In diesem Unterrichtsentwurf, der für das Teil-Lernfeld 1.3.5 der empfehlenden Ausbildungsrichtlinie für die Altenpflege für Nordrhein-Westfalen von Hundenborn & Kühn (2003) konzipiert wurde, sollen die Schüler die NYHA-Klassifizierung sowie entsprechende pflegerische Maßnahmen aller vier Stadien lernen. Hierbei sollen die folgenden Kompetenzen und Lernergebnisse erreicht werden:
Die folgenden Kompetenzen, die im Rahmen dieser Unterrichtsreihe angebahnt werden sollen, sind in Anlehnung an die Leonardo-Qualifikationen nach Knigge-Demal, Nauerth & Lammers (2001) formuliert:
Die Schülerinnen und Schüler werden…
- …Überforderungsphänomene bei Bewohnern und Bezugspersonen bzw. Angehörigen frühzeitig erkennen und mögliche Lösungswege aufzeigen.
- …die Selbstpflegekompetenzen sowie die gesundheitlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven Ressourcen des Bewohners und des sozialen Netzes erkennen, fördern und im Sinne einer individuellen, selbständigkeits- und Lebensqualitäterhaltenden und -fördernden Pflege ausgestalten.
- …Situationen im persönlichen Nahbereich so gestalten, dass die physische, psychische, soziale, kulturelle und spirituelle Integrität des Bewohners gewahrt bleibt.
Im Rahmen der Unterrichtsstunde sollen die folgenden Lernergebnisse erreicht werden:
Wissen
Die Schülerinnen und Schüler…
- …kennen die Stadien einer Herzinsuffizienz gemäß der NYHA-Klassifizierung.
Können
Die Schülerinnen und Schüler…
- …berücksichtigen bei der Pflege, dass je nach Stadium einer Herzinsuffizienz unterschiedliche pflegerische Maßnahmen notwendig sind.
Einstellungen
Die Schülerinnen und Schüler…
- …beurteilen das Ausmaß der Hilfestellung individuell anhand des Krankheitsverlaufes sowie der vorhandenen Ressourcen.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse
1.1 Voraussetzungen der Lerngruppe
1.2 Voraussetzungen des Studenten
1.3 Voraussetzungen seitens des Settings
2 Einordnung der Stunde in den Unterrichtszusammenhang
3 Kompetenzen
4 Situationsanalyse
4.1 Situation
4.2 Konstitutive Merkmale
4.2.1 Objektiver Pflegeanlass
4.2.2 Subjektives Krankheitserleben und -verarbeiten des Klienten
4.2.3 Interaktionsstrukturen
4.2.4 Handlungsmuster
4.2.5 Der Pflegeprozess
4.2.6 Tätigkeitsfeld
4.2.7 Gesellschaftlicher Kontext
5 Didaktische Überlegungen
5.1 Formale Begründung
5.2 Inhaltliche Begründung
5.3 Exemplarische Bedeutung
6 Didaktische Reduktion
6.1 Horizontale Reduktion
6.2 Vertikale Reduktion
7 Lernergebnisse
8 Methoden- / Medienwahl
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Unterrichtsentwurfs ist die Vermittlung von pflegerischen Maßnahmen für Patienten mit Herzinsuffizienz in verschiedenen Stadien. Die Arbeit zielt darauf ab, angehende Pflegefachkräfte in die Lage zu versetzen, den Hilfebedarf und die notwendigen Interventionen systematisch zu erfassen und umzusetzen.
- Grundlagen der Herzinsuffizienz nach NYHA-Stadien
- Individuelle pflegerische Interventionen bei chronischer Herzschwäche
- Situationsorientierte Analyse der Pflegesituation
- Methodik der Gruppenarbeit („Schneeball-Verfahren“) im Unterricht
- Krankheitserleben und Bewältigungsstrategien
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Objektiver Pflegeanlass
Der objektive Pflegeanlass ergibt sich aus der Diagnose „Herzinsuffizienz“. Um zunächst ein einheitliches Krankheitsverständnis zugrunde zu legen, orientiert sich der Autor an der Definition der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Diese definiert eine Herzinsuffizienz als Krankheit, bei der „[…] das Herz nicht mehr in der Lage [ist], die Gewebe mit genügend Blut und damit genügend Sauerstoff zu versorgen, um den Gewebestoffwechsel in Ruhe oder unter Belastung sicherzustellen […]“ (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, 2005, S. 488f). Bei der Herzinsuffizienz stehen somit vor allem die Symptome und Folgen dieser chronischen Krankheit im Vordergrund, die zwar behandelbar, jedoch durch einen progredienten Verlauf gekennzeichnet sind.
Zwar erfolgt i.d.R. eine kausale Therapie mittels Herzglykosiden, diese sind jedoch nur bedingt wirksam und bieten langfristig keine adäquate Kompensation der defizitären Leistung des Herzens (vgl. ebd., S. 500f). Darüber hinaus erfolgt i.d.R. parallel hierzu eine symptomatische Therapie mittels Diuretika und Dilatantien, um ggf. den Blutdruck zu normalisieren und Ödeme zurückzubilden (vgl. pqsg, 2006, ¶5). Da insbesondere die Digitalis-Präparate eine sehr geringe therapeutische Breite und eine hohe Halbwertszeit aufweisen, ist die Einnahme dieser Medikamente streng nach den Verordnungen des Arztes zu beachten. Daher ist es ratsam, das Bereitstellen und Verabreichen der Medikamente professionell Pflegenden zu übertragen, da es bei falscher Einnahme dieser Arzneimittel zu schweren Nebenwirkungen kommen kann, die letal verlaufen können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die Rahmenbedingungen des Kurses 28 am Fachseminar für Altenpflege, inklusive der Vorkenntnisse der Schüler und der Voraussetzungen des Dozenten.
2 Einordnung der Stunde in den Unterrichtszusammenhang: Hier wird der Bezug zum Lehrplan und der bisherige Lernfortschritt der Unterrichtsreihe dargestellt.
3 Kompetenzen: Es werden die im Unterricht angestrebten Lernziele definiert, basierend auf den Leonardo-Qualifikationen.
4 Situationsanalyse: Dieses Kapitel analysiert eine pflegerische Alltagssituation bei Herzinsuffizienz nach dem situationsorientierten Ansatz.
5 Didaktische Überlegungen: Die formale und inhaltliche Rechtfertigung des Unterrichtsthemas im Kontext der Altenpflegeausbildung.
6 Didaktische Reduktion: Darstellung der Vereinfachungsstrategien auf horizontaler und vertikaler Ebene für die Lerninhalte.
7 Lernergebnisse: Zusammenfassung der angestrebten Wissens- und Einstellungsziele.
8 Methoden- / Medienwahl: Erläuterung der angewandten Lehr-Lern-Methoden und der notwendigen Medien im Unterricht.
Schlüsselwörter
Herzinsuffizienz, Altenpflege, Pflegemaßnahmen, NYHA-Stadien, Gruppenarbeit, Krankheitserleben, chronische Erkrankungen, Pflegeprozess, Mobilität, Patienteneduktion, ambulante Pflege, Symptomkontrolle, Lebensqualität, Medikation, Pflegeschüler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für die Altenpflegeausbildung zum Thema „Pflegerische Maßnahmen bei einer Herzinsuffizienz“ dar.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die medizinischen Grundlagen der Herzinsuffizienz, die pflegerische Versorgung in verschiedenen Stadien und der Umgang mit chronischer Krankheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die methodisch-didaktische Planung einer Unterrichtseinheit, die den Schülern hilft, den Pflegebedarf bei Herzinsuffizienz stadienabhängig zu erkennen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Unterrichtsentwurf nutzt den Situationsorientierten Ansatz nach Kaiser, um Pflegesituationen für die Lernenden praxisnah zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Situationsanalyse, didaktische Begründungen, die Reduktion des Fachwissens für die Lernenden und die konkrete methodische Planung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Herzinsuffizienz, Pflegeprozess, NYHA-Stadien, chronische Erkrankungen und didaktische Reduktion.
Wie werden die Pflegemaßnahmen in den Unterricht integriert?
Die Maßnahmen werden über die „Schneeball“-Methode in Gruppen erarbeitet, bei der sich die Teilnehmer schrittweise von der Partnerarbeit bis zur Großgruppe austauschen.
Warum spielt die Unterscheidung der NYHA-Stadien eine so große Rolle?
Die Einteilung ist essenziell für die Pflegeplanung, da sie das Ausmaß der benötigten Hilfe und die notwendigen pflegerischen Interventionen vorgibt.
- Quote paper
- B.A. Anleitung und Mentoring / cand. M.A. Berufspädagogik Pflege und Gesundheit Tobias Beckmann (Author), 2013, Pflegerische Maßnahmen bei einer Herzinsuffizienz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230706