Die Entwicklung der Mode in Régence und Rokoko


Examensarbeit, 2013
105 Seiten, Note: 1.5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Überblick

3. Darstellung des Modewandels anhand der Damen- und Herrenmode
3.1 Damenmode
3.1.1 Kleidung
3.1.2 Frisur und Kopfbedeckung
3.1.3 Kosmetik und Körperpflege
3.1.4 Schmuck und modisches Beiwerk
3.1.5 Fußbekleidung
3.2 Herrenmode
3.2.1 Kleidung
3.2.2 Frisur und Kopfbedeckung
3.2.3 Kosmetik und Körperpflege
3.2.4 Schmuck und modisches Beiwerk
3.2.5 Fußbekleidung

4. Beschreibung des Bildes „Das Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ von Jean-Antoine Watteau als konkretes Beispiel der Mode dieser Zeit

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Internetverweise

8. Abbildungsverzeichnis

9. Kleines Modelexikon des 18. Jahrhunderts

10. „Das Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ von Jean-Antoine Watteau

1. Einleitung

Mode ist für uns allgegenwärtig. Kaum etwas Gewohntes besitzt einen so großen Stellenwert wie Mode und damit einhergehend Kleidung. Schon zu Beginn des Tages überlegt man reiflich, was am heutigen Tage anzuziehen möglich, was modern ist, was angemessen, welches Kleidungsstück oder welcher Stil veraltet ist. Unterschiedliche Berufsgruppen, Jahreszeiten, Tageszeiten und Anlässe verlangen nach einer differenzierten Mode und nuancierter Kleidung. Etwas so Alltägliches wie Kleidung und Mode wird folglich von verschiedenartigen Faktoren beeinflusst.

Mode spielt daher seit Jahrhunderten eine wesentliche Rolle in allen gesellschaftlichen Gruppen und Ländern. Zudem weist sie bestimmte Funktionen auf, wobei auf der zweck- gemäßen Ebene nicht allein der Schutz vor physischen oder auch psychischen Einflüssen, wie Temperatur, Witterung, Glücksbringer u. a., sondern insbesondere auch Geschlechter- rollen1 und gesellschaftlicher Status sowie die politische Einstellung2 eine wesentliche Be- deutung innehaben. Mode definiert sich demnach auch als Statement der eigenen Persön- lichkeit beziehungsweise der Individualität eines Menschen sowie der Einstellung zur Umwelt und Gesellschaft. Währenddessen können wechselwirkend ebenso die Gesell- schaft und äußere Faktoren die Modestile beeinflussen. Daher verwundert es nicht, dass der eigentliche Terminus „Mode“ aus dem Französischen stammt, auf das lateinische Wort „modus“ (Art und Weise) zurückgeht und eine Art, etwas zu tun oder zu benutzen, defi- niert.3

Der deutsche Modeschöpfer, Designer, Fotograf und Kostümbildner Karl Lagerfeld (geb. 19384 ) pflegt Folgendes zu sagen: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mo- de aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode.“5 Oscar Wilde, ein irischer Schrift- steller (1854-19006 ), sah diese Thematik hingegen etwas kritischer: „Mode ist eine so un- erträgliche Form der Hässlichkeit, dass wir sie alle sechs Monate ändern müssen.“7

Kaum etwas so Alltägliches ist derart variabel, vielseitig, konstant und wiederkehrend wie Mode.

Die Begriffe „Mode“ und „Kleidung“ werden zumeist im allgemeinen Sprachgebrauch synonymisch verwendet. Allerdings sind sie differenziert zu betrachten, da sie weder die gleiche Bedeutung noch Implikation aufweisen. Mode ist eine bestimmte Art, Kleidung in einem gewissen Zeitabschnitt zu tragen, zusammenhängend mit einem sich ständig än- dernden Schönheitsideal. Kleidung definiert sich als Mode, wenn sie im Zusammenhang mit der Denkweise und der Lebensart, mit den politischen, gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Ereignissen sowie Umgestaltungen der Zeit, in der sie getragen wird, wahrge- nommen wird.8

Als ein Beispiel möchte ich den Justaucorps anführen. Dieser diente anfangs, mit den vorherrschenden Aufgaben der Praktikabilität sowie der Bequemlichkeit, dem stehenden Heer Ludwigs XIV. als Soldatenrock, der ebenfalls von den Offizieren getragen wurde. Durch das Ausstatten mit Bändern, Spitzwerk und anderen Verzierungen kam das eigentlich funktionale Kleidungsstück, dem Zeitgeist angepasst, in Mode und galt als allgemeines HerrenOberbekleidungsstück des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts.

Es wird deutlich, dass Mode einem ständigen Wandel und einer ständigen Entwicklung, angepasst an die politischen, wirtschaftlichen und geistigen Strömungen der Zeit, unterliegt. Sie könnte als eine zeitweise geltende Norm definiert werden, denn die Mode spiegelt nicht nur die Gesinnung der Gesellschaft, sondern auch den Ausdruck des jeweiligen Zeitgeistes der Epoche wider.

„La mode doit […] être considérée comme un symptôme du goût de l’idéal sur- nageant dans le cerveau humain au-dessus de tout ce que la vie naturelle y ac- cumule de grossier, de terrestre et d’immonde, comme une déformation sublime de la nature, ou plutôt comme un essai permanent et successif de réformation de la nature.“9

Entscheidend in diesem Zitat ist meines Erachtens der Faktor des Überdauerns. Die Mode besteht über Jahrhunderte fort und kehrt besonders in verschiedenen Facetten der Kleidung wieder. Auf dieses überdauernde Wesen der Mode möchte ich im Folgenden am Beispiel der Régence und des Rokokos näher eingehen, da das Rokoko als der Höhepunkt der modischen Ausgestaltung, des Ideenreichtums und der Absurdität zu betrachten ist und sowohl aufgrund von Gemälden als auch mittels der Journale dieser Epoche10 über Jahrhunderte hinweg weiter bestehen bleibt.

Die Zeit der Régence zeichnete sich zunächst durch den Verlust des französischen Hofes, aufgrund des Todes Ludwigs XIV., als zentraler Standpunkt für Politik, Gesellschaft, Kul- tur und Mode aus. Die Gesellschaft wandte sich vom steifen und pompösen Stil des Ba- rocks ab, welcher der Repräsentation absolutistischer Macht gedient hatte. Eine unübliche und vom Barock abgrenzende Art der Geselligkeit und Natürlichkeit entstand, die sich schließlich auch in der Mode widerspiegelte. Eine neue Lebensfreude machte sich bemerk- bar, die sich auch in einem zeitgemäßen Lebensstil wiederfand. Im Rokoko gipfelten da- raufhin die Modeschöpfungen im Hinblick auf Kreativität und Skurrilität. Die Damen der Zeit waren wegen ihrer ovalen Röcke gezwungen, seitwärts durch die Türen zu gehen, aufgrund der äußerst künstlerischen und maximalen Gestaltung der Haare auf dem Boden der Kutschen kniend zu reisen, dabei den Kopf aus dem Fenster steckend, und in den Bet- ten zu sitzen11. Sowohl das Gesicht als auch das Haar puderte die Gesellschaft weiß, bis dieses exzessive Schminken gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen geringen Teil zur Mehlknappheit in Frankreich beitrug.12 1788 schrieb der Schriftsteller und Journalist Louis-Sébastien Mercier in seiner Paris-Reportage:

„Wenn man noch dazu bedenkt, dass das Puder, mit dem sich 200000 Leute die Köpfe einstäuben, den Armen zur Nahrung dienen könnte, dass all dies aus den besten Teilen des Getreidekorns gewonnene Mehl, das sich da in der üppigen Perücke des Rechtsverdrehers, in der Tolle des Modegecken und im Haarband des Faulenzers verfängt und nutzlos auf den Nacken dieser Müßiggänger endet - dass dieses Mehl zehntausend Hungernde satt machen könnte, möchte man ob der absurden Sitte, die sonst zu nichts gut, als dazu, dem Haar die natürliche Farbe zu rauben, vollends verzweifeln.“13

In kaum einer anderen Epoche wurden die Begriffe Kunst, Mode und Geschmack so eng miteinander verknüpft wie in Régence und Rokoko. Mode sah man als eine Ausdrucks- form politischer Ereignisse und geistiger Umstrukturierungen, ferner als ein Moment ge- sellschaftlicher Neuorientierung. Michael North zitiert in diesem Kontext in seinem Werk „Genuss und Glück des Lebens“ das Modejournal „The Lady‘s Magazine“ von 1801 wie folgt:

„Es gab zu allen Zeiten heftige Kritiker an der Aufmerksamkeit gegenüber der Kleidung, die aber auch seit jeher denkwürdige und berühmte Verteidiger hatte. In der Tat ist es bewiesen, dass die elegantesten und aufgeklärtesten Nationen genau diejenigen waren, die am meisten die Kunst der Kleidung kultivierten. Es scheint, als ob ein unabänderlicher Zusammenhang zwischen einem guten künst- lerischen Geschmack und einem Geschmack für Kleidung bestände, insofern, dass der letztere gewissermaßen als Thermometer für den Grad des ersteren an- gesehen werden könnte.“14

Tonangebend in dieser Periode, die sich beginnend mit der Régence (1715-ca.1730)15, übergehend in eine frühe Form des Rokoko, übergreifend zum Hochrokoko (1750-1780) und schließlich gipfelnd im Spätrokoko (1780-1789) unterteilen lässt, ist zunächst noch die höfische Mode, die gegen Ende des Rokoko von den bürgerlichen Einflüssen in der Klei- dung aus England abgelöst wird.16 Aufgrund dieser Revolution in der Mode und im Hin- blick auf die politischen, wirtschaftlichen, kulturellen sowie geistigen Ursachen für diesen Wandel, wie der Gedanke der Aufklärung17, der Siebenjährige Krieg, die Industrialisie- rung, die Französische Revolution und das Erscheinen der ersten Enzyklopädie, ist diese Zeitspanne, meiner Ansicht nach, eine sehr interessante und bedeutende Epoche.

Für mich ist in diesem Zusammenhang die Frage nach der Entwicklung der Mode, insbe- sondere der Kleidermode, in Régence und Rokoko ein interessanter Betrachtungsaspekt. Dazu möchte ich im ersten Teil der vorliegenden Arbeit, dem historischen Überblick, eine Darstellung des Einflusses der politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen geben, zudem auf die Mode und ihren Wandel im kulturhistorischen Kontext näher eingehen. Welche Ereignisse aus diesen Bereichen beeinflussten die Modeentwicklung im besonde- ren Maße? Anschließend soll die Entwicklung der Damen- und Herrenmode in Régence und Rokoko in ihren verschiedenen Facetten rekonstruiert und anhand von Abbildungen und Beschreibungen verschiedener Quellen dargestellt werden, wobei die Damen- und Herrenmode nicht getrennt in Régence und Rokoko, sondern, um die Entwicklungsprozes- se anschaulicher herauszustellen und Vergleiche deutlich zu machen, in jeweils einem Ka- pitel zu betrachten sind. Abschließend möchte ich die komplexe Szene, die sich auf dem „Ladenschild des Kunsthändlers Gersaint“ von Jean Antoine Watteau (1684-1721)18 befin- det, vertiefend beschreiben, um somit letztlich an einem konkreten Beispiel die Mode die- ser Zeit ergründen zu können.

Um den historischen Überblick für die Zeitspanne von Régence bis Rokoko auf einschlä- gige Literatur zu stützen, verwende ich vorrangig die Werke „Europa am Vorabend der Moderne 1650-1800“19, „Das Zeitalter des Absolutismus“20 sowie die neuste Auflage des Werkes „Barock und Aufklärung“21 von Heinz Duchhardt und die Arbeit von Ernst Walter Zeeden „Europa im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung“22. Des Weiteren die- nen „Krise des Glaubens. Das Zeitalter der Aufklärung“23 von Michel Clévenot und aus der Reihe des dtv-Atlas zur Weltgeschichte „Von den Anfängen bis zur Französischen Re- volution“24 von Herrmann Kinder und Werner Hilgemann als Basis für den allgemeinen Abriss im 2. Kapitel der Arbeit.

Für eine umfangreiche und möglichst exakte Darstellung der Kostümgeschichte des 18. Jahrhunderts werde ich im Anschluss auf verschiedene Übersichtsdarstellungen und ein- schlägige Untersuchungen zu diesem Themenkomplex zurückgreifen. Allen voran auf die von Wiebke Koch-Mertens, die sich in ihrem Werk „Der Mensch und seine Kleider“25 aus- führlich mit diesem Gegenstand auseinandersetzt, zudem auf Erika Thiel und ihre „Ge- schichte des Kostüms“26 und auf Annemarie Bönsch, um auf die „Formengeschichte euro- päischer Kleidung“27 näher eingehen zu können. Letztlich ergänzend noch „Das große Bil- derlexikon der Mode - Vom Altertum zur Gegenwart“28 von Ludmila Kybalová, Olga Herbenová und Limena Lamarová, die in ihrem kurzen Artikel zu Régence und Rokoko das Wesentliche zusammenfassen und dem Leser viel Bildmaterial zur visuellen Unterstüt- zung bieten, und Max von Boehn mit seiner Abhandlung „Die Mode“29, in der er die Kul- turgeschichte vom Barock bis zum Jugendstil genauer darlegt.

Zum leichteren Verständnis der Arbeit und der darin inbegriffenen modischen Fachausdrü- cke bringe ich im Anhang ein kleines Lexikon zu diesen Fachwörtern des 18. Jahrhunderts an, sodass ein weiteres Nachschlagewerk zum Erfassen des Inhalts nicht benötigt wird. Dahin gehend sind die im Lexikon enthaltenen Begriffe im weiteren Verlauf kursiv her- vorgehoben. Für die Erklärungen der Termini greife ich auf „Reclams Mode- und Kostüm- lexikon“30 von Ingrid Loschek, Claudia Wisniewskis „Kleines Wörterbuch des Kostüms und der Mode“31 und letztlich auf die bereits oben genannten einschlägigen Übersichtsdar- stellungen zur Mode zurück.

2. Historischer Überblick

Im ausgehenden 17. und anschließenden 18. Jahrhundert kam es zu diversen politischen, wirtschaftlichen sowie kulturellen Ereignissen, welche die Mode in Régence und Rokoko prägten, veränderten und zu deren Entwicklung beitrugen. Diese möchte ich im Folgenden kurz näher erläutern, da sie der detaillierten Modedarstellung im 3. Kapitel der Arbeit zur theoretischen Unterstützung und Erklärung zusätzlich dienen sollen. Zudem bietet sich so die Gelegenheit für eine historische Einordnung und epochale Übersicht des 18. Jahrhun- derts. Da die verschiedenen Begebenheiten und Ereignisse der Zeit ineinander übergreifen und sich sowohl bedingen als auch beeinflussen, möchte ich diese nicht getrennt voneinan- der, sondern in einem Kapitel stringent betrachten. Daher dient die folgende Darstellung des Einflusses der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen auf die Mode und damit deren Wandel im kulturhistorischen Kontext als grundlegender Einstieg in die Thematik. Dabei möchte ich mit der Erklärung und Begründung der Vormachtstellung Frankreichs beginnen, innerhalb der Mode, in Europa zum Anfang des Jahrhunderts, weiterführend und endend mit den Ursachen und Ereignissen für die Ablösung dieser Position durch England in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts, im barocken Zeitalter, besitzt Frankreich, insbesondere Versailles, als Zentrum der politischen Macht das Modemonopol in Europa. Aufgrund des Versailler Hofes, des Absolutismus Ludwigs XIV. und der Wirtschaftsform des Merkantilismus32, insbesondere geprägt durch den französischen Finanzminister Jean-Baptiste Colbert, wahrt sich Frankreich zunächst diese Stellung.

„Ziel der Merkantilisten war es, den Staatsschatz der Fürsten durch wirtschafts- politische Maßnahmen zu vergrößern, um damit ihre Machtentfaltung und das wirtschaftliche Wachstum zu sichern. Primär sollten die Produktion und der Handel gefördert werden, um die Unterauslastung der Ressourcen (Arbeitslosig- keit) zu reduzieren und Wohlstand und Macht für den Nationalstaat zu errei- chen.“33

Colbert hat diese Wirtschaftsform zwar nicht erfunden, er hat sie aber, nicht ohne auf Wi- derstand zu stoßen, in Frankreich erstmals erfolgreich durchgesetzt.34 Das Land dient wei- terhin als Modevorbild und die Mode des französischen Hofes ist tonangebend bei den Damen und Herren, auch über die Grenzen Frankreichs hinaus.

„Mit dem Westfälischen Frieden35 1648 gewinnt die Mode des absolutistischen französischen Hofes, insbesondere unter Ludwig XIV. (1638-1715), die Ober- hand bei der modischen Orientierung der höfischen Kulturen Europas. Unter seiner Herrschaft wird die Mode als Bestandteil der Hofetikette noch stärker sti- lisiert, um schließlich als Machtinstrument der Monarchie die Privilegien des Adels und zugleich seine Abhängigkeit und enge Bindung an den König visuell zu demonstrieren.“36

Darüber hinaus versorgt sich Frankreich aufgrund seiner Imperialpolitik37 mit billigen Rohstoffen aus den Kolonien und kann dadurch seine dominierende Position am Mode- markt weiterhin behaupten. Auch der Absolutismus38, die vorherrschende Regierungsform in Europa zu dieser Zeit, gilt als nachzuahmendes Beispiel. Das Leben am Versailler Hof mit den vielen ausschweifenden Festen des Barocks setzt Maßstäbe in der Mode Europas. Besonders der „höfische“ Absolutismus Ludwigs XIV. in Versailles definiert sich durch ein kostspieliges und prunkvolles Hofleben in Abhängigkeit vom König, da dieser die Ausgaben für die Festlichkeiten übernimmt und damit die Adligen finanziell entlastet. So- mit erhält er die Legitimation, losgelöst vom Adel zu regieren. Zudem unterstützt er die Kirche durch finanzielle Hilfeleistungen, wodurch auch der Klerus indirekt von ihm beein- flusst werden kann. Der König erhält daraus resultierend die absolute Herrschaft im Staat, ist zudem durch Gottes Gnaden anerkannt.39

„In den letzten dreißig Jahren der fast 60jährigen Regierungszeit Ludwigs XIV.

veränderte sich der schwere, prunkvolle Barockstil nur wenig, doch zeichnete sich einige Jahre vor dem Tod des Königs ein Wandel ab. Auch im Bereich der Mode kündigten sich Veränderungen an, die sich dann auch relativ rasch durch- setzten.“40

1715 verstirbt Ludwig XIV. und Herzog Philipp von Orléans, der Sohn Liselottes von der Pfalz und Neffe Ludwigs XIV., übernimmt die Regentschaft, die Régence, für den noch minderjährigen Urenkel des Königs, den späteren Ludwig XV.41 „Diese Regentschaft ge- staltete er offen, flexibel und tolerant.“42 Die Régence bildet mit seinen leichteren Formen in Mode und gesellschaftlichem Leben einen Übergang zwischen dem steifen und prunk- vollen Stil des Barocks und dem pompösen sowie facettenreichen Rokoko. Die unter- schiedlichen Stilarten des 17. und 18. Jahrhunderts benennen die Franzosen nach den drei Königen dieser Epochen. Als „Barock“ bezeichnen sie den Stil Louis XIV. (1638-1715)43, den von Louis XV. (1710-1774)44 pflegen sie die „Blütezeit des Rokoko“ zu benennen und vom „späten Rokoko“ sprechen die Franzosen als den Stil Louis XVI. (1754-1793)45.46

Der französische Staat war zur Zeit des Amtsantritts Herzogs Philipp von Orléans, trotz des Merkantilismus, welcher zur Unterstützung der Finanzierung der absoluten Monarchie und zur Ankurblung der Staatswirtschaft Frankreichs eingeführt worden war47, weiterhin hoch verschuldet und die unteren Schichten im Lande waren völlig verarmt. Die Völker überall in Europa zweifelten an der Vorherrschaft des Adels, obwohl es als hohe Ehre galt, in Adelskreisen verkehren zu dürfen. Die Stimmen und Ideen der Aufklärung48 verbreite- ten sich in Frankreich und darüber hinaus auch in Europa immer weiter. „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“49 Das Zitat Immanuel Kants manifestierte sich zum Leitspruch der Aufklärer. Der Verstand und die Notwendigkeit der Erfahrung traten in das Bewusstsein der Menschen, aber auch eine Kritik an allem, was Überlieferung und Autorität verlauten ließ. „Diese Kritik, eine wesentliche Errungenschaft und ein unver- zichtbares Erbe der Aufklärung, beseitigte Überlebtes (und manches Bewährte) und legte neue Wege frei.“50 Wie beispielsweise für die Enzyklopädie, welche Denis Diderot und Jacques d‘Alembert 1751 in Frankreich herausgaben51 und die einen Anstoß zur Aufklä- rung des Bürgertums darstellte. Allerdings haben die Engländer „den ersten Coup gelandet. 1728 hat Chambers52 in London die „Cyclopaedia, or an Universal Dictionary of Arts and Sciences” veröffentlicht.”53 Auch die „Deutsche Enzyklopädie“ kam der aufklärerischen Absicht entgegen, einem breiten Publikum Wissen, Bildung und wissenschaftliche Kennt- nisse zu vermitteln. Die Enzyklopädie war eine der Voraussetzungen für die sich verbrei- tenden Gedanken der Aufklärung. Durch diese Werke konnte nun jeder in der Mutterspra- che sein Wissen erweitern und es ergab sich die Möglichkeit, den neuesten Stand der Wis- senschaften zu publizieren und für jedermann zugänglich zu machen.54 „Das gesamte Wis- sen der Zeit, die Gedanken der berühmtesten Philosophen und Denker, wie Hobbes, Volta- ire, Montesquieu und Rousseau, waren darin zu finden.“55

Das nun aufkommende Bürgertum wurde durch Handel und Geldgeschäfte zunehmend reicher und mächtiger. „Da von Natur aus alle Menschen frei und gleich sind, sollen sie dies auch im Staat bleiben“56, so Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)57. Er war der erste Aufklärer, der explizit von Menschenrechten sprach. Dieser Ansatz ließ die Menschen darüber nachsinnen, weshalb der Adel im Gegensatz zum Dritten Stand zahlreiche Privilegien genoss, obwohl doch jeder Mensch von Natur und Geburt an gleich sei.

„Der neue Mensch zeigt sich verstandesbetont, den Mittelweg suchend, konstant, ausgeglichen, tolerant (vergleiche Lessings ‚Nathan der Weise‘), optimistisch, perfektionistisch, fortschrittsgläubig, glücksüberzeugt, sich lösend von der Bevormundung durch irgendwelche Autoritäten.“58

Das Ziel der Aufklärer, „vernünftige Welterkenntnis und Weltmeisterung“59, war das glei- che, nur verwendeten Frankreich und England auf dem Weg, dieses zu erreichen, unter- schiedliche Methoden. Dabei ist auch darauf hinzuweisen, dass die Kleidung im 18. Jahr- hundert die Einheitlichkeit des Barocks sowie der vorherigen Zeitalter verliert und der Ge- gensatz zwischen französischer Rokokomode und der englischen Mode mit Hilfe der un- terschiedlichen Pfade erklärt werden kann. Dieser Gegensatz in der Kleidung hat seinen Ursprung nicht zuletzt in den antithetisch philosophischen Ansichten, dem Rationalismus in Frankreich und dem Empirismus in England. Im Bereich des Erkenntnisinteresses ba- siert der Rationalismus auf der Deduktion, wohingegen die Induktion den Ausgangspunkt des Empirismus darstellt. Annemarie Bönsch weist darauf hin, dass diese unterschiedlichen Denksysteme zunächst nicht mit der Kleidung in Verbindung gebracht werden können. Dennoch zeigt sie die Tendenz zum Konstruktiven im Rationalismus auf, „die in Verbin- dung mit dem aufklärerischen (anthropozentrischen) Perfektionismus die französische Formenperfektionierung auch in der Kleidung auslösen musste.“60 Der Rationalismus gründet demzufolge das Fundament, auf dem die Rokokomode entstehen konnte. Dem ist das induktive Denksystem der Engländer entgegenzustellen, die Wahrnehmungen sam- meln, um diese schlussendlich in Erfahrungen umzuwandeln. Der Mensch in stetiger Wahrnehmungsbereitschaft muss, so die neue Erkenntnis, den unterschiedlichen Situatio- nen des Alltags in differenzierter Kleidung gegenübertreten. Um die Jahrhundertmitte ge- wann diese Art des Denkens auch in Frankreich zunehmend mehr Bedeutung und gipfelte in einer künstlichen Natürlichkeit à la Marie Antoinette, „die sich im Petit Trianon künstli- che Berge, Bächlein, und Brückchen samt dazugehörigen Tierlein, wie Lämmchen an sei- denen Bändchen, errichten ließ.“61

Die Aufklärer setzten sich des Weiteren für die Bildung des Volkes ein. Während des 18. Jahrhunderts erfüllten viele Staaten in Europa die Forderungen der Aufklärer nach Bil- dung. Allen voran Friedrich II. von Preußen und Maria Theresia von Österreich, die mit ihrer Bildungspolitik einen wesentlichen und fortschrittlichen Beitrag leisteten. Das Volk sollte kenntnisreich heranwachsen, sodass ein moderner und fortschrittlicher Staat etabliert werden konnte.

„1717 verordnete Friedrich Wilhelm II. die allgemeine Schulpflicht im preußi- schen Königreich. In den Dörfern schickte man die Kinder jedoch nur dann zur Schule, wenn alle Arbeiten auf dem Hof getan waren. Selbstverständlich ging die Arbeit auch nach der Schule weiter. Sie sollten‚ sich an größeren Fleiß und Arbeitsamkeit gewöhnen‘, und, ‚wenn sie aus der Schule kommen, spinnen und damit schon ihr Brot verdienen‘, empfahl Friedrich II.“62

Mit dem Interesse an der Natur und den Wissenschaften entstanden vermehrt Universitäten und es bildeten sich Akademien heraus, in denen die Naturwissenschaften gepflegt wurden und die Monarchen bedeutende Gelehrte zusammenführten. Die dortige Forschung sollte auch für den Alltag und die Wirtschaft im Staat nutzbar gemacht werden. Verschiedenste Bereiche im Staat sollten von den neuen Forschungen profitieren, wie die Schifffahrt, das Verkehrswesen und die Entwicklung von Maschinen für die Ankurblung der Wirtschaft.63 Auch in der Erziehung setzte man durch die Gedanken der Aufklärung neue Maßstäbe. Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827)64, ein Schweizer Pädagoge sowie Schul- und So- zialreformer, sah die grundsätzliche Aufgabe der Erziehung in der Entfaltung von Kräften und Anlagen des Menschen, die ihm bereits mit der Geburt mitgegeben sind.65 Ein ganz- heitliches harmonisches Lernen mit Kopf, Herz und Hand wurde favorisiert. Die Kinder sollten auch Kinder sein dürfen und nicht wie kleine Erwachsene behandelt werden. Diese Erscheinung spiegelte sich zuvor in der Mode wider, als man Kinder puderte und schmink- te, um die Reife der Erwachsenen vorzutäuschen. Nun durften, auf Grund der neuen Forde- rungen nach einer harmonischen Kindheit, sowohl die Mode als auch der Lebensstil wieder kindgerechter werden. „Man entdeckte die Psychologie und die Erziehbarkeit des Men- schen, die nun dazu eingesetzt wurden, dem Menschen (nicht nur einer feudalen Ober- schicht) im diesseitigen Leben zu seinem Glück zu verhelfen.“66 Ein Geist des Rationalen legte sich, wie bereits erwähnt, auf die Gemüter der Menschen, welcher sich sowohl in einer funktionalen als auch bequemen Kleidung widerspiegelte. Einfachheit und ein Weg- kommen von der Steifheit des französischen Hofes präsentierten die Träger dieser Mode. Der englische Landadel kleidete sich schon länger nach den Richtlinien Bequemlichkeit, Funktionalität und Persönlichkeit, diese wurden in Europa übernommen.67

„Mitte des 18. Jahrhunderts drang die englische Mode auch auf den vorrevoluti- onären Kontinent und verbreitete sich schnell unter den selbstbewusst geworde- nen Bürgern. In der Geniezeit, einer Zeit der Wiederentdeckung der Antike mit ihrer Ebenmäßigkeit, zugleich die Zeit der aufklärerischen Schriften Voltaires und Rousseaus, der sentimentalen englischen Literatur, des Naturglaubens und des Strebens nach politischer Mitbestimmung, trug man nun als Zeichen der neuen Gesinnung den einfachen englischen Tuchrock.“68

Das Modemonopol wechselte Mitte des 18. Jahrhunderts von Frankreich nach England, welches sowohl seine politische als auch wirtschaftliche Macht aufgrund verschiedener Ereignisse beständig ausbaute.69 Mittels der britischen Kolonialpolitik erreichte das Land zudem den Status eines Kolonialimperiums und gelangte somit an billige Rohstoffe zur Produktion von Stoffen und Kleidern. Durch die Erweiterung seiner Kolonialmacht legte England den Grundstein zur politischen Vorherrschaft sowie zum Wohlstand seiner Bür- ger.70 Diesen Fakt unterstützte ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Betrachtung der Um- stände des Modewandels auf der wirtschaftlichen Ebene, die Erfindung der Dampfmaschi- ne, die fälschlicherweise dem schottischen Erfinder James Watt (1736-1819)71 zugeschrie- ben wird. Dieser entwickelte die von Thomas Newcomen (1663-1729) 1712 konstruierte Dampfmaschine zum Abpumpen von Wasser aus Bergwerken lediglich weiter, um den Wirkungsgrad zu erhöhen.72 Somit gelang es James Watt, die wichtigste Grundlage für die maschinelle Produktion von Stoffen und Kleidern zu legen, da sie im Textilwesen als An- triebsmaschine für die im Zuge der Industriellen Revolution73 in Großbritannien eingeführ- ten mechanischen Webstühle und Spinnmaschinen genutzt werden konnte. So war es Eng- land möglich, weitaus mehr Stoffe zu produzieren als zuvor. Die Spinn- und Webmaschi- nen betrieb man nun mechanisch. Fabriken entstanden, was die Wirtschaft in Großbritan- nien enorm erweiterte und fortschrittlicher machte. Die billigen Rohstoffe aus den Kolo- nien konnten schneller verarbeitet und in andere Länder Europas exportiert werden, so auch verschiedene Stoffe oder fertige Kleidungsstücke. Eine maßgebende Rolle bei der Entwicklung zum Modemonopol spielte zudem die zunächst in England selbst und dann in den Kolonien gewonnene Wolle und Baumwolle. Diese verschaffte England nicht nur Reichtum, sondern entwickelte auch eine tragende Rolle in der Herrenmode. Aus den Ko- lonien eingeführt und in England, mit Hilfe der neuen textiltechnischen Erfindungen, ver- arbeitet, ebnete sie den Weg für die Industrialisierung und damit einhergehend die Demo- kratisierung der Frauenmode in England.74

Orientiert an der Wiederentdeckung der Antike und deren natürlichem Stil entstanden rund um die Schlösser der Landlords naturgetreu gestaltete Parklandschaften, die einen Gegen- satz zu den im Barock angelegten steifen französischen Gärten bildeten. „Das ungezwun- gene Landleben des englischen Adels, der natürliche Lebensstil und insbesondere die schlichtere Mode Englands wurden sehr bald ein Vorbild auch für Deutschland.“75 Der englische Landschaftsgarten in seiner natürlichen Beschaffenheit ist mit dem Sinnbild ei- nes liberalen politischen Systems gleichgesetzt worden, der französische Barockgarten hingegen gilt als künstlich und gezwungen, als Attribut höfischer Ausbeutung und Unter- drückung.76

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Daniel Nikolaus Chodowiecki, Natur/Afectation, Radierung und Kupferstich, 177877

Der Kupferstich des populären deutschen Grafikers und Illustrators Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726-1801)78 zeigt den Gegensatz zwischen der englischen Natürlichkeit - Na tur - und dem französischen affektierten, künstlichen Verhalten - Afectation.

Damit vollzogen sich die zukunftsweisenden Veränderungen, die sich im restlichen Europa teilweise erst im 18. Jahrhundert und dominierend im 19. Jahrhundert ereigneten, bereits vorzeitig in England.

Des Weiteren besaß Großbritannien eine weitaus fortschrittlichere Politik als Frankreich, wodurch ein weiterer Anreiz für die Aufklärer gegeben war, sich an dem Land nicht nur wirtschaftlich und kulturell, sondern auch politisch sowie modisch zu orientieren.

„Während sich im 17. Jahrhundert in Frankreich - wie auch in anderen Staaten des Kontinents - der Absolutismus festigte, gelang es dem englischen Parlament, seine Rechte gegenüber den Ansprüchen des Königs durchzusetzen und einen Verfassungsstaat vorzubereiten.“79

Zwar besaßen sie weiterhin einen König, dieser regierte jedoch an die Verfassung gebun- den und nicht absolut. Die Gewalten im Staat teilten sich: Die gesetzgebende Gewalt (Le- gislative) übte das Parlament aus, das Gesetze beschloss und die königlichen Minister kon- trollierte. Die ausführende Gewalt (Exekutive) bildeten der König und die Regierung. Für die Aufklärer, die für die Gewaltenteilung nach Montesquieu (Legislative, Exekutive, Ju- dikative) standen, war dies eine Möglichkeit der Verwaltung und Teilung der Staatsgewalt. Ein wirtschaftliches, politisches und kulturelles Monopol kristallisierte sich in Großbritan- nien heraus, was, meines Erachtens, auch das Modemonopol sowie eine Vorbildfunktion mit sich brachte.

Überdies ist hinzuzufügen, dass auch in Deutschland, vorrangig von jungen Menschen, Mode mit politischer Aussage getragen worden ist. Primär in der Epoche des Sturm und Drang. Hier bedienten sich die jungen Bürger zur modischen Orientierung aus den Werken der großen Autoren des 18. Jahrhunderts. Beispielsweise erweckte die Lektüre „Die Leiden des jungen Werthers“ des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe (1749- 1832)80 in Deutschland eine neue Jugendkultur, da der Autor seinen tragischen Helden nach der neuen englischen Mode kleidete.

„Die Lektüre des ‚Werther‘ veränderte Manieren, Freizeitverhalten, Lebensge- wohnheiten und Kleidung der jüngeren Generation des Bildungsbürgertums. Entsprechend war die Werther-Mode (blauer Frack, gelbe Weste und Kniehosen) der erste Trend der deutschen Kultur des 18. Jahrhunderts, der von einem litera- rischen Diskurs ausgelöst wurde und nicht von einem Hof, auch wenn Carl- August von Sachsen-Weimar den‚ Werther-Anzug‘ an seinem Hof populär machte.“81

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Abb. 2: Junges Paar aus der Wertherzeit in Tracht, um 1860, Holzstich82

Die Werthertracht bestand, wie auf der Abbildung ersichtlich, aus einem blauen Frack und einer gelben Kniehose aus Leder. Dazu wurden schwarze Stulpenstiefel und des Öfteren ein runder grauer Hut getragen. Anstelle des höfischen Degens trug man einen Stock mit Goldknauf dazu. Durch diese Mode suggerierten die jungen Bürger ein gewaltfreies Auf- lehnen gegen den Adel.

Bekannt ist zudem der Schillerkragen, benannt nach dem deutschen Dichter, Philosophen und Historiker Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805)83, der dem Träger nicht allein als modische Beigabe dienen sollte, sondern in der Epoche des Sturm und Drang die persönliche Einstellung gegen die absolutistische Herrschaft demonstrierte. Auch heute ist der offene Hemdenkragen, der über dem Jacken- oder Sakkokragen getragen wird, in den südlichen Ländern wie beispielsweise Israel sehr beliebt.84

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Abb. 3: Friedrich Schiller, Anton Graff, 179185 ; Abb. 4: Friedrich Schiller, Porträt86

Ein weiterer zentraler kulturhistorischer Aspekt, der im Hinblick auf die Entwicklung der Mode in Régence und Rokoko Beachtung finden sollte, sind die neuen Medien, durch welche Modestile und Trends publiziert und verbreitet werden konnten.

Philipp II. zog nach seinem Amtsantritt, wie bereits erwähnt, von Versailles in ein Stadt- schloss nach Paris, um seine Regierungsgeschäfte von dort aus leiten zu können. Die Adli- gen des Hofes taten es ihm gleich und verlegten ihre Wohnsitze in verschiedene Schlösser der aufblühenden Stadt. Dort trafen sie sich in den immer mehr Verbreitung findenden Salons, Cafés, Theatern und an den öffentlichen Plätzen, um über Politik, Kunst und Lite- ratur zu diskutieren. Ebenfalls verkehrten Philosophen wie Voltaire und Diderot in diesen Salons. „Große“ Damen, wie die Madame de Pompadour, unterhielten derartige Salons, in denen sich nun auch die Pariser Frauen trafen, um die neu aufkommenden Medien zu lesen und zu besprechen. Zur Unterhaltung standen Modebücher mit Modeabbildungen und Schnittmustern bereit. Außerdem beschäftigte man sich auch mit Modekalendern und ganz besonders mit den Modejournalen.

„In Form von Modekupfern, -almanachen und -kalendern, gedacht für ein exklu- sives adliges wie bürgerliches Publikum, wird allmählich eine eigenständige Modepresse vorbereitet. Die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in periodischer Regelmäßigkeit publizierten Modejournale (in Deutschland: Journal des Luxus und der Moden, herausgegeben von Friedrich Justin Bertuch (1747-1822) seit 1787, in Frankreich: Mercure Gallant ab 1672 und Galerie des Modes zwischen 1778 und 1787) brachen das Informationsmonopol des Adels und trugen zur Etablierung der bürgerlichen Mode bei, definiert als saisonaler und ökonomisch motivierter Wechsel.“87

„Das 18. Jahrhundert zeitigte auf dem Gebiet der Mode eine Erscheinung, welche die Vorwelt nicht kannte, das Modejournal. Wurde man vordem durch Modepuppen, Kupfer- stiche oder Reiseberichte mit der Mode anderswo vertraut“88 gemacht, so fiel diese Aufga- be nun den Journalen zu. Diese neuen Modejournale kamen in den 1760ern, aber ganz be- sonders in den 1770ern auf und enthielten neben Kleiderbeschreibungen auch einen Teil, in welchem der neueste „Klatsch und Tratsch“, Besprechungen zu Literatur, Büchern, The- ateraufführungen und anderen kulturellen Neuerscheinungen behandelt wurden. Zudem bezogen sie Anregungen, Hinweise auf die richtige Präsentation der neuesten Mode, des Weiteren Händleranzeigen verschiedenster Art und einen Teil für Schmuck und Nippes, Gartengestaltung, Dekoration für das Heim und Geschirr mit ein. Im Anhang befanden sich zum Teil farbige Kupfertafeln mit den neusten Modeerscheinungen, Möbelabbildungen, und anderen Neuerungen, die der Leserschaft zu präsentieren waren. Die Journale der Zeit waren keine reinen Kleidungsjournale mehr.

„Das Journal des Luxus und der Moden stellt sich als ein Spiegel der geistigen und politischen Strömungen seiner Zeit dar und reflektiert gesellschaftliche Erfahrungen und Erwartungen. Wie vergleichbare europäische Zeitschriften war es Element einer europaweiten Debatte, in der anhand der Mode seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Politik, Ökonomie, die Beziehungen der Geschlechter und die Nationalbildung verhandelt wurden.“89

Im Kontext der Modejournale ist auch Friedrich Johann Justin Bertuch (1747-1822)90 zu erwähnen, der erste hauptamtliche Leiter der Zeichenschule und Zeichenlehrer bei Herzo- gin Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach.91 Er gilt als Verleger, Schrift- steller und Unternehmer verschiedener Journale, auch des „Journal des Luxus und der Mo- den“, des „Cabinet des Modes“ und des „Lady‘s Magazine“92. Diese Magazine boten den Lesern, zumeist den weiblichen, den „nötigen Stoff“ zur Unterhaltung und zum Erwerb der neuesten Güter und Kleider. Diese Zeitungen beschäftigten sich nicht nur mit der Mode im Inland, sondern präsentierten die Modetrends aus ganz Europa, besonders aber aus Frankreich und England.93 „Die Mode war ihnen eine ‚Weltbürgerin‘, die ‚sich in kein Vaterland einschließen lasse‘.“94 Viele Modemagazine schrieben die Artikel voneinander ab und kopierten die Abbildungen aus anderen Journalen. Besonders Frankreich und England rezipierten die Verleger häufig. Wobei es ein schmaler Grat war, die elegante Kleidung Frankreichs mit der praktischen Großbritanniens zu vereinen.95

Schließlich folgte 1789 bis 1799 die Französische Revolution, die ausgelöst wurde durch Hungersnöte, Teuerungswellen und den drohenden Staatsbankrott. Frankreich war in sich selbst zerrüttet und unterlag einem Prozess der politischen Umwälzung, währenddessen England immer weiter expandierte und seine politische, wirtschaftliche und kulturelle Stellung in Europa kontinuierlich festigen konnte.

3. Darstellung des Modewandels anhand der Damen- und Herrenmode

Im folgenden Kapitel soll die Entwicklung der Damen- und Herrenmode in Régence und Rokoko anhand der Kleidung, der Frisuren und Kopfbedeckungen, der Kosmetik, des Schmucks und letztlich der Fußbekleidung aufgezeigt werden. Den Anfang findet diese kurze Erläuterung in der weiblichen Ausführung, bevor ich zum männlichen Aufzug über- gehe, somit ist die Möglichkeit gegeben, strukturiert und zudem vergleichend zu agieren. Ferner möchte ich wie bereits erwähnt die Unterteilung in Régence und Rokoko lediglich in den Ausführungen aufzeigen und nicht in eigenständige Kapitel zergliedern. Dies hat den Vorteil einer klaren und stringenten Betrachtungsweise. Da sich in der Damenmode stärkere Veränderungen hinsichtlich der modischen Entwicklungen im gesamten Jahrhun- dert aufzeigen lassen, möchte ich diese im Detail ausführlicher erläutern als den Aufputz der Herren.

3.1 Damenmode

3.1.1 Kleidung

Die Abkehr vom überladenen Barock und dem französischen Pomp des Hofes Ludwigs XIV. spiegelt sich in kaum einer anderen Ebene besser wider als in der der Mode, insbe- sondere in der Kleidung. In der Régence und im folgenden Rokoko ereigneten sich grund- legende Veränderungen hinsichtlich der Damenmode, die im Folgenden erläutert werden sollen.

Die beträchtlichste Erneuerung durchlief in diesem Jahrhundert der charakteristische Reif- rock, der bei der modebewussten Dame unerlässlich war. Der hochgestellten und außerge- wöhnlichen Frisuren beraubt, galt die fantasievolle Aufmerksamkeit in den ersten Jahrzen- ten des Jahrhunderts einer kunstvollen Ausgestaltung, den Röcken. Die englischen Damen am Hofe Ludwigs XIV. verhalfen diesem zunächst leicht ausgestellten Kleidungsstück um 1710 zu einer neuen Popularität. Mit dem spanischen Original aus dem 16. Jahrhundert, dem Verdugado, zu Deutsch der „Tugendwächter“, der bis ins 18. Jahrhundert hinein so- wohl zur spanischen als auch zur österreichischen Hofmode gehörte, hatte die Neuorientie- rung des Rocks der Régencedame minder zu tun. Aufgrund der Form, die an einen Hüh- nerkorb erinnerte, betitelte man das markante Kleidungsstück in Frankreich als Paniers, das im gesamten Jahrhundert zur Garderobe der Damen gehörte. Während der bodenlange Verdugado die Beine und Füße der Damen vollkommen verdeckte, ermöglichte der Panier der Französinnen den Herren der Zeit Blicke auf Bein- und Fußkleid.96 Das kokette Spiel mit der Liebe, welches die Damen in Régence und Rokoko wie in keinem Jahrhundert zuvor anhand der Mode vollführten und durch Andeutungen an der Garderobe zelebrierten, erwirkte durch gekonntes Gehen und schwingende Hüften den gewünschten Effekt. Der Rock wippte auf und ab, sodass die Knöchel, der ausgestaltete Unterrock und die zierlichen Schuhe zum Vorschein kamen.97

„Galt vom Mittelalter bis Barock noch der nackte Körper als Schönheitsideal, so war es nun der bekleidete und wieder entkleidete Körper. Die modischen Begriffe dazu hießen ‚dekolletiert‘ (die Entblößung der Brust) und ‚retroussiert‘ (das Anheben des Rockes, damit das Bein sichtbar wurde).“98

Diesen besagten nicht leichten Gang erlernten die Damen, um ein gekonntes Wippen zu erzeugen und die verspielte Sprache der Liebe zu perfektionieren.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts um 1715 besaß der Rock noch eine kegelartige Form, wel- che sich auf Grund des Wunsches nach Abwechslung ca. 1720 in eine kuppel- oder ton- nenartige wandelte. 1730 erfährt der Damenrock erneut eine Umgestaltung und erhält eine ovale, ellipsenhafte Formung, indem man ihn vorne und hinten abflachte. Das für die Ro- kokozeit typische Design entstand, welches sich für öffentliche Bälle und höfische Anlässe lange hielt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: „Marie-Antoinette en grand costume de cour”, Vigée-Le Brun, 177899;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6: Charlotte Beatrix Strick van Linschoten, Unbekannter Künstler, 1755100

Auf dem Stich der Marie Antoinette ist zu erkennen, dass der Rock über die eigentlichen Hüften hinaus, durch das Aufbinden von Poch é s 101, den Ellenbogen einen Ablageplatz bot. Diese Form des Rockes nannte man Panier à coudes, angelehnt an die Ablage für die El- lenbogen der Damen. Im unteren Bereich maß der Rock eine Größe von 7 bis 8 Ellen und im oberen ca. 4 Ellen.102

Mit diesen ausschweifenden Aufmachungen passten die Frauen der Epoche jedoch kaum noch durch die Türen, nahmen eine gesamte Parkbank ein, mussten seitwärts in einen Raum hinein und wieder hinausgehen und die Herren konnten sich nur vor oder hinter der Dame positionieren.103 Auch in den engen Gassen der Städte hatten die Trägerinnen auf Grund der breiten Röcke ihre Probleme beim Flanieren, wie das folgende Zitat des Hamburger „Curieuser Antiquarius“ 1712 aufzeigt:

„Das Frauenzimmer trägt unten sehr weit abstehende Röcke, als wenn ein Tonnen-Band darinnen wäre; wenn daher ein paar Weiber einander in einer engen Straße begegnen, so macht es ihnen soviel Verwirrung, als wenn zwey Wagen mit Heu gegeneinander führen.“104

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 7: „Les Adieux“, Jean Michel Moreau, 1777105

[...]


1 Denn „[s]olange die Welt steht, suchen Mann und Weib die spezifischen Schönheiten des Ge- schlechts in ihrer Kleidung hervorzuheben.“ (Vischer, Friedrich Theodor: Vernünftige Gedanken über die jetzige Mode, München 1922, S. 340).

2 Hippie, Punk, Hip-Hop (dazu ausführlicher: Schmidt, Doris: Jugendkulturelle Moden. Von Hippie bis HipHop, Hohengehren 2003).

3 Scheiper, Petra: Textile Metamorphosen als Ausdruck gesellschaftlichen Wandels, Wiesbaden 2008, S. 53.

4 Mörtenhummer, Monika/Mörtenhummer, Harald (Hg.): Zitate im Management, Wien 2009, S. 62.

5 Ebd.

6 Mörtenhummer/Mörtenhummer 2009, S. 223.

7 Hopkins, John: Menswear, München 2011, S. 198f.

8 Venohr, Dagmar: Medium macht Mode. Bielefeld 2010, S. 32.

9 Baudelaire, Charles: Le peintre de la vie moderne, Abschnitt XI („Éloge du maquillage“), 1860 (http://baudelaire.litteratura.com/?rub=oeuvre&srub=cri&id=488 (eingesehen am: 08.01.2013; 12:51 Uhr)). „Die Mode muss […] als ein Zeichen für das Streben nach dem Ideal gelten, das alles überdauert, was das natürliche Leben dort an Grobem, Irdischem und Schmutzigem anhäuft, als eine erhabene Deformation der Natur, oder vielmehr als ein dauernder und wiederholter Versuch, die Natur zu verändern.“ (Übersetzung der Autorin).

10 Diese bezogen sich nicht allein auf Kleidung, sondern auch auf Möbel, Architektur, Dekoration, Nippes etc., angepasst an ein emanzipiertes Bürgertum und dessen Sinn für Ästhetik. Bsp.: Das Journal des Luxus und der Moden (im weiteren Verlauf in den Fußnoten und Bildunterschriften mit JLM abgekürzt), Galerie des Modes, Courier de la mode ou le Journal du Go û t, La Mode (dazu aus- führlicher: Kleinert, Annemarie: Die frühen Modejournale in Frankreich, Berlin 1980).

11 Cyran, Eberhard: Preußisches Rokoko. Ein König und seine Zeit, Berlin 1979. S. 29.

12 Lohse-Jasper, Renate: Die Farben der Schönheit: eine Kulturgeschichte der Schminkkunst, Gersten- berg 2000, S. 70ff.

13 Lohse-Jasper 2000, S. 70f.

14 North, Michael: Genuss und Glück des Lebens. Kulturkonsum im Zeitalter der Aufklärung, Köln [u. a.] 2003, S. 58.

15 Herzog Philipp von Orléans übernahm nach dem Tod Ludwigs XIV. 1715 die Regentschaft - la régence - für den fünfjährigen Ludwig XV., aus diesem Grund trägt diese Zeitspanne den Namen „Régence“. Der Herzog von Orléans zog nach seinem Regierungsantritt von Versailles nach Paris. Somit richtete sich der Blick des europäischen Adels nicht mehr nach Versailles, sondern hin zu den Stadtschlössern des Adels in Paris (Koch-Mertens, Wiebke: Der Mensch und seine Kleider. Teil 1: Die Kulturgeschichte der Mode bis 1900, Düsseldorf [u. a.] 2000, S. 291).

16 Kern, Hans: Die Technik der Haararbeiten und ihre Verwendung, Mannheim 2004, S. 179ff.

17 „Die Aufklärung war eine geistige und zugleich praktische Bewegung. Unter ihrem Einfluss locker- ten sich die traditionellen Bindungen an Glauben und Kirche. Von der Vernunft ‚illuminiert‘ (‚auf- geklärt‘), schlug das Leben in allen Bereichen eine Richtung auf das rational Einsichtige, Nützliche und Zweckhafte hin ein.“ (Zeeden, Ernst Walter: Europa im Zeitalter des Absolutismus und der Aufklärung, Stuttgart 1981, S. 123).

18 Französischer Maler des Rokokos, der mit seinen Gemälden Einfluss auf die Modetracht seiner Zeit ausübte. Bsp.: Coiffures à la Watteau, Kostüme à la Watteau, die Watteauhäubchen, die Negligees à la Watteau u. a. (dazu ausführlicher: Lauterbach, Iris: Watteau. 1684-1721. Köln 2008).

19 Duchhardt, Heinz: Europa am Vorabend der Moderne 1650-1800, Stuttgart 2003.

20 Duchhardt, Heinz: Das Zeitalter des Absolutismus, München 1989.

21 Duchhardt, Heinz: Barock und Aufklärung, München 2007.

22 Zeeden, 1981.

23 Clevenot, Michel: Krise des Glaubens. Das Zeitalter der Aufklärung, Luzern 1997.

24 Kinder, Herrmann/Hilgemann, Werner: dtv-Atlas zur Weltgeschichte. Band 1. Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution, München 1997.

25 Koch-Mertens, Wiebke: Der Mensch und seine Kleider. Teil 1: Die Kulturgeschichte der Mode bis 1900, Düsseldorf [u. a.] 2000.

26 Thiel, Erika: Geschichte des Kostüms: Die europäische Mode von den Anfängen bis zur Gegenwart, Berlin 2000.

27 Bönsch, Annemarie: Formengeschichte europäischer Kleidung, Wien [u. a.] 2001.

28 Kybalová, Ludmilla/Herbenová, Olga/Lamarová, Milena: Das große Bilderlexikon der Mode. Vom Altertum zur Gegenwart, Dresden 1980.

29 Boehn, Max von/Fischel, Oskar: Die Mode. Menschen und Moden im achtzehnten Jahrhundert. Nach Bildern und Stichen der Zeit ausgewählt, München 1919.

30 Loschek, Ingrid: Reclams Mode- und Kostümlexikon, Stuttgart 2005.

31 Wisniewski, Claudia: Kleines Wörterbuch des Kostüms und der Mode, Stuttgart 2005.

32 Eine Wirtschaftsform, bei der die staatliche Machtsteigerung durch eine Wirtschaftsexpansion er- reicht werden soll (Duchhardt 1989, S. 44).

33 Lachmann, Werner: Entwicklungspolitik. Band 1: Grundlagen, München 2004, S. 65.

34 Duchhardt 1989, S. 44.

35 Der Westfälische Frieden beendete den Dreißigjährigen Krieg, der die Gesamtheit aus verschiede- nen, miteinander verschränkten konfessionellen, verfassungs- und mächtepolitischen Auseinander- setzungen war und in den beinahe alle europäischen Mächte verwickelt waren (dazu ausführlicher: Dickmann, Fritz: Der Westfälische Frieden, Münster/Westfalen 1992).

36 Mentges, Gabriele: Europäische Kleidermode (1450-1950), 2011, veröffentlicht auf: http://- www.ieg-ego.eu/de/threads/modelle-und-stereotypen/das-spanische-jahrhundert-16.-jhd/europae- ische-kleidermode-1450-1950/gabriele-mentges-europaeische-kleidermode-1450-1950 (eingesehen am: 29.01.2013; 11.34 Uhr).

37 Der Begriff Imperialismus definiert den Willen und die Fähigkeit einer Nation, die eigenen Wert- vorstellungen, Interessen und Weltanschauungen durch militärische Unterwerfung sowie politische und wirtschaftliche Einflussnahme auf andere Länder geltend zu machen (dazu ausführlicher: Faber, Richard: Imperialismus in Geschichte und Gegenwart, Würzburg 2005).

38 Der Absolutismus ist eine politische Herrschaftsform, bei der eine einzelne Person, in der Regel der König, vollständig über die souveräne Ausübung aller Staatsgewalten verfügt, deutlich in der Äuße- rung Ludwig XIV.: „Der Staat bin ich“. Er beruht auf dem Grundgedanken der Herrschaft von Got- tes Gnaden (dazu ausführlicher: Reinalter, Helmut: Lexikon zum Aufgeklärten Absolutismus in Eu- ropa: Herrscher - Denker - Sachbegriffe, Wien [u. a.] 2005).

39 Duthel, Heinz: Die grosse Geschichte der Freimaurerei. Freimaurerei Rituale und Grade, Berlin 2012, S. 554f.

40 Rakewitz, Gertraud/Krause, Gisela/Lenning, Gertrud: Kleine Kostümkunde, Berlin 2003, S. 145.

41 Ebd.

42 Koch-Mertens 2000, S. 291.

43 Reinalter 2005, S. 320.

44 Taeger, Angela: Ludwig XVI. (1754-1793) König von Frankreich, Stuttgart 2006, S. 186.

45 Ebd.

46 Rakewitz/Krause/Lenning 2003, S. 145.

47 Duchhardt 1989, S. 44.

48 Dazu ausführlicher: Duchhardt 2007, S. 127ff.

49 Kant, Immanuel: Was ist Aufklärung? Ausgewählte Kleine Schriften, Hamburg 1999, S. 20.

50 Zeeden 1981, S. 123.

51 Koch-Mertens 2000, S. 305.

52 Ephraim Chambers (1680-1740) ein englischer Schriftsteller war sowohl Herausgeber als auch Ver- fasser des nach ihm benannten „Chambers Dictionary“ (Dazu ausführlicher: Küster, Marc W.: Ge- ordnetes Weltbild: Die Tradition des alphabetischen Sortierens von der Keilschrift bis zur EDV. Ei- ne Kulturgeschichte, Tübingen 2006, S. 529ff.; Schneider, Ulrich Johannes: Die Erfindung des all- gemeinen Wissens: Enzyklopädisches Schreiben im Zeitalter der Aufklärung, Berlin 2013, S. 49ff.).

53 Clevenot 1997, S. 102.

54 Dazu ausführlicher: Zelle, Carsten (Hg.): Das Achtzehnte Jahrhundert. Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts, Enzyklopädien, Lexika und Wörter- bücher im 18. Jahrhundert, Wolfenbüttel 1998.

55 Koch-Mertens 2000, S. 305.

56 Böhm, Winfried: Geschichte der Pädagogik. Von Platon bis zur Gegenwart, München 2004, S. 67ff.

57 Kinder/Hilgemann 1997, S. 257.

58 Bönsch 2001, S. 184.

59 Bönsch 2001, S. 184.

60 Ebd., S. 186.

61 Ebd., S. 187.

62 Koch-Mertens 2000, S. 308.

63 Duchhardt 1989, S. 76.

64 Tröhler, Daniel: Johann Heinrich Pestalozzi, Göttingen 2008, S. 7.

65 Böhm 2004, S. 76ff.

66 Bönsch 2001, S. 188.

67 Koch-Mertens 2000, S. 339f.

68 Koch-Mertens 2000, S. 339f.

69 Der Österreichische Erbfolgekrieg, der French and Indian War, der Siebenjährige Krieg (Dazu aus- führlicher: Zeeden 1981, S. 76ff.).

70 Rakewitz/Krause/Lenning 2003, S. 161.

71 Carnegie, Andrew: James Watt, Bremen 2011.

72 Müller, Ingo: Grundzüge der Thermodynamik. Mit historischen Anmerkungen, Heidelberg 2001, S. 187.

73 Dazu ausführlicher: Ziegler, Dieter: Die Industrielle Revolution: Geschichte - Kompakt, Darmstadt 2012.

74 Rakewitz/Krause/Lenning 2003, S. 161.

75 Ebd., S. 162.

76 Dazu ausführlicher: Busch, Werner: Daniel Chodowieckis »Natürliche und affectirte Handlungen des Lebens«, In: Hinrichs, Ernst (Hg.): Daniel Chodowiecki (1726 - 1801). Kupferstecher, Illustra- tor, Kaufmann, Tübingen 1997, S. 77-99.

77 Stobbe, Urte: Wie Werther und Siegwart die Sicht auf den Garten veränderten - oder: Was kann Literaturwissenschaft zur historischen Gartenkunstforschung beitragen. In: Butenschön, Sylvia (Hg.): Gartenhistorisches Forschungskolloquium, Berlin 2008, S. 86.

78 Ehler, Melanie: Daniel Nikolaus Chodowiecki. „Le petit maître“ als großer Illustrator, Berlin 2003, S. 26ff.

79 Rakewitz/Krause/Lenning 2003, S. 161.

80 Döring, H.: Johann Wolfgang von Goethes Biografie, Bremen 2009, S. 1ff.

81 North 2003, S. 71f.

82 http://www.jena.de/fm/43/WertherTrachtINT.jpg (eingesehen am: 12.02.2013; 16.14 Uhr).

83 Hamann, Christian: Friedrich Schiller als Mensch und Dichter, Hamburg 2012, S. 1ff.

84 Schierbaum, Wilfried: Bekleidungslexikon, Berlin 1993, S. 349.

85 http://gutenberg.spiegel.de/gutenb/autoren/bilder/schille2.jpg (eingesehen am: 12.02.2013; 16.11 Uhr).

86 http://images.zeit.de/kultur/literatur/2009-11/friedrich-schiller/friedrich-schiller-540x540.jpg (eingesehen am: 03.04.2013; 08.33 Uhr).

87 Mentges 2011 (eingesehen am: 07.02.2013, 18.06 Uhr).

88 Boehn 1996, S. 73.

89 Ackermann, Astrid: Mode und Nation im „Journal des Luxus und der Moden“ und in vergleichbaren europäischen Zeitschriften. In: Borchert, Angela/Dressel, Ralf (Hg.): Das Journal des Luxus und der Moden. Kultur um 1800, Heidelberg 2004, S. 179.

90 Steiner, Walter/Kühn-Stillmark, Uta: Friedrich Justin Bertuch: ein Leben im klassischen Weimar zwischen Kultur und Kommerz, Böhlau 2001, S. 297ff.

91 Borchert/Dressel 2004, S. 17f.

92 Ebd.

93 Ackermann 2004, S. 179.

94 Ebd.

95 Ebd., S. 189ff.

96 Thiel 2000, S. 249.

97 Ebd.

98 Sonnenschmidt, Rosina: Miasmen und Kultur: Krankheit und Heilung aus homöopathischer und kulturhistorischer Sicht, Berlin 2007, S. 255.

99 http://www.abcfeminin.com/photo/art/default/918944-1137508.jpg?v=1289464548 (eingesehen am: 08.03.2013; 09.52 Uhr).

100 http://www.costumeantique.de/data/kostuem/rokoko/1755_Unkown_Artist_-_Charlotte_Beatrix_- Strick_van_Linschoten.jpg (eingesehen am: 03.04.2013; 08.40 Uhr).

101 „Zwey an beyden Seiten über Fischbein gespannte Behältnisse oder Taschen von Leinwand, in wel- chen Handschuhe, Schnupftuch, Tabatiere, Nadelkissen, Etuis, Flacon usw. bequem neben einander Platz fanden“ (De La Motte Fouqué, Caroline: Geschichte der Moden 1785 - 1829. Als Beitrag zur Geschichte der Zeit, Berlin 1987, S. 9).

102 Boehn 1996, S. 40.

103 Bönsch 2001, S. 199.

104 North 2003, S. 63f.

105 http://www.library.vanderbilt.edu/bandy/images/LanternSlides/IMG_0466.jpg. (eingesehen am: 05.- 03. 2013; 16.08 Uhr).

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Mode in Régence und Rokoko
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Note
1.5
Autor
Jahr
2013
Seiten
105
Katalognummer
V230734
ISBN (eBook)
9783656465225
ISBN (Buch)
9783656466963
Dateigröße
3411 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung, mode, régence, rokoko
Arbeit zitieren
Marianne Neumann (Autor), 2013, Die Entwicklung der Mode in Régence und Rokoko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/230734

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