaktoren, welche den Fortschritt des interregionalen Integrationsprozesses der SAARC befördern bzw. blockieren. In diesem Kontext wird auf bilaterale Spannungen und Schwierigkeiten eingegangen und aufgedeckt, warum die Zusammenarbeit weiterhin Defizite auf- weist. Um das zuvor gezeichnete Bild der Mitgliedsländer des Verbandes zu vervoll- ständigen, wird ein aktueller analytischer Einblick in das Handels- und Wirtschafts- potential vorgenommen.

Nachdem die Schwierigkeiten einer regionalen Kooperation in Südasien aus ver- schiedenen Blickwinkeln dargestellt wurden, wird aufgezeigt, welche Maßnahmen und Projekte die SAARC trotz aller Widrigkeiten bislang umsetzen konnte bzw. zu- künftig umzusetzen plant. Als besonders relevant erweist sich hierbei die Betrach- tung der neuesten Entwicklungen bei der Realisierung der geplanten Freihandelszo- ne. Den umfassenden Einführungen in die Historie bzw. die politische und wirt- schaftliche Realität der SAARC werden im anschließenden Kapitel die großen euro- päischen Integrationstheorien gegenübergestellt. Es wird die Frage aufgeworfen, ob und wie diese theoretischen Grundlagen auf die südasiatische Kooperation über- tragen werden können.

Zur Erweiterung und Ergänzung der bislang dargestellten Determinanten, welche den Integrationsprozess der SAARC beeinflussen, erfolgt im Anschluss an die theoreti- schen Überlegungen eine Betrachtung der interregionalen Beziehungen, die der Ver- band außerhalb Südasiens unterhält. Besonderes Augenmerk wird auf die Analyse der Gruppendialoge gelegt, welche sich allmählich graduell zwischen der EU und der SAARC herausbilden. In einem bilanzartigen Überblick werden die Strategien her- ausgearbeitet, die beide regionalen Verbände innerhalb ihrer Zusammenarbeit ver- folgen. Auf Inhalte, Zielsetzungen und Schwierigkeiten vergangener und bestehender Kooperationen wird dabei ebenso eingegangen, wie auf die Fragen, welche Entwick- lungen diese Kooperation in Zukunft nehmen kann, welche Chancen gemeinsame Projekte haben und welchen Einfluss die EU (und weitere Verbände) auf die künftige Entwicklung der regionalen Kooperation in den SAARC-Nationen nehmen kann.

Abschließend erfolgt, in Form eines Fazits, die resümierende Darstellung aller in der Analyse gewonnenen Erkenntnisse. Hieraus wird auch ein Ausblick auf die Perspektiven der interregionalen Zusammenarbeit in Südasien abgeleitet.

1.3 Forschungs- und Literaturstand

Obwohl der ‘Südasiatische Verband für regionale Zusammenarbeit’ mittlerweile seit fast zwei Jahrzehnten besteht, weist die Forschungsliteratur zu diesem Themenkom- plex Lücken auf. Fast der gesamte bislang über SAARC geführte Diskurs ist untheo- retisch und oftmals auf detailreiche Schilderungen historischer Vorgänge beschränkt. Um dieses Forschungsdefizit auszugleichen, fügt die vorliegende Untersuchung der Debatte einen explizit theoretischen Ansatz hinzu, indem sie fragt, mit welchen Be- griffen und Modellen die Integrationspolitik der SAARC-Staaten am besten beschrie- ben werden kann. Aufgrund dieser Herangehensweise bezieht sich die Analyse auf zwei unterschiedliche Literaturgrundlagen, welche es zu verbinden gilt: Zum einen wird mit Hilfe der allgemeinen Forschungsliteratur zu SAARC in einem bilanzarti- gen Überblick die Genese und Historie des Verbandes dargelegt. Diese Ausführung- en werden ergänzt, indem allgemeine Forschungsansätze zu den wichtigsten Integra- tionstheorien hinzugezogen werden. Die bedeutendsten und umfangreichsten Werke, welche bei der Ausarbeitung verwendet wurden, werden im Folgenden angeführt:

Der überwiegende Anteil der existierenden Literatur zu SAARC ist in englischer Sprache verfasst. Als Grundlagenwerk sind verschiedene, vom ehemaligen SAARC- Generalsekretär Bhargava herausgegebenen Sammelbände hervorzuheben, welche Artikel der verschiedenen Verbandskongresse enthalten. In einem dieser zentralen Werke aus dem Jahre 20016 werden verschiedene Szenarien der SAARC-Entwick- lungen in den Bereichen Politik und Umwelt bzw. die Zukunftsperspektiven der regionalen Zusammenarbeit in Südasien diskutiert. Auch auf die Beziehung des Verbandes mit der EU wird eingegangen.

In einem 1998 vom Bonner ZEI7 veröffentlichten Diskussionspapier vertieft Bhargava die Betrachtung der EU-SAARC Kooperation weiter, indem er mögliche Sektoren der künftigen Zusammenarbeit beider regionaler Gruppen beleuchtet. Als ebenso bedeutend ist die von Verdinder8 herausgegebene siebenbändige Enzy- klopädie der SAARC-Länder einzustufen. Dieses umfangreiche Werk geht auf eine Fülle von Aspekten zur Geschichte bzw. zur politischen und wirtschaftlichen Ent- wicklung der sieben Mitgliedsländer der SAARC ein. Weiterhin werden die Interes- sen und politischen Ziele erläutert, welche die einzelnen Staaten mit ihrer Mitglied- schaft im Verband verfolgen. Kalam9 vergleicht in seinem aufschlussreichen Werk die Entwicklung des Subregionalismus in den Mitgliedsstaaten der SAARC mit de- nen der ASEAN. Der Sammelband von Mehrotra/ Chopra/ Kueck10 enthält Abhand- lungen, die interessante Vorschläge zu einer Reform der SAARC aufwerfen. Auch das von Upreti11 herausgegebene zweibändige Werk, welches sich mit der Struktur und Geschichte des Verbandes ebenso beschäftigt, wie mit verschiedenen Dimensio- nen der Kooperation in Südasien, muss als Standardwerk der englischsprachigen SAARC-Literatur bezeichnet werden.

Im Bezug auf die deutschsprachige Literatur zur SAARC ist festzuhalten, dass die Anzahl an Veröffentlichungen, welche sich mit dem südasiatischen Verband be- schäftigen, auffallend gering ist12. Insbesondere im direkten Vergleich mit der Fülle an Forschungsliteratur, die den südostasiatischen Verband ASEAN zum Gegenstand hat, wird dies augenfällig. Das Phänomen kann als Indiz dafür gedeutet werden, dass die Euphorie, welche die Gründung der SAARC in Südasien zunächst auslöste, in Europa kaum wahrgenommen wurde. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die ers- ten deutschen Veröffentlichungen zum Thema erst geraume Zeit nach der Gründung der SAARC erschienen sind. Eine der ersten deutschsprachigen Abhandlungen zum Thema stammt aus dem Jahr 1989. Der Autor Kushi M. Khan13 führt darin die wirt- schaftlichen und politischen Motive des Zusammenschlusses der SAARC-Staaten aus. Zur bedeutenderen deutschen Forschungsliteratur gehören verschiedene Auf- sätze von Wagner14, welche die geschichtliche Entwicklung und Perspektive der SAARC wiedergeben. Des weiteren enthält die gemeinsame Abhandlung von Wag- ner und Dosch15 interessante Aspekte über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der regionalen Verbände SAARC und ASEAN. Der renommierte Südasienforscher Rothermund beschäftigt sich in verschiedenen Untersuchungen mit den Chancen und Perspektiven der regionalen Kooperation in Südasien. In seiner Abhandlung von 199516 nimmt er eine Einordnung Südasiens innerhalb der neuen weltpolitischen Ordnung vor. Das von ihm herausgegebene Handbuch über Indien17 liefert auf- schlussreiche Erkenntnisse über die Stellung der größten SAARC-Nation. Unabding- bar für die Analyse der SAARC-Genese ist das von Nohlen/ Nuschler18 herausgege- bene Handbuch, welches von der geographischen Lage bis zur entwicklungspoliti- schen Perspektive ausführliche Einblicke in die einzelnen Mitgliedsländer ermöglicht.

Informationen zu wirtschaftlichen Aspekten der SAARC sind größtenteils den zahl- reichen von SANEI19 durchgeführten ökonomischen Studien entnommen. Zusätzlich wird Datenmaterial aus den neuesten Ausgaben des Weltbankreports bzw. der UNHDP Berichte hinzugezogen. Aktuelle Entwicklungen in der SAARC-Region sind auch in einzelnen Meldungen und Artikeln in der Zeitschrift „Südasien“ zu fin- den. Das Internet erweist sich in diesem Zusammenhang als eine weitere wichtige Informationsquelle. Insbesondere die Homepage des SAARC-Sekretariat ergänzt die in der Forschungsliteratur zu findenden Informationen um einige relevante Aspekte. Für den theoretischen Teil der Analyse wurden Werke herangezogen, die sich mit den europäischen Integrationstheorien beschäftigen. Beispielhaft hierfür sind die bei- den Standardwerke von Giering20 und Zimmerling21 zu erwähnen. Auch ein von der Weltbank herausgegebenes Standardwerk22 erweist sich als wertvolle Quelle. Die Autoren Schiff/Winters legen sehr umfassend das Zusammenwirken von Regionalis- mus und Multilateralismus aus dem Blickwinkel von Entwicklungsländern dar. Sie gehen dabei auf nahezu alle bisher existierenden regionalen Organisationen ein und betonen die Notwendigkeit des Ausbaus einer nichtdiskriminierten Handelsliberali- sierung. Um ein breiteres Verständnis über die Mechanismen und Rahmenbeding- ungen von regionaler Zusammenarbeit zu erlangen, wird auch auf solche For- schungsliteratur eingegangen, welche transnationale Kooperation zum Untersuch- ungsgegenstand hat. So liefert z.B. die Monographie von Dreis-Lampen23 wichtige Einblicke in die Beziehungsmuster der Zusammenarbeit zwischen der EU und der ASEAN. Einen ähnlich informativen Charakter haben die Untersuchungen von Mair24 und van den Boom25. Diese zeigen die Erfahrungen mit der regionalen Inte- gration in Afrika auf.

Eine weiterführende Auseinandersetzung mit der Thematik, welche all diese vorgestellten historischen, politikwissenschaftlichen, wirtschaftlichen und theoretischen Ansätze zu einem aktuellen Gesamtbild verbindet, und darüber hinaus die Bedeutung der Beziehung zwischen EU und SAARC beleuchtet, verspricht einen Erkenntnisgewinn, der die bisher existierende Forschung zur SAARC ergänzt.

1.4 Begriffsbestimmung

Bevor mit der Analyse der regionalen Zusammenarbeit in Südasien begonnen wer- den kann, ist eine grundlegende Begriffsoperationalisierung vorzunehmen. Die Be- stimmung von Begriffen wie ‘regionale Zusammenarbeit’, ‘Integration’ und ‘Koope- ration’ ist zum Verständnis der nachfolgenden Ausführungen unerlässlich. Der Terminus ‘regionale Zusammenarbeit’ bezeichnet die Integration zwischen be- nachbarten Volkswirtschaften. Dies bezieht sich auf jede beliebige Form der Zusam- menarbeit von Staaten, die funktional und sachbezogen ist. Grundsätzlich ist keine Abgabe von staatlicher Souveränität intendiert26. Zusammenarbeit kann auf unter- schiedlichen Ebenen stattfinden: Auf wirtschaftlicher Ebene bringt die Zusammen- arbeit Vorteile für einzelne Unternehmen, da sie ihnen ermöglicht, arbeitsteilig zu agieren, Aufgabenabstimmungen vorzunehmen und somit Spezialisierungsvorteile besser nutzen zu können. Auf politischer bzw. institutioneller Ebene liefert die re- gionale Zusammenarbeit ein Instrumentarium, bilaterale Konflikte konstruktiv anzu- gehen. Zudem befördert sie die Koordination von Entscheidungsbefugnissen bei transnationalen Obliegenheiten bzw. gemeinschaftlichen Aufgaben. Auf der gesamt- gesellschaftlichen Ebene spielen Aspekte wie Wissenstransfer und kultureller Aus- tausch eine bedeutende Rolle.

Unter ‘Kooperation’ wird im Folgenden die politische, wirtschaftliche oder soziale Zusammenarbeit zwischen regionalen Organisationen verstanden. Diese zeichnet sich durch einen zielgerichteten Abgleich von Interessen aus: Der mögliche eigene Nutzen der Kooperation wird auf den Nutzen des Gegenüber abgestimmt27. Eine solche Zusammenarbeit kann über die Grenzen von Nationalstaaten bzw. Regionen hinausgehen und basiert in der Regel auf dem Führen von Gruppendialogen (‘group- to-group-dialogue’). Diese Dialoge bezeichnen die formellen Kontakte zwischen zwei Regionalgruppierungen. Ausführlich erläutert wird dieser Themenkomplex am Beispiel des aufkeimenden Dialoges zwischen der EU und SAARC in Kapitel 6.2. Der Begriff ‘Integration’ bezeichnet im Kontext der Analyse die Konstruktion einer staatlichen, politischen oder wirtschaftlichen Einheit28. Mols bezeichnet diese Ko- operation als „eine fortgesetzte, dann aber verdichtete, realpolitisch schwer zu re- vidierende Kooperation in als relevant empfundenen Politikfeldern und unter Betei- ligung ebenfalls als relevant angesehener Akteursgruppen“29. Beispielhaft für eine solche friedliche und freiwillige Annäherung bzw. das Zusammenwachsen von Ge- sellschaften, Staaten und Volkswirtschaften über bislang bestehende Grenzen hin- weg30 ist die europäischen Integration. Eine Betrachtung derselben macht auch deut- lich, dass Integration stets als Prozess aufzufassen ist, der nicht an einem Ziel, son- dern an einem Zweck orientiert ist31. Voraussetzung für diesen Prozess ist es, dass die beteiligten Staaten grundlegend bereit sind, ihre nationalstaatliche Souveränität zu Gunsten einer Kooperation einzuschränken. Zudem ist der Begriff der Integration stets in einem zeithistorischen Kontext zu betrachten, da er den jeweiligen Zustand eines Integrationsprozesses zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreibt32.

Bei regionalen Verbänden handelt es sich zumeist um Institutionen, deren Ziel es ist, den Integrationsprozess innerhalb ihrer Region zu fördern, und deren Einflussgebiet auf ein bestimmtes Territorium begrenzt ist. Idealerweise bringt eine regionale Orga- nisation Staaten mit ähnlichem historischem Hintergrund zusammen und trägt somit dazu bei, gemeinsame Probleme, deren Auflösung auf nationaler Ebene aus verschie- denen Gründen nicht möglich ist, auf regionaler Ebene anzugehen. Immer wieder ge- lingt es so, Konflikte bzw. Spannungen ohne größere Reibungsverluste beizulegen.

Dass die SAARC noch einen weiten Weg zurückzulegen hat, bis sie diese Form der idealen regionalen Zusammenarbeit erreicht, macht eine Analyse der Geschichte bzw. politischen und wirtschaftlichen Strukturen des Verbandes und seiner einzelnen Mitgliedsländer deutlich.

2. Analyse der Grundlagen des Verbandes für regionale Zusammenarbeit in Südasien SAARC

Obwohl Südasien geostrategisch, wirtschaftlich und kulturell zur Kooperation geradezu prädestiniert ist, hat es lange Zeit gedauert, bis sich dort Ansätze zu regionaler Zusammenarbeit entfalten konnten.

Die politische Führung der indischen Kongresspartei verabschiedete schon im Jahre 1928 eine Resolution, in welcher die Aufnahme von regionaler Zusammenarbeit in Asien diskutiert wurde33. Tatsächlich fanden erste Aufnahmeversuche einer südasia- tischen Kooperation aber erst in den 50er Jahren statt, nach der Unabhängigkeit des indischen Subkontinents. Aufbauend auf der Initiative des Colombo-Plans34 zu re- gionaler Zusammenarbeit bildeten sich drei regionale Organisationen heraus, an de- nen Nationalstaaten Südasiens beteiligt waren35: Die militärische Allianz South East Asian Treaty Organization (SEATO)36, die Central Treaty Organization (CTO)37 und die Gemeinschaft der Blockfreien Staaten38. Der Bestand dieser Organisationen war jedoch nicht von Dauer, da die einzelnen Mitgliedsstaaten bei dem Versuch, die ein- seitigen Bedürfnisse der geo-politischen Strategien der Vereinigten Staaten zu erfül- len, immer wieder auseinander drifteten39.

Auch aus diesem Grunde existierte bis in die 80er Jahre kein gemeinsames Forum der südasiatischen Staaten. Südasien wurde als ‘Region ohne Regionalismus’ („region without regionalism“40 ) bezeichnet. Erst mit dem Zusammenschluss der sieben Länder Bangladesch, Bhutan, Indien, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka41 zu dem ‘Südasiatischen Verband für regionale Zusammenarbeit’ SAARC bildete die Region allmählich interregionale Strukturen heraus und zeigte ein gegen- seitiges Interesse an engerer Kooperation und kontinuierlicher Verständigung. Obwohl der SAARC zunächst nur geringe Überlebenschancen eingeräumt wurden, kann der Verband inzwischen bereits auf ein 18-jähriges Bestehen zurückschauen. Wie sich die regionale Zusammenarbeit in Südasien seither entwickelte, wird bei der Betrachtung der SAARC-Genese, der Motive und Ziele des strategischen Zusam- menschlusses und der strukturellen Grundlagen des Verbandes deutlich.

2.1 Historischer Abriss: Die Entwicklung von den Vorverhandlungen bis zur Gründung der SAARC

Die Idee zur Aufnahme südasiatischer Zusammenarbeit entstand zwischen 1977- 1978 im Rahmen einer Südasien-Reise des damaligen Präsidenten Bangladeschs Zia-ur-Rahman42. Bei verschiedenen Staatsbesuchen in Nepal, Indien, Pakistan und Sri Lanka sondierte er das Potential und die Chancen einer Kooperation in der Re- gion43 und kam zu dem Schluss, dass das politische Klima günstig sei, um über eine Aufnahme regionaler Zusammenarbeit zu verhandeln. Zia-ur-Rahman war überzeugt, dass alle südasiatischen Länder von einer derartigen Kooperation profitieren wür- den. Im Mai 1980 unterbreitete er seine Überlegungen schriftlich den Regierungs- chefs aller südasiatischen Staaten. Neben der Ausarbeitung eines Grundkonzepts und ausführlichen Erläuterungen zur Notwendigkeit und Durchführbarkeit von mehr Ko- operation, enthielt dieses Schreiben auch den Vorschlag, die Rahmenbedingungen einer Zusammenarbeit auf einem Gipfeltreffen festzulegen44. Das erste Treffen der sieben Staatssekretäre der Außenministerien kam, trotz der Skepsis der damaligen Premierministerin Indiens Indira Ghandi45, im April 1981 in Colombo, der Haupt- stadt Sri Lankas zustande46. Gegenstand der Zusammenkunft war die Identifizierung von Bereichen, in denen eine mögliche zukünftige Kooperation Vorteile für die be- teiligten Nationen mit sich bringen könnte. In folgenden Bereichen erschien die Zu- sammenarbeit förderlich: Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, Telekommunika- tion, Meteorologie und Gesundheit der Bevölkerung. In den Folgejahren wurden auf weiteren Treffen in Katmandu, Islamabad und Dhaka Verfahrensregeln, organisat- orische Strukturen und Kooperationsbereiche des regionalen Verbandes ausgearbei- tet47. Es wurden zudem Expertengruppen (sog. ‘working groups’) aus führenden Beamten der Nationalstaaten gebildet, deren Aufgabe es war, mögliche neue Felder der Kooperation aufzuspüren bzw. das Ausweitungspotential und die Rentabilität bereits existierender Felder zu hinterfragen. So legten z.B. die indischen Experten großen Wert auf eine funktionale Zusammenarbeit in Bereichen, die für die sozio- ökonomische Entwicklung der Bevölkerung relevant sind.48.

Im Jahre 1983 fand in Neu Delhi das erste Treffen der sieben Außenminister statt, auf welchem offiziell die Gründung der SARC49 in der sog. Delhi-Deklaration an- gekündigt wurde. Diese Deklaration leitete innerhalb der Region eine Verstärkung der kollektiven Selbständigkeit (‘self-reliance’) in der ökonomischen Entwicklung in die Wege. Die bereits erwähnten fünf Bereiche der Zusammenarbeit wurden darin um vier weitere Kooperationsfelder ergänzt: Post, Transport, Wissenschaft und Tech- nologie und Kultur und Sport. Formell wurde die Aufnahme der regionalen Koope- ration durch die Einrichtung ‘integrierter Aktionsprogramme’ (IPA) beschlossen. Das erste offizielle SAARC-Gipfeltreffen der sieben Regierungschefs fand schließ- lich am 7.-8. Dezember 1985 in Dhaka statt. So wurde nach viereinhalb Jahren der Vorbereitung aus der Idee zur Aufnahme einer regionalen Zusammenarbeit institutionelle Wirklichkeit50.

Zwar gehörten alle sieben Mitgliedsländer der SAARC seit ihrer Unabhängigkeit in- ternationalen Organisationen wie dem Commonwealth und der UNO an, dennoch wurde die Gründung der SAARC in Südasien als bedeutende Errungenschaft emp- funden, da die Staaten hier zum ersten Mal selber die Hauptakteure sein konnten, ohne an die Weisungen externer Mächte gebunden zu sein51. Von dem neu gegründe- ten Verband versprach man sich viel in den Ländern Südasiens. Allerdings war die Gründung der SAARC nicht nur an Hoffnungen und Erwartungen geknüpft, sondern auch von Anbeginn an mit Restriktionen und Beschränkungen verbunden. Dies wird bei der Betrachtung der Gründungsmotive und Ziele der SAARC deutlich.

2.2 Gründungsmotive und Ziele des strategischen Zusammenschlusses

Im Gegensatz zu Verbänden wie der EU und der ASEAN, in denen der verstärkte Schutz vor externen Bedrohungen (z.B. vor Übergriffen der Sowjetunion bzw. dem kommunistischen Vietnam) ein zentrales Motiv für den Zusammenschluss darstellte, bestand für die südasiatischen Staaten zum Zeitpunkt ihrer Gründung keine Gefahr von Außen. So paradox es zunächst auch klingen mag, bewegten auf politischer Ebene eher innerregionale Konflikte die Staaten der SAARC zu einem Zusammen- schluss: So erkannten die kleineren Nachbarn Indiens in der Aufnahme von regiona- ler Kooperation das Potential, sich künftig besser gegen aggressive hegemoniale Be- strebungen der regionalen Großmacht Indien zur Wehr zu setzen52. Die indische Füh- rung selbst befürchte zwar, ihre Außenpolitik im Forum der gleichberechtigten Part- ner nicht mehr wie bisher aus der Position des Stärkeren betreiben zu können, sie ließ sich aber dennoch auf den Zusammenschluss ein, da die Befürchtungen von einem Staatenverband, an dem auch der politische ‘Kontrahent’ Pakistan beteiligt ist, in die regionale Isolation gedrängt zu werden, am Ende doch überwogen53. Der pakistani- schen Regierung hingegen war zwar bewusst, dass der regionale Verband von Indien dominiert sein würde54, jedoch konnte sich der Staat eine regionale Absonderung ebenso wenig leisten wie Indien. Zudem war der Moslemstaat an politischen Dialogen interessiert, die dazu beitragen könnten, eine Beilegung der Kaschmir Problematik55 zu seinen Gunsten in Gang zu bringen.

Die eigentlichen Gründungsmotive der SAARC werden aber erst vor dem Hinter- grund der damaligen weltwirtschaftlichen Entwicklungen erkennbar: Schon in den siebziger bzw. achtziger Jahren und verstärkt auch nach dem Ende der Kalten Krie- ges befanden sich die Nord-Süd-Beziehungen in einer Krise. Aufgrund der Entspan- nungsprozesse lösten sich vorhandene Wirtschaftsbeziehungen allmählich auf, und auch die bis dahin geflossenen großzügigen finanziellen Hilfen der beiden Groß- mächte gingen rapide zurück. In Südasien führten diese Entwicklungen, ebenso wie in zahlreichen anderen Entwicklungsländern zu der Erkenntnis, dass dringend eine verstärkte Süd-Süd Kooperation benötigt werde. Durch mehr Zusammenarbeit, so die Überlegung, könne man den neuen politischen und wirtschaftlichen Herausforder- ungen einen eigenen Standpunkt entgegensetzen. Zudem könne sie dazu beitragen, die wirtschaftliche Effizienz der Regionen zu erhöhen, die enorme Armut zu be- kämpfen und die Beseitigung der sozioökonomischen Rückständigkeit einzuleiten. Zwar suchten die südasiatischen Länder mit dem Zusammenschluss zur SAARC auch, die politischen Handlungskapazitäten ihrer Staaten im internationalen System zu stärken, jedoch standen ökonomische Überlegungen von Anfang an im Zentrum aller Kooperationsbemühungen. Eines der Hauptziele der SAARC war es darum von Anfang an, durch gemeinsame Anstrengungen die optimale Nutzung der beschränkten natürlichen Ressourcen der Region zu erreichen und langfristig auf die Schaffung eines gemeinsamen Marktes hinzuarbeiten. Eine derartige ökonomische Zusammenarbeit erkannten die sieben Regierungen als profitabel, wünschenswert und notwendig56. Auf der ersten Außenministerkonferenz in Neu Delhi 1983 drückte die damalige indische Premierministerin Indira Gandhi in ihrer Eröffnungsrede aus, welche Mo- tive und Erwartungen die südasiatischen Länder zu dem strategischen Zusammen- schluss bewegten:

„Wir sieben [Staaten], die wir hier zusammengekommen sind, sind enge geographische Nachbarn. Derselbe Monsun bestimmt unser aller Leben. Heute stellt sich die Überwin- dung der wirtschaftlichen Rückständigkeit als unsere wichtigste Aufgabe dar. Als Mitglie- der der Blockfreien-Bewegung streben wir nach Frieden durch Entwicklung untereinander und in der ganzen Welt.“57 (Übersetzung d.A.)

Mit dieser Aussage umreißt Gandhi explizit die prioritären Bereiche einer regionalen Kooperation: Als wichtigstes gemeinsames Interesse der südasiatischen Staaten macht sie die wirtschaftliche Stärkung der Region aus. Mit der Betonung der geographischen Nähe als dem gemeinsamen Nenner der Region, weist sie zugleich jedoch implizit darauf hin, dass eine politische bzw. gesellschaftliche Nähe nur in geringem Maße gegeben ist, und darum die Wirtschaft den eigentlichen Motor der Integration darstellen muss. Tatsächlich kann die Einschränkung der regionalen Zusammenarbeit auf rein wirtschaftliche Aspekte fast schon als symptomatisch für die gesamte südasiatische Kooperation bezeichnet werden. Dies spiegelt sich auch in der Definition der SAARC-Ziele in der Charta des Verbandes58 wider:

ƒFörderung des wirtschaftlichen Fortschritts durch regionale Kooperation und dadurch die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung der Region ƒ Entwicklung einer überstaatlichen regionalen Organisation als Ausdruck einer spezifischen sub-kontinentalen Kulturgemeinschaft von Weltbedeutung ƒ Stärkung der kollektiven Selbständigkeit (‘self-reliance’) innerhalb der Länder Südasiens ƒStärkung und Sicherung des Friedens und der Freundschaft in der Region im wirtschaftlichen und technisch-wissenschaftlichen Bereich Stärkung der Kooperation mit den anderen Entwicklungsländern

Die Ursachen für diese einseitige Zusammenarbeit sind schnell ausgemacht. Gelten im Allgemeinen gemeinsame politische, wirtschaftliche und militärische Interessen bzw. kollektive ideologische und sicherheitspolitische Überzeugungen als Beweg- gründe für die Aufnahme einer verstärkten regionalen Zusammenarbeit59, so findet im Falle der SAARC jedoch eine Kooperation zwischen politischen Systemen statt, die weder ideologisch noch politisch kongruent sind. Die außenpolitischen Strategien und die internen bzw. externen sicherheitspolitischen Wahrnehmungen weichen in den sieben Mitgliedsstaaten derart stark voneinander ab, dass sich jenseits wirtschaft- licher bzw. ökonomischer Interessen kaum gemeinsame Motive für eine Verbands- gründung ausmachen lassen. In keiner anderen erfolgreichen regionalen Organisation sind solch divergierende innen-, außen- und wirtschaftspolitische Auffassungen zu finden, wie in der SAARC.

Die Jahre nach der Gründung des Verbandes machten deutlich, dass die SAARC nicht in der Lage war, den anfänglich mit dem Zusammenschluss verbundenen En- thusiasmus aufrecht zu erhalten. Aufgrund der Inhomogenität der Mitgliedsländer wurde die Umsetzung der meisten bisherigen Kooperationsvorhaben enorm ge- hemmt60, wodurch die interne und externe Glaubwürdigkeit bzw. Handlungsfähigkeit des Verbandes Schaden nahm. Die Ursachen hierfür liegen in SAARC internen Fak- toren begründet. Dies erschließt sich bei einer genaueren Betrachtung der strukturel- len Grundlagen des Verbandes bzw. einer Analyse der politischen, wirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den SAARC-Nationen.

2.3 Die strukturellen Grundlagen des Verbandes

Anlässlich der Gründung der SAARC im Jahre 1985 wurden die politischen, recht- lichen, organisatorischen und ökonomischen Grundlagen des Verbandes festgelegt. Auf den seither stattgefundenen elf Gipfeltreffen61 konnten sich die Prozesse der regionalen Zusammenarbeit nur marginal weiterentwickeln. Die oben dargestellten bilateralen Streitpunkte verhinderten die Herausbildung flexibler und anpassungs- fähiger institutioneller Strukturen. Darum verfügt der Verband bis heute nur über einen äußerst geringen Grad an Institutionalisierung. Für den Erfolg der Zusammen- arbeit sind jedoch auch die institutionellen Rahmenbedingung von großer Bedeutung. Die wesentlichen formalen Eckpunkte der regionalen Zusammenarbeit sind folglich schnell umrissen.

2.3.1 Rechtsgrundlagen der SAARC

Die umfassenden Rechts- und Arbeitsgrundlagen der südasiatischen Kooperation sind in der Charta der SAARC geregelt. Auf dem ersten Gipfeltreffen der Regierungschefs in Dhaka 1985 beschlossen, gilt sie als die Basis der regionalen Zusammenarbeit. Die Charta62 besteht aus zehn in sich untergliederten Artikeln, in welchen sowohl die Ziele, die Kooperationsbereiche und die genaue Aufgabenverteilung zwischen den einzelnen Regionen festgelegt werden.

Die folgenden zentralen Grundsätze der Charta bilden die Basis, auf welcher die südasiatische Kooperation stattfindet:

ƒ- Die regionale Kooperation soll auf der Basis der nationalen Souveränität die territoriale Integrität und die politische Unabhängigkeit der Mitgliedsstaaten wahren. Dies beinhaltet die Nicht-Einmischung in interne Angelegenheiten. ƒ Die Zusammenarbeit soll bilaterale und multilaterale Beziehungen nicht ersetzen, sondern ergänzen.
ƒ- Die Kooperation soll nicht im Widerspruch stehen zu bilateralen und multilate- ralen Verpflichtungen.

ƒEntscheidungen auf allen Kooperationsebenen müssen einstimmig getroffen werden.

ƒBilaterale und strittige Fragen sind von der SAARC-Agenda ausgenommen.

Es ist evident, dass die südasiatische Zusammenarbeit in sehr eng gefassten Grenzen stattfindet. Die Kooperationsvereinbarungen lassen so gut wie keinen Raum für poli- tische Verhandlungen oder einen konstruktiven bilateralen Diskurs. Da die kleineren südasiatischen Staaten einen Souveränitätsverlust gegenüber Indien fürchteten und Indien jegliche Form der politischen Einmischung von vorne rein unterbinden wollte, kamen diese formellen Handlungsbeschränkungen des Verbandes zustande. Unter diesen Prämissen erweist sich die Herausbildung einer politischen Union in den von Konflikten und Spannungen belasteten Beziehungen63 zwischen den SAARC Natio- nen als äußerst schwierig. In der SAARC-Charta werden die administrativen und institutionellen Abläufe, also die organisatorische Struktur und die Finanzpolitik der SAARC geregelt.64

2.3.2 Organisatorische Struktur und Aufbau Das Sekretariat

Um eine bessere Koordination zwischen den einzelnen Kooperationsbereichen zu erreichen, wurde 1987 das Sekretariat der SAARC mit Sitz in Katmandu als offiziel- ler Verwaltungssitz des Verbandes eingerichtet. Die Hauptgeschäftsführung des Ver- bandes wechselt periodisch in zweijährigem Turnus zwischen den Mitgliedsstaaten. Eine Aufzählung der bisherigen Generalsekretäre befindet sich im Anhang dieser Arbeit (siehe Abb. III, S. 102). Das Sekretariat besitzt keine Entscheidungsbefug- nisse. Seine Aufgabe ist vielmehr das Monitoring und die Koordination der verschie- denen Aktivitäten des Verbandes. Darüber hinaus stellt der Aufbau und die Pflege von Kontakten zu anderen regionalen und überregionalen Organisationen bzw. Interessensverbänden einen zentralen Handlungsbereich dar, um auf der institutio- nellen Kooperationsebene die Kommunikationsfähigkeit des Verbandes zu sichern.

Regionale Einrichtungen zur Unterstützung des Sekretariats Zur Unterstützung dieser vielfältigen Aufgaben des Sekretariats wurden im Laufe der Zeit weitere regionale Einrichtungen in verschiedenen Staaten aufgebaut, mit deren Hilfe die Kooperation innerhalb der SAARC-Staaten voran gebracht und auf Dauer gefestigt werden sollte: Das landwirtschaftliche Informationszentrum [SAARC Agri- cultural Information Centre (SAIC)], gegründet 1988 in Dhaka; das Tuberkulose Zentrum [SAARC Tuberculosis Centre (STC)], gegründet 1992 in Katmandu; das Dokumentationszentrum [SAARC Documentation Centre (SDC)], gegründet 1994 in Neu Delhi; das Zentrum für Meteorologische Forschung [SAARC Meteorological Research Centre (SMRC)], gegründet 1995 in Dhaka und das Zentrum für Entwick- lung der menschlichen Ressourcen [SAARC Human Resources Development Centre (SHRDC)], gegründet 1999 in Islamabad. Innerhalb dieser sog. ‘regionalen Zentren’ werden Informationen über die gemeinsamen regionalen Angelegenheiten ausge- tauscht bzw. die bislang eingeleiteten Maßnahmen und Erfolge dokumentiert65.

Wie die untenstehende Grafik zeigt, ist der Organisationsapparat des Verbandes im Wesentlichen in vier unterschiedlichen Handlungs- bzw. Entscheidungsbereiche ge- gliedert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Struktur des Organisationsapparates der SAARC

Die Gipfeltreffen der Regierungschefs der einzelnen Mitgliedsländer bilden das höchste Entscheidungsgremium der SAARC. Auf dieser administrativen Ebene der Kooperation werden Entscheidungen getroffen, welche die Richtung und die allge- meinen Grundsätze der zukünftigen Zusammenarbeit vorgeben und somit die Grund- lage für die nachfolgende Verbandsarbeit schaffen. Die Treffen finden in der Regel periodisch einmal im Jahr statt. Besteht jedoch erhöhter Handlungsbedarf, so sind auch mehrere Treffen im Jahr möglich. In der Organisation des Gipfeltreffens wechs- eln sich die einzelnen Mitgliedsstaaten in einem rotierenden System untereinander ab. Das ausführende Land hält den Vorsitz bis zum nächsten Gipfeltreffen in einem anderen SAARC-Staat. Gegenwärtig hält Nepal den Vorsitz, da es das elfte Gipfel- treffen in Katmandu organisierte. Abgelöst wird es Anfang des kommenden Jahres von Pakistan. Dort findet voraussichtlich im Januar 2004 das zwölfte Gipfeltreffen in Islamabad statt.

Rat der Minister (The council of Ministers)

Auf der zweithöchsten, ebenfalls administrativen Kooperationsebene steht der Rat der Minister. Er stellt das wichtigste politische Gremium der SAARC dar. Nach Artikel IV der Charta formulieren hier die Außenminister der Mitgliedsstaaten die Richtlinien des Verbandes, verfassen regelmäßige Berichte über die Entwicklungen und den Zustand der regionalen Zusammenarbeit und erarbeiten neue Kooperationsfelder. Sie tagen in der Regel zweimal im Jahr. Entscheidungen können auf dieser Ebene nur einstimmig getroffen werden.

Bei akutem spezifischem Kooperationsbedarf besteht im SAARC-Reglement die Möglichkeit, sog. Ad-hoc-Treffen der verschiedensten Minister einzuberufen. So fanden 2002 z.B. eine Konferenz der Kommunikationsminister in Islamabad statt und 1998 trafen sich die SAARC Informationsminister in Dhaka.

Der Ständige Ausschuss

Im Ständigen Ausschuss der SAARC sitzen die sieben Staatssekretäre der Außen- ministerien der Mitgliedsstaaten. Ihre Hauptaufgabe ist es, fachgebietsbezogene Projekte zu koordinieren und zu überwachen. Zudem obliegt es dem Ständigen Aus- schuss, Entscheidungen zur Durchführung bzw. Aufnahme einzelner Projekte und Programme zu treffen, zu deren Finanzierung interne und externe Ressourcen zu mobilisieren und neue Bereiche der Kooperation zu identifizieren. Der Ausschuss bereitet die Entscheidungen vor, die der Außenministertagung vorgelegt werden. Somit stellt er das Bindeglied zwischen der administrativen und der ausführenden Ebene dar. Die Häufigkeit der Treffen des Ständigen Ausschusses orientiert sich nach dem Bedarf, sie finden jedoch mindestens zweimal im Jahr statt.

Die Technischen Ausschüsse

Die praktische Umsetzung der administrativen Vorgaben findet schließlich in den Technischen Ausschüssen statt. Unter der Aufsicht des Ständigen Komitees wird auf dieser ‘ausführenden Ebene’ der Kooperation die praktische regionale Zusammenar- beit geleistet. Laut Charta der SAARC können sich Vertreter von mindestens zwei Mitgliedsstaaten zu einem Aktionsausschuss formieren, um mit gemeinsamen Kräf- ten die Umsetzung einzelner Projekte voranzubringen. Seit der Gründung der SAARC schwankte die Anzahl Technischer Ausschüsse. In der Planungsphase 1981 wurde mit zunächst nur fünf Komitees begonnen. In den Folgejahren erhöhte sich die Zahl allmählich auf elf Ausschüsse. Im Jahre 1998 wurden sie jedoch im Rahmen eines neu integrierten Aktionsprogramms [SAARC Integrated Programme of Action (SIPA)] auf sieben reduziert66, um Kompetenzüberschneidungen in den verschiedenen Arbeitssektoren zu vermeiden und die Synergieeffekte der einzelnen Komitees zu erhöhen. Bei dieser Anzahl ist es bis heute geblieben. Seit einiger Zeit werden aber immer wieder Stimmen laut, welche die Zeit für reif halten, eine ‘Südasien Kommission’ zu bilden, welche mit der Macht und der Verantwortung ausgestattet werden soll, Initiativen zu ergreifen und dem Rat der Außenminister Vorschläge zu unterbreiten, mit deren Hilfe die wirtschaftliche, aber auch die politische Union der SAARC-Mitgliedsstaaten vorangebracht werden könnte67. Bislang konnten sich derartige Reformvorschläge aber nicht durchsetzen.

Der SAARC angegliederte Institutionen

Um ein vollständiges Bild der SAARC-Strukturen zu liefern, muss an dieser Stelle auch auf solche Einrichtungen eingegangen werden, die als Bindeglied zwischen der Privatwirtschaft und den SAARC-Gremien agieren. Unumstritten spielt der privat- wirtschaftliche Sektor eine bedeutende Rolle bei der Herausbildung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen den SAARC-Nationen. Innerhalb der Region Südasien wird die Kooperation privatwirtschaftlicher Betriebe darum von einer Vielzahl anerkann- ter Einrichtungen gefördert, die durch ihre Gründungsmotivation und ihren Status innerhalb der SAARC voneinander unterschieden werden können:

SAARC Regional Apex Bodies

Die sog. ‘SAARC Regional Apex Bodies’ vertreten das Interesse der Privatwirtschaft gegenüber den Regierungen, regionalen staatlichen Stellen und der SAARC. Eine Einrichtung, die bei der Förderung der wirtschaftlichen Handelskooperation in der Region eine signifikante Bedeutung zukommt, ist die SAARC Industrie- und Han- delskammer [SAARC Chamber of Commerce and Industry (SCCI)68]. Ihr gelang es, die Interaktion zwischen Geschäftsleuten mit der Organisation von Konferenzen und Handelsmessen um entscheidende Schritte voran zu bringen. Da es im Interesse aller Mitgliedsstaaten liegt, diese Form der wirtschaftlichen regionalen Kooperation zu intensivieren, beschlossen die Regierungschefs im Jahre 1992, der SAARC Indus- trie- und Handelskammer den Status eines staatlich anerkannten ‘SAARC Regional Apex Bodies’ zu verleihen. Seither arbeitet die SCCI in vielen wirtschaftlichen Fragen eng mit dem SAARC-Sekretariat zusammen69.

Es existieren weitere Einrichtungen, die staatlich anerkannt die regionale Entwicklung und die Zusammenarbeit fördern: z.B. die Juristen-Verbindung [SAARC Lawyers Association70] und die Südasiatische Föderation der Banken und Finanzen [The South Asian Federation of Accounts (SAFA)].

SAARC Recognised Bodies

Bei den sog. ‘SAARC Recognised Bodies’ handelt es sich hingegen zumeist um Be- rufsgenossenschaften oder ähnliche Interessengruppen, die ihre wirtschaftlichen und politischen Ziele innerhalb der Staatengemeinschaft vertreten. Von einem profes- sionellen Informationsaustausch der verschiedenen Berufs- und Personengruppen auf Konferenzen, Workshops oder auch in eigenen Zeitschriften erhoffen sie sich, in der Region Aktivitäten einleiten zu können, welche die Effizienz der jeweiligen Arbeits- sektoren erhöhen und eine bessere Verständigung untereinander ermöglichen.

2.3.3 Haushaltspolitik und Finanzen

Der Erfolg von regionaler Zusammenarbeit ist nicht nur vom strukturellen Aufbau, sondern immer auch von der finanziellen Ausstattung einer Organisation abhängig. Schwache ökonomische Strukturen71 in den SAARC-Mitgliedsstaaten standen einer tatkräftigen finanziellen Unterstützung der Verbandsarbeit von Beginn an im Wege. Bei der Finanzierung der SAARC wurde darauf geachtet, dass der Beitrag jedes einzelnen Mitgliedslandes sein jeweiliges Leistungsvermögen nicht übersteigt, dass aber zugleich die Verteilung monetärer Verpflichtungen in relativ gerechter Weise erfolgt. Im aktuellen Finanzierungsplan sind drei verschiedene Bereiche vorgesehen, in welche die Gelder des Verbandsbudgets fließen72:

Die Kosten für die nationalen SAARC-Aktivitäten werden von den jeweiligen Regie- rungen getragen. Diese verpflichten sich auf freiwilliger Basis, für die Kooperations- maßnahmen, die im eigenen Land stattfinden bzw. für die Entsendung nationaler De- legationen zu Verbandstreffen, Seminaren und Workshops eine gewisse Summe einzuplanen. So lagen z. B. in den Jahren 1991 und 1992 die Aufwendungen von Bangladesch bei ca. € 150.000, und die von Indien bei ca. € 450.00073. Dieser Betrag wächst jedes Jahr graduell an.

Die finanziellen Mittel für das gemeinsam unterhaltene SAARC-Sekretariat werden unter den Mitgliedsstaaten, unter Beachtung dort vorhandener wirtschaftlicher Kri- terien, aufgeteilt. Jeder Staat trägt den gleichen Grundanteil der Gesamtausgaben des Sekretariats, zu dem jeweils ein länderspezifischer Anteil hinzukommt, welcher sich nach dem Pro-Kopf-Einkommen und der Fähigkeit des Landes, mehr zu zahlen, be- rechnet. Auf dem zweiten Gipfeltreffen im Jahre 1986 einigten sich die Regierungs- chefs auf die in der untenstehenden Grafik ersichtliche Kostenverteilung:

Abb. 2: Anteile der Mitgliedsländer an der Finanzierung des SAARC-Sekretariates

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Sharma, P.L.: SAARC as Regional Alliance, Jaipur 2002, S.15; eigene grafische Darstellung

Der dritte Bereich der SAARC, für den Gelder benötigt werden, sind die regionalen Organisationen. Im Jahre 1991 wurde zu deren Finanzierung ein Fond für regionale Projekte eingerichtet (SAARC Fund for Regional Projekts). Das Land, in dem eine solche regionale Institution ansässig ist, übernimmt 40% der Kosten. Die restlichen 60% werden unter allen sieben Mitgliedsländern aufgeteilt. Die Kostenteilung erfolgt dabei nach dem selben Schema, wie es auch bei der Finanzierung des Sekretariats angewendet wird.

Gegenstand eines andauernden Streites zwischen Indien und den übrigen SAARC- Nationen ist die Verwendungsweise von externen Geldern, welche der SAARC für ihre Aktivitäten z.B. von Japan zur Verfügung gestellt werden. Indien sträubte sich zunächst, unter Berufung auf die in der Charta festgeschriebene ‘self-reliance’, sol- che Gelder anzunehmen, da es eine Einflussnahme auf die Arbeit des Verbandes von Außen fürchtete.74 Grundsätzlich ist jedoch festzuhalten, dass die Erbringung der finanziellen Aufwendungen Indien leichter fällt als den kleineren SAARC-Ländern. Für diese erweist sich die Finanzierung des Verbandes als wesentlich schwieriger und kostenintensiver, da sie über eine deutlich schlechtere Infrastruktur und weniger Fachkräfte für die Organisation der Gipfeltreffen bzw. der anderen Verbandstreffen verfügen. Angesichts der desolaten wirtschaftlichen Lage in den Mitgliedsstaaten ist die Annahme externer Gelder jedoch dringend erforderlich. Die Mittel fließen in ver- schiedene Fonds, über deren Verwendung alle SAARC-Mitglieder gemeinsam ent- scheiden:

Der südasiatische Entwicklungsfond (South Asian Development Fund - SADF)

In diesen Fond werden die finanziellen Zuwendungen von internationalen Organisationen und Geberländern aufgenommen. Das Finanzvolumen von SADF beträgt gegenwärtig ca. € 5,8 Millionen75. Damit werden unterschiedliche Projekte in den Bereichen industrielle Entwicklung, Armutsbekämpfung, Umweltschutz und ökonomische Entwicklung gefördert.

SAARC-Japan Spezial Fond (The SAARC-Japan Special Fund)

Der SAARC-Japan Spezial Fond wurde im Zuge eines gegenseitigen Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der SAARC und Japan am 27. September 1993 in Katmandu eröffnet. Aus diesem auf Initiative der Regierung Japans gegründete Fond werden zum einen ausgewählte Programme bzw. Aktivitäten finanziert, welche die SAARC-Nationen selbst eingeleitet und organisiert haben. Zum anderen fließen die Mittel in solche Programme und Aktivitäten, welche auf Bestreben Japans in die süd- asiatische Zusammenarbeit aufgenommen wurden. Nach Angaben des SAARC- Sekretariats wurden mit den japanischen Geldern zahlreiche Projekte, Seminare, Workshops und Trainingsprogramme zu den Themen Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Gesundheit, Telekommunikation, Bildung und weiteren sozialen und ökonomischen Fragestellungen durchgeführt.

3. Indogene und exogene Determinanten der regionalen Zusammenarbeit in Südasien

Sowohl bei der Betrachtung der historischen Entwicklung der südasiatischen Zusam- menarbeit als auch bei der Darstellung der formellen Strukturen der SAARC wurde angedeutet, dass eine Kooperation zwischen den sieben SAARC-Nationen eine Viel- zahl regionaler, politischer und ökonomischer Probleme zu überwinden hat. Tatsäch- lich wird bei einer genaueren Beleuchtung der vielfältigen indogenen und exogenen Determinanten, welche den Integrationsprozess der SAARC beeinflussen, augenfäl- lig, dass der Zusammenschluss der Länder Südasiens zu einem Verband regionaler Zusammenarbeit, angesichts der weiterhin existierenden regionalen Barrieren, zu- gleich als Phänomen und als Chance angesehen werden kann76.

3.1 SAARC-Innenansicht eines heterogenen Zweckverbandes

Die sieben SAARC-Nationen bilden in vielerlei Hinsicht keine homogene Gruppe und erfüllen nur wenige Voraussetzungen für eine erfolgreiche wirtschaftliche oder politische Integration bzw. Kooperation. Aus politischer Sicht besitzen die SAARCMitgliedsstaaten ungleiche Regierungssysteme. Auch bezüglich ihres wirtschaftlichen Potentials unterscheiden sich die einzelnen Nationen stark voneinander. Zudem weisen die gesellschaftlichen Strukturen, z.B. in religiöser Hinsicht, innerhalb der südasiatischen Region eine gewisse Heterogenität auf, die bei der Implementierung regionaler Zusammenarbeit beachtet werden muss.

Allein diese Unterschiede zu überbrücken, erweist sich als schwierige Aufgabe. Hinzu kommen zahlreiche bilaterale Konflikte, die das Verhältnis der einzelnen Mitgliedsstaaten untereinander belasten. Im Folgenden werden die Rahmenbedingungen der regionalen Kooperation in den einzelnen Mitgliedsländern aufgezeigt. Dabei wird auf politische und gesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Aspekte eingegangen. Weiterhin werden die Konflikte in der Region dargestellt und untersucht, wie all diese Kontextfaktoren sich auf die Zusammenarbeit in Südasien auswirken bzw. die Integrationsprozesse erschweren.

3.1.1 Politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen in den SAARC- Mitgliedsländern

Die gesamte südasiatische Region ist gekennzeichnet von drückender Armut, stetiger Nahrungsmittelknappheit, unwirtschaftlichem und unfairem Handel und einer mangelhaften Ausnutzung bestehender Ressourcen. Trotz der weitgehenden politischen und gesellschaftlichen Disparitäten zwischen den Ländern verlief der Entwicklungsbzw. Unterentwicklungsprozess auf mehr oder weniger gleiche Weise77. Die nachfolgende Grafik zeigt deutlich, welchen grundlegenden Problemen und Schwierigkeiten sich die einzelnen SAARC-Nationen gegenübersehen.

Abb. 3: Ausgewählte Merkmale der sozialen und politischen Entwicklung in den einzelnen SAARC-Mitgliedsländern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellen: UNHDP Human Development Report 2002; <www.worldaudit.org> (12.09.2003). Eigene grafische Ausarbeitung

Für die Herausbildung eines Verständnisses der Mechanismen und Hindernisse regionaler Integration in Südasien ist es darum unerlässlich, generelle politische Tendenzen und gesellschaftliche Besonderheiten in den einzelnen SAARC-Mitglieds- ländern zu beleuchten:

[...]


1 Die vollständigen Bezeichnungen sämtlicher im Verlauf der Arbeit verwendeten Abkürzungen sind nachzulesen im ‘Verzeichnis der Abkürzungen’, direkt hinter dem ‘Inhaltsverzeichnis’.

2 Vgl. Woyke, W.: Europäische Organisationen, München 1995, S. 1

3 Vgl. Upreti, B. C.: SAARC. Dynamics of Regional Cooperation in South Asia. Nature, Scope and Perceptions, Vol. 1, Neu Delhi 2000, S. 1

4 Siehe Karte (Abb. I) im Anhang diese Arbeit.

5 Im Verlauf der Arbeit besteht für den historischen Rückgriff die Notwendigkeit, die Bezeichnung ‘Europäische Union’ (EU) durch ‘Europäische Gemeinschaft’ (EG) zu ersetzen. Für den Zeitraum vor dem Vertrag von Maastricht im Jahre 1991 gilt die Bezeichnung ‘Europäische Gemeinschaft’.

6 Bhargava, K.K./ Khatri, S. K.: South Asia 2010. Challenges & Opportunities, Neu Delhi 2001. An der Publikation dieses Werkes ist die regionale Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung beteiligt. Dies zeigt, dass politische Stiftungen mit Sitz in Katmandu und in Neu Delhi ein Interesse daran haben, das mit der regionalen Zusammenarbeit verbundene Gedankengut zu fördern.

7 Bhargava, K. K.: EU - SAARC. Comparisons and Prospects of Cooperation, Discussion Paper C 15, Zentrum für Europäische Integration (Hg.), Bonn 1998

8 Verdinder, G. (Hg.): Encyclopaedia of SAARC Nations, Vol. 1-7, Neu Delhi 1997

9 Kalam, A.: Subregionalism in Asia. ASEAN and SAARC Experiences, Neu Delhi 2001

10 Mehrotra, L.L./Chopra, H.S./Kueck, Gert W.(Hg.): SAARC 2000 and Beyond, Neu Delhi 1996

11 Upreti, B.C.: SAARC. Dynamics of Regional Cooperation in South Asia, Vol. 1+2, Neu Delhi 2000

12 Wagner weist darauf hin, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit Südasien in der Bundesre- publik nicht in ausreichendem Maße stattfindet. Als ursächlich für dieses Forschungsdefizit sieht er in erster Linie einen institutionellen Mangel. Es existieren in Deutschland zu wenige Institutionen, die in diesem Bereich forschen: z.B. das Institut für Asienkunde in Hamburg und das Heidelberger Südasi- eninstitut. Vgl. Wagner, Christian: Die Bedeutung Südasiens in der Forschungs- und Universitätsland- schaft der BRD. Eine Bestandsaufnahme, Mitteilungen des Instituts für Asienkunde in Hamburg, Nr. 335, Hamburg 2001

13 Khan, Khushi M.: Südasiatische Gemeinschaft für Regionale Zusammenarbeit (SAARC). Probleme und Perspektiven, in: Nord-Süd aktuell, Vol. 1, 1989, S. 69 - 76

14 Z.B. Wagner, Christian: Von der Regionalmacht zum weltpolitischen Akteur? Die indische Außenpolitik im Spannungsfeld nationaler und internationaler Veränderungen, Konrad Adenauer Stiftung, Sankt Augustin 1997

15 Dosch, Jörn/ Wagner, Christian.: ASEAN und SAARC. Entwicklung und Perspektiven regionaler Zusammenarbeit in Asien, Hamburg 1999

16 Rothermund, Dietmar: Chancen und Grenzen regionaler Kooperation in Südasien, in: Staiger, Brunhild (Hg.): Nationalismus und regionale Kooperation in Asien, Mitteilungen des Institutes für Asienkunde, Nr. 243, Hamburg 1995, S. 80 - 87

17 Rothermund, Dietmar: Indien. Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt. Ein Handbuch, München 1995

18 Nohlen, Dieter/ Nuscheler, Franz (Hg.): Handbuch der Dritten Welt, 3. Aufl., Bonn 1994

19 SANEI, der südasiatische Zweig der GDN, verfolgt das Ziel, Kooperation und Informationsaustausch (sog. ‘think tanks’) zwischen den Entwicklungsforschern bzw. Ländern der Region zu fördern. Das Sekretariat des europäischen Zweiges (EUDN) ist in Bonn ansässig.

20 Giering, Claus: Europa zwischen Zweckverband und Superstaat. Die Entwicklung der politikwissenschaftlichen Integrationstheorie im Prozess der europäische Integration, Münchener Beiträge zur europäische Einigung, Bd. 1, Bonn 1997

21 Zimmerling, Ruth: Externe Einflüsse auf die Integration von Staaten, Freiburg und München 1991

22 Schiff, Maurice/ Winters Alan L.: Regional Integration and Development, The World Bank, Washington 2003

23 Dreis-Lampen, Barbara: ASEAN und die Europäische Union, Hamburg 1998

24 Mair, Stefan: Regionale Integration und Kooperation in Afrika südlich der Sahara. EAC, ECOWAS und SADC im Vergleich, Forschungsbericht des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung , Bd. 127, Bonn 2001

25 Boom, Dirk van den: Regionale Kooperation in Westafrika. Politik und Problem der ECOWAS, Hamburger Beiträge zur Afrika -Kunde, Nr. 50, Hamburg 1996

26 Vgl. Menck, Karl Wolfgang: Die Förderung der regionalen Zusammenarbeit zwischen den Entwicklungsländern durch die Europäische Union, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Bd. 12 Bonn 1996, S. 18

27 Vgl. Schubert K./ Klein M.: Das Politiklexikon, 2. Aufl., Bonn 2001, S. 172

28 Vgl. Schubert K./ Klein M.: Das Politiklexikon, 2. Aufl., Bonn 2001, S. 140

29 Mols, Manfred: Regionalismus und Kooperation in Lateinamerika und Südostasien

30 Vgl. Giering, C.: Integrationstheorien, in: Weidenfeld, W.; Wessels, W. (Hg.): Europa von A bis Z, 7. Aufl., Bonn 2000, S. 262

31 Vgl. Cohen Orantes, Isaac: The Concept of Integration, in: CEPAL Review 15 (Dezember), 1981, S. 143-152, zitiert nach Zimmerling, Ruth: Externe Einflüsse auf die Integration von Staaten, Freiburg 1991, S.36

32 Vgl. Giering, Claus: Europa zwischen Zweckverband und Superstaat, Bonn 1997, S. 24

33 Vgl. Muni, S.D./ Muni A.: Regional Cooperation in South Asia, Neu Delhi 1998, S. 11-29; zitiert nach Khan, Khushi M.: Südasiatische Gemeinschaft für Regionale Zusammenarbeit (SAARC). Probleme und Perspektiven, in: Nord-Süd aktuell, Vol. 1, 1989, S. 69

34 1950 von einer Außenministerkonferenz aller Commonwealth-Staaten inauguriert, entsprach der Colombo-Plan den britischen Bemühungen um eine eigenständige Außenpolitik im Zusammenwirken mit den Ex-Kolonien in Unabhängigkeit von den Supermächten. Vgl. Rothermund, Dietmar: Chancen und Grenzen regionaler Kooperation in Südasien, in: Staiger, Brunhild (Hg.): Nationalismus und regi- onale Kooperation in Asien, Mitteilungen des Instituts für Asienkunde, Nr. 243, Hamburg 1995, S. 81

35 Vgl. Khan, Zillur (Hg.): SAARC and the Superpowers, Dhaka 1991, S. 33

36 Das 1954 zwischen den USA, Frankreich, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Pakistan und Thailand gegründete Verteidigungsbündnis wurde 1977 wieder aufgelöst. Das wichtigste Ziel der Organisation war die Abwehr des Kommunismus in der Region Südostasien. Vgl. Schubert K./ Klein M.: Das Politiklexikon, 2. Aufl., Bonn 2001, S. 286

37 Pakistan war das einzige südasiatische Mitgliedsland der CTO. Die USA und Großbritannien spielten die führende Rolle innerhalb des Verbandes.

38 Die Blockfreien-Bewegung wurde von Nehru aus Indien, Tito aus dem damaligen Jugoslawien und Sukarno aus Indonesien angeführt. Zunächst waren außer Indien nur die südasiatischen Länder Nepal, Bhutan und Sri Lanka beteiligt. In den 60er Jahren stießen die restlichen südasiatischen Länder dazu.

39 Vgl. Rahman, Atiur: Political Economy of SARC, Dhaka 1985, S. 2

40 Palmer, N. D.: The New Regionalism in Asia and the Pacific, Lexington 1991, S. 75

41 Zusammen nehmen die SAARC-Länder fast das ganze Gebiet ein, welches historisch als der indi- sche Subkontinent und heute als Südasien bezeichnet wird. Die südasiatischen Staaten Afghanistan und Myanmar (Burma) gehören dem Verband jedoch nicht an. Im Falle von Afghanistan liegt die Ur- sache hierfür in der Geschichte der vergangenen Jahrzehnte begründet: Die russische Invasion und die politische Isolation durch die Taliban-Regierung ließen dem Land kaum Möglichkeiten offen, wirksa- me Resultate in der Außenpolitik zu erzielen. Myanmar hingegen trug sich zunächst mit der Absicht, der SAARC beizutreten. Nach dem Beitritt des Landes zur ASEAN im Jahre 1997 ist der Beitritt Myanmars zur SAARC jedoch kein Thema mehr.

42 Präsident Zia-ur-Rahman übernahm 1975, nach der Ermordung des Präsidenten und ‘Vaters der Nation’ Mujibur Rahman, zunächst als Kriegsrechtadministrator und dann als Präsident die Macht in Bangladesch. Er selbst erlebt das erste Gipfeltreffen der SAARC im Jahre 1985 nicht mehr, da er im Mai 1981 in einem Militär-Putsch entmachtet und ermordet wurde.

43 Vgl. Madaan, D. K.: SAARC. Origin and Development, in: Upreti, B. C.: SAARC. Dynamics of Re gional Cooperation in South Asia. Nature, Scope and Perceptions, Bd. 1, Neu Delhi 2000, S.145-168 44 Vgl. Khan, K.M.: Südasiatische Gemeinschaft für Regionale Zusammenarbeit (SAARC). Probleme und Perspektiven, in: Nord-Süd aktuell, Vol.1, 1989, S. 71; Vgl. Ahsan, A.: SAARC. A Perspective, Dhaka 1992, S. 3

45 Indira Gandhi sah in den Bemühungen um mehr regionale Kooperation die Absicht, in bilateralen Verhandlungen die übermächtige Stärke Indiens zu reduzieren. Aufgrund der indischen Verstimmung darüber verzögerte sich das erste Gipfeltreffen der SAARC bis ins Jahr 1995. Vgl. Rothermund, Diet- mar: Chancen und Grenzen regionaler Kooperation in Südasien, in: Staiger, Brunhild (Hg.): Natio- nalismus und regionale Kooperation in Asien, Mitteilungen des Instituts für Asienkunde, Nr. 243, Hamburg 1995, S. 83

46 Vgl. Kumar, P. A.: SAARC. Retrospect and Prospect, in: Reddy K. C./ Devi, N. (Hg.): Regional Cooperation in South Asia. New Dimensions, Neu Delhi 2002, S. 8

47 Vgl. Dosch, Jörn/ Wagner Christian: ASEAN und SAARC. Entwicklung und Perspektiven regionaler Zusammenarbeit in Asien, Hamburg 1999, S. 34

48 Vgl. Mendis, L.B.V.: SAARC. Origins, Organisation and Prospects, Perth 1991, S.27

49 In der Gründungsphase hieß die regionale Zusammenarbeit in Südasien noch SARC: South Asian Regional Cooperation.

50 Vgl. Mendis, L.B.V.: SAARC. Origins, Organisation and Prospects, Perth 1991, S.3

51 Vgl. Khan, Zillur (Hg.): SAARC and the Superpowers, Dhaka 1991, S. 33

52 Vgl. Dosch, Jörn/ Wagner, Christian: ASEAN und SAARC. Entwicklung und Perspektiven regionaler Zusammenarbeit in Asien, Hamburg 1999, S. 37

53 Vgl. Mahmood, Tehmina: SAARC and Regional Politics, in: Pakistan Horizon, Jg. 53, Bd. 4, Karachi 2002, S. 8

54 Vgl. Hussain, Ross: SAARC. Evolution and Prospects. A view from Pakistan, Islamabad 1990, S. 290

55 Auf den Kaschmir-Konflikt wird in Kap. 3.2.3 noch näher eingegangen.

56 Vgl. Mendis, L.B.V.: SAARC.Origins, Organisation and Prospects, Perth 1991, S. 42

57 “We seven who gathered here are close geographical neighbours. The same monsoon governs our lives. […] Today our major task is to overcome economic backwardness. As members of Non Aligned Movement, we seek peace with development among ourselves and in the world as a whole.”, Rede gehalten von Indira Gandhi auf einem Treffen der Außenminister der SAARC-Länder in Neu Delhi im Jahre 1983, abgedruckt in: Verdinder, G. (Hg.): Encyclopaedia of SAARC Nations, Vol. 7, Neu Delhi 1997, S. 615

58 Vgl. Madaan, Davinder Kumar: SAARC. Origin and Development, in: Upreti, B. C.: SAARC - Dynamics of Regional Cooperation in South Asia. Nature, Scope and Perceptions, Bd. 1, Neu Delhi 2000, S.149

59 Vgl. Dosch, Jörn/ Wagner, Christian: ASEAN und SAARC- Entwicklung und Perspektiven regionaler Zusammenarbeit in Asien, Hamburg 1999, S. 36

60 Vgl. Sharma, P. L.: SAARC as Regional Alliance, Jaipur 2002, S. 54

61 Die bisherigen Gipfeltreffen in chronologischer Abfolge: Dhaka 1985; Bangalore 1986; Katmandu 1987; Islamabad 1988; Male 1990; Colombo 1991; Dhaka 1993; Neu Delhi 1995; Male 1997; Colombo 1998; Katmandu 2002

62 Die SAARC-Charta befindet sich im Anhang Abb. II, S. 98ff.

63 Hierauf wird in Kap. 3.2 noch detaillierter eingegangen werden.

64 Soweit nicht anders gekennzeichnet stammen die in diesem Kapitel enthaltenen Informationen von der offiziellen Homepage der SAARC, vgl. <www.saarc-sec.org>.

65 Vgl. Bhargava, Kant K (Hg.): Conference on Shaping South Asia’s Future: Role of Regional Cooperation, Friedrich Ebert Stiftung Working Paper, Katmandu 1994, S. 8

66 Diese sieben technischen Komitees der SIPA arbeiten in folgenden Kooperationsbereichen: (1) Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, (2) Kommunikation und Transport, (3) Soziale Ent- wicklung, (4) Umwelt, Meteorologie und Forstwirtschaft, (5) Naturwissenschaft und Technologie, (6) Entwicklung der menschlichen Ressourcen und (7) Energiewirtschaft

67 Vgl. Bhargava, Kant K (Hg.): Conference on Shaping South Asia’s Future: Role of Regional Cooperation, Friedrich Ebert Stiftung Working Paper, Katmandu 1994, S. 41

68 Die SCCI hat ihren permanenten Sitz in Islamabad, Pakistan. Der Präsident der Kammer wird in jährlicher Rotation von den einzelnen Mitgliedsstaaten gestellt.

69 Z.B. bei der Planung der Freihandelszone SAFTA (auf SAFTA wird in Kap. 4.3 noch detailliert eingegangen).

70 Zielsetzungen der Verbindung ist es, die Organisationen der Region für enge Zusammenarbeit zu gewinnen und Gesetz als Quelle und Katalysator für soziale Entwicklung zu etablieren. Vgl. http://www.saarc-sec.org/profile/ch11.htm (20.06.2003)

71 Auf die wirtschaftlichen Strukturen der einzelnen Mitgliedsstaaten im Allgemeinen und der SAARC im Besonderen wir im Kap. 3.1.2 noch näher eingegangen.

72 Vgl. Sharma, P. L.: SAARC as Regional Alliance, Jaipur 2002, S.14

73 Vgl. Sharma, P. L.: SAARC as Regional Alliance, Jaipur 2002, S.15

74 Vgl. Dosch, Jörn/ Wagner, Christian: ASEAN und SAARC. Entwicklung und Perspektiven regionaler Zusammenarbeit in Asien, Hamburg 1999 S. 42

75 Vgl. http://www.saarc-sec.org/profile/ch8.htm (20.07.2003)

76 Vgl. Maaß, Citha D.: Drawn Between Cooperation and Conflict, in: Gonsalves, Eric/ Jetly, Nancy: The Dynamics of South Asia. Regional Cooperation and SAARC, Neu Delhi 1999, S. 47

77 Vgl. Sharma, P. L.: SAARC as Regional Alliance, Jaipur 2002, S. 45

Ende der Leseprobe aus 123 Seiten

Details

Titel
Der südasiatische Verband für regionale Zusammenarbeit SAARC: Geschichte und Bilanz unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation mit der EU
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Politikwissenschaftliches Institut)
Note
gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
123
Katalognummer
V23060
ISBN (eBook)
9783638262583
Dateigröße
1038 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verband, Zusammenarbeit, SAARC, Geschichte, Bilanz, Berücksichtigung, Kooperation
Arbeit zitieren
Sohel Ahmed (Autor), 2003, Der südasiatische Verband für regionale Zusammenarbeit SAARC: Geschichte und Bilanz unter besonderer Berücksichtigung der Kooperation mit der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/23060

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